Anleitung zum GFK Lackieren

Anleitung zum GFK Lackieren

Wenn Sie GFK lackieren möchten, können Sie es entweder mit bislang unlackiertem Material zu tun haben oder aber bei Reparaturen mit bereits lackierten Teilen. GFK finden Sie beispielsweise im Fahrzeugbau, Bootsbau und Modellbau sowie beim Bau von Teichen, Bachläufen oder Pools.

Teilweise haben diese sogar einen sogenannten Gelcoat. Das ist eine zusätzliche Beschichtung die beispielsweise im Bootsbau häufig als Versiegelung benutzt wird.

Abhängig von diesen Voraussetzungen wird die Art und Ausführung einer Lackierung von GFK der Nutzung des Materials angepasst. Ein Bootsrumpf aus GFK unterliegt ganz anderen Umwelteinflüssen und Belastungen als beispielsweise eine Stossstange aus dem gleichen Werkstoff.

Nicht zuletzt sind auch die zur Verfügung stehenden Werkzeuge, Umgebungsbedingungen und handwerklichen Fähigkeiten wichtige Faktoren bei den Überlegung, wie Sie Ihr GFK am besten lackieren.

GFK Reparaturanstrich

Geht es um einen Reparaturanstrich, ist zu unterscheiden, ob der gesamte Altanstrich vom GFK runter muss, ob nur ein tragfähiger Untergrund geschaffen werden soll oder ob es nur darum geht, den Gelcoat zu reparieren.

Ist der Altanstrich von schlechter Qualität und soll komplett runter, muss zunächst mit Lackentferner gearbeitet und anschließend geschliffen werden. Besser noch: den Altlack komplett abschleifen.

Ist der Altanstrich hochwertig und soll nur neu lackiert werden, dann reicht es, den Untergrund gut anzuschleifen. Das ist auch die einzige Ausgangslage, in der vertretbar ist, GFK zu lackieren ohne Grundierung, da diese ja bereits in dem intakten Lackaufbau vorhanden ist. Allerdings sollte mit der gleichen Lackart überlackiert werden. Vorsichtig mit 2 K-Lacken auf 1 Komponentenlacken, die lösen den Altlack unter Umständen so stark an, dass alles runzelig wird und komplett runter muss. Im Zweifel auf jeden Fall an einer unkritischen Stelle testen.

Wenn es nur darum geht einen beschädigten Gelcoat zu reparieren, ist dies problemlos mit einem Gelcoatrepare kit oder Gelcoatspachtel zu machen. Dabei einfach den Anweisungen des Herstellers auf der Packung folgen.

Die meisten modernen Bootsrümpfe werden heute aus GFK hergestellt.
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Bei Automobilen sind viele Teile inzwischen aus nicht rostendem GFK.
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in Pool oder Teich aus GFK kann eine ganz individuelle Form haben.
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Schritt 1: Schleifen – GFK für das Lackieren vorbereiten

Bei Altanstrichen Schleifpapier beginnend mit Körnung P 60 verwenden ansonsten mit 120, in Schritten über 240 und 400 zu 600. Anschließend komplett und sehr gründlich trocken entstauben. Am besten absaugen und trocken mit Tüchern abwischen.

Schritt 2: GFK Grundieren

Besonders leicht ist die Handhabung von Haftgrundspray. Wenn Sie GFK lackieren, eine Grundierung wählen, die zum Farbsystem passt. Also etwa Acrylprimer oder ein Haftvermittler für die 2-K-Lackierung, die Sie sich ausgesucht haben. Es empfiehlt sich, die Grundierung in zwei Schichten aufbringen. Jeweils komplett trocknen lassen.

Je nach der GFK Farbe kann eine bereits pigmentierte Grundierung für ausreichende Deckkraft des Lackaufbaus sorgen.

Tipp: GFK streichen - womit? Je nach Beanspruchung wählen Sie zwischen üblichen 1 Komponenten-Lacken (z. B. Autolack) und 2-Komponenten-Lacken, die stabilere Oberflächen schaffen.

Wenn Sie sich für einen Lack entschieden haben, nehmen Sie am besten die Grundierung, Spachtel und bei Booten gegebenenfalls Gelcoat und Antifouling vom selben Hersteller aus einem System, da diese hinsichtlich ihrer Inhaltsstoffe optimal aufeinander abgestimmt sind.

In diesem Schritt werden Unebenheiten und die Struktur vom Schleifen ausgeglichen. Gibt es gröbere Unebenheiten, wird zunächst gespachtelt (z. B. mit Epoxidspachtel) und anschließend wieder geschliffen und entstaubt. Dann wird Füller oder Filler, aufgestrichen oder gesprüht (z. B. 2 K Filler). Nach Herstellerangaben gut trocknen lassen, vor der weiteren Bearbeitung. Aus der Sprühdose kommt beispielsweise auch Spritzspachtel infrage.

Schritt 3: Erneut grundieren

Nach diesem Arbeitsschritt kann erneut grundiert werden, um die Haftung des Farblackes zu optimieren. Auch diese Schicht muss vollkommen durchgetrocknet sein, bevor im nächsten Schritt der Farblack aufgetragen werden kann.

Schritt 4: Farb- oder Basislack streichen oder spritzen

Je nach eigenem Können und Equipment kann nun der Farb- oder Decklack nun mit dem Pinsel, der Rolle oder der Spritzpistole aufgebracht werden. Je nach Lack und Farbwunsch werden verschieden viele Schichten lackiert.

Dabei wird der Farb- oder Basislack am besten in zwei Schichten aufgebracht. In vielen Fällen ist damit die GFK Lackierung abgeschlossen. Beispielsweise, wenn Sie GFK lackieren im Modellbau.

Wer jedoch eine besondere Tiefe des Lacks oder eine besondere Belastbarkeit erreichen möchte, wie beispielsweise UV-Schutz, oder Osmoseschutz und dergleichen, wie es häufig bei Booten erforderlich ist, der arbeitet mit noch ein oder zwei Schichten zusätzlichem Schutz.

Wichtiger Hinweis: Unabhängig davon, ob es Autolack, 1 K Bootslack, 2 K Bootslack oder Acryllack ist: Farbauftrag trocknen lassen (s. Herstellerangaben), einen Zwischenschliff mit ganz feinem Schleifpapier vornehmen, entstauben und dann erst die nächste Lackschicht auftragen.

Schritt 5 (optional): Klarlack, Topcoat, Antifouling

Für erhöhten UV-Schutz sowie stärke mechanische Belastungen werden passend zum bisherigen Schichtaufbau mit ein- oder zweikomponentigem Lack wird nun für besonderen Schutz ein Klarlack (z. B. Klarlack, 2 K Klarlack oder Gloss Coat) zusätzlich benutzt beim GFK lackieren. Boote auf See beispielsweise sind besonders beansprucht. Dort kann eine zusätzliche Beschichtung mit sogenanntem Antifouling ratsam sein, das einen Bewuchsschutz bietet. Es handelt sich dabei allerdings auch um ein Biozid, das unbedingt verantwortungsvoll eingesetzt werden muss.

Besonderheit: GFK Gelcoat lackieren

Beim Bootsbau wird das GFK häufig direkt mit Gelcoat lackiert, ohne andere Lacke zu benutzen oder als erste versiegelnde Schicht. Das ist selbstverständlich auch möglich, zumal sich das Polyesterharz-Gelcoat oder Epoxid-Gelcoat (entsprechend dem GFK Laminat) auch einfärben lässt. Es handelt es sich dabei vorrangig um eine professionelle Versiegelung in drei bis vier Schichten.

Besonders Polyesterharz ist nicht nur sehr gesundheitsschädlich, sondern auch noch ausgesprochen anspruchsvoll, was die Verarbeitung und die Umgebungsbedingungen angeht. Beispielsweise muss alles Material die gleiche Temperatur haben – auch die Werkzeuge, die Werkbank usw. und die muss zwischen 20 und 25 Grad liegen, ohne Zugluft. Die Lösungmittel dürfen nicht zu schnell und nicht zu langsam ausdampfen, sonst wird die Härtung beeinträchtigt usw.

Die Verarbeitung durch einen Laien kann schnell zu nicht unerheblichen Schäden führen. So können beim GFK lackieren die Kosten schnell höher werden, als die Ausführung durch einen Fachmann.

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