Richtig kleben mit dem richtigen Kleber

Klebstoff: Das Kleben als Alternative zum Bohren, Schweißen und Schrauben

Ein paar Tropfen Kleber wirken Wunder

Das Kleben ist eine der ältesten Kulturtechniken. Kleber wurden schon sehr früh eingesetzt, denn schon Ötzi hat seine Pfeilspitzen mit Pflanzenfasern und Birkenpech befestigt. Klebstoff ist ein so genannter Prozesswerkstoff, weil er erst während und nach der Verarbeitung seinen endgültigen stofflichen Zustand erreicht. Eine Ausnahme bilden Haftklebstoffe, die zum Beispiel für Klebeband verwendet werden. Sie binden nicht ab und bleiben daher dauerhaft viskos und klebrig. Dadurch lassen sie sich häufig auch nach längerer Zeit noch rückstandslos entfernen und eignen sich für alle nicht-dauerhaften Klebefälle.

Es gibt unzählige verschiedene Klebstoffe für alle möglichen Anwendungsgebiete. Um einen Überblick zu gewinnen, kann man sie in Kategorien einteilen. Unterscheidungskriterium ist dabei entweder die chemische Basis des Klebstoffs oder der jeweilige Verfestigungsmechanismus.

Einteilung von Klebern nach chemischer Basis

Ausgehend von der chemischen Basis werden organische, anorganische Klebstoffe und Silikone unterschieden. Natürliche Klebstoffe sind z.B. Proteine, Kohlenhydrate und Harze. Die meisten Klebstoffe, wie z.B. Kleister, basieren auf organischen Verbindungen, in denen diese "Naturkleber" ein Rolle spielen. Anorganische Klebstoffe bestehen aus gelösten keramischen und mineralischen Bestandteilen.

Einteilung nach Verfestigungsmechanismus

Der Verfestigungsmechanismus kann physikalisch oder chemisch ablaufen.
Physikalisch abbindende Klebstoffe enthalten bereits den fertigen Kleber, das sogenannte Polymer, das seine chemische Zusammensetzung während der Trocknung nicht verändert, sondern sich lediglich durch Verdunstung des jeweiligen Lösungsmittels verfestigt. Beispiele für physikalisch abbindende Klebstoffe sind Dispersionsklebstoffe, die mit Wasser angerührt werden und nach der Anwendung durch Verdunstung aushärten. Heißkleber wird in erhitzter Form aufgetragen und härtet durch Abkühlung aus.

Chemisch abbindende Klebstoffe heißen auch Reaktionsklebstoffe, weil sie bei der Verarbeitung mit einem anderen Stoff reagieren. Dieser Stoff wird entweder beim Klebevorgang aktiv beigemischt, wie z.B. bei Zwei-Komponenten-Klebern, oder ist bereits in der Umgebung vorhanden. Das ist bei Sekundenklebern der Fall, die mit der Umgebungsfeuchtigkeit reagieren und dadurch blitzschnell aushärten.

Vorbehandlung und Haftvermittler

Befolgt man den klassischen Merksatz "trocken, fett- und staubfrei", reicht das bei den meisten Klebstoffen schon aus, um eine gute Klebewirkung zu erreichen. Wenn nötig, kann man die Klebeflächen vor dem Kleben mit alkalischen oder lösungsmittelhaltigen Reinigern vorbehandeln. Stark alkalisch ist sogenannter "Anlauger", als Lösungsmittel wird häufig Aceton verwendet. Beide sind in Drogerien oder Baumärkten erhältlich und sollten wegen ihrer stark entfettenden Wirkung nicht direkt mit der Haut in Kontakt kommen. Bei Kunststoffen und Styropor dürfen Lösungsmittel nicht verwendet werden, weil das Material sich dadurch auflöst.

Kleine Kleberkunde in der Übersicht

Physikalisch abbindende Klebstoffe:Chemisch abbindende Klebstoffe:
  • Lösemittelhaltige Nassklebstoffe
  • Dispersionsklebstoffe
  • Schmelzklebstoffe
  • Kontaktklebstoffe
  • Plastisole
  • Cyanacrylat-Klebstoffe
  • Methylmethacrylat-Klebstoffe
  • Anaerob härtende Klebstoffe
  • Strahlenhärtende Klebstoffe
  • Phenol-Formaldehydharz-Klebstoffe
  • Silikone
  • Silanvernetzende Polymerklebstoffe
  • Epoxidharz-Klebstoffe
  • Polyurethan-Klebstoffe (PUR)

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Dieses selbsthärtende Silikongummi ist nach dem Aushärten elastisch, hitzebeständig, wasserfest, isoliert und wird in sämtlichen Heimwerker- und DIY-Bereichen zum Reparieren, Kleben, Ausbessern, Abdichten oder Modellieren verwendet. Wir erklären, was Sugru ist und auf welche vielfätige Weise man es anwendet.

Reparieren mit Sugru

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Aluminium kleben

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Sekundenkleber verarbeiten und entfernen

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Ein starker Kleber für Haushalt und Bau

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Sprühkleber richtig verwenden

Formaldehyd und andere Inhaltsstoffe in PVAC Weißleimen

Das Rätsel um Formaldehyd im Weißleim haben die Leute von Henkel für uns gelüftet. Dafür an dieser Stelle herzlichen Dank. Ich hatte angefragt, ob Ponal Classic, Ponal Express und Ponal Super 3, allesamt Weißleime auf Polyvinylacetatbasis (PVAC), Formaldehyd enthalten. Genauer: Ich habe gefragt, wieviel Prozent Formaldehyd in den Leimen steckt.

Ausgehend von einer Anfrage und Diskussion im Forum von Heimwerker.de habe ich mir die Sicherheitsdatenblätter von verschiedenen Weißleimen diverser Hersteller angesehen. Während manche Hersteller in diesen Datenblättern Formaldehyd angaben, fand ich bei einigen diese Angabe nicht. Dafür fand ich aber Angaben zu Chemikalien, die ich auf den ersten Blick nicht im Leim vermutet hätte, die aber bei genauerer Betrachtung ganz wichtig für die Haltbarkeit der Leime sind. Das sind Konservierungsmittel, sogenannte Biozide. In den Leimen kommen davon, je nach Hersteller, verschiedene Isothiazolinone als Konservierungsmittel zum Einsatz: Methylisothiazolinon (MIT), Chlormethylisothiazolinon (CMIT) und Benzisothiazolinon (BIT). Wenn man sich vor Augen hält, dass es sich bei Weißleimen um wässrige Dispersionen handelt, kann man sich gut vorstellen, dass sie irgendwann anfangen zu schimmeln oder anderweitig von Mikroorganismen besiedelt werden. Um dem Vorzubeugen werden nun diese Konservierungsstoffe eingesetzt. Werden zwei dieser Isothiazolinone kombinert eingesetzt (CMIT/MIT) oder (MIT/BIT), entsteht ein Addukt. Ein Addukt ist ein Begriff, der in der Chemie und Physik für ein zusammengesetztes Molekül verwendet wird. Bei den Reaktionen zur Bildung des Adduktes entstehen keine Nebenprodukte wie Wasser oder Alkohol. Dafür setzen diese Stoffe aber sehr langsam Formaldehyd frei, welches nun seinerseits das eigentliche Konservierungsmittel im Leim darstellt. Henkel erklärte mir dazu im Falle von Ponal Classic und Ponal Express:"Wenn die gesamte Menge Formaldehyd in einem Schritt freigesetzt würde, was niemals der Fall sein kann, da im wässrigen System immer ein Gleichgewicht zwischen Addukt und freiem Formaldehyd vorliegt, so würde sich eine maximale Konzentration an Formaldehyd von 0,025 % (250 ppm) ergeben." Das wäre also die Obergrenze, wenn alles auf einen Schlag umgesetzt werden würde. Aber das kann es chemisch nicht geben.

Nun wissen wir, dass es in der Rezeptur der PVAC-Leime kein Formaldehyd geben muss, Formaldehyd aber trotzdem im Leim vorkommen kann, weil es durch die Konservierungsmittel gezielt erzeugt wird. Dabei ist aber nicht von einer größeren Gefährdung oder Ausgasung von Formaldehyd auszugehen, da die Menge zum einen sehr klein ist und zum anderen durch das chemische Gleichgewicht begrenzt wird.

Häufig werden in Dispersionsfarben die Gemische CMIT/MIT und MIT/BIT eingesetzt. Um den Blauen Engel zu bekommen, dürfen die Höchstwerte für CMIT/MIT von 15 ppm und für MIT/BIT von 200 ppm nicht überschritten werden.

Für die Verleihung der EU-Blume liegt der Gehalt ebenfalls bei unter 15 ppm CMIT/MIT und max. 500 ppm Gesamtgehalt an Isothiazolonen. Übrigens: 1 ppm entspricht 1 mg/Kg.

Isothialozone werden noch, aber zum Glück mit abnehmbarer Tendenz, in Duschmitteln, Haarwaschmitteln und auch Kosmetika eigesetzt. Zum Glück deshalb, weil sich herausgestellt hat, dass es sich bei den Isothiazolinonen um mögliche Kontaktallergene handelt. Alleine deshalb ist es ratsam, beim Umgang mit Leim organisatorische Schutzmaßnahmen gegen die Berührung des Leimes zu ergreifen. Spachtel, Leimpinsel und Einweggummihandschuhe sind deshalb eine gute Wahl. In jedem Sicherheitsdatenblatt steht übrigens, dass beim Umgang mit Chemikalien geeignete Schutzmaßnahmen zu treffen sind. Das wird im täglichen Leben gerne verdrängt. Dabei sind chemische Erzeugnisse allgegenwärtig. Ob es Wandfarbe ist, Allzweckreiniger oder Leim und Kleber.

Abschließend sei noch erwähnt, dass Ponal Super 3 Formaldehyd in einer Konzentration unter 200 ppm enthält.

Beitrag von Joachim Dickten

Klebstoff-Tipps

Sekundenkleber entfernen auf verschiedenen Materialien zu entfernen ist oft nicht einfach. Mit diesen Tipps gelingt es etwas leichter, die harte und vor allem hartnäckige Masse von Haut, Möbeln, Teppich und anderen Oberflächen zu entfernen. 

Sekundenkleber entfernen

Mit dem verkleben von Plastikteilen ist das so eine Sache, denn hier gehen die Materialeigenschaften weit auseinander. Dieser Artikel bietet einen kleinen Einblick und zeigt Tipps zum Umgang mit Plastikklebstoff.

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Bildnachweis

Kleber: © bananaism / Stock.XCHNG
Teaserbild "Sekundenkleber": © Pixelot / Fotolia.com

Teaserbild "Sekundenkleber entfernen": © Christian Sperling / sperlinghaan.de

Teaserbild "Montagekleber": © Pixelot / Fotolia.com
Teaserbild "Kleben statt Bohren": © Birgit H. / pixelio.de
Teaserbild "Kraftkleber": © Alexandr Makarov / fotolia.com
Teaserbild "Sprühkleber": © delater / pixelio.de

Teaserbild "Plastik kleben": © B.Struve / pixelio.de

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Bildnachweis
1. "kleber"
2. "Reparieren mit Sugru Silikon-Gummi" (Open packet) von PugnoM, Flickr, Lizenz: CC BY 2.0, zugeschnitten
3. "Aluplatte mit Kleber versehen": Henkel Pattex
4. "sekundenkleber-teaser"
5. "montagekleber-teaser"
6. "kleben statt bohren teaser"
7. "kraftkleber-teaser"Copyright: [© Alexandr Makarov - Fotolia.com]
8. "spruehkleber-teaser"Copyright: [delater / pixelio.de]
9. "sekundenkleber am auge": © Christian Sperling - sperlinghaan.de
10. "teaser plastik kleben modellhaus"von B.Struve / pixelio.de

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