PC kostengünstig leiser machen

PC kostengünstig leiser machen

Wer täglich am Computer sitzt und geistig arbeiten muss, weiß, dass bereits ein leises Rauschen und das Rattern der Festplatte regelrecht nervtötend sein können. Als alternative stehen sogenannte Office- oder Silent-PCs zur Verfügung. Diese stellen jedoch immer eine Investition dar, die nicht unbedingt günstig ist. Extrem wird es sogar, wenn der neue Rechner komplett lüfterlos und damit lautlos sein soll.

Solche Investitionen sind im Heimbetrieb jedoch nicht immer nötig. Mit ein paar Kniffen und etwas investierter Zeit, lässt sich das Betriebsgeräusch so mancher Computer reduzieren. Möglich macht das der Versuch der Hersteller aus ihren PCs so viel Leistung, wie möglich zu kitzeln. Große Rechenleistung bedeutet jedoch auch viel Abwärme, die aus dem Gehäuse geführt werden muss. Viele Öffnungen im Gehäuse sollen helfen, sorgen jedoch dafür, dass die Geräusche des CPU-Lüfters und der Festplatte ungehindert nach außen gelangen.

Genau hier setzen wir an und versuchen unseren PC leiser zu machen, ohne auch nur einen Cent zu investieren.

PC und Festplatte bereinigen

Ehe wir uns der Hardware des Computers annehmen, ist es wichtig, ihm etwas Arbeit abzunehmen. 

Je länger er genutzt wird, um so mehr Software und unnütze Dateien sammeln sich auf der Festplatte an. Stellen Sie sich vor, Sie gehen wandern – das macht Spaß und fordert Ihnen nicht viel Leistung ab. Im Gepäck haben Sie nur das, was Sie tatsächlich brauchen. Jedes nicht benötigte Stück im Rucksack macht es Ihnen schwerer und aus dem Spaß wird Arbeit, die Sie ins Schwitzen bringt.

Gleiches gilt für unseren PC. Mit jeder installierten Software muss er mehr arbeiten und produziert Arbeitsgeräusche, sowie Wärme. Selbst eine volle Festplatte sorgt dafür, dass sich der Lesekopf über die gesamte Festplatte bewegen muss, um die benötigten Daten zu lesen. Je weniger Daten gespeichert sind, desto geringer ist der Arbeitsaufwand diese zu lesen.

Datenträgerbereinigung schont die Ressourcen
Datenträgerbereinigung schont die Ressourcen

Beginnen Sie Ihre Arbeit daher mit dem Aufräumen der Festplatte und entfernen Sie nicht benötigte Software. Eine anschließende automatische Bereinigung und Defragmentierung der Festplatte schließt die Arbeit ab. Beide Funktionen sind mit einem Rechtsklick auf den Datenträger unter "Eigenschaften" zu finden.

Wer es sich zutraut, sichert aller wichtigen Daten und installiert das Betriebssystem neu. Damit kann man sich sicher sein, dass keine überflüssigen Programme mehr installiert sind. Anschließend muss überlegt werden, welche Software tatsächlich benötigt wird und installiert werden muss. Entscheidend ist ebenso, wie oft ein Programm genutzt wird. Viele Programme besitzen eine sogenannte "Schnellstartfunktion", die Daten vorlädt, um das Programm bei Bedarf schneller zu starten. In vielen Fällen lässt sich das deaktivieren, was den Start des Rechners beschleunigt und ihn erst dann arbeiten lässt, wenn die Software tatsächlich benötigt wird.

PC reinigen und für Frischluft sorgen

Kommen wir wieder zum Wandern zurück. Würden Sie sich, wenn sie Luft zum Atmen brauchen, die Atemwege mit Staub oder Schmutz verstopfen? Sicher nicht. Gleiches gilt für unseren Rechner. Fakt ist, dass er Wärme produziert, die abgeführt werden muss. Jede Verunreinigung auf Kühlkörpern oder Lüftungsöffnungen sorgt dafür, dass die entstehende Wärme schlecht abgeführt werden kann. Demzufolge müssen Lüfter mehr arbeiten und verursachen höhere Geräusche.

Ohne Kabel ist eine gute Reinigung möglich.
Ohne Kabel ist eine gute Reinigung möglich.

Tipps zur richtigen Reinigung finden Sie unter: PC reinigen und Wollmäuse entfernen

Da es bei weiteren Arbeiten nötig ist, die Kabel neu zu verlegen, um den PC leiser zu machen, können/müssen diese bereits bei der Reinigung entfernt werden. Das erleichtert den Vorgang und alle Stellen im PC-Gehäuse können gut erreicht werden.

Um später alles wieder ordnungsgemäß anschließen zu können, sehen Sie sich jeden Anschluss genau an und notieren Sie sich sicherheitshalber die Anschlüsse vom Motherboard. Hilfreich können auch Fotos sein, die schnell mit dem Smartphone gemacht sind. Doch keine Angst – so viele Verbindungskabel sind es nicht und sie passen größtenteils auch nur an die richtigen Anschlüsse. Komplizierter sind lediglich die kleinen Pins, die zur Front des Gehäuses führen und LEDs, USB-Anschlüsse oder den Einschalter bedienen. Diese verfügen nur selten über einen Systemstecker, der alle Verbindungen kombiniert. Häufig sind es nur einzelne Steckverbindungen, die ihren Platz auf dem Motherboard finden müssen. Gerade hier sind Fotos sehr hilfreich. Sitzen alle Pins nebeneinander, können die einzelnen Stecker auch mit etwas Klebeband umwickelt und so als Ganzes fixiert werden. Das erleichtert später die Wiederauffindung der Steckpositionen.

Der richtige Luftzug im PC-Gehäuse ist enorm wichtig!

Wie eingangs beschrieben, besitzen viele Computer rundherum Lüftungslöcher und bieten so Platz für etliche Lüfter. Zwar gewährleistet das eine gute mögliche Luftzuführ, doch nicht immer ist das erforderlich oder auch nützlich.

Optimale Luftströmung im PC-Gehäuse
Optimale Luftströmung im PC-Gehäuse

Warme Luft strömt bekanntlich nach oben und so ist es nicht verwunderlich, dass die Netzteile eines Computers häufig oben sitzen und die Luft aus dem PC-Gehäuse nach hinten absaugen. Um eine möglichst große Luftdurchströmung im Gehäuse zu gewährleisten, sollte die Frischluftzufuhr möglichst entgegengesetzt vorne unten ermöglicht werden. Das ist in den meisten Fällen durch Lüftungslöcher und die Möglichkeit eines zusätzlichen Lüftereinbaus gewährleistet.

Zusätzliche Lüfteröffnungen im Gehäuse können diesen diagonalen Luftstrom jedoch beeinflussen. Zwar lassen sie mehr Luft in das Gehäuse, sodass  ein guter Temperaturausgleich gewährleistet ist, jedoch gelangen die Geräusche ebenso leicht nach außen. Mit einem optimierten Luftdurchzug im Rechner, lässt sich in vielen Fällen dieselbe Kühlleistung bei deutlich weniger Öffnungen im Rechner erreichen. Weniger Öffnungen bedeuten gleichfalls eine geringer Lärmbelästigung.

Die roten Pfeile im Bild zeigen, wo die Luft in das Gehäuse gelangt, wie sie durch das Gehäuse strömt, um dann oben vom Netzteil abgesaugt zu werden. So wird gleichfalls die Lüftung des PC-Gehäuses mit der Kühlung des Netzteiles kombiniert.

Nicht hilfreiche Lüftungslöcher im Gehäuse verschließen

Im oberen Bild ist erkennbar, wie die Luft diagonal durch das Gehäuse gesaugt wird. Sind jedoch weitere Lüftungslöcher vorhanden, gelangt auch durch diese Frischluft in das Gehäuse, was mitunter suboptimal sein kann.

Ungewollten Luftzug verhindern
Ungewollten Luftzug verhindern

Die Lüftungslöcher in der Rückwand sorgen beispielsweise dafür, dass die dort eingesaugte Luft sofort durch das Netzteil entweicht. Die Lufttemperatur im Gehäuse selbst, wird dabei deutlich geringer beeinflusst. So lange es sich um einen reinen Büro- oder Internetrechner handelt, dem keine enorm großen Rechenleistung abverlangt werden oder der eine große Grafikkarte für anspruchsvolle Spiele besitzt, können solche zusätzlichen Lüftungslöcher verschlossen werden.

Mit einer größeren Grafikkarte, die mehr Wärme abgibt, kann es dagegen sogar erforderlich sein, die Lüftungslöcher nicht nur offen zu lassen, sondern sogar weitere Gehäuselüfter einzusetzen. Es sollte daher bei solchen Arbeiten stets die Temperatur im Gehäuse beobachtet werden. Alle halbwegs modernen Rechner besitzen eine Funktion der Temperaturüberwachung, welche im Bedarfsfall den Computer auch abschaltet. Doch nicht immer kann die Temperatur auch eingesehen und beobachtet werden. Hierbei können kleine Tools hilfreich sein, die im Netz umfangreich zu finden sind.

Tipp: Nutzen Sie ein Tool zur Temperaturüberwachung im PC-Gehäuse um Veränderungen nach Umbauarbeiten zu beobachten.

Kabel ordentlich verlegen, um den Luftzug nicht zu behindern

Nachdem der PC gründlich gereinigt wurde und überflüssige Öffnungen verschlossen sind, können alle Leitungen wieder angeschlossen werden. Hierbei ist zu beachten, dass der gewünschte diagonale Luftzug nicht behindert wird. Wir möchten unseren PC leiser machen und dazu gehört, mit so wenig Lüfterbewegung für eine optimale Kühlung zu sorgen.

Aufgeräumt ist eine gute Lüftung möglich.
Aufgeräumt ist eine gute Lüftung möglich.
Kabel-Wirrwar, das den Luftzug behindert.
Kabel-Wirrwar, das den Luftzug behindert.

Ebenso sollten ungenutzte Laufwerke entfernt werden. Überlegen Sie daher gut, welche Laufwerke Sie wirklich noch nutzen. In vielen älteren Rechnern befinden zwei Laufwerke, da häufig ein DVD-Laufwerk oder CD-Brenner nachgerüstet wurde. Sind die wirklich nötig? Im Zeitalter von USB-Sticks und externen Laufwerken werden kaum noch CDs gebrannt. Besitzt der Computer ein DVD-Laufwerk, so ist das in fast allen Fällen absolut ausreichend. Weniger Laufwerke schaffen nicht nur Platz, sie verursachen auch keine Geräusche und senken den Stromverbrauch. Das hat zur Folge, dass das Netzteil weniger belastet wird, weniger Wärme verursacht und weniger gekühlt werden muss. Da viele Netzteile mit einer Temperatursteuerung versehen sind, die die Lüfterdrehzahl reguliert, macht auch das unseren PC leiser.

Gerade in älteren PCs sind jedoch noch die flachen und breiten IDE-Kabel verbaut. Werden hiermit die Laufwerke verbunden, liegt die breite Fläche des Kabels genau im Luftstrom und behindert diesen ungemein. Dem kann abgeholfen werden, denn die IDE-Kabel lassen sich trotz ihrer flachen Form sehr gut unterbringen.

IDE-Kabel lassen sich gut falten und an den Rand legen!

Das breite IDE-Kabel behindert eine gute Lüftung.
Das breite IDE-Kabel behindert eine gute Lüftung.
Sinnvoll verlegtes IDE-Kabel
Sinnvoll verlegtes IDE-Kabel

Gerne werden hier kurze Kabel genutzt, um so wenig Platz, wie möglich zu verwenden, diese lassen sich jedoch nur schwer sinnvoll und nicht störend verlegen. Ein längeres Kabel ist daher nicht unbedingt verkehrt.

Sinnvoll ist es ebenso, für Festplatte und CD- oder DVD-Laufwerk je ein eigenes Kabel zu verwenden. Werden beide Laufwerke über ein Kabel am Board angeschlossen, lässt es sich zwischen den Laufwerken kaum so verlegen, dass es den Luftzug nicht behindert. IDE-Flachkabel wirken auf den ersten Blick sehr breit und unhandlich. Dennoch lassen auch sie sich gut "verstecken". Mit der richtigen Falttechnik können IDE-Kabel seitlich weggeführt und direkt an der Seitenwand oder gar leicht unter dem Bord verlegt werden. So können sie sehr gut aus dem Luftzug genommen werden. Wer Sata-Laufwerke und Sata-Kabel nutzt, kann sich diesen Aufwand sparen, da diese Kabel bereits deutlich dünner und damit kaum hinderlich sind.

Sind die Datenkabel verlegt, werden alle Laufwerke und das Bord wieder mit Strom versorgt. Begonnen wird hierbei mit der Laufwerksversorgung, da die Anschlusskabel meist länger sind und sich gut verstecken lassen. Trudeln Sie hierfür die einzelnen Stränge vom Netzteil etwas auf und entscheiden, welche Stränge sich sinnvoll nutzen lassen. Meist reicht ein Strang aus, da die Anzahl der benötigten Laufwerke geringer ist, Netzteile aber jeden möglichen Bedarf abdecken sollen.

Verbinden Sie das unterste Laufwerk mit dem letzten Stecker des Kabelstrangs und führen Sie es gerade nach oben, um die weiteren Laufwerke anzuschließen. Die überflüssige Länge – zwischen dem letzten Laufwerk und dem Netzteil – kann mit einem Kabelbinder gebündelt oder durch eine Öffnung hinter die Seitenwand gezogen werden. Achten Sie jedoch darauf, dass das Kabel so locker sitzt, dass es nicht an scharfen Kanten beschädigt werden kann.

Gleiches erfolgt mit überflüssigen Kabelsträngen. Da diese meist zu dick sind, um hinter der Seitenwand Platz zu finden, können diese nur gebündelt und mit einem Kabelbinder gesichert werden. Das Kabelpaket kann jedoch gut mit einem weiteren Kabelbinder an der Seitenwand befestigt und somit in Position gehalten werden.

Auch die kleinen Kabel, die die LEDs, USB-Anschlüsse und den Einschalter der Front versorgen, sollten gebündelt werden. So ist der Kabelstrang dünner und behindert den Luftzug nicht. Als letztes wird das Bord mit dem Netzteil verbunden. Da dieser Kabelstrang sehr dick und meist auch sehr kurz ist, ist hier eine Verlegung am Rand selten möglich. Es bleibt nur, den Kabelstrang zu bündeln und damit für einen geringeren Luftwiderstand zu sorgen.

Kabel hinter der Seitenwand verstecken und fixieren.
Kabel hinter der Seitenwand verstecken und fixieren.
Kabel bündeln, um Platz zu sparen.
Kabel bündeln, um Platz zu sparen.

Festplatte vom Gehäuse entkoppeln und den PC deutlich leiser machen

Neben den Lüftern verursacht vor allem die Festplatte für eine enorme Geräuschkulisse. Bei jeder Arbeit muss sie lesen und schreiben und das Rattern des Lesekopfes überträgt sich auf das Metallgehäuse. Die Festplatte selber ist hierbei nicht das Übel – deutlich lauter sind die Vibrationen durch Schwingungen des Gehäuses zu hören.

Festplatte mit Haargummis entkoppel
Festplatte mit Haargummis entkoppel

Die Festplatte muss vom Gehäuse entkoppelt werden!

Häufig werden hierfür Unterlegscheiben oder Distanzstücke aus Gummi genutzt. Diese sind jedoch wenig hilfreich, da die Schraube noch immer die Festplatte mit dem Gehäuse verbindet. Gummi ist zwar ein guter Vibrationsdämpfer, jedoch muss hierfür auch die Schraube getrennt werden. Wird also Festplatte mit dem Gummi verschraubt und das Gummi separat mit dem Gehäuse, funktioniert eine Gummidämpfung.

Solche Entkopplungsaufnahmen für Festplatten gibt es in diversen Shops zu kaufen, sind jedoch selten günstig. Wir wollen aber unseren PC kostengünstig oder gar kostenlos leiser machen. Hier ist Kreativität gefragt.

Geeignet sind alle Hilfsmittel, die die Festplatte flexibel aber sicher halten und verhindern, dass sie das Gehäuse berührt. Das Beispielbild rechts zeigt die Verwendung von kleinen Winkelblechen aus einem Metallbaukasten und Haargummis.

Kreativität kennt hier keine Grenzen und soll dafür sorgen, den PC leiser zu machen. Nach dem Ausschöpfen solcher Möglichkeiten kann sich unsere "Höllenmaschine" leicht in einen Silent-Pc verwandeln, der die Arbeit doch deutlich angenehmer gestaltet.

Festplatte entkoppeln

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