Gartencouch selber bauen

Wir haben für Sie eine multifunktionale Gartencouch entwickelt, die viel mehr kann als nur Sitzgelegenheit sein. Setzt man eine oder mehrere Lehnen ein, lassen sich viele unterschiedliche Sitz und Liegevarianten kreieren. Besonders
zueinander versetzte Lehnen ergeben eine sehr schöne und kommunikationsfördernde Sitzposition. Es können bis zu vier Rückenlehnen gleichzeitig auf der Bank eingesetzt werden. Für die Beine der Bank haben wir Edelstahl verwendet. Dies hat zum einen ästhetische Gründe, zum anderen hat es den Vorteil, dass die Beine nicht auf Grund von Feuchtigkeit oder Ungeziefer
verrotten.

Die Bank selbst ist aus Lärchenholz; alle Leisten haben den gleichen Querschnitt. Die Verbindungen zwischen Metall und Holz bestehen aus wasserbeständigen Holzdübeln (8 x 50, Eiche oder Sipo). Bei einigen Arbeitsschritten sind helfende Hände von Vorteil. Auch benötigen Sie etwas Geduld, um Stück für Stück Ihre persönliche Bank zu bauen.

Mit freundlicher Genehmigung von Festool

Materialliste

Werkzeug

  • Eisensäge
  • Feile
  • Winkel
  • Eisenbohrer 5 und 8 mm
  • Zwingen
  • Holzbohrer 4 und 8 mm

 

 

1. Schritt: Leisten zuschneiden

Alle Leisten der Bank werden mit einer Hand- oder Tischkreissäge auf das in der Materialliste angegebene Maß zugeschnitten. Wenn Sie eine Handkreissäge mit Führungsschiene benutzen, können Sie mehrere Leisten mit einer Zwinge zusammenspannen und diese gemeinsam zusägen. Die Vierkantrohre aus Edelstahl schneiden Sie mit einem Winkelschleifer oder einer Metallsäge auf das passende Maß zu.

Entgraten Sie anschließend die Schnittkanten mit einer Feile. Schneiden Sie Holzleisten, die innen in das Edelstahlprofil passen, auf der Tischkreissäge zu. Diese Holzleisten werden mit PU-Kleber (Polyurethan) in das Edelstahlrohr eingeklebt. Beim Einkleben setzen Sie eine Kunststoffkappe unten auf das Rohr auf.

Nachdem der Kleber getrocknet ist, wird auf der Oberseite die überstehende Holzleiste mit einer Handsäge abgeschnitten. Mit einem Handschleifklotz schleifen Sie dann die Leiste oben vollständig mit dem Edelstahl bündig.

2. Schritt: Löcher markieren und bohren

Markieren Sie die einzelnen Gestellteile mit dem Schreinerdreieck. Dadurch können Sie am Schluss problemlos jedes Teil genau seiner Position zuordnen. In die Edelstahlbeine werden 10 mm Löcher für die Dübel gebohrt. Dazu werden die Dübellöcher angezeichnet und vorgekörnt.

Zunächst bohren Sie mit einem 5 mm Bohrer vor, danach wird das eigentliche Loch mit einem 8 mm Bohrer gebohrt. Damit die Löcher möglichst senkrecht werden, können Sie entweder einen Bohrständer oder eine Dübelschablone benutzen. Entgraten Sie die Bohrlöcher im Edelstahl mit einem Kegelsenker. Mit Hilfe von Dübelspitzen, die in die Bohrlöcher gesteckt werden, werden die Positionen der Bohrlöcher auf die sog. Zargen (Pos. 3 und 4) übertragen.

An den im Holz entstandenen Markierungen bohren Sie die Löcher für die Dübel. Benutzen Sie hierzu einen Holzbohrer mit Zentrierspitze und einen Tiefenanschlag. Auch hier ist es wieder sinnvoll eine Dübelschablone einzusetzen.

3. Schritt: Grundgerüst verschrauben und verkleben

Bohren Sie die Dübellöcher für die Verbindung zwischen den unteren Zargen (Pos. 3) und den Längsstreben (Pos. 5). Dazu zeichnen Sie zunächst die Position der Löcher und der Streben auf den Zargen an und bohren die Löcher mit einem Holzbohrer mit Tiefenanschlag. Dann werden auch diese Löcher mit Hilfe von Dübelspitzen auf die Längsstreben übertragen.

Bohren Sie die Löcher in das Querholz der Streben. Die Bohrungen für die Verbindungen zwischen Längs- und Querstreben (Pos. 5 u. 6) werden auf die
gleiche Art hergestellt. Runden oder fasen Sie die Holzkanten (Kantenfräse
oder Handschleifklotz). Das Klebeharz wird im Verhältnis 2:1 (Harz:Härter) angemischt, allerdings zunächst nur so viel, dass Sie eine der beiden Bankseiten
verkleben können.

Der Kleber wird erst in die Löcher im Querholz gegeben. Dann schlagen Sie die Dübel bis zum Grund des Bohrloches ein. Geben Sie Kleber in die Löcher der Beine und stecken Sie alles zusammen. Mit Zwingen werden die Einzelteile verspannt. Kontrollieren Sie, ob alles im rechten Winkel zueinander sitzt und korrigieren Sie durch Versetzen der Zwinge.

4. Schritt: Verklebung

Verkleben Sie auf die gleiche Art das zweite Seitenteil und die Streben (Pos. 5 u. 6) miteinander. Wenn der Kleber der Einzelteile ausgehärtet ist, werden alle Baugruppen miteinander verklebt. Legen Sie dazu eine rechtwinklige Platte unter, die genauso groß oder etwas größer als die Bank ist.

Vor dem Ansetzen der Zwingen richten Sie das Gestell am Rand der Platte aus und spannen Sie es fest. Falls Sie keine langen Zwingen besitzen, können Sie auch zwei Zwingen in der Mitte zusammen verwenden (siehe Bild Nr. 4.2).

Der überschüssige Kleber wird mit einem  scharfen Stemmeisen und etwas Aceton
(Lappen) entfernt. Falls ein Kleberschleier auf dem Edelstahl zurückbleibt, kann
dieser mit feiner Stahlwolle entfernt werden.

5. Schritt: Sitzfläche

Sowohl die Leisten für die Sitzfläche (Pos. 8) wie auch die Auflageleiste (Pos. 7) darunter werden rundherum gerundet oder gefast. Spannen Sie alle Leisten für die Sitzfläche zusammen und legen Sie auf einer Seite bündig eine Auflageleiste darauf. Der Überstand der Leiste wird gemessen und durch die Anzahl der Leisten minus eine Leiste geteilt. Dadurch erhalten Sie das genaue Abstandsmaß.

Schneiden Sie sich auf der Tischkreissäge zwei Latten mit genau diesem Maß zu. Messen Sie diese Abstandslatten mit der Schieblehre nach. Benutzen Sie auch jetzt wieder eine rechtwinklige Unterlage (alte Zimmertüre) und spannen Sie die erste Leiste an der Längskante fest.

Die anderen Leisten werden an der ersten angelegt und ausgerichtet. Zeichnen Sie mit einem Winkel an, wo die Auflageleisten festgeschraubt werden.

6. Schritt: Verschraubung von Gestell und Sitzfläche

Bohren Sie die Schraubenlöcher (für Spax 4 x 45) für die Befestigung der ersten und der letzten Leiste in die Auflageleiste und schrauben Sie die Leisten fest. Legen Sie die Abstandslatten dazwischen und bohren Sie jeweils das Schraubenloch zum Befestigen der nächsten Leiste. Schrauben Sie nach dem Bohren die Leiste fest.

Es ist hilfreich, wenn Sie einen zweiten Akkuschrauber oder eine Bohrmaschine
benutzen. Wenn die Sitzfläche verschraubt ist, wird sie auf das Gestell aufgelegt und ausgerichtet. Zeichnen Sie am Gestell die Positionen der Löcher für die Befestigungsschrauben an und bohren Sie diese.

Verschrauben Sie Gestell und Sitzfläche miteinander (Spax 4 x 70). Zerlegen Sie nun die Bank in Gestell und Sitzfläche und schleifen Sie raue Stellen mit einem
Exzenterschleifer nach. Kleben Sie vor der Oberflächenbehandlung die  Edelstahlrohre mit Kreppband ab, das erspart unnötige Reinigungsarbeiten.

7. Schritt: Rückenlehne

Die Leisten für die Rückenlehnen werden auf der Unterseite schräg geschnitten (20 Grad). Die Leisten werden mit schräg geschnittenen Abstandsklötzen miteinander verbunden. Zunächst verkleben Sie immer einen Abstandsklotz und eine Leiste. Da die Klebeflächen hier relativ groß sind, sind keine Verbinder oder Schrauben nötig.

Ein Anschlag ist hilfreich, um ein Verrutschen der Klötze auf den Leisten zu verhindern. Zum Verkleben der einzelnen Winkel, die später die Rückenlehne bilden, wird eine einfache Schablone angefertigt. Diese besteht aus einer Grundplatte, auf der man die Form der Lehnenteile anzeichnet.

Jeweils an den beiden Außenseiten und auf der Unterseite befinden sich Anschlagleisten. Der Ausschnitt an der linken Kante ist dazu da, die Zwinge besser ansetzen zu können. Für die Verklebung wird ein sehr schneller, wasserfester PU-Kleber (Ponal X-PERT Turbokleber) verwendet, um längeres Warten zu vermeiden.

8. Schritt: Gartencouch fertigstellen

Verkleben Sie die Leisten miteinander. Achten Sie darauf, dass die Kanten an den Anschlägen anliegen. Sobald alle Dreiecke fest sind, werden sie zur Rückenlehne verklebt. Richten Sie das erste Dreieck im rechten Winkel zu einer Tischkante aus und spannen Sie es fest. Verkleben Sie nach und nach die einzelnen Dreiecke miteinander.

Unten in die Rückenlehne werden vier 15 mm große Löcher gebohrt (Bohrtiefe 10 mm). In diese Löcher werden Edelstahl- oder Alurohre eingeklebt. In diese Alurohre stecken Sie zuvor einen passenden Holz- Rundstab. Die Holz-Alurohre schneiden Sie auf das angegebene Maß ab und kleben sie in die Löcher. Die Rohre
sollten möglichst gerade sitzen.

In die Unterseite der Holz-Alurohre bohren Sie Löcher (5 mm) und schrauben (Spax 5 x 70) die Sicherungsklötze dagegen. Damit sich die Klötze leichter drehen lassen, wird jeweils eine Beilagscheibe zwischen Hülse und Klotz gelegt. Die seitlich angesetzten Zwingen verhindern, dass die Schraube das Holz spaltet. Entfernen Sie alle Kleberreste und streichen Sie Ihre Gartencouch mit wasserfestem Öl oder einer Lasur.

Mit freundlicher Genehmigung von Festool

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