Grünkohl im Garten

Das Wintergemüse pflanzen und pflegen

Grünkohl im Beet

Grünkohl (Brassica oleracea var. sabellica) ist ein besonders beliebtes Wintergemüse und wird daher auch gerne als Winterkohl bezeichnet. Die robuste Kohlsorte stammt ursprünglich aus Griechenland und wird heutzutage besonders stark in Norddeutschland und Skandinavien kultiviert. Das Gemüse kann nach der Ernte roh als Salat verzehrt als auch schmackhaft weiterverarbeitet werden.

Im Vergleich zu vielen anderen Kohlarten ist der Grünkohl besonders anspruchslos und eignet sich daher optimal für einen Anbau im eigenen Gemüsegarten. Auch unerfahrene Hobbygärtner können sich beim Grünkohl auf eine ertragsreiche Ernte während der kalten Monate freuen. Dennoch gilt es bei der Pflege auf einige Aspekte besonders zu achten, um ein gesundes Pflanzenwachstum optimal zu unterstützen.

Im Folgenden erfahren Sie wissenswerte Informationen rund um den Anbau und die Pflege des Grünkohls.

Grünkohl als gesundes Wintergemüse

Grünkohl wird in zunehmendem Maße in kleinen privaten Hausgärten kultiviert, da immer mehr Menschen den hohen gesundheitlichen Wert des Wintergemüses zu schätzen lernen. Mit seinen geringen Standortansprüchen gedeiht der Kohl in nahezu jedem Gemüsebeet und liefert über die kalten Monate hinweg frische Vitamine.

Denn der Grünkohl gehört zu den Vitamin-C-reichsten Lebensmitteln überhaupt. Da mit dem einsetzenden Herbst die Anzahl der Infektionskrankheiten sprunghaft zunimmt, sollte jeder Mensch daran interessiert sein, seine Immunabwehr gezielt auf natürliche Weise zu unterstützen. Regelmäßige Gerichte mit schonend zubereitetem Grünkohl oder ein frischer Grünkohlsalat sind hierzu ideal geeignet. Zudem bildet die Grünkohlpflanze im zweiten Sandjahr leuchtendgelbe Blüten und wird somit zur Zierde im Garten – ein Anbau lohnt sich somit doppelt für Gartenliebhaber.

Ansprüche und Standort des Grünkohls

Grünkohl
Grünkohl ist eine anspruchslose Gemüsepflanze.

Der Grünkohl gilt als widerstandsfähige, robuste und krankheitsresistente Kohlart und gedeiht auch noch unter schlechten Bodenbedingungen relativ gut. Beste Voraussetzungen für eine ertragsreiche Ernte sind durchlockerte Lehmböden, die nicht zu Staunässe neigen und sich leicht erwärmen. Somit sollten Sie einen vollsonnigen Standort einem halbschattigen vorziehen.

Grünkohl benötigt zudem ausreichend Nährtsoffe, um seine großen Blätter optimal auszubilden. Auf nährstoffarmen Böden verkümmert die Pflanze und bildet nur schmale, schlaffe Blätter aus. Setzen Sie daher auf hochwertiges und nährstoffreiches Pflanzensubstrat, das idealerweise mit organischem Dünger wie verrottetem Kompost oder Hornspänen aufbereitet wird.

Bedenken Sie bei der Standortwahl, dass Sie bei Kohlpflanzen eine Anbaupause von drei Jahren einhalten sollten, sodass sich der Boden erholen und neuen Nutzpflanzen ausreichend Nährstoffe bieten kann. Auch Krankheiten und Schädlingen kann man auf diese Weise gezielt vorbeugen.

Grünkohl anbauen

Wurzel
Vorgezogene Grünkohlpflanzen sind robuster und widerstandsfähiger.

Idealerweise werden die Grünkohlsamen zunächst auf ein Vorzugbeet gesät oder im Innenraum in kleinen Töpfen vorgezogen. Die Aussaat kann im warmen Wohnbereich bereits im April, im Freiland jedoch erst Ende Mai erfolgen, wenn keine Nachtfröste mehr drohen. Nach etwa sechs Wochen, jedoch spätestens im August, ziehen die kleinen Keimlinge dann in das für sie vorgesehene Gemüsebeet um.

Der Boden im Beet wird vorab umgegraben und mit Kompost aufbereitet. Zeitgleich sollte sämtliches Unkraut entfernt werden, um beste Wachstumsvoraussetzungen für die Jungpflanzen zu schaffen.

Pflanzen Sie die jungen Grünkohlkeimlinge in Reihen, wobei Sie zwischen den einzelnen Pflanzen und Reihen jeweils einen Abstand von 50 Zentimeter einhalten sollten. Dies erleichtert die spätere Ernte und gewährleistet ein vollständiges Trocknen der großen Blätter – so beugen Sie Pilzinfektionen vor.

Tipp: Grünkohl gedeiht besonders gut zwischen Bohnen und Tomaten. Eine unmittelbare Nachbarschaft zu weiteren Kohlpflanzen oder Kartoffeln sollten Sie jedoch vermeiden.

Grünkohl richtig pflegen

Mangel
Bei Nährstoffmangel verfärben sich die Blätter gelb.

Nach der Pflanzung wird das Substrat gut gewässert und bis zur Einwurzelung der Jungpflanzen durchgängig feucht gehalten. Im Anschluss wird regelmäßig gewässert, sodass keine anhaltende Feuchtigkeit entsteht und das Substrat nie komplett austrocknet.

Ebenso empfehlen Experten während der Wachstumsphase ein regelmäßiges Düngen mit organischen Substanzen. Im September erfolgt dann noch eine zusätzliche Düngung mit stickstoffhaltigen Produkten, um die schnellwachsenden und starkzehrenden Grünkohlpflanzen mit ausreichend Nährstoffen zu versorgen.

Tipp: Einen Nährstoffmangel erkennen Sie an Verfärbungen. Häufig nehmen die äußeren Blätter dann eine gelbe oder sogar braune Farbe an und wirken krank.

Krankheiten und Schädlinge

Schädling
Auch Raupen schmeckt der Grünkohl.

Grünkohl wird besonders häufig vom Kohlweißling heimgesucht. Dieser weiße Schmetterling legt seine Eier besonders gerne an der Kohlpflanze ab. Die jungen Larven ernähren sich schließlich von den Blättern und Wurzeln und fügen der Pflanze erheblichen Schaden zu. Als präventive Schutzmaßnahme können Vogelnetze über das Gemüsebeet gespannt werden, sodass Schmetterlinge und andere Schädlinge gar nicht erst in die Nähe der Kohlpflanzen gelangen.

Auch der Erdfloh ist ein gefürchteter Schädling im Kohlanbau. Die kleinen Larven ernähren sich von frischen Setzlingen und können schnell zu einem Kahlfraß führen. Regelmäßiges Unkrautjäten stört die Erdflöhe, die im Erdreich leben und kann als präventive Maßnahme durchgeführt werden. Zudem sollten Sie den Boden stets ausreichend feucht halten, um Erdflöhe effektiv zu vergraulen. Während die Sätzlinge vorgezogen werden, kann ein Gartenvlies den Befall durch Erdflöhe verhindern.

Ernte des Grünkohls

Grünkohl
Der Grünkohl kann den gesamten Winter über nach Bedarf geerntet werden.

Der Grünkohl kann den gesamten Winter im Garten verbringen und nach Bedarf geerntet werden. Bei sehr niedrigen Temperaturen stellt die Pflanze zwar ihr Wachstum ein, übersteht die Fröste jedoch unbeschadet. Ab dem Frühling treibt die Pflanze dann wieder aus.

Die Erntezeit beginnt etwa drei bis fünf Monate nach der Aussaat im Beet. Warten Sie die ersten Fröste ab, diese beeinflussen den Geschmack des Grünkohls positiv, da reifer Grünkohl kaum noch Stärke enthält, jedoch durch die Photosynthese weiterhin Traubenzucker bildet. Der Grünkohl schmeckt daher milder und zugleich aromatischer, wenn es draußen richtig kalt war.

Tipp: Ernten Sie vornehmlich mittige Blätter. Diese schmecken besonders zart und verfügen über das feinste Aroma.

Rezept: Marinierter Grünkohlsalat mit Granatapfel und Nüssen

Grünkohlericht
Ein marinierter Grünkohlsalat mit Granatapfel und Nüssen passt hervorragend zur Winterzeit und enthält viele Vitamine.

Grünkohl muss nicht immer mit deftiger Bratwurst serviert werden. Für dieses leichte Rezept benötigen Sie zwar etwas mehr Zeit, da der Grünkohl über Nacht im Kühlschrank durchziehen muss, dafür enthält das Gericht so viel Kalzium wie drei Gläser Milch und ist den überschaubaren Aufwand wert. Zudem bleiben alle gesunden Inhaltsstoffe des Grünkohls erhalten, da er nicht erwärmt werden muss.

Zutaten:

  • 500g frischer Grünkohl
  • 1/2 Granatapfel
  • n. B. gehackte Walnüsse
  • 1 Schalotte
  • Olivenöl
  • 2 EL Honig
  • 4 EL Weißweinessig
  • Salz & Pfeffer

Zubereitung:

Zunächst wird der Grünkohl gewaschen und zerkleinert. Entfernen Sie die Stiele und Stängel für einen angenehmeren Geschmack. Anschließend werden die Schalotten sehr fein gehackt und mit dem Essig, Honig und Olivenöl in eine Schüssel gegeben. Fügen Sie den Grünkohl hinzu und würzen Sie alles mit Salz und Pfeffer.

Die Nacht verbringt die Mischung im Kühlschrank, sodass der Grünkohl zusammenfallen kann. Vor dem Servieren am nächsten Tag werden die Walnüsse (alternativ auch Pinienkerne) in einer beschichteten Pfanne ohne Fett kurz angeröstet und frisch über den kühlen Wintersalat verteilt. Anschließend noch die Granatapfelkerne mithilfe eines Löffels aus dem halbierten Granatapfel klopfen und über das winterliche Gericht geben.

Guten Appetit!

Tipp: Zu diesem Grünkohlsalat passt auch sehr gut frisch gehobelter Parmesan.

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Bildnachweis
1. "Grünkohl" (Originalbild): Frauke Feind, Lizenz: CC0 1.0 / pixabay.com
2. "Grünkohl im Beet" (Kale) von Dwight Sipler (photofarmer), https://www.flickr.com, Lizenz: CC BY 2.0, zugeschnitten, Farbkorrektur
3. "Wurzel der Kohlpflanze" (Kale Living Campus) von Samuel Mann, https://www.flickr.com, Lizenz: CC BY 2.0, zugeschnitten, Farbkorrektur
4. "Grünkohl mit Mangelerscheinungen" (DSC_0521) von Bosque Village (TheBosque), https://www.flickr.com, Lizenz: CC BY 2.0, zugeschnitten, Farbgestaltung
5. "Raupe am Kohl" (Breakfast guest on my Kale) von Joi Ito (Joi), https://www.flickr.com, Lizenz: CC BY 2.0, zugeschnitten, Farbkorrektur
6. "Grünkohl wird geerntet" (20111113 Kale) von chipmunk_1, https://www.flickr.com, Lizenz: CC BY-SA 2.0, zugeschnitten, Farbkorrektur
7. "Grünkohlsalat" (Kale and Pomegranate Salad) von Amelia Crook (simpleprovisions), https://www.flickr.com/, Lizenz: CC BY 2.0, zugeschnitten, Farbkorrektur

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