Traditionelle Faschingskostüme

Traditionspflege beim Faschingskostüm

Typisch für Fasching und Karneval: Besonders in den Karnevalhochburgen wie Köln und Mainz oder in der schwäbisch-alemannischen Fasnacht sind traditionelle Karnevalskostüme wie Stadtgardisten mit Funkenmariechen oder Käschperli und Deyfel oft gesehen. Diese Traditionen werden vor allem im Karnevalsverein gepflegt. 

Die Vorlagen für diese historischen Karnevalskostüme und Masken im süddeutschen Raum gehen teilweise sogar auf heidnische Traditionen zurück. Die im Rheinland so beliebten Gardeuniformen entstanden erst später.

Je nach Region gibt es vollkommen unterschiedliche Kostüm-Traditionen, die wir hier nach und nach vorstellen wollen. Um die verschiedenen Faschingskostüme einmal vor Ort lebensnah zu genießen, muss man nur zur richtigen Zeit einen Kurztripp in die jeweiligen Karnevalszentren buchen.

Der Karnevalsumzug wird jedes Jahr wieder von tausenden Menschen besucht. Häufig verkleiden sich die Besucher mit gängigen Kostümen aus dem Handel, während sich die Zugteilnehmer in traditionelle Gewänder hüllen und entsprechende Masken tragen. Häufig können diese auf Kinder sogar gruselig wirken, da die Ganzmasken sehr statisch, puppenhaft und unnatürlich aussehen.

Erfahren Sie im Folgenden mehr zu fast vergessenen Karnevalskostümen, die auf eine lange Tradition zurückblicken können.

Die Faschingskostüm-Tradition im Salzkammergut

Traditionelle Faschingskostüme im Salzkammergut

Wer zur Winterzeit in Salzkammergut unterwegs ist, wird das ein oder andere seltsame Wesen an sich vorbei laufen sehen. Seien es die zotteligen Ungeheuer mit Teufelshörnern, die mit rasselnden Ketten für Unruhe sorgen, oder eine weiß gekleidete Lichtgestalt, die mit hell leuchtenden Kappen von Haus zu Haus zieht.

In diesem Fall braucht man sich nicht wundern, denn anscheinend herrscht die Zeit der Faschingsbräuche. In Salzkammergut werden seit Jahrhunderten die alten Traditionen gepflegt und liebevoll kultiviert. Inzwischen hat auch der Tourismus davon Wind bekommen und viele Gäste reisen nur aufgrund dieses Schauspiels an. Das fröhliche Treiben, Faschingsgestalten, gemeinsam Spaß haben – und so gut wie jeder Umzug endet im Wirtshaus. Das lassen sich Geselligkeitsfreunde natürlich nicht zweimal sagen.

Der historische Ursprung der Traditionskostüme

Eine Gruppe kostümierter Flinserl zu Fasching in Bad Aussee

Natürlich bedeutet Fasching für die meisten Leute Spaß und Vergnügen. Dabei haben die meisten Bräuche einen ernsten Hintergrund. In einer Zeit, als die Menschen noch alleine von ihrer Ernte abhängig waren, bedeutete für viele ein früher oder zu langer Winter den sicheren Tod. Also versuchte man, diesen zu vertreiben.

Die zotteligen Krampusse und die Perchten hatten ursprünglich die Aufgabe, böse Dämonen der Raunächte auszutreiben – und nicht wie heute aufgeregt kreischenden Jugendlichen einen Adrenalinkick zu bescheren.

Traditionelles Flinserl-Kostüm im Ausseerland

Die weißen Glöcker waren dafür verantwortlich, dass der ersehnte Frühling einkehrte und so die Dunkelheit und die Kälte durch Licht und Wärme besiegt wurden. Laut der langen Tradition wecken die rhytmischen Schritte und das Klingen der Glocken das Getreide unter der Schneedecke auf und bringen es zum wachsen.

Heutzutage sind die Glöckler aufgrund ihrer stimmungsvollen Lichter und der phantasievoll geformten Kappen weiterhin sehr beliebt – und wer einmal gesehen hat, wie von ihnen dunkle Winternächte erhellt wurden, vergisst dieses Bild nicht mehr.

Die Trommelweiber in den Faschingsumzügen

Die Trommelweiber zu Fasching

Wenn es um Radau und Krach geht, sind die Trommelweiber zur Stelle. Dieser unüberhörbare Trupp ist in Wahrheit jedoch männlicher, als es im ersten Augenblick scheint. Die in Damennachthemden gehüllten Herren, ziehen lautstark, mit Trommeln und Trompeten bewaffnet, durch den Ort und tragen dabei Masken, sodass die vertriebenen Dämonen sie nicht wiedererkennen können.

Heutzutage hat die Anonymität weitere Vorteile: Denn so mach ein Teilnehmer des Trommeltrupps möchte mit Sicherheit nicht dabei erkannt werden, wie er mit den anderen Trommelweibern durch die Wirtshäuser zieht.

Schließlich lautet eine der inoffiziellen Gelöbnisformeln des Faschings: "Ich gelobe, an den heiligen drei Faschingstagen noch mehr Wirtshäuslichkeit an den Tag zu legen.

Paradoxes Detail am Rande: Angeblich liegt der Ursprung dieses Brauchs ausgerechnet in besagter Wirtshäuslichkeit. So sollen einige resolute Ehefrauen anno dazumal die Geduld verloren und ihre trinkfreudigen Gemahlen vom Wirtshaus "heimgetrommelt" haben.

Flinserlgewand – das aufwändigste Kostüm

Das Kostüm der Flinserlweiber

Scheut man den Aufwand für ein erstklassiges Faschingskostüm nicht, ist wohl das "Flinserlgewand" die unbestrittene Nummer eins. Die Kleider werden in Handarbeit aus Naturleinen, bunten Tuchlappen und tausenden von Silberpailletten gefertigt – diese werden "Flinserln" genannt.

Der sogenannten Mohrenkopf, welchen man typischerweise aus dem Karneval in Venedig kennt, ist charakteristisch für die Frinserlweiber. Der Kopf und die prunkvollen Gewänder sollen einst durch den Salzhandel aus Venedig nach Bad Aussee gekommen sein.

Für das Schneidern eines Flinserlkostüms werden 400 bis 500 Arbeitsstunden angesetzt. Das erklärt auch, warum die Gewänder des Ausseer Landes so selten, kostbar und teuer sind. Das beeindruckt Jahr für Jahr die Gäste der Festivitäten, die den prachtvollen Faschingsgestalten bei ihrem Umzug durch den Ort zusehen.

Fetzen-Kostüme beim Fetzenumzug

Original Fetzen-Kostüm

Am Faschingsmontag folgt ein weiterer Höhepunkt der Feiertage in Salzkammergut: Der Ebenseer Festenumzug. Die Fetzenkostüme blicken ebenfalls auf eine alte Geschichte zurück: In der Zeit als arme Leute nur ein einziges gutes Sonntagsgewand besaßen, wurden die alten Kleidungsstücke bei Bedarf mit Stoffresten ausgebessert – wodurch immer buntere Mäntel und Jacken entstanden.

Die hölzernen Masken der Ebenseer "Fetzen" nennt man Holzlarven. Diese macht den Träger nicht nur unkenntlich, Dank der Hohlräume innerhalb der Maske wird auch die Stimme stark verstellt. So können sie unerkannt und ausgelassen die Wahrheit sagen und alles kritisieren, was ihnen im vergangenen Jahr auf der Seele brannte.

In Puncto Feiern macht den Fetzentreibern auch niemand etwas vor: Bis in die Morgenstunden des Faschingsdienstag wird in den Gasthäusern und auf den Straßen gesungen, getanzt und gelacht.

Faschingskostüme aus Oberbayern: Lumpen und Maschkera

Traditionelle Faschingskostüme in Oberbayern

Auch in Oberbayern wird der Winter vertrieben – und das nicht weniger unheimlich und verrückt als anderswo. Hier tanzen Kamele, Gaudiwürmer und Maschkera durch die Straßen und treiben zusammen mit wilden Gesellen in Flecklgewand und furchterregenden Holzmasken ihr Unwesen.

Vor ihnen braucht man aber keine Angst zu haben, denn sie sind friedlich unterwegs. Sie versuchen mit ihrem eigenartigen Tanz und den lauten Schellen den Winter zu vertreiben und wollen mit farbenfrohen Faschingsbällen den Frühling willkommen heißen.

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Bildnachweis
1. "Einleitungsbild"von Uschi Bohse (pixelio.de)
2. "Salzkammergut"von Tourismusverband Ausseerland Salzkammergut (Tourismusverband Ausseerland Salzkammergut)
3. "Flinserl-Faschingkostüm"von Alpenpost (Alpenpost)
4. "Flinserl-Kostüm"von Hermann Rastl (Hermann Rastl)
5. "Trommelweiber-Kostüm"von Tourismusverband Ausseerland Salzkammergut (Tourismusverband Ausseerland Salzkammergut)
6. "Flinserlweiber"von STML - W. Stadler (STML - W. Stadler)
7. "Faschingskostüm Ebensee"von STMG, W. Stadler (STMG, W. Stadler)
8. "Oberbayern"von Tourismusverband München-Oberbayern (Tourismusverband München-Oberbayern)

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