Zitronenmelisse (Melissa officinalis)

Zitronenmelisse im Gartenbeet ziehen

Zitronenmelisse im Garten

Die Zitronenmelisse (Melissa officinalis), oft auch nur als Melisse bezeichnet, ist eine mediterrane Pflanzenart und gehört zur Familie der Lippenblütler. Die Gewürz-, Bienenweide- und Heilpflanze wurde zur Arzneipflanze des Jahres 1988 gewählt und gedeiht auch im Hausgarten gut.

Die krautige Pflanze kann bis zu 120 Zentimeter hoch werden und bildet ein unterirdisches Rhizom, von dem viele Ausläufer abgehen. So kann sich die Zitronenmelisse schnell im gesamten Garten ausbreiten und problemlos im Freien überwintern.

Die frischen, aromatischen Blätter der Zitronenmelisse werden möglichst vor der Blüte geerntet und dann gerne als Küchengewürz verwendet oder zum Aromatisieren kalter Getränke und frischer Salate genutzt.

Wir haben für Sie im Folgenden wichtige Tipps zum Anbau und zur Pflege der Zitronenmelisse zusammengetragen.

Wissenswertes zur Zitronenmelisse

Die Zitronenmelisse blüht in hellen Farben zwischen Juli und Oktober und lockt mit ihrem angenehmen Zitrusduft viele Insekten und Bienen an. Nicht umsonst nennt man die Pflanze im Griechischen "Melissa", was soviel wie "Honigbiene" bedeutet, oder im Deutschen auch "Bienenfang" oder "Imkerkraut". Denn die Zitronenmelisse zählt zu den Bienentrachtpflanzen, da sie besonders viel Nektar und Pollen erzeugt und daher gerne von Bienen angeflogen wird.

Die ursprüngliche Heimat der aromatischen Zitronenmelisse ist der Vordere Orient. Heute wird sie in vielen Ländern des gemäßigten Klimas angebaut, vor allem in Deutschland und Italien. Dabei kann die Melisse auf eine lange Tradition zurückblicken, denn bereits die alten Griechen und Römer schätzten die Pflanze und nutzten das Kraut für Heil- und Würzzwecke.

Ansprüche und idealer Standort der Zitronenmelisse

Melisse
Die Zitronenmelisse lässt sich leicht im eigenen Garten kultivieren.

Die Zitronenmelisse ist eine sehr genügsame Pflanze, die an vielen Plätzen problemlos wachsen und gedeihen kann. Sie bevorzugt dabei halbschattige bis sonnige Standorte, die über einen nährstoffreichen, sandigen Lehmboden verfügen. Dabei kann der Boden sauer, kalkhaltig oder neutral ausfallen, die Melisse setzt diesbezüglich keine besonderen Ansprüche voraus.

Da die Melisse äußerst anfällig auf stehende Feuchtigkeit reagiert, ist es wichtig, beim Anbau auf ein durchlässiges Substrat zu achten und gegebenenfalls nachzuhelfen: Feiner Sand und Kompost lockern den Boden auf und auch eine zusätzliche Drainageschicht aus Blähton oder kleinen Tonscheiben wirken sich positiv auf die Bodenbeschaffenheit und -durchlässigkeit aus. Besonders bei einer Kübelpflanzung ist diese Schicht entscheidend für ein gesundes Pflanzenwachstum.

Bei der Standortwahl muss bedacht werden, dass die Zitronenmelisse bei einer Höhe von gut 100 Zentimetern häufig sehr buschig und ausladend werden kann. Setzen Sie dieses Kraut daher nicht neben kleinere Pflanzen, die durch eine natürliche Beschattung Schaden nehmen würden. Dennoch kann man die Zitronenmelisse auch in einem Kräuterbeet oder in der passenden Klimazone einer Kräuterspirale kultivieren. Zudem sollte der Standort windgeschützt sein, um ein vorzeitiges Abknicken der langen Triebe zu vermeiden.

Melisse im Beet pflanzen

Wurzeln der Melisse
Das Rhizom der Melisse bildet lange Ausläufer und kann sich so schnell im gesamten Garten ausbreiten.

Bei der Pflanzung von Zitronenmelisse als Containerware gibt es wenig zu beachten. Als idealer Zeitpunkt hat sich der Mai bewährt, da nach den Eisheiligen keine Nachtfröste mehr drohen. Vorab können Sie den Wurzelballen in ein mit Wasser gefülltes Gefäß stellen, bis keine Luftperlen mehr aufsteigen. Während die Pflanze im Wasser steht, können Sie mit dem Ausheben der Pflanzlöcher beginnen.

Achten Sie bei der Standortwahl auf einen genügend großen Pflanzabstand von ca. 35x35 cm zwischen den einzelnen Jungpflanzen. Zitronenmelisse wird schnell sehr breit und unübersichtlich, daher benötigt sie für ein gesundes Wachstum ausreichend Platz und Licht. Das Pflanzloch sollte etwas größer als der Wurzelbereich sein und kann mit einer zusätzlichen Drainageschicht ausgestattet werden. Auch eine Handvoll Hornspäne optimiert die Bodenzusammensetzung und erleichtert ein Anwachsen der Wurzeln.

Setzen Sie schließlich den nassen Wurzelballen in das ausgehobene Loch und bedecken Sie ihn mit dem aufbereiteten Aushub. Drücken Sie alles gut fest und wässern Sie kräftig an.

Tipp: Zitronenmelisse wird für eine Kultivierung im Blumentopf zu groß, kann jedoch in ausreichend breiten Kübeln auf dem Balkon gehalten werden. Achten Sie hier auf einen optimierten Wasserabfluss.

Pflege der Zitronenmelisse

Blühende Melisse
Die Zitronenmelisse kann jederzeit bei Bedarf geerntet werden. Optimal erfolgt die Ernte vor der Blüte.

Nach der Pflanzung ist eine regelmäßige Wassergabe besonders wichtig, da Jungpflanzen anhaltende Trockenheit wie auch Staunässe nur sehr schlecht vertragen. Sobald die Pflanze angewachsen ist, kann die tägliche Bewässerung eingestellt werden. Nur während langen Trockenperioden im Hochsommer sollte das Beet zusätzlich gewässert werden.

Eine Düngung ist bei der genügsamen Zitronenmelisse nicht von Vorteil, da die empfindlichen Blätter schnell einen unangenehmen Geschmack annehmen, wenn sie mit chemischen Konzentraten behandelt werden. Setzen Sie bewusst auf hochwertige Pflanzenerde, die mit nährstoffreichem Kompost angereichert wurde. So schaffen Sie Ihrer Melisse optimale Wachstumsbedingungen, ohne das angenehme Aroma zu gefährden.

Für schöne, frische Blätter wird die Zitronenmelisse mehrfach geerntet. Nach dem Schnitt treibt die Gewürzpflanze erneut aus und bildet wieder aromatische Blätter, die nach Bedarf abgeschnitten werden können. Idealerweise ernten Sie bereits vor der Blüte, da jetzt der Anteil an ätherischen Ölen sehr hoch ausfällt und die Blätter besonders schmackhaft sind.

Die Zitronenmelisse ist winterhart und benötigt keinen zusätzlichen Winterschutz im Freiland. Kübelpflanzen können zusätzlich mit Vliesstoffen abgedeckt und auf eine Styroporplatte gestellt werden.

Zitronenmelisse vermehren

Melisse
Die Zitronenmelisse verbreitet einen angenehmen Zitrusduft im Sommergarten.

Zitronenmelisse kann auf verschiedene Art und Weise vermehrt werden. Am einfachsten gestaltet sich die Teilung der Pflanze zum Austriebbeginn im Frühling. Graben Sie hierzu die Pflanze aus und schneiden Sie das Rhizom mit einem scharfen Messer durch. Anschließend können die zwei Pflanzenteile wieder eingesetzt werden, vorzugsweise in frische Erde für ein optimales Wachstum.

Alternativ können Samen im zeitigen Frühjahr ausgesät werden. Da es sich um sogenannte Lichtkeimer handelt, gilt es darauf zu achten, dass die kleinen Samen nur angedrückt und nicht mit Erde bedeckt werden. Nicht aus allen Samen werden schließlich auch Pflanzen entstehen, daher kann man ruhig einige Samen mehr im Beet auslegen.

Vielversprechender ist ein Vorziehen ab Februar auf der warmen Fensterbank. Achten Sie jedoch darauf, dass die Keimlinge nicht durch eine übermäßige Sonneneinstrahlung vertrocknen. Die jungen Sämlinge können dann ab Mai ausgepflanzt werden und verfügen bereits über einen Wachstumsvorsprung gegenüber Unkraut, was ihnen das Anwachsen und Gedeihen erleichtert.

Vierte Möglichkeit ist die Stecklingsvermehrung. Schneiden Sie hierzu Stecklinge aus der Mutterpflanze und lassen Sie diese in einem Topf unter Klarsichtfolie feine Wurzeln ausbilden, bevor sie ins freie Beet gesetzt werden.

Krankheiten und Schädlinge

Lederwanze
Die Lederwanze saugt den Pflanzensaft aus und frisst Löcher in die Blätter.

Die Zitronenmelisse gilt als robust und wenig anfällig. Dennoch können vermehrt Pilzerkrankungen an den Pflanzen beobachtet werden, was auf eine schlechte Belüftung der Blätter zurückzuführen ist: Feuchte Blätter bieten die ideale Angriffsfläche für Pilzsporen. Bewässern Sie daher nach Möglichkeit nie das Laub, sondern stets den Grund um die Pflanzenbasis und halten Sie einen ausreichenden Pflanzabstand ein.

Sollte eine Pflanze vom Mehltau (mehliger Belag auf der Blattoberfläche) oder dem Minzrost (braune Pusteln an der Blattunterseite) befallen sein, werden erkrankte Pflanzenteile abgeschnitten und im Hausmüll entsorgt. Geben Sie befallene Blätter nicht auf den Kompost, denn hier würden sich die Pilzsporen schnell verbreiten.

Alternativ können Sie ein befallenes Blatt einem Spezialisten im Fachmarkt zeigen und entsprechende Spritzmittel kaufen. Im Anschluss kann die Melisse jedoch nicht mehr weiterverarbeitet werden. Eine Behandlung mit Hausmitteln zeigt bei Pilzerkrankungen in der Regel keinen Erfolg.

Ebenso häufig kann man kleine Schädlinge auf der Pflanze beobachten. Die Blattläuse, Wanzen oder Zikaden ernähren sich von den schmackhaften Blättern und können bei starkem Befall zu komplettem Kahlfraß führen. Hobbygärtner können sich mit klebenden Gelbtafeln oder Insektiziden, die für den Gebrauch im Hausgarten zugelassen sind, helfen.

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Bildnachweis
1. "Zitronenmelisse" (Originalbild): zrenate, Lizenz: CC0 1.0 / pixabay.com
2. "Zitronenmelisse" (Originalbild): Claudia Peters (Huskyherz), Lizenz: CC0 1.0 / pixabay.com
3. "Ausläufe der Zitronenmelisse" (Tenacious Roots on Lemon Balm) von Deb Nystrom (Tatiana12), https://www.flickr.com/, Lizenz: CC BY 2.0, zugeschnitten, Farbkorrektur
4. "Blüten der Zitronenmelisse" (lemon-balm) von Christoph Zurnieden (deamentiaemundi), https://www.flickr.com/, Lizenz: CC BY 2.0, zugeschnitten, Farbkorrektur
5. "Zitronenmelissenbusch" (Sitronmelisse - lemon balm - Melissa officinalis) von color line, https://www.flickr.com/, Lizenz: CC BY 2.0, zugeschnitten, Farbgestaltung
6. "Lederwanze auf Zitronenmelisse" (Shield Bug on Lemon Balm) von Leonora Enking (wallygrom), https://www.flickr.com/, Lizenz: CC BY-SA 2.0, zugeschnitten, Farbkorrektur

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