Chinakohl im Garten

Pekingkohl pflanzen und pflegen

Pekingkohl

Chinakohl (Brassica rapa) ist eine beliebte Gemüsepflanze, die einen ovalen Kopf ausbildet. Obwohl der Chinakohl schon seit dem 5. Jahrhundert in China kultiviert wird, ist er erst seit Anfang des 20. Jahrhunderts in Europa bekannt. Mittlerweile lassen sich viele spezielle Neuzüchtungen problemlos im Gemüsebeet anpflanzen, da sie besonders krankheitsresistent und kälteunempfindlich geworden sind.

Der Kohl kann sowohl roh, als auch gekocht verzehrt werden und beinhaltet zahlreiche Spurenelemente und Vitamine. Somit helfen die Inhaltsstoffe des Herbstgemüses, das Immunsystem für den bevorstehenden Winter zu stärken.

Die starkzehrende Kohlart benötigt ausreichend Nährstoffe für ein gesundes Wachstum. Bei optimaler Pflege kann der Chinakohl ab Oktober geerntet werden.

Im Folgenden erfahren Sie alles rund um den Anbau und die Pflege des Chinakohls im eigenen Garten.

Asiatisches Gemüse in vielen Sorten

Obwohl der Chinakohl  (Brassica rapa ssp. pekinensis) wahrscheinlich aus dem Reich der Mitte zu uns kam, ist er inzwischen in Deutschland eine der beliebtesten Kohlsorten. Andere beliebte Namen für diese Kohlsorte sind Pekingkohl, Blätterkohl oder Kochsalat.

Noch heute gehört der Chinakohl zu den beliebtesten Gemüsesorten in der asiatischen Küche, wo er Verwendung im Wok, sowie in Suppen oder Fondues findet. Vor allem die Koreaner haben den Chinakohl ins Herz geschlossen – der scharf eingelegte Kohl wurde unter der Bezeichnung Kim-chi zum beliebten Nationalgericht.

Die beliebtesten Chinakohlsorten für den heimischen Anbau

Pekingkohl
Chinakohl gibt es in vielen verschiedenen Sorten, die sich in ihrer Anbauweise und in ihrem Geschmack unterscheiden.

In seiner Heimat Ostasien werden vom Chinakohl zahlreiche Sorten mit unterschiedlichsten Kopfformen angebaut, zum Teil sogar nur in Form kleiner Rosetten.

In Deutschland übliche Chinakohl-Arten haben eine längliche Kopfform – ohne den typischen Kohlstrunk. Die Farbe der verschiedenen Sorten variiert von Gelbweiß bis zu einem hellen Grünton. Die Blätter des Chinakohls sind gewellt, wie beim Wirsing. Sie haben breite Blattrippen und die Blätter liegen dicht übereinander.

Kurze, runde Chinakohlsorten bilden kompakte und wohlgeformte Blätter. Eine beliebte Sorte ist Bilko, die einen schlanken Kopf bildet und sehr ergiebig und widerstandsfähig ist. Die Chinakohlsorte Nemesis hingegen wird rund-oval und verfügt über eine lockere Blattschichtung. Dennoch ist dieser Kohl deutlich schwieriger zu lagern und bildet schnell Innenblattnekrosen. Pflanzen der Sorte Morillo bleiben bei einem hochovalen Wuchs deutlich kleiner und sind vergleichsweise gut haltbar.

Lange, gestreckte Chinakohlsorten sind beispielsweise Chico und Taranko, die sich für einen späten Herbstanbau eignen und die charakteristische, längliche Form des Chinakohls entwickeln.

Standortvoraussetzungen des Chinakohls

Chinakohl
Chinakohl bevorzugt einen nährstoffreichen und tiefengelockerten Boden.

Der ideale Standort für Chinakohl ist ein windgeschütztes Beet mit nährstoffreichem und mittelschwerem Boden, wobei der pH-Wert zwischen 6,5 und 7,5 liegen sollte. Im Vergleich zu weiteren Kohlsorten gedeiht der Chinakohl auch im Halbschatten noch gut. Idealerweise herrscht ein gemäßigtes Klima vor, dessen Luftfeuchtigkeit gleichbleibend hoch ist.

Achten Sie beim Anbau von unterschiedlichen Kohlsorten unbedingt auf eine richtige Fruchtfolge, um dem Gartenboden ausreichende Regenerationsphasen bieten zu können. Da auch der Chinakohl zu den starkzehrenden Nutzpflanzen gehört, sollte nach der Ernte eine Anbaupause von mindestens drei Jahren eingehalten werden, um so auch kohlspezifischen Pflanzenkrankheiten und Schädlingen keine Angriffsfläche zu bieten.

Tipp: Als Vorfrucht eignen sich besonders gut Frühkartoffeln, da sie den Boden optimal auflockern. Andere Kohl- und Rübensorten sollten jedoch nicht gepflanzt werden. Als Mischkultur hat sich der spät zu erntende Spinat bewährt.

Chinakohl ins Freiland pflanzen

Chinakohl
Chinakohl zählt zu den starkzehrenden Pflanzen und kann ab Juli ins Freiland gesät werden.

Chinakohl kann ab Mitte Juli und bis spätestens Anfang August im Freiland ausgesät werden. Fällt die Aussaat auf einen späteren Zeitpunkt, kann sich der Chinakohl nicht mehr ausreichend entwickeln.

Einige Neuzüchtungen dürfen schon ab April ins freie Beet gesetzt werden. Richten Sie sich hier nach den Herstellerangaben, um ein Erfrieren der jungen Pflanzen zu vermeiden.

Wenn Sie Chinakohl direkt ins Gemüsebeet säen möchten, erfolgt die Aussaat in Reihen, die in einem Abstand von 50 Zentimetern zueinander stehen. Geben Sie die Kohlsamen zwei Zentimeter tief in die Erde und wässern Sie gut an. Der Pflanzabstand der Chinakohlsamen sollte mindestens 40 Zentimeter betragen, da die Nutzpflanze sehr ausladende Blätter entwickelt und schnellwachsend ist.

Da es sich beim Chinakohl um eine sogenannte Langtagpflanze handelt, beginnt die Nutzpflanze zu blühen, sobald die Tageslänge mehr als 14 Stunden beträgt.

Tipp: Bereits vor der Pflanzung sollte die Gartenerde mit organischem Dünger aufbereitet werden, um optimale Standortbedingungen zu erzielen.

Chinakohl im Topf vorziehen

Pekingkohl
Die unterschiedlichen Chinakohlsorten bilden verschiedenfarbige Blätter und Mittelrippen aus.

Die Gemüsepflanze kann problemlos auf der Fensterbank vorgezogen werden. So haben die Jungpflanzen einen Wachstumsvorsprung gegenüber Unkraut und können sich im freien Beet schließlich leichter einwurzeln.

Zur Anzucht im Innenraum sollte ein Standort gewählt werden, der ausreichend warm, jedoch nicht zu heiß ist. Einen Platz auf einer Fensterbank über einer warmen Heizung vertragen die Sämlinge nur schlecht, wählen Sie stattdessen vorzugsweise eine Fensterbank in unbeheizten Räumen wie beispielsweise dem Schlafzimmer. Hier herrscht ein optimales Klima für ein gesundes Pflanzenwachstum im Anfangsstadium.

Für die Anzucht von Chinakohl werden jeweils zwei Samen in einen kleinen Topf (ca. 10 Zentimeter Durchmesser) mit nährstoffreicher Anzuchterde gegeben. Die Pflanztiefe beträgt in etwa zwei Zentimeter. Halten Sie das Substrat konstant feucht, vermeiden Sie jedoch Staunässe.

Nach der Keimphase verbleiben die Sämlinge noch rund vier Wochen im Innenbereich, bis sie kräftig genug sind, um in den kühlen Außenbereich umzuziehen. Achten Sie hier bereits auf einen ausreichenden Pflanzabstand von 40-50 Zentimetern, da die schnellwachsenden Pflanzen mit ihren großen Blättern rasch sehr ausladend werden.

Wenn Sie sich die Mühe der Anzucht im Topf oder der kritischen Aussaat im Beet ersparen möchten, können Sie alternativ auch auf vorgezogene Jungpflanzen aus dem Fachhandel zurückgreifen. Achten Sie hier auf gesunde Blätter und einen gut ausgebildeten Wurzelballen. Setzen Sie die Pflanze mit dem kompletten Wurzelballen ins Gemüsebeet und wässern Sie alles gut an.

Tipp: Beim Umpflanzen vorgezogener Jungpflanzen wird die Anzuchterde, die sich an den Wurzeln befindet, nicht entfernt.

Pekingkohl pflegen

Chinakohl
Chinakohl benötigt während der Wachstumsphase mehrere Düngergaben.

Chinakohl benötigt regelmäßige Feuchtigkeit, da durch die großen Blattoberflächen viel Wasser verdunstet. Dieser Bedarf muss entsprechend gedeckt werden. Der Chinakohl darf jedoch nicht anhaltender Staunässe ausgesetzt sein, sonst beginnen seine Wurzeln zu faulen und die Pflanze wächst nur noch schlecht oder stirbt schließlich ab.

Tipp: Für einen guten Wassertransport lohnt es sich, den Boden regelmäßig zu hacken, um ihn auf diese Weise durchlässiger zu machen und für ein gesundes Pflanzenwachstum zu optimieren. Achten Sie dabei jedoch auf die empfindlichen Wurzeln der Nutzpflanzen.

Zudem empfehlen erfahrene Gärtner ein regelmäßiges Düngen, um der starkzehrenden Kohlart sämtliche Nährstoffe zuzuführen, die sie für ein schnelles Wachstum benötigt. Bereits vor der Pflanzung sollte das Substrat mit Kompost oder Pferdemist aufbereitet werden. Zusäzlich kann dem Chinakohl dann noch Kalk und Stickstoffdünger gereicht werden. Weitere Flüssigdüngergaben erfolgen in einem dreiwöchigen Rhythmus.

Krankheiten und Schädlinge am Chinakohl

Kranker Chinakohl
Die großen Blätter des Chinakohls werden schnell von Pilzinfektionen und Schädlingen befallen.

Neben gefräßigen Schnecken und lästigen Blattläusen wird der Chinakohl auch von vielen anderen Schädlingen bedroht. Kleine Erdflöhe treten beispielsweise in Trockenperioden vermehrt auf und fressen Löcher in die zarten Kohlblätter oder Wurzeln und schädigen die Pflanze nachhaltig. Als vorbeugende Maßnahme empfiehlt es sich, den Boden stets ausreichend feucht zu halten und die Schädlinge auf diese Weise natürlich zu vergraulen.

Problematischer ist ein Befall mit Larven des Kleinen Kohlweißlings. Zwischen April und August legt der kleine Schmetterling seine Eier an der Blattunterseite von Kohlpflanzen ab. Die Raupen des Kohlweißlings fressen schließlich das Innere der Kohlköpfe auf, sodass das Gemüse ungenießbar wird. Einen präventiven Schutz stellen engmaschige Vliesstoffe dar, die den Schmetterling an der Eiablage hindern. Zudem sollten Nutzpflanzen im Kohlbeet regelmäßig auf einen Befall hin kontrolliert werden.

Besonders gefährlich ist die sogenannte Kohlhernie, bei der es sich um eine Schleimpilzinfektion handelt. Die parasitären Einzeller nisten sich in die Wurzeln der Nutzpflanze ein, wo sie zu einem unkontrollierten Wachstum führen, wodurch sich klumpige und angeschwollene Wurzeln bilden, die keine Nährstoffe mehr aufnehmen können. Die Pflanze wächst nicht mehr, wird welk und verkümmert. Da der Schadpilz mehrere Jahrzehnte im Boden überdauern kann, gilt die Krankheit als besonders problematisch. Eine allgemeine Bekämpfung ist nicht möglich, jedoch sollte die Fruchtfolge mit Abständen von mindestens fünf, besser sieben Jahren weitgestellt sein.

Leichte Zubereitung in der Küche

Pekingkohl
Pekingkohl wird von dicken Mittelrippen sowie dem harten Strunk befreit und anschließend in mundgerchte Stücke zerkleinert.

Der Chinakohl hat einen sehr milden Geschmack und ist dabei vitaminreich und kalorienarm. Bemerkenswert ist auch der hohe Anteil an Vitamin C und Spurenelementen wie Kalium, Eisen oder Folsäure. Durch den hohen Gehalt an Senfölen (Glucosinolate) ist der Pekingkohl besonder gut bekömmlich, da er nicht bläht. Aufgrund seiner knackigen Konsistenz eignet sich Chinakohl nicht nur als kurz gedünstetes Kohlgemüse, sondern kann auch als frischer Salat zubereitet werden. 

Für die deftigere Winterküche findet der Chinakohl in diversen Eintopfgerichten Anwendung. Da er nicht verkochen sollte, darf das eher empfindliche Gemüse jedoch nur in geeigneten Töpfen mit optimaler Wärmeverteilung zubereitet werden.

Im Gemüsefach des Kühlschranks hält sich Chinakohl bis zu zehn Tage, ohne an Frische zu verlieren.

Rezept: Scharfer Chinakohl mit Ingwer aus dem Wok

Chinakohl
Chinakohlgemüse lässt sich einfach und schnell zubereiten. Besonders traditionell gart der Kohl im Wok.

Zutaten (für 4 Portionen):

  • 600 g Chinakohl
  • 3 EL Sonnenblumenöl
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 Chilischote
  • 150 ml Gemüsebrühe
  • Ingwer (frisch, ca. 4 cm)
  • Salz, Pfeffer

Zubereitung:

Waschen Sie den frischen Chinakohl und entfernen Sie alle welken Stellen und harten Mittelrippen. Schneiden Sie nun die Blätter in mundgerechte Stücke, und braten Sie den Kohl anschließend in einer heißen Pfanne mit dem Öl, der gepressten Knoblauchzehe, dem fein gehackten Ingwer und der entkernten und zerkleinerten Chilischote an.

Löschen Sie anschließend alles mit der angerührten Gemüsebrühe ab, und würzen Sie das frische Kohlgemüse nach Belieben mit Salz und schwarzem Pfeffer. Lassen Sie die Brühe erneut aufkochen, bis sie deutlich reduziert ist.

Tipp: Besonders lecker wird das Chinakohlgericht im Wok mit zusätzlichen Rindfleischstreifen und feinen Zwiebelwürfeln. Wer das Gericht mit einer asiatischen Note genießen möchte, ersetzt das Sonnenblumenöl durch Erdnussöl und verfeinert abschließend mit Soja-Sauce oder salziger Erdnussbutter.

Guten Appetit!

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Bildnachweis
1. "Chinakohl" (CSA share 4/6/10) von Stacy Spensley (Stacy), https://www.flickr.com/, Lizenz: CC BY 2.0, zugeschnitten, Farbkorrektur
2. "Chinakohl in Reihen" (Originalbild): jinhyun son (jinhyun), Lizenz: CC0 1.0 / pixabay.com
3. "Anbau des Chinakohls" (Originalbild): lyetstan, Lizenz: CC0 1.0 / pixabay.com
4. "Chinakohl samt Wurzeln" (chinese cabbage upskirt view) von deedavee easyflow (naturalflow), https://www.flickr.com/, Lizenz: CC BY-SA 2.0, zugeschnitten, Farbkorrektur
5. "Chinakohl geerntet" (Clagett Farm Share Week 3) von F Delventhal (krossbow), https://www.flickr.com/, Lizenz: CC BY 2.0, zugeschnitten, Farbkorrektur
6. "Pekingkohl im Beet" (Chinese Cabbage) von Amy G (apple_pathways), https://www.flickr.com/, Lizenz: CC BY 2.0, zugeschnitten, Farbkorrektur
7. "Chinakohl mit Blattkrankheit" (White rust of Chinese cabbage) von Scot Nelson, https://www.flickr.com/, Lizenz: CC BY 2.0, zugeschnitten, Farbkorrektur
8. "Chinakohl geviertelt" (Dreaming of kimchi...) von emilee rader (BierDoctor), https://www.flickr.com/, Lizenz: CC BY-SA 2.0, zugeschnitten, Farbkorrektur
9. "Chinakohl zubereitet" (Napa Cabbage) von Laurel Fan (Laurel F), https://www.flickr.com/, Lizenz: CC BY-SA 2.0, zugeschnitten, Farbkorrektur

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