Pfefferminze (Mentha x piperita) im Garten

Pfefferminz pflanzen und pflegen

Minze

Es gibt viele verschiedene Minze-Arten, die im Kräutergarten gedeihen können. Dabei ist jedoch auf eine ausgeschriebene Winterhärte zu achten. Frostempfindliche Minze wird daher lieber im Kübel gehalten und kann im Winter problemlos in den Innenraum getragen werden.

Besonders beliebt ist die Pfefferminze (Mentha x piperita), die als Heil- und Gewürzpflanze Verwendung findet und sogar zur Arzneipflanze des Jahres 2004 gewählt wurde, weil ihr ätherisches Öl Krämpfe und Muskelverspannungen löst. Sie ist eine Kreuzung aus der Wasserminze und der Krauseminze und wächst unkompliziert auch in unseren Gärten.

Die winterharte, krautige Pfefferminze vermehrt sich rasch durch unterirdische Ausläufer und wird 50 bis 90 cm hoch. Blütezeit ist für die Pfefferminze im Juni, jetzt zeigt sie ihre weiß-rosa Blüten. Im Folgenden erfahren Sie wissenswerte Informationen zum Anbau und zur Pflege der Pfefferminze.

Sortenvielfalt der Minze

Die Minzen bilden eine Gattung in der Pflanzenfamilie der Lippenblütengewächse. Botaniker unterscheiden zwischen 30 anerkannten Arten. Die aromatischen Pflanzen bilden unterirdische Ausläufer oder Rhizome und können sich so schnell im gesamten Garten verbreiten. Winterharte Sorten überwintern auf diese Weise im Untergrund, empfindliche Arten hingegen sterben über die kalten Monate ab, wenn sie nicht ins warme Haus gestellt werden.

Neben der beliebten Pfefferminze können auch Katzenminze, Grüne Minze, Hirsch-Minze oder Wasser-Minze kultiviert werden, um nur einige der zahlreichen Beispiele zu nennen. Dabei müssen die individuellen Ansprüche für ein gesundes Pflanzenwachstum beachtet werden. Zudem unterscheiden sich die Minzen in Geschmack und Gestalt.

Ansprüche und Standort der Pfefferminze

Pfefferminze
Die Pfefferminze gedeiht im Halbschatten auf lockerem Boden besonders gut.

Die Pfefferminze gilt als recht anspruchslos und pflegeleicht, da sie zu den winterharten Minze-Sorten zählt und im Freien überwintern kann. Dennoch gilt diesbezüglich zu beachten, dass winterharte Minzen sich sehr schnell im gesamten Garten ausbreiten. Alternativ können Sie die Pfefferminze natürlich auch in einem Kübel auf dem Balkon kultivieren. Hier lässt sich das Pflanzenwachstum entsprechend einfach kontrollieren.

Experten raten zu halbschattigen Standorten, die morgens und abends ausreichend Sonnenlicht ausgesetzt sind. Hier gedeiht die Pfefferminze optimal und bildet erfrischend aromatische Blätter aus. Falls Sie keinen halbschattigen Platz finden, ist langer Sonnenschein anhaltendem Schatten vorzuziehen. Hier wird dann entsprechend häufig bewässert.

Da Pfefferminze über robuste, jedoch sehr feine Wurzeln verfügt, sollte der Boden locker, humos und nährstoffreich sein. Falls Ihre Gartenerde zu stark verdichtet ist, kann feiner Sand und Kompost eingearbeitet werden. Zudem sollte die starkzehrende Pfefferminze alle drei Jahre an einen neuen Standort gesetzt werden, sodass sich der Boden wieder erholen kann.

Tipp: Pfefferminzpflanzen unterschiedlicher Sorten werden nicht nebeneinander gepflanzt, da sie sich schnell untereinander kreuzen. Die neuen Minzen verfügen dann meist über ein unangenehmes Blattaroma.

Pfefferminze pflanzen

Pfefferminze
Pfefferminze ist winterhart und breitet sich im Beet schnell aus.

Minze wird häufig als Containerware angeboten und kann ganzjährig gepflanzt werden, idealer Pflanzzeitpunkt ist jedoch der Frühling. Vor der Pflanzung wird der gesamte Wurzelballen für einige Zeit in einen Wassertrog gestellt, bis keine Luftperlen mehr aufsteigen. So bereiten Sie die Jungpflanze optimal auf das Leben im Freien vor und erleichtern ihr die anstehende Wurzelbildung im Erdreich.

Ist der ideale Standort im Garten gefunden, kann die Minze schließlich ins Beet gesetzt werden. Heben Sie hierfür ein Pflanzloch aus, das etwas größer als der Wurzelballen ist. Der Pflanzabstand sollte rund 30 Zentimeter betragen. Geben Sie frischen Humus oder eine Handvoll Hornspäne in das Pflanzloch und setzen Sie anschließend die Pflanze ein. Bedecken Sie den Wurzelballen komplett mit dem aufbereiteten Aushub und drücken Sie alles gut fest. Abschließend wird noch kräftig angewässert, sodass sich die Pflanze optimal mit dem Substrat verbinden kann.

Tipp: Alternativ kann Pfefferminze auch samt Kunststofftopf im Beet kultiviert werden, um ihr schnelles Wachstum leichter zu kontrollieren.

Bei einer Kübelpflanzung ist besonders auf einen guten Wasserabtransport zu achten, da Pfefferminze bei anhaltender Feuchtigkeit schnell verkümmert. Wählen Sie ein Gefäß mit Loch im Boden und geben Sie eine zusätzliche Drainageschicht aus kleinen Tonscherben oder Blähton in den Kübel, um Staunässe entgegenzuwirken. Für ein gesundes Pflanzenwachstum wird der Topf nun in einen sonnigen Bereich auf dem Balkon oder der Terrasse gestellt.

Minze pflegen

Pfefferminze
Minzen bilden bei guter Pflege leuchtende Blüten.

Die Pfefferminze gedeiht an einem halbschattigen bis sonnigen Standort sehr gut. Bei starker Sonneneinstrahlung muss darauf geachtet werden, dass die Pflanze regelmäßig gewässert wird, das Substrat sollte nie vollständig austrocknen. Dies betrifft vor allem Topfpflanzen, die im Sommer täglich gegossen werden müssen. Staunässe gilt es jedoch zu vermeiden.

Eine durstige Minze erkennen Sie an schlaff herabhängenden Blättern und einem gebogenen Stängel. Wird die Pflanze in diesem Stadium bewässert, richtet sie sich schnell wieder auf, ohne Folgeschäden davonzutragen. Beetpflanzen sind diesbezüglich deutlich toleranter und vertragen auch kurze Trockenperioden relativ gut.

Tipp: Wässern Sie immer nur den Boden um die Pflanze, jedoch nicht die Blätter, da Minze generell schnell von Mehltau befallen wird. Die Entstehung der Pilzinfektion wird durch feuchte Blätter gefördert.

Experten raten von einer zusätzlichen Düngung ab, da die Pfefferminzblätter einen unangenehmen Geschmack entwickeln könnten. Zudem bietet ein humusreicher und mit Kompost aufbereiteter Grund der Pflanze alle Nährstoffe, die sie für ein gesundes Wachstum benötigt.

Pfefferminze schneiden und weiterverarbeiten

Longdrink
Frische Minzblätter können zu einem erfrischenden Mojito weiterverarbeitet werden.

Die Pfefferminze ist eine schnell wachsende Pflanze, die sich unkontrolliert ausbreiten kann. Daher sind mehrmals jährlich stattfindende Schnittmaßnahmen besonders wichtig. Idealer Zeitpunkt für einen Formschnitt ist das Frühjahr vor dem Neuaustrieb. Alternativ kann die Pfefferminze auch zur Ernte oder im Herbst bodennah zurückgeschnitten werden.

Zur Ernte zwischen Juni und August werden die benötigten Stängel in einer gewünschten Länge vom Strauch abgeschnitten. Binden Sie mehrere Stängel zu einem Bund zusammen und lassen Sie diesen hängend langsam im Schatten trocknen. Vermeiden Sie während der Trocknungsphase starke Sonneneinstrahlung.

Alternativ können die frisch gepflückten Blätter samt Stängel zu einem frischen Tee oder einem erfrischendem Cocktail weiterverarbeitet werden. Besonders beliebt ist der Mojito, der aus frischer Minze, Rum, Limettensaft, Rohrzucker und Sodawasser hergestellt wird. Der Longdrink wird mit Crushed Ice in einem hohen Glas serviert und schmeckt erfrischend leicht.

Tipp: Für ein belebendes Bad können Sie frische Minzblätter ins Badewasser geben und den angenehmen Duft genießen.

Krankheiten und Schädlinge

Blattkäfer
Die Pfefferminze wird häufig von Blattkäfern befallen.

Die Pfefferminze bildet viele feine Blätter aus und ist daher generell stark von Pilzinfektionen bedroht. Diese entstehen vermehrt auf feuchten Blättern und befallen schließlich die gesamte Pflanze. Besonders häufig kommt es zu Mehltau, Minzrost oder zur Blattflecken-Krankheit.

Den Minzrost (Puccinia menthae) erkennen Sie an dunkelbraunen Flecken auf den Blattunterseiten. Bei einem Befall sollten entsprechende Pflanzenteile abgeschnitten und im Hausmüll entsorgt werden. Die Pflanze treibt schließlich wieder gesund aus.

Häufig findet man auch Blattläuse oder den Minzblattkäfer auf der Pflanze. Dieser blaugrüne Käfer ernährt sich von den schmackhaften Blättern und kann somit die Ernte deutlich mindern. Angefressene Blätter können aber noch problemlos zu Tee und Co. weiterverarbeitet werden. Knoblauch- oder Brennesseljauche gelten als natürliche Bekämpfungsmittel und schützen Ihre Pfefferminze vor unliebsamen Schädlingen.

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Bildnachweis
1. "Pfefferminze" (Originalbild): akvalsk, Lizenz: CC0 1.0 / pixabay.com
2. "Minze" (Originalbild): strecosa, Lizenz: CC0 1.0 / pixabay.com
3. "Minze im Beet" (Originalbild): Jing, Lizenz: CC0 1.0 / pixabay.com
4. "Blühende Minze" (Originalbild): strecosa, Lizenz: CC0 1.0 / pixabay.com
5. "Mojito" (Originalbild): StockSnap, Lizenz: CC0 1.0 / pixabay.com
6. "Minzblattkäfer" (Originalbild) von Sebastian Weisz, Wikimedia Commons, Lizenz: CC BY-SA 4.0, zugeschnitten, Farbkorrektur

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