Gartentor bauen

Massives Gartentor aus Holz selber bauen

Wer sich für seinen Zaun, die Gartenmauer oder Hecke ein robustes und einzigartiges Gartentor aus Holz wünscht, muss entweder lange suchen und tief in die Tasche greifen oder baut die gewünschte Gartentür einfach selbst. Mit unserer Schritt-für-Schritt-Anleitung kann das Holztor nach Feierabend oder an den Wochenenden relativ schnell umgesetzt  werden. – Und das ganz ohne Nägel oder Schrauben!

Je nach Bedarf können die Abmessungen der Gartentür natürlich den eigenen Bedürfnissen angepasst werden. Dabei sollte man drauf achten, dass die Dimensionen der Zapfen, Schlitze, Nuten und Federn ebenfalls angepasst werden.

Die Faustregel lautet: Holzverbindungen sollten immer in etwa ein Drittel der Stärke des Werkstückes ausmachen. Das heißt, bei einer Brettstärke von 26 mm, wie hier, ist ein 8-mm-Nutfräskopf die beste Wahl. Die Bretter für den Rahmen sind absichtlich in einer Stärke von 60 mm ausgewählt worden, so können die Nuten für die Einlage der Kassetten sogar stolze 26 mm breit sein um die Bretter ganz aufzunehmen.

Werkzeuge und Material

Werkzeug

  • Winkelmaß
  • Zollstock oder Bandmaß
  • Kappsäge (alternativ: Handkreissäge oder Tischkreissäge)
  • Oberfräse, 8mm Fräskopf (alternativ: Tischkreissäge und Stechbeitelsatz)
  • Dübelfräse
  • Akkuschrauber
  • Holzhammer
  • Schraubzwingen (mindestens zwei Zwingen mit einer Spannweite von 1 m)
  • Schleifpapier
  • Wasserwaage und Richtschnur für die Stahlanker

Material
(Für eine Tür von 1,8 Metern Höhe und 1 Meter Breite)

  • 2x Holzbalken 60x120x1800mm
  • 5x Holzbalken 60x120x880mm
  • 1x Holzbalken 60x120x960mm
  • 4x Holzbretter 26x200x880mm
  • 8x Holzleisten 26x45x400mm
  • 8mm-Sperrholzleisten für die Holzverbindungen
  • Holzdübel
  • Holzleim
  • 1 bis 2 Bodenanker für 140mm-Pfosten und passende Schrauben
  • Zement und Kiessand für den Betonsockel
  • 1 bis 2 Holzpfosten 140x140x1800mm
  • Beize für das Finish (bei Robinie überflüssig)
  • Bänder für die Aufhängung der Tür
  • Verriegelung bzw. Schloss (je nach Geschmack und Bedarf)
  • ggf. Querbalken für den Durchgang
  • ggf. Türknäufe oder Griffe für Innen und Außen

Holztor bauen: Schritt-für-Schritt-Anleitung

Der Bodenanker aus verzinktem Stahl wurde bereits im Vorfeld einbetoniert. Wenn der Pfosten frei stehen soll und nicht an einem Zaun oder einer Hauswand befestigt werden kann, sollte der Anker besonders massiv sein, schließlich muss er die ganze Tür halten.

Als Anschlag auf der gegenüberliegenden Seite dient entweder die Hauswand oder ein weiterer Pfosten, der ebenfalls im Boden verankert wird.

Beim Setzen des Bodenankers ist sorgfältiges Arbeiten besonders wichtig, denn der Anker muss exakt lotrecht stehen. Damit die Tür später genügend Halt hat, sollte der Aushub in etwa 40x40x80cm betragen. Zwar steckt der Anker keine 80 Zentimeter tief im Boden, allerdings sorgt ein großzügiger Betonsockel für mehr Stabilität. Man kann für den Aushub auch einen Zaunpfahlbohrer verwenden, den man kostengünstig im Baumarkt ausleihen kann. Mit einem solchen Erdbohrer lassen sich leichter saubere Löcher erstellen, die nicht spitz zulaufen und dadurch deutlich stabilere Fundamente erzeugen.

Das Mischungsverhältnis für den Betonsockel beträgt einen Teil Zement auf sechs Teile Kiessand und nur wenig Wasser. Die Mischung sollte erdfeucht und relativ zäh sein, damit der Bodenanker darin Halt findet und das Ausrichten leichter fällt.

Zuschnitt der Bretter und Balken

Zunächst werden die Bretter und Balken auf Maß gebracht. In diesem Fall wurde das Holz der Küsten-Sequoie (oder "Küsten-Mammutbaum) verwendet, das aufgrund seiner rötlichen Färbung in den USA auch "Redwood" genannt wird. Das Holz ist sehr dauerhaft und leicht zu bearbeiten. Alternativ kann aber auch Robinie, Eiche oder Kiefer verwendet werden.

Nach dem Zuschnitt werden zwei Leimholzplatten für die Kassetten im unteren Teil der Tür hergestellt. Dazu werden die 26 Millimeter starken Bretter an den Schmalseiten längs genutet und anschließend mit 8 mm starken Sperrholz-Federn aneinander geleimt. Die Leimholzbretter werden mit Schraubzwingen abgespannt, dabei muss die Verarbeitungszeit des Leims beachtet werden und die Zeit, die er zum Abbinden benötigt.

Nach dem Aushärten des Klebers werden die beiden Leimholzplatten auf ein Rechteck von 880x360 mm Kantenlänge zugeschnitten. Dabei immer auf den gewünschten Verlauf der Maserung achten! Ein 2 Zentimeter breiter Rand rutscht später in die Nut der Umfassungs-Balken. Wer später statt einer 26-mm-Nut nur 8 mm breit in die Umfassungszarge fräsen möchte, kann die Leimholzplatten der Kassetten umlaufend mit einer 2 cm breiten und 8 mm starken Feder versehen.

Die Rahmenkonstruktion: Längs- und Querverstrebungen

Für die untere und mittlere Querverbindung werden je zwei Balken zu einer 24 cm breiten Leimholzplatte verbunden. Auch hier werden zunächst Nuten gefräst, anschließend werden die Teile mit einer Sperrholzfeder zusammengesteckt und verleimt.

Nach dem Aushärten werden die drei Querstreben zugeschnitten und an den Enden mit 6 cm langen Zapfen versehen. Unabhängig davon ob das mit Handwerkzeugen oder der Oberfräse geschieht, muss hierbei äußerst sorgfältig gearbeitet werden, damit die Zapfen später genau in die Schlitze der Längsbalken passen.

Auf den Innenseiten der zwei Längsstreben werden dann jeweils 3 Schlitze für die Zapfen der Querverstrebungen gefräst. Im unteren Teil der Längshölzer wird auf der Innenseite zusätzlich eine 2 cm tiefe Nut für die Beplankung der Kassetten eingefräst (– 26 oder 8 mm breit, je nachdem, ob die Leimholzplatten gefräst wurden, oder nicht). Analog wird auch die mittlere Längsstrebe auf beiden Seiten mit einer Nut versehen, das Gleiche gilt für die untere Seite der Mittelstrebe und die obere Seite der unteren Querstrebe.

Durch die umlaufende Nut haben die Leimholzplatten der Kassetten später auch ohne Leim ausreichend Halt, denn ein Verleimen von Längs- und Querholz ist nicht ratsam, wenn Risse vermieden werden sollen.

In der Detailaufnahme (unter diesem Absatz links) sieht man die Nut der Mittelstreben, in die die Beplankung hineingeschoben wird. Da sich Holz infolge wechselnder Witterungsverhältnisse in Längs und Querrichtung unterschiedlich stark ausdehnt und wieder zusammenzieht, werden diese innenliegenden Bretter nicht mit dem Rahmen verleimt.

In die obere Schmalseite der mittleren Querstrebe und die gegenüberliegende Unterseite der oberen Querstrebe werden in gleichmäßgen Abständen Schlitze für die Gitter-Streben im oberen Teil der Gartentür eingefräst. Wer keine 26x45x20 mm messenden Schlitze fräsen möchte, kann alternativ auch hier den 8-mm-Fräskopf verwenden und die Leisten an den Enden mit einem entsprechenden Zapfen versehen.

Zusammenbau und Verleimen der Gartentür

Bevor die Teile fest verleimt werden, wird zunächst alles trocken zusammengebaut um zu kontrollieren, ob die Holzverbindungen passen. Gegebenenfalls muss hier und da noch ein wenig gefeilt und geschliffen werden.

Wenn alle Teile ineinandergreifen werden zunächst alle Klebestellen der inneren Holzteile – also alles außer die Längsstreben – von oben nach unten erst großzügig mit Holzleim bestrichen und dann zügig ineinandergeschoben, bevor der Leim abbindet. Die Nuten in denen die Kassetten-Einlagen liegen werden nicht vereimt, damit das Holz frei arbeiten kann.

Zum Schluss sind die Längsstreben an der Reihe und die Tür wird mit mindestens zwei Schraubzwingen eingespannt. Dabei sollte kontrolliert werden ob alles im rechten Winkel ist, denn nun ist die letzte Chance die Teile gegeneinander zu verschieben um alles geradezurücken.

Dübelverbindungen

Wer die Zapfen der Querstreben zusätzlich sichern möchte, kann zum Schluss die Zapfen mit einem 10mm-Holzbohrer durchbohren. Dabei vorsichtig bohren und nicht zu stark drücken, damit das Holz auf der Rückseite nicht abplatzt, wenn der Bohrer durchstößt.

In die Löcher werden nun Holzdübel aus passend zugesägten 10mm-Rundhölzern geschlagen. Sie sollten etwas länger als 6 cm sein, damit sie minimal aus dem Türblatt herausragen. Sie werden dann zum Abschluss glatt abgeschliffen und schließen dadurch sauber mit dem Rahmen der Tür ab.

Um ein Herausrutschen der Dübel zu verhindern, wenn das Holz einmal arbeitet, kann man den Dübel in Längsrichtung ansägen bevor er mit dem Holzhammer eingeschlagen wird. In die entstehende Spalte wird zum Schluss ein kleiner Holzkeil getrieben, der den Dübel auseinanderdrückt und unter Spannung setzt.

Anderes Design gefällig? Wie man eine einfache Standard-Gartentür baut, die jedoch deutlich robuster ist als handelsübliche Fertigmodelle, ist in diesem Bauplan nachzulesen: Gartentür bauen

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Wrazmet , d. 30-01-16 19:41:

Richtig langer Ratgeber. Die Informationen sind sehr nützlich. Man sollte diesen Beitrag unbedingt weiterempfehlen. Sehr detailliert und fachgerecht.

Michael Hild , d. 02-04-14 12:20:

Kleiner Tipp fürs nächste Tor:

Durch konstruktiven Holzschutz sollte vermieden werden, das es Flächen gibt, auf denen Wasser stehen bleiben kann und Hirnholz sollte geschützt werden.
Deswegen den oberen Querfries durchgehend gestalten und die beiden Senkrechten von unten dagegen stoßen lassen. So ist deren Hirnholz vor Regen geschützt und die Sache hält länger.
Ebenso sollte der Querfries an der Oberseite ca. 15° abgeschrägt werden, damit Regenwasser ablaufen kann.
Solch kleine Details sorgen dafür, dass die Konstruktion lange hält.

Grüße

Michael Hild

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