Bauanleitung für einen Adventskranz aus Holz

Adventskranz aus Holz – Bauanleitung

Durch einen Adventskranz soll die vergangene und die bevorstehende Zeit bis Weihnachten dargestellt werden, während die Kerzen die vier Sonntage bis zum heiligen Abend symbolisieren. Typischerweise wird der Adventskranz aus Tannengrün gebastelt und mehr oder weniger geschmückt. Eine Aufgabe, die gerne die ganze Familie übernimmt. Wer es dagegen etwas schlichter, handwerklicher und dennoch klassisch mag, greift zu Kreationen aus Holz.

Unsere Bauanleitung bezieht sich auf kostengünstiges Leimholz und einfachen Arbeiten. Man muss also kein Heimwerker-King oder Tischler sein, um diesen Adventskranz zu bauen. Ebenso werden keine besonderen Werkzeuge benötigt. Eine Bandsäge oder Oberfräse ist zwar von Vorteil, mit etwas Gefühl lassen sich aber auch alle Teile mit einer Stichsäge fertigen.

Je nach persönlichem Geschmack kann der Adventskranz abschließend geölt, lasiert oder farblich gestaltet werden.

Werkzeuge und Materialbedarf

Benötigtes Material:

  • Schrauben Spax 3 x 25 oder 3,5 x 25
  • Schrauben Spax-M 3,5 x 50
  • 4 Teelichter
  • Leimholz Kiefer/Fichte, etwa 400 x 600 x 18 mm
  • Leimholz Kiefer/Fichte, etwa 400 x 600 x 28 mm

Werkzeuge:

  • Bandsäge, Dekupiersäge oder Stichsäge
  • Oberfräse (alternativ Band- oder Stichsäge)
  • Akkuschrauber
  • Schleifgerät (Schwingschleifer) oder Handschleifer
  • Tischbohrmaschine (alternativ Bohrmaschinenständer mit Bohrmaschine)

Warum Schrauben und warum Spax?

Baum mittig ausrichten und mit Spax-M 3,5 x 50 befestigen
Baum mittig ausrichten und mit Spax-M 3,5 x 50 befestigen

Wer kennt es nicht? Ist die Weihnachtszeit vorbei, werden all die geliebten Dekorationsstücke sorgfältig verpackt und bis zum nächsten Einsatz verstaut. Doch vieles ist groß, unförmig und nimmt viel Platz in Anspruch. Nächstes Weihnachten folgt die Überraschung – es ist wieder etwas kaputt gegangen. Gerade weit abstehende Teile neigen schnell zum Abbrechen, wenn sie nicht demontiert werden können. Daher ist dieser Adventskranz lösbar verschraubt und kann platzsparend untergebracht werden.

Warum muss es Spax sein? Dünneres Leimholz neigt bei einer stirnseitigen Verschraubung dazu, entlang der Maserung zu platzen. Eine dünne Bohrung im Kerndurchmesser schafft Abhilfe und verringert den seitlichen Druck beim Schrauben. Es ist jedoch nicht leicht und erfordert etwas Geschick, die ausgesägten Bäume mit einer Grundfläche (am Stamm) von 18 x 18 mm senkrecht und gerade zu bohren. Für diesen Spezialfall hat Spax die Spax M entwickelt. Zwar ist sie für MDF (mitteldichte Faserplatte) gedacht, spielt ihre Vorteile aber auch bei anderem Problemfällen aus. Durch ihre Cut-Spitze bohrt sie sich ins Holz, nimmt den seitlichen Druck und verhindert damit ein Spalten des Holzes. Mit Spax-M haben wir hierfür die besten Erfahrungen sammeln können.

1. Vorbereitung und Schablonen

Vorlage für Sterne und Bäume
Vorlage für Sterne und Bäume
Vorlage auf das Holz übertragen
Vorlage auf das Holz übertragen

Für unseren Adventskranz werden vier Sterne, drei Bäume und ein Ring aus Holz benötigt. Der Ring kann direkt auf dem Holz aufgezeichnet und ausgesägt werden. Wer eine Oberfräse benutzt, benötigt nur eine Bohrung als Mittelpunkt und stellt die gewünschten Maße mit dem Fräszirkel der Oberfräse ein. Der Außendurchmesser beträgt 30 cm und der Innendurchmesser 20 cm, kann aber nach persönlichem Geschmack angepasst werden.

  • Ring aus 18 mm Leimholz, außen 30 cm, innen 20 cm

Sterne und Bäume können gerne selbst entworfen und als Schablonen ausgedruckt werden. Damit handelsübliche Teelichter ihren Platz finden, sollte der Stern Platz für ein Bohrloch von etwa 40 mm bieten. Bei einem Außendurchmesser (Spitze zu Spitze) von etwa 100 mm bleibt genügend Material und eine passende Größe. Gefertigt sind die Sterne aus 28 mm starkem Fichten-Leimholz. Mit einer 15 mm tiefen Bohrung werden Teelichter komplett aufgenommen. Es ist auch möglich, die Sterne aus dünnerem Material zu fertigen. Allerdings muss dann der Stern komplett gebohrt werden und lässt sich nur durch Leim fixieren.

Gerne darf unser Vordruck für Sterne und Bäume genutzt werden. Klicken Sie dazu mit der rechten Maustaste auf die Grafik und wählen "Grafik anzeigen". Anschließend können Sie die nun in Originalgröße angezeigte Grafik speichern und im A4-Format ausdrucken.

  • Sterne aus 28 mm Leimholz (alternativ 18 mm)
  • Bäume aus 18 mm Leimholz (alternativ ein Baum 28 mm)

Sind alle Vorlagen ausgeschnitten, können sie auf das Holz übertragen werden. Für ein abwechslungsreicheres Gesamtbild haben wir einen Baum aus 28 mm Leimholz und einen aus 18 mm Leimholz ausgesägt. Statt zwei große und einen kleinen Baum, können Sie ebenso mit unterschiedlichen Aufteilungen variieren.

Da es durch die Holzmaserung mitunter nicht leicht ist, exakt entlang der Vorlage die Kontur abzunehmen, ist bei geraden Strichen ein Lineal oder Stahlmaß hilfreich. Die Kontur des Baumes dient nur als Richtung und muss nicht eingehalten werden. Ein paar Abweichungen lassen die Bäume unterschiedlich und natürlicher wirken.

2. Sägen der Konturen

Konturen mit der Bandsäge sägen
Konturen mit der Bandsäge sägen

Nachdem die Konturen der Vorlagen übertragen wurden, können diese ausgesägt werden. Optimal eignet sich hierfür eine Band- oder Dekupiersäge. Mit etwas Gefühl können die Konturen aber auch mit einer Stichsäge hergestellt werden.

Sägen mit der Band- oder Dekupiersäge

Damit das Holz leicht auf dem Sägetisch gedreht und geführt werden kann, sollte zuvor ein grober Ausschnitt erfolgen. Dadurch verkleinert sich das zu bearbeitende Holzstück und alle Schnitte lassen sich einfach von außen nach innen führen. Verwenden Sie dazu auf der Bandsäge ein schmales Kurvenblatt. Auf der Dekupiersäge ist allerdings kein rundes Sägeblatt nötig. Für die recht großen Radien ist dieses nicht erforderlich.

Sägen mit der Stichsäge

Die Stichsäge benötigt eine größere Auflage, damit sie nicht auf dem Holz kippelt. Da hierbei die Säge und nicht das Holz geführt wird, muss die Kontur vorher nicht grob ausgeschnitten werden. Spannen Sie die Holzplatte auf der Werkbank und lassen dabei die zu sägende Fläche hinausstehen, um nicht in die Werkbank zu sägen. Verwenden Sie ein spezielles Kurvenblatt.

3. Ring fräsen oder sägen

Ring mit der Oberfräse ausschneiden
Ring mit der Oberfräse ausschneiden

Wer im Besitz einer Oberfräse ist, kann den Ring sehr einfach fräsen und muss ihn nicht extra aufzeichnen. Der Mittelpunkt sollte etwa 16 cm rundherum vom Rand entfernt markiert und passend zum Fräszirkel gebohrt werden. Der Fräszirkel wird so eingestellt, dass sich eine Scheibe mit einem Durchmesser von 30 cm ergibt. Um ein Ausreißen des Holzes zu vermeiden, wird der Kreis von beiden Seiten jeweils bis zur halben Brettstärke gefräst. Durch diese Vorgehensweise kann das Material direkt auf der Werkbank liegen bleiben, ohne dass der Fräser diese beschädigen kann.

Anschließend wird der Vorgang wiederholt und der innere Kreis ausgefräst. Achtung: Beim Einstellen des Fräszirkels muss jeweils der Radius des Fräsers verrechnet werden.

Ohne Oberfräse kann der Ring ebenso mit der Stichsäge gefertigt werden. Dazu müssen Sie mit einem Zirkel oder Teller im passenden Durchmesser der Ring anzeichnen und aussägen. Unebenheiten können anschließend beschliffen werden.

4. Holzteile schleifen

Kanten mit dem Fächerschleifer glätten
Kanten mit dem Fächerschleifer glätten

Nachdem alle Teile gesägt wurden, kann die Oberfläche geschliffen und damit geglättet werden. Dieses kann von Hand geschehen, ein Schwingschleifer arbeitet jedoch auf den geraden Flächen effektiver. Ein Exzenterschleifer ist nicht zu empfehlen, da die Gefahr besteht, dass durch die drehende Bewegung ein Teil weggeschleudert werden kann.

Die Kanten und Konturen der Bäume und Sterne müssen manuell geschliffen werden. Sind sie kräftig verrundet, erhöht das den plastischen Eindruck. Schleifen Sie alle Flächen mit 180er Sandpapier vor und glätten anschließend mit einer 240er Körnung. Sollen die Holzteile später behandelt werden, muss die Oberfläche zwischendurch etwas angefeuchtet und anschließend erneut geschliffen werden.

Die Rundungen der Grundplatte lassen sich sehr gut an einer Tischbohrmaschine mit einem Fächerschleifer glätten. Legen Sie dazu ein zusätzliches Brett unter, um die Arbeitshöhe anzupassen und führen Sie das Holz mit leichtem Druck am Fächerschleifer vorbei. Den Ring dabei immer gegen die Drehrichtung der Bohrmaschine drehen.

5. Holzsterne bohren und befestigen

Sterne mit Spax 3 x 2,5 befestigen
Sterne mit Spax 3 x 2,5 befestigen

Bevor die Sterne angebracht werden können, müssen Sie für die Teelichter gebohrt werden. Ermitteln Sie hierfür als Erstes den Mittelpunkt, indem Sie jeweils zwei gegenüberliegende Spitzen leicht mit einer dünnen Markierung verbinden. Wird die Markierung nur mittig angebracht, muss sie anschließend nicht weggeschliffen werden.

Verwenden Sie zum Bohren einen 40 mm Forstnerbohrer und achten Sie beim Bohren auf eine gute Befestigung in der Maschine. Die Tiefe des gebohrten Loches sollte 15 mm nicht überschreiten, damit der Metallrand der Teelichter noch leicht über dem Holz steht und es nicht anbrennen kann.

Zur Befestigung der Sterne wird die Zentrierung des Forstnerbohrers genutzt und jeweils ein Loch durch das Holz gebohrt. Die jetzt noch sichtbare Zentrierung sollte reichen, um beim Anschrauben den Schraubenkopf bündig zu versenken. Die Befestigungspunkte können frei gewählt werden, sollten aber mittig auf dem Ring liegen. Stellen Sie dazu alle ausgesägten Teile auf dem Ring auf und arrangieren Sie diese nach Ihrem Geschmack.

Diagonalen markieren den Mittelpunkt
Diagonalen markieren den Mittelpunkt
Loch mit 40 mm Forstnerbohrer bohren
Loch mit 40 mm Forstnerbohrer bohren
Befestigungsloch bohren

6. Befestigen der Bäume

Mittelpunkt unter dem Stamm markieren
Mittelpunkt unter dem Stamm markieren

Zum Anbringen der Bäume richten Sie sie wieder nach Ihrem Geschmack auf dem Adventskranz aus. Achten Sie dabei darauf, dass sie jeweils möglichst mittig auf dem Ring sitzen. Werden die Bäume nun leicht angekippt, lässt sich der Mittelpunkt darunter mit einem Bleisift auf dem Adventskranz markieren. Diese Markierungen werden anschließend mit einem 3 mm Bohrer auf der Tischbohrmaschine gebohrt.

Das Loch sollte etwas kleiner als die Schrauben Spax-M 3,5 x 50 sein, damit sie anschließend absolut senkrecht im Holz sitzen. Schrauben Sie nun die Schraube so weit durch das Holz, dass sie deutlich auf der anderen Seite zu sehen ist, mit dem Gewindeteil aber noch im Holz sitzt. Setzen Sie anschließend einen Baum leicht schräg mit dem Mittelpunkt des Stammes an der Schraubespitze an, wie auf dem Bild im Abschnitt "Warum Schrauben und warum Spax?" gezeigt wird. Ist der Mittelpunkt gefunden, kann der Baum senkrecht aufgerichtet und angeschraubt werden. Achten Sie dabei immer auf einen exakt senkrechten Sitz.

Wurden auf diese Weise alle Bäume befestigt, können sie in ihre richtige Position gedreht werden und Ihr eigener Adventskranz ist fertig.

Wir wünschen viel Spaß beim Dekorieren!

Fertiger Adventskranz aus Holz
Fertiger Adventskranz aus Holz

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Redaktion - heimwerker.de , d. 21-11-16 08:07:

Hallo Stephan,

wenn Du Dir die Bauanleitung genau ansiehst, wirst Du feststellen, dass alle Elemente nur verschraubt wurden und sich somit demontieren oder austauschen lassen.

Viel Grüße,
Dein Team von heimwerker.de

Stephan , d. 14-11-16 22:04:

Hallo,
viele Dank für den ansprechenden Artikel – da kommt schon Weihnachtsstimmung und Bastellaune auf :-). Die Idee eines Holz-Adventkranzes gefällt mir, da damit auf einen Schlag das jährliche Nadel-Chaos entfällt.
Eine Frage hätte ich noch: Da der Adventkratz in seiner fertigen Form etwas sperrig ist & ggf. scher verstaut werden kann, wäre es auch möglich, die Bäume von unten anzudübeln (oder auch z.B. mit zugeschnittenem Bastelstab zu befestigen)? So könnte man dann auch mal die Bäume oder Sterne austauschen, falls einem danach ist.
Liebe Grüße & einen schönen Start in den Advent,
Stephan

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