Estragon im Garten (Artemisia dracunculus)

Die seltene Würzpflanze kultivieren

Echter Estragon

Estragon (Artemisia dracunculus) gehört zur Pflanzenfamilie der Korbblütler und ist nahe mit dem Wermut verwandt. Seine lanzettförmigen Blätter sind leicht behaart und entwickeln das typische Anisaroma der Würzpflanze. Vor der Blüte, die sich durch in Rispen stehenden gelben Blüten zeigt, ist der Gehalt an ätherischen Ölen besonders hoch. Estragon kann jedoch ganzjährig geerntet werden.

Der Anbau von geschmacklich interessantem Estragon erfordert viel Geduld, denn nur der Echte Estragon enthält einen ausreichenden Anteil an ätherischen Ölen, um für eine Nutzung als Gewürz zu dienen. Diese Sorte ist jedoch sehr anfällig und auch nur schwierig zu erwerben.

Estragon enthält viel Kalium, wirkt verdauungsfördernd und harntreibend und findet daher auch als geschätzte Heilpflanze Verwendung. Im Folgenden erfahren Sie wissenswerte Informationen zum Anbau und zur Pflege unterschiedlicher Estragonsorten.

Frische französische Kräuter für die Küche

Estragon zählt zu den wichtigsten Gewürzen in der französischen Küche und wird auch von vielen Hobbygärtnern allmählich entdeckt und wertgeschätzt. Durch sein angenehmes Aroma verbreitet der Echte, Französische Estragon einen lieblichen Duft im Sommergarten und lässt Urlaubserinnerungen wach werden.

Ursprüngliche Herkunft des mehrjährigen Krautes sind Südeuropa, Sibirien und die Mongolei, wobei es heutzutage auf der gesamten Welt kultiviert wird. Botaniker differenzieren zwischen zwei grundlegenden Sorten: dem Russischen Estragon und dem Französischen Estragon.

Nur die jungen, zarten Blatttriebe kommen frisch, getrocknet oder gerebelt in den Handel. Getrocknet schmeckt das Küchengewürz jedoch nicht mehr so kräftig, da ein Großteil der flüchtigen Aromastoffe während der Verarbeitung verloren geht.

Russischen Estragon pflanzen und pflegen

Russischer Estragon
Russischer Estragon kann als Frühjahrsgemüse verzehrt werden, schmeckt aber wenig aromatisch.

Russischer Estragon (Artemisia dracunculus var. inodora) wird vorwiegend im Fachhandel verkauft und stellt eine Variation der ursprünglichen Wildform dar. Da er besonders robust und bis -10°C winterhart ist, wird er gerne im Garten angepflanzt. Zudem entwickelt er im Gegensatz zu anderen Sorten schnell Samen und lässt sich auf diese Weise leicht vermehren.

Russischer Estragon verfügt über vergleichsweise breite Blätter, die an der Unterseite silbrig-grau schimmern. Dank seiner Klimabeständigkeit können die Samen des Russischen Estragons bereits im April auf dem Beet verteilt werden. Da es sich um Lichtkeimer handelt, dürfen die Samen nur leicht in die Erde gedrückt, jedoch nicht von ihr bedeckt werden.

Estragon
Estragonbüsche brauchen für ein gesundes Wachstum ausreichend Platz.

Bemessen Sie einen ausreichenden Pflanzabstand von mindestens 40 Zentimetern, da die Pflanze bis zu einem Meter hoch und breit werden kann.

Leider enthält diese pflegeleichte Sorte kaum ätherische Öle und entwickelt daher kein charakteristisches Anisaroma, Köche beschreiben seinen Geschmack als bitter bis langweilig. Dennoch kann er als Frühjahrsgemüse verzehrt werden.

Ernten Sie hierfür junge Triebe samt Blätter und dünsten Sie diese in gewürzter Butter wie grüne Bohnen. Für eine Nutzung als Gewürzpflanze muss Russischer Estragon mehrere Jahre am selben Standort gedeihen, um ein entsprechendes Aroma zu entwickeln, welches jedoch nicht mit der geschmacklichen Ausgewogenheit des Echten Estragons zu vergleichen ist.

Französischen Estragon pflanzen und pflegen

Echter Estragon
Echter Estragon hat deutlich schmalere Blätter und erinnert im Geschmack an Anis oder Karamell.

Der Französische Estragon (Artemisia dracunculus var. sativa), oder auch Echter Estragon, wurde durch Zucht veredelt und ist nur in ausgewählten Gartencentern zu finden, da er äußerat selten Blüten bildet und daher schwer über Stecklinge zu vermehren ist.

Die wirr wachsenden, schmalen Blätter sind sein Markenzeichen und duften nach Anis und Karamell. Dieser Estragon wird daher gerne als Gewürzpflanze genutzt, zum Verfeinern heller Saucen (etwa Sauce Béarnaise) und Marinaden in der französischen und italienischen Küche eignet er sich optimal.

Im Vergleich zum Russische Estragon ist diese Art besonders empfindlich. Jungpflanzen bevorzugen einen durchlässigen und nährtsoffreichen Boden mit hohem Humusanteil und sind ausgesprochen frostempfindlich.

Jungpflanzen
Jungpflanzen des Estragons benötigen viel Wasser und sind ausgesprochen empfindlich.

Setzen Sie die Stecklinge oder Jungpflanzen erst dann ins freie Beet, wenn keine Nachtfröste mehr drohen und halten Sie das Substrat durchgängig feucht. Eine Bodenaufbereitung mit organischem Dünger (Kompost oder Mulch) unterstützt das Pflanzenwachstum und hat dabei keinen negativen Einfluss auf den Geschmack.

Blüten sollten Sie stets entfernen und die Seitentriebe regelmäßig einkürzen, um eine schöne Wuchsform zu bewahren.

Ist der junge Estragon angewachsen, gedeiht er in der Regel gut und kann viele Jahre alt werden. Mit zunehmenden Standjahren wird die Gewürzpflanze auch stets resistenter und kann schließlich sogar draußen überwintern.

Kochen mit Estragon – Estragonbutter und Estragonessig selbst herstellen

Essig mit Estragon
Estragonessig ist in der französischen Küche sehr beliebt und lässt sich leicht herstellen.

Da Estragon sehr intensiv schmeckt, wird er nur in kleinen Portionen verwendet. Seine frischen Blätter und Triebspitzen können problemlos für einige Tage in einer Plastiktüte im Kühlschrank aufbewahrt werden. Getrocknet hält er sich besonders lange in einem kühlen und dunklen Behälter.

Estragon eignet sich hervorragend für eine französische Vinaigrette mit frisch gehackten "fines herbes", also Petersilie, Schnittlauch, Kerbel und Estragon. Sie harmoniert mit grünem Salat und Eierspeisen und kann auch als Grillmarinade oder zum Abschmecken von Fleischgerichten dienen. Auch die italienische Küche greift gerne auf das pfeffrige Kraut zurück, denn es passt gut zu Gemüse, Wildfleisch, Lamm und Fisch.

Erstellen Sie Ihre eigene Estragonbutter aus 50 Gramm weicher Butter und einem Teelöffel fein gehacktem Estragon. Ein zusätzlicher Spritzer Zitronensaft sorgt für sommerliche Frische und harmoniert optimal mit dem fein-herben Anisaroma des Estragons. 

Auch ein Estragonessig ist leicht herzustellen: Geben Sie vier frische Estragonzweige mit vielen feinen Blättern in 400 ml Balsamcio Bianco und lassen Sie die Mischung an einem dunklen, kühlen Ort rund 14 Tage durchziehen. Entfernen Sie schließlich die Zweige und seihen Sie den Essig ab.

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Bildnachweis
1. "Estragon" (Estragon de Russie) von Serres Fortier (Les Serres Fortier), https://www.flickr.com/, Lizenz: CC BY 2.0, zugeschnitten, Farbkorrektur
2. "Estragon als Kübelpflanze" (starr-080117-2172-plant-Artemisia_dracunculus-habit-Home_Depot_Nursery_Kahului) von Forest and Kim Starr (Starr Environmental), https://www.flickr.com/, Lizenz: CC BY 2.0, zugeschnitten, Farbkorrektur
3. "Estragonbusch" (2011.09.01_13.49.59_CIMG6337) von Andrey Zharkikh (andrey_zharkikh), https://www.flickr.com/, Lizenz: CC BY 2.0, zugeschnitten, Farbkorrektur
4. "Estragon in Nahaufnahme" (tarragon) von J.D. Falk (dr.jd), https://www.flickr.com/, Lizenz: CC BY 2.0, zugeschnitten, Farbkorrektur
5. "Jungpflanzen des Estragons" (05.18.08 Tarragon) von Pquegg, https://www.flickr.com/, Lizenz: CC BY 2.0, zugeschnitten, Farbkorrektur
6. "Estragonessig" (Originalbild): Pasi Mämmelä (mammela), Lizenz: CC0 1.0 / pixabay.com

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