Kohlrabi im Garten

Die Stängelrübe pflanzen und pflegen

Kohlrabi

Der Kohlrabi (Brassica oleracea) ist eine Zuchtform des Gemüsekohls, verfügt aber über einen deutlich milderen Geschmack. Die oberirdische Sprossknolle als auch die langstieligen Blätter sind zum rohen Verzehr geeignet oder können schmackhaft weiterverarbeitet werden.

Kohlrabi ist eine zweijährige Pflanze, die, wenn man die Knolle nicht verspeisen würde, im zweiten Standjahr schöne Blüten entwickelt. Doch nicht nur die Blüten sind ein farbiger Blickfang im Gemüsebeet, auch Sorten des blauen Kohlrabis setzen leuchtende Akzente im grünen Garten. Mittlerweile bietet der Handel auch zahlreiche Hybriden an, die besonders ertragsreich und robust sind.

Wenn auch Sie Kohlrabi in Ihrem Garten anbauen möchten, sollten Sie für formschöne und aromatische Knollen einige Pflegemaßnahmen beherzigen. Hier finden Sie wissenswerte Tipps für ein gesundes Pflanzenwachstum.

Kohlrabi – die gesunde Gemüsepflanze

Kohlrabi ist eine sehr gesunde Gemüsepflanze, die gerne im Garten kultiviert wird. Häufig werden vor dem Verzehr die langstieligen Blätter entfernt, in vielen Supermärkten steht für diesen Zweck sogar eine seperate Kiste bereit, und nur die Knolle wird schließlich kleingeschnitten und zu einem schmackhaften Gericht weiterverarbeitet.

Doch diese Maßnahme ist eigentlich kontraproduktiv, denn gerade die Blätter sind äußerst gesundheitsförderlich, weil sie viel mehr gute Inhaltsstoffe enthalten als die dicke Knolle. So enthalten die Blätter rund doppelt so viel Vitamin C und einen zehnfachen Gehalt an Kalzium und Eisen. Natürlich ist auch die Knolle vitaminreich und gesund, dennoch sollten die Blätter nicht übereilig entsorgt werden. Sie eignen sich besonders gut für einen frischen Salat oder können leicht angedünstet als warme Beilage dienen.

Unterschiede zwischen weißen und blauen Kohlrabisorten

Kohlrabi
Es können blaue oder weiße Kohlrabisorten kultiviert werden.

Es gibt sehr viele Kohlrabisorten, dabei werden in Deutschland etwa 30 weiße und nur 14 blaue kultiviert. Es setzen sich vermehrt Hybride durch, die besonders widerstandsfähig und schnellwachsend sind. Zudem wird durch spezielle Züchtungen der Ertrag gesteigert und die Neigung zum Platzen der oberirdisch wachsenden Knolle minimiert.

Die weißen und blauen Kohlrabisorten unterscheiden sich nicht nur farblich, sondern auch in ihrer individuellen Anbauzeit. Blaue Sorten benötigen im Vergleich zu weißen Knollen eine deutlich längere Kulturzeit, setzen dafür aber auch mehrere Wochen schöne farbige Akzente im Gemüsebeet. Trotz ihrer unterschiedlichen Schalenfärbung, verfügen alle Sorten über weißes Fruchtfleisch und einen ähnlichen Geschmack.

Je nach Sorte erreicht eine Kohlrabiknolle einen Durchmesser von 5-20 Zentimetern und kann eher rund oder länglich ausfallen. Wenn die Jungpflanzen im Beet zu eng gesetzt werden, fällt die Knolle zylinderförmig aus, weil sie zu wenig Licht aufnehmen kann.

Ansprüche und Standort des Kohlrabis

Kohlrabi
Kohlrabi setzt keine Ansprüche an die Bodenbeschaffenheit. Halten Sie jedoch eine dreijährige Anbaupause am selben Standort ein.

Kohlrabipflanzen eignen sich auch für unerfahrene Hobbygärtner, da sie keine speziellen Voraussetzungen an den Standort setzen. Für eine optimale Bodenbeschaffenheit zur Freilandpflanzung Ende April sollte der Gartenboden bereits im Herbst vorbereitet werden.

Experten empfehlen eine Bodenaufbereitung mit reifem Kompost und Pferdemist. Das umgegrabene Beet kann nun über den gesamten Winter ruhen und bietet den Jungpflanzen im Folgejahr optimale Voraussetzungen für ein schnelles Anwachsen und gesundes Gedeihen dank eines angepassten Nährstoffgehalts.

Kohlrabi ist eine mittelstarkzehrende Kulturpflanze. Daher sollte nach der Ernte an diesem Standort für drei Jahre eine Anbaupause von Kohlarten eingehalten werden, sodass sich der Boden erholen kann. Werden zuviele Pflanzen der selben Familie über viele Jahre an einem Standort angebaut, steigt zudem die Gefahr, dass sich Schädlinge einnisten oder Krankheitserreger im Boden überdauern und folgende Nutzpflanzen befallen.

Tipp: Setzen Sie Kohlrabi zwischen Gartenbohnen, Erbsen, Tomaten oder Kopfsalat. Diese Gemüsepflanzen profitieren voneinander und hemmen sich nicht gegenseitig in ihrem Wachstum.

Kohlrabi pflanzen

Kohlrabi
Kohlrabi wird in Reihen kultiviert. Halten Sie einen Pflanzabstand von mindestens 30 Zentimetern ein.

Wichtig ist, dass die Jungpflanzen im Beet nicht zu tief und nicht zu flach stehen, da ihnen sonst die nötige Stabilität fehlt oder aber die Knolle durch Erdkontakt zu faulen beginnt. Der Wurzelballen sollte nach der Pflanzung daher nur dünn mit Erde bedeckt sein.

Wenn Sie den kleinen Kohlrabipflanzen einen Wachstumsvorsprung gegenüber Unkraut ermöglichen wollen, können Sie die Pflanzen auf einer warmen Fensterbank ab Februar in einem Blumentopf vorziehen. Legen Sie die Samen in 1 Zentimeter tiefe Rillen und bedecken Sie alles wieder mit feuchter Erde. Es ist wichtig, in der anfänglichen Wachstumsphase für durchgängig feuchtes Substrat zu sorgen. Verfügen die Keimlinge über drei kleine Blätter, können Sie Ende April ins Freibeet umziehen.

Alternativ können Sie ab Mai bis spätestens Mitte Juli das Saatgut auch direkt ins Gemüsebeet im Freiland säen. Achten Sie hier bereits auf einen ausreichenden Pflanzabstand von mindestens 30 Zentimetern, um sich ein späteres Vereinzeln der ausladend wachsenden Pflanzen zu vermeiden.

Kohlrabi pflegen

Kohlrabi
Jungpflanzen sind besonders empfindlich und profitieren von einer Bodenaufbereitung mit Hornmehl.

Aufgrund der vergleichsweise kurzen Kulturdauer setzt Kohlrabi nur geringe Ansprüche an die Bodenbeschaffenheit voraus. Werden die Sorten direkt ins Freiland gesät, kann eine Bodenaufbereitung mit Hornmehl oder Brennesseljauche das Pflanzenwachstum optimieren.

Generell kommt es darauf an, dass Dünger als auch Wasser regelmäßig gegeben werden, um so effektiv ein Platzen oder Verholzen der Knolle zu verhindern. Lassen Sie daher keine großen Schwankungen im Feuchtigkeitshaushalt auftreten und wässern Sie die Kohlrabipflanzen täglich mäßig, sodass das Substrat feucht bleibt und nie komplett austrocknet.

Bei anhaltenden Frösten wird die Kultur mit Vliesstoffen abgedeckt. Kohlrabi erträgt Kälte zwar gut, bei Frösten kann die Nutzpflanze jedoch erheblichen Schaden nehmen. Auch Reisig oder Stroh dienen als isolierende Schutzschicht im Winter.

Krankheiten und Erreger

Blattläuse
Kohlrabipflanzen werden häufig von Blattläusen befallen.

Beim Anbau von Kohlsorten sollten Hobbygärtner darauf achten, nicht zu viele Kreuzblütler nebeneinander zu pflanzen, da sonst die Gefahr für einen Schädlingsbefall durch Blattläuse, Kohlerdflöhe, den Kohlweißling oder die weiße Kohlfliege steigt.

Informationen zur effektiven und natürlichen Schädlingsbekämpfung im Nutzgarten finden Sie in unserem Artikel zur Bekämpfung unterschiedlicher Raupenarten.

Auch durch Vögel oder Kaninchen kann es zu einem erheblichen Fraßschaden kommen. Besonders betroffen sind die Jungpflanzen zum Saisonbeginn.

Halten Sie zudem einen ausreichenden Pflanzabstand ein, sodass die großen Blätter problemlos trocknen können. Andernfalls kommt es schnell zu Pilzinfektionen wie beispielsweise dem Mehltau, bei dem sich ein heller Pilzrasen an der Blattunterseite zeigt.

Kohlrabi ernten und weiterverarbeiten

Kohlrabi mit Gemüse
In einer sommerlichen Gemüsepfanne mit frischem Gemüse aus dem Garten darf Kohlrabi nicht fehlen.

Kohlrabi ist eine schnellwachsende Gemüsepflanze und kann je nach Sorte bereits 12-20 Wochen nach der Aussaat im Freiland geerntet werden. Beim Kohlrabianbau empfehlen Experten eine frühzeitige Ernte, wenn die Kohlrabiknollen noch nicht ganz ausgewachsen sind. Kleinere Exemplare sind deutlich saftiger und geschmackvoller, sie sind würzig und zudem zart. Ziehen Sie den finalen Erntetermin also ruhig 2 Wochen vor.

Wenn Sie die Kohlrabi ernten möchten, schneiden Sie ihn kurz unterhalb der Knolle mit einem scharfen Messer ab. Auch die Blätter können weiterverarbeitet werden und enthalten besonders viele gesunde Inhaltsstoffe. Alternativ können die Knollen ohne Weiteres im kühlen Keller für eine Woche lagern.

Kohlrabiknollen schmecken roh sehr frisch und aromatisch und eignen sich daher besonders gut als knackige Rohkost. Dafür werden die Knollen großzügig geschält und in feine Sticks geschnitten. Doch auch in einer bunten Gemüsepfanne oder als Beilage zu Kartoffelgerichten kann man die würzige Knolle nur wärmstens empfehlen. Die Blätter werden gerne kurz blanchiert oder kleingeschnitten unter einen bunten Sommersalat gemischt.

10 Tipps rund um die Stängelrübe

Blauer Kohlrabi
Kohlrabi ist ein vitaminreiches Sommergemüse, dass leicht zu kultivieren und ernten ist.
  1. Beim Kauf sollte man die kleineren Knollen bevorzugen, da sie deutlich aromatischer sind.
  2. Kohlrabi sollte möglichst frisch verzehrt werden. Im Gemüsefach des Kühlschranks kann man ihn etwa eine Woche aufbewahren, vorher sollte man aber das Blattgrün entfernen.
  3. Die Blätter des Kohlrabis sind aufgrund ihres hohen Gehalts an Vitaminen und Mineralstoffen noch wertvoller als die Knolle. Die großen Blätter kann man mitgaren und die kleinen, zarten Blättchen fein gehackt wie Kräuter über Salate, Gemüsegerichte oder Suppen streuen.
  4. Bei der Zubereitung werden die Knollen von der Wurzel zum Blattansatz hin geschält. Bei sehr jungen, zarten Knollen genügt es, am Wurzelansatz eine Scheibe abzuschneiden und dann die Haut abzuziehen. Alternativ schält man die Knolle erst nach dem Kochen, so bleiben wichtige Inhaltsstoffe länger enthalten.
  5. Junge Exemplare können im Ganzen gegart werden. Ältere und größere Knollen werden vorher zerteilt, gewürfelt oder in Stifte geschnitten und in wenig Salzwasser unter Zusatz von etwas Fett 15 bis 20 Minuten gegart.
  6. Bei Nährstoffmangel beginnt Kohlrabi zu blühen und bildet dann keine Knolle mehr aus.
  7. Nach der Ernte sollte eine Anbaupause von 3-4 Jahren eingehalten werden, weil sich der Boden erholen muss und eine erhöhte Gefahr für Schädlingsbefall besteht.
  8. Kranke Pflanzen werden nicht auf dem Kompost, sondern im Hausmüll entsorgt.
  9. Blaue Sorten können erst später geerntet werden, sind optisch aber ansprechender. Ihr Fruchtfleisch ist weiß.
  10. Wenn Sie die Knolle nicht ernten, bildet der Kreuzblütler im zweiten Standjahr schöne Blüten.

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Bildnachweis
1. "Kohlrabi im Sonnenschein" (Originalbild): ramszei, Lizenz: CC0 1.0 / pixabay.com
2. "Blauer Kohlrabi" (Originalbild): Lebensmittelfotos, Lizenz: CC0 1.0 / pixabay.com
3. "Kohlrabi im Beet" (Originalbild): Holger Langmaier (HolgersFotografie), Lizenz: CC0 1.0 / pixabay.com
4. "Kohlrabi in Reihe" (Originalbild): Efraimstochter, Lizenz: CC0 1.0 / pixabay.com
5. "Kohlrabijungpflanzen" (KohlRabi-WhiteVienna-0027) von graibeard, https://www.flickr.com/, Lizenz: CC BY-SA 2.0, zugeschnitten, Farbkorrektur
6. "Blattläuse auf Kohlrabiblatt" (Blattläuse auf einem Kohlrabiblatt im Winter.) von Downtowngal, Wikimedia Commons, Lizenz: CC BY-SA 3.0, zugeschnitten, Farbkorrektur
7. "Gemüsepfanne mit Kohlrabi" (frying pan) von Sophie (fofie57), https://www.flickr.com/, Lizenz: CC BY 2.0, zugeschnitten, Farbkorrektur
8. "Blauer Kohlrabi in Reihenpflanzung" (Kohlrabi) von B.D.'s world, https://www.flickr.com/, Lizenz: CC BY-SA 2.0, zugeschnitten, Farbkorrektur

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