Wirsingkohl im Garten

Wirsing pflanzen und pflegen

Wirsing

Der Wirsing (Brassica oleracea) ist eine Kulturvarietät des Gemüsekohls und zeichnet sich durch seine kraus gewellten Blätter aus. Die vitaminreiche Nutzpflanze kann, abhänging von der Sorte, sogar über den Winter geerntet und frisch in der Küche zubereitet werden.

Erst seit dem 18. Jahrhundert wird der Wirsingkohl in zunehmendem Maße in privaten Nutzgärten angebaut. Dabei ist der Kopfkohl deutlich robuster als andere Kohlsorten und gedeiht bei leichter Pflege am idealen Standort gut. Dabei können Hobbygärtner mittlerweile zwischen zahlreichen Neuzüchtungen wählen, die besonders ertragsreich, schnell- bzw. langsamwachsend oder krankheitsresistent sind. Fehlt ein Gemüsebeet, kann der Wirsing auch in ausreichend großen Kübeln gezogen werden, er benötigt dann jedoch einen zusätzlichen Winterschutz.

Wir haben für Sie wissenswerte Informationen zum Anbau und zur Pflege des Wirsings zusammengestellt.

Welche Wirsingsorte ist die richtige?

Die Kohlpflanze entwickelt ausladende, große Blätter, die zum natürlichen Blickfang im Garten werden. Wenn Sie verschiedene Wirsing-Sorten im Gemüsebeet kultivieren, können Sie ganzjährig frische, vitaminreiche Wirsingblätter ernten und zubereiten. Man unterscheidet frühe, mittlere und späte Wirsingarten, die auch als Sommer-, Herbst- oder Winterwirsing bezeichnet werden.

Auch in ihrem Anbau unterscheiden sich die Sorten voneinander: Die Aussaat von Früh- und Sommerwirsing erfolgt ab Februar auf der Fensterbank und ab Anfang Mai im Freiland. Die Anzucht von Spätsorten hingegen erfolgt erst ab Ende Juli, wobei diese Kohlpflanzen bis -10°C im Gemüsebeet überwintern können. Sogar bei anhaltenden Frösten können die Winterkohlsorten geerntet werden.

Je nach Sorte und erwünschter Größe rechnen Gärtner bei Frühsorten mit einer Kulturzeit von 13-25 Wochen und bei Spätsorten mit rund 26-40 Wochen, dafür fällt der Ertrag bei Herbst- und Wintersorten meistens höher aus.

Wirsing im Beet
Wirsing kann in unterschiedlichen Sorten im Beet als auch im Kübel kultiviert werden.

Die Bezeichnungen der einzelnen Wirsing-Arten können je nach Hersteller variieren. Dennoch haben sich einige Sorten für einen heimischen Anbau besonders bewährt.

Der Wirsingkohl Savoy Serve ist eine frühe Sorte mit stark gekräuselten und dunkelgrünen Blättern, die rund 90 Tage nach der Umpflanzung erntereif sind. Dank seiner kompakten Wuchshöhe eignet sich die Nutzpflanze auch für eine Kultivierung auf dem Balkon. Besonders früh kann Zirkon geerntet werden. Die mittelgroße Pflanze verfügt über eine besonders kurze Entwicklungsdauer und gute Innenqualität.

Der Wirsing der Sorte Samantha bildet eine spitze Kopfform aus und wird daher als Spitzwirsing bezeichnet. Seine Ernte erfolgt zwischen Juli und Oktober, wobei die Pflanze kompakt bleibt und nur wenig Platz im Beet benötigt. Die Neuzüchtung ist außergewöhnlich zart und aromatisch. Marner Grüfewi ist ein ausgeschriebener Winterwirsing und besonders frosthart. Die Erntephase liegt zwischen September und Februar, wobei die Pflanzen bei starken Frösten unter -10°C zusätzlich durch Vliesstoffe geschützt werden sollten.

Idealer Standort und optimale Bodenbeschaffenheit

Wirsingkohl in Sonne
Ein hoher Kalkgehalt optimiert die Bodenbeschaffenheit für ein gesundes Wachstum.

Wirsing ist weniger anspruchsvoll als andere Kohlarten. Dennoch benötigt er für ein gesundes Pflanzenwachstum ein humusreiches, durchlässiges Substrat mit einem hohen Kalkanteil. Experten empfehlen einen pH-Wert des Bodens von 6,5 bis 7,5 für einen guten Ernteertrag.

Alle Wirsingkohlsorten bevorzugen einen sonnigen Standort, doch auch in halbschattigen Beetabschnitten gedeiht die Nutzpflanze noch ausreichend gut.

Wie bei allen Kohlsorten spielt auch beim Wirsing die Fruchtfolge eine entscheidende Rolle. Bedenken Sie daher bei der Standortwahl, dass Kreuzblütler nach erfolgter Ernte erst nach drei Jahren wieder am selben Standort angebaut werden dürfen, sodass sich der ausgelaugte Boden erholen kann. Andernfalls droht ein Befall von Pflanzenkrankheiten und Schädlingen, die sich über mehrere Jahre im Boden einnisten.

Wirsing pflanzen

Wirsing
Wirsing zählt zu den schnellwachsenden Nutzpflanzen und benötigt ausreichend Platz im Gemüsebeet.

Der ideale Pflanzzeitpunkt der Wirsingpflanze hängt von den Ansprüchen der Sorte ab: Frühe und mittlere Sorten werden zwischen April und Mai ins Freiland gesetzt, während Spätsorten erst ab August oder September ins Beet umziehen.

Generell empfiehlt es sich, alle Wirsingsorten vorab im Innenraum vorzuziehen. Für die Aussaat geben Sie die Samen ca. 1 Zentimeter tief in nährstoffreiche Erde, wobei Sie mindestens einen Pflanzabstand von 5 Zentimetern einhalten.

Spannen Sie eine perforierte Folie über den Topf und halten Sie das Substrat in der anfänglichen Keim- und Wachstumsphase gleichmäßig feucht.

Wirsing
Beim Anbau von Wirsing muss zwischen späten und frühen Sorten unterschieden werden.

Tipp: Vermeiden Sie beim Vorziehen auf dem Fensterbrett die Nähe zu warmen Heizungsanlagen und wählen Sie daher vorzugsweise eine sonnige Fensterbank im unbeheizten Schlafzimmer.

Wenn Frühsorten eine Größe von 10 Zentimetern erreicht haben, werden Sie ab Mai ins Gemüsebeet gesetzt. Hier empfinden erfahrene Gärtner einen Pflanzabstand von 35 Zentimetern als ausreichend, da die Pflanzen weniger ausladend werden als die Spätsorten.

Die Anzucht der späten Wirsingsorten erfolgt Anfang August. Wenn die Keimlinge zwei Blattpaare ausgebildet haben, werden sie ins Freie gesetzt, wo sie auch problemlos überwintern können. Halten Sie hier einen Mindestabstand von 50 Zentimetern ein.

Wirsingkohl pflegen

Blühender Wirsing
Langsamwachsende Sorten neigen zum Schossen, d. h. sie bilden während der Wachstumsphase Blüten. Dies gilt es zu vermeiden.

Einige Wochen vor der Pflanzung bietet es sich an, das Substrat mit Humus und einer Extraportion Kalk aufzubereiten. So finden die vorgezogenen Jungpflanzen optimale Startbedingungen für ein gesundes Wachstum vor.

Generell ist die Nährstoff- und Wasserversorgung entscheidend beim starkzehrenden Wirsingkohl, da er besonders große Blätter entwickelt.

Düngen Sie mit organischen Materialien wie Kompost oder Pferdemist und arbeiten Sie die Düngmittel gut ins Erdreich ein. Um den Nährstoffbedarf der Nutzpflanze während der Wachstumsphase decken zu können, sollte zwischen April und Oktober alle zwei Wochen erneut gedüngt werden.

Tipp: Falls Sie für den Gebrauch im Nutzgarten zugelassenen Langzeitdünger aus dem Fachhandel verwenden möchten, dann achten Sie auf einen hohen Kalkgehalt.

Wässern Sie Ihren Wirsing regelmäßig und vermeiden Sie zu starke Schwankungen im Feuchtigkeitshaushalt: Anhaltende Trockenheit bekommt dem Wirsing genau so wenig wie Staunässe. Die Pflanze wird schwach, bildet weniger Blätter aus und wird leichter von Krankheitserregern und Schädlingen befallen. Späte Sorten sollten dabei nur an frostfreien Tagen gegossen werden.

Tipp: Auch bewusst gewählte Nachbarspflanzen können unliebsame Schädlinge fernhalten. Pflanzen Sie stark duftende Ringelblumen oder Tagetes für eine natürliche Duftbarriere oder setzen Sie Tomaten zwischen die Wirsingpflanzen, um gezielt Raupen zu vergraulen.

Krankheiten und Schädlinge

Schadbild
Der Gelber Rüben-Mosaikvirus wird durch pflanzenpathogene Insekten übertragen. Die Blätter welken und die Blattadern treten stark hervor.

In einem ersten präventiven Schritt zur Schädlingsbekämpfung sollte ein spezielles Gartenvlies über den frisch ausgesetzten Jungpflanzen angebracht werden, da sie sehr häufig Schnecken zum Opfer fallen. Zudem halten die engmaschigen Stoffe den Kleinen Kohlweißling fern, einen Schmetterling, der seine Eier im Kohlbeet ablegt und dessen Larven sich schließlich von den Wurzeln und oberirdischen Pflanzenteilen ernähren. Bei starkem Befall kann es zu einem kompletten Kahlfraß kommen, daher werden erkrankte Pflanzen schnellstmöglich entfernt und im Hausmüll entsorgt.

Die für den Wirsing gefährlichste Krankheit ist die Kohlhernie. Der Erreger, ein sogenannter Schleimpilz, setzt sich im Inneren fest und vermehrt sich schlagartig. Gelangen die Sporen ins Erdreich, können sie dort bis zu zehn Jahre überdauern. Ein Befall führt zu vedickten Wurzelbereichen, wodurch es zu einer schlechteren Nährstoffaufnahme kommt. Eine direkte Bekämpfung ist schwierig, Experten raten zum Einsatz von Kalkstickstoff. Zudem sollte eine Anbaupause von mindestens sieben Jahren eingehalten werden.

Der Gelbe Rüben-Mosaikvirus befällt hauptsächlich Kreuzblütler und wird durch Insekten wie Flohkäfer oder andere Käferarten übertragen. Sommersorten sind von dieser Virusinfektion seltener betroffen. Präventiv sind jegliche Maßnahmen zu vermeiden, die Stress für die Pflanzen bedeuten, etwa Staunässe und lange Trockenheitsperioden.

Tipp: Pflanzen Sie von Anfang an resistente Neuzüchtungen für eine ertragsreiche Ernte.

Wirsing ernten und weiterverarbeiten

Wirsing
Wirsing wird in mundgerechte Stücke zerkleinert. Alternativ werden große Blätter zu Kohlrouladen weiterverarbeitet.

Mit der richtigen Schnitttechnik können Sie die Erntedauer Ihres Wirsings gezielt verlängern. Schneiden Sie die benötigte Menge Kohlblätter immer von außen nach innen mit einem scharfen Messer ab. Solange Sie das Pflanzenherz, also die Mitte des Kohls, nicht verletzen, bilden sich stets neue, kräftige Blätter nach, die mehrmals geerntet werden.

Wirsing kann im Unterschied zu vielen anderen Kohlarten auch bereits geerntet werden, wenn der Kohl noch keinen festen Kopf gebildet hat. Die ersten Blätter sind besonders mild und zart und eignen sich hervorragend für einen frischen Salat. Festere Blätter hingegen können in mundgerechte Stücke geschnitten und in einer Pfanne leicht angebraten werden. Auch blanchiert und in Kombination mit würziger Wurstware sowie Kartoffeln schmeckt Wirsing ausgesprochen gut.

Rezept: Wirsingpfanne mit würzigen Hackbällchen

Wirsing
Wirsing schmeckt besonders gut mit würzig-salziger Fleischbeilage.

Zutaten für das Wirsinggemüse:

  • 1 frischer Wirsing
  • 2 Zwiebeln
  • 2 Knoblauchzehen
  • 300 ml Gemüsebrühe
  • Salz, Pfeffer, Currypulver

Zutaten für die Hackbällchen:

  • 400g gemischtes Hackfleisch
  • 1 Ei
  • 1 Zwiebel
  • 1 Knochblauchzehe
  • 2 EL Senf, mittelscharf
  • Salz, Pfeffer, Paprika edelsüß

Zubereitung:

Zwiebeln und Knoblauch für die Hackbällchen möglichst fein hacken und mit dem Fleisch vermengen. Das Ei und den Senf unterheben und nach Geschmack würzen. Abschließend ca. 3 Zentimeter große Bällchen formen und das Fleisch vorerst beiseitestellen.

Für das Gemüse den Wirsing von seinen äußeren Blättern befreien und vierteln. Anschließend den Strunk entfernen und alle anderen Blätter in feine Streifen oder Stücke schneiden. Zwiebeln und Knoblauch grob zerkleinern und in etwas Olivenöl glasig anschwitzen. Den Wirsing hinzugeben und kurz anbraten, schließlich mit Gemüsebrühe ablöschen und mit Salz, Curry und Pfeffer abschmecken. Abschließend die Hackbällchen auf das Gemüse und den Deckel auf den Topf legen und alles bei geringer Hitze ca 20-25 Minuten durchziehen lassen, bis das Fleisch gar ist.

Guten Appetit!

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Bildnachweis
1. "Wirsingkohl" (Originalbild): condesign, Lizenz: CC0 1.0 / pixabay.com
2. "Wirsingkohl im Beet": Félix Potuit (Chou de Milan), Wikimedia Commons, gemeinfrei/Public Domain
3. "Wirsing" (Originalbild): Efraimstochter, Lizenz: CC0 1.0 / pixabay.com
4. "Wirsingkohlpflanzen im Beet" (Wirsing.) von Sven (nevsred), https://www.flickr.com/, Lizenz: CC BY-SA 2.0, zugeschnitten, Farbkorrektur
5. "Wirsinge" (Originalbild): Willi Heidelbach (wilhei), Lizenz: CC0 1.0 / pixabay.com
6. "Wirsingblüte" (Originalbild): Phongsak Manodee (GusbellSStudio), Lizenz: CC0 1.0 / pixabay.com
7. "Gelber Rüben Mosaikvirus" (Turnip yellow mosaic virus 2) von Michal Maňas (Snek01), Wikimedia Commons, Lizenz: CC BY 2.5, zugeschnitten, Farbkorrektur
8. "Wirsingkohl halbiert" (Wirsing) von Katrin Gilger, https://www.flickr.com/, Lizenz: CC BY-SA 2.0, zugeschnitten, Farbkorrektur
9. "Wirsingeintopf mit Hackbällchen" (Wirsing mit Hackbaellchen) von Katrin Gilger, https://www.flickr.com/, Lizenz: CC BY-SA 2.0, zugeschnitten, Farbkorrektur

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