Gartentisch selber bauen – Anleitung

Gartentisch selber bauen

Der Sommer wird am eigenen Gartentisch genossen. Für den einen am liebsten in völliger Ruhe bei einer Tasse Kaffee und einer Zeitung, für den anderen eher in fröhlicher Runde beim Grillen. Wer einen stabilen Gartentisch selber bauen möchte, der wird in dieser Anleitung eine gute Anregung finden.

Aus Stahl und dicken Holzbohlen entsteht ein Tisch, der sowohl quirligem Familienleben als auch manch einer Gartenparty robust Stand hält. Wer schweißen kann, baut sich die Beine nach dieser Anleitung selbst. Es gibt sie jedoch auch im Handel fertig zu kaufen, dann wird das DIY-Projekt „Gartentisch selber bauen“ einfach und sehr überschaubar.

Beim Holz lohnt es sich eine Holzart zu nehmen, die der Witterung gut standhält. Wer mag, kann das Holz gegen Vergrauen schützen. Ansonsten bekommt es eine silbergraue Patina, die unbehandeltes Holz im Freien recht schnell annimmt.

Materialliste und Werkzeugbedarf

Gartentisch selber bauen – welches Holz?

Es hat sich inzwischen herumgesprochen, dass es nicht nötig ist, tropische Hölzer zu importieren, um widerstandsfähiges Holz für den Außenbereich zu erhalten. Welchen Stil wünschen Sie, wenn Sie Ihren Gartentisch selber bauen? Rustikal, modern oder eher passend zu den Terrassendielen? Die Auswahl des Holzes bestimmt den Gesamteindruck ganz wesentlich.

Ziemlich robust und ohne Schutz verwendbar sind in unseren Breiten Lärche (Kernholz), Douglasie, Eiche und Robinie. Kesseldruck imprägniert sind auch Fichte, Tanne und Kiefer im Außenbereich nutzbar.

Bei Eiche und Robinie ist jedoch zu beachten, dass ihre Inhaltsstoffe korrosiv auf Metalle wirken. Bei Verwendung dieser Hölzer muss also das Metall gut gegen Korrosion geschützt werden. Ihre Inhaltsstoffe können auch Verschmutzungen verursachen - beispielsweise an der Fassade (bei Kontakt).

Materialien für einen Gartentisch

Wenn Sie beispielsweise noch Restholz haben, können Sie diesen Gartentisch aus Terrassendielen selber bauen, aus Bauholz oder alten Balken. Nur müssen diese Hölzer je nach Art vielleicht geschützt werden. Wer das Material mag, kann sich seinen Gartentisch selber bauen mit WPC-Dielen oder mit einer Siebdruckplatte, die danach gefliest werden könnte. Der eigenen Kreativität sind in der Hinsicht keine Grenzen gesetzt.

Hinweis: Sägerauhe Holzbohlen, ungesäumte Bretter und ähnlich rustikales Material sind nicht für sehr feine Kleidung geeignet. Leicht kann ein Faden gezogen werden oder eine Laufmasche entstehen. Bedenken Sie dies bei der Auswahl Ihres Materials.

Flachstahl und Rechteckrohr für das Tischgestell, das selbst geschweißt wird.
Flachstahl und Rechteckrohr für das Tischgestell, das selbst geschweißt wird.
Douglasiebohlen, ungesäumt und mit der typischen Zeichnung für diese Holzart.
Douglasiebohlen, ungesäumt und mit der typischen Zeichnung für diese Holzart.

Welches Metall für die Tischbeine?

In dieser Anleitung haben wir uns für Rohstahl entschieden, um unseren Gartentisch selber zu bauen. Metall passt gut zu den rustikalen Holzbohlen, zusammen wirkt es moderner als ein Tisch ganz aus solchem rustikalen Holz.

Sie können natürlich auch Edelstahl verwenden, wenn Sie dieses Material schweißen können (spezielle Elektroden bzw., WIG- oder MIG-Schweissgerät). Auch verzinkter Stahl kommt infrage, allerdings muss die Verzinkung an den Stellen, wo geschweißt wird, vorher komplett abgetragen werden.

Alternativ können Sie die beiden Kufen auch aus Holz bauen, wenn Sie bei Ihrem Projekt "Gartentisch selber bauen", Metall nicht gut verarbeiten können oder es einfach nicht Ihrem Geschmack entspricht. Dann sollten Sie aber schon eher Balken nehmen, die eine entsprechende Stabilität mit bringen. Je nach handwerklicher Fertigkeit kann verschraubt oder verzapft werden.

Materialmaße für die Zuschnitte für einen Gartentisch aus Douglasie

  • 4 x 70 cm Flachstahl  60 x 10 mm
  • 4 x 70 cm Rechteckstahl, 60 x 20 x 2,0 mm
  • Douglasie-Holzbohlen mindestens 3 cm stark, 200 cm lang, in der Breite sollen Sie etwa 80 cm ergeben

Schritt 1: Flachstahl und Rechteckstahl zuschneiden

Zunächst werden alle Maße angezeichnet und anschließend mit einer Metallsäge sauber zugesägt. Bei diesen Tischbeinen wird nichts auf Gehrung gesägt. Das Rechteckrohr wird stumpf auf dem Flachstahl angeschweißt. So werden im gleichen Zug die Hohlräume verschlossen.

Beim Sägen entstehen Grate, die mit einer Feile entfernt werden. Sie können auch für das Schweißen schmale Lücken entstehen lassen dort, wo die Schweißnaht jeweils sitzen soll. Allerdings darf dieser Spalt nicht breiter sein, als der Durchmesser der Elektrode ohne Mantel.

Anzeichnen mit einem Winkel sorgt für wirklich gerade Linien.
Anzeichnen mit einem Winkel sorgt für wirklich gerade Linien.
Eine feinzahnige Metallsäge liefert einen genauen Sägeschnitt.
Eine feinzahnige Metallsäge liefert einen genauen Sägeschnitt.
Mit einer Metallfeile werden die scharfen Kanten gut entgratet.
Mit einer Metallfeile werden die scharfen Kanten gut entgratet.

Schritt 2: Bohrungen zur Befestigung

So lange der Flachstahl noch nicht verschweißt ist, lassen sich die Bohrungen für die spätere Befestigung der Holzbohlen am besten fertigen. Zwei Schrauben je Diele sollten es sein, also auch je Diele zwei Bohrlöcher, um eine ausreichende Festigkeit zu erreichen.

Bohrlöcher da anzeichnen, wo später die Schrauben sitzen sollen – zwei je Brett.
Bohrlöcher da anzeichnen, wo später die Schrauben sitzen sollen – zwei je Brett.
Mit der Standbohrmaschine ist das Bohren sehr sauber und bequem zu erledigen.
Mit der Standbohrmaschine ist das Bohren sehr sauber und bequem zu erledigen.
Die Bohrungen sitzen in diesem Fall bei den beiden  Flacheisenstücken parallel.
Die Bohrungen sitzen in diesem Fall bei den beiden Flacheisenstücken parallel.

Schritt 3: Tischbeine/-kufen schweißen

Die Stellen, wo geschweißt wird, müssen generell rost- und fettfrei sein. Geschweißt wird immer von links nach rechts und wo möglich, da auch auf den Strom zu (die Stelle, wo die Klammer für die Erdung gesetzt ist). Letzteres ist aber bei dem schmalen Gestell nicht wirklich einzuhalten.

Beim Schweißen das Metall erst aufheizen, bis es eine rote Farbe angenommen hat. Vorsichtig: Wenn es weiß wird, dann verbrennt es und es entsteht ein Loch. Die richtige Hitze stellt man beim Elektroschweißgerät über die Spannung ein. Eine Tabelle zur Orientierung, welche Spannung eingestellt werden sollte, ist in der Regel direkt auf dem Gerät.

Schweißen Sie in kleinen kreisförmigen Bewegungen und setzen Sie immer wieder ab, damit es nicht zu heiß wird. Beim Absetzen wird die Elektrode in der Gegenrichtung zu Schweißrichtung abgezogen, um der Schlacke eine Richtung zu geben.

Ist die Schweißnaht fertig, wird die Schlacke abgeklopft z. B. mit einem kleinen Hammer. Anschließend werden die feineren Reste mit einer Drahtbürste abgeschrubbt. Wem die Schweißnaht zu grob ist, der kann Sie mit einem Winkelschleifer versäubern.

Beim Schweißen unbedingt darauf achten, dass nichts Brennbares in der Nähe ist.
Beim Schweißen unbedingt darauf achten, dass nichts Brennbares in der Nähe ist.
Die Schlacke muss runter, um zu sehen, ob die Schweißnaht korrigiert werden muss.
Die Schlacke muss runter, um zu sehen, ob die Schweißnaht korrigiert werden muss.
Mit der Drahtbürste lassen sich auch die letzten Reste der Schlacke gut entfernen.
Mit der Drahtbürste lassen sich auch die letzten Reste der Schlacke gut entfernen.

Schritt 4: Tischbeine mit Klarlack versiegeln

Je nach Belieben werden die Stahlkufen mit mattem Klarlack aus der Sprühdose oder mit dem Pinsel in zwei Schichten lackiert und damit gegen Korrosion geschützt. Jede Schicht nach den Angaben des Herstellers trocknen lassen.

Wer Sie farbig lackieren möchte, der beginnt mit einem Rostschutz als Untergrund und trägt erst dann den Farblack auf. Alternativ bietet Hammerite beispielsweise Metalllacke an, die direkt auf das Material aufgetragen werden können. Laut Hersteller sogar direkt auf Rost.

Schritt 5: Montage von Kufen und Holzbohlen

Bei unbesäumten Platten muss genau ausgerechnet werden, wo die Kufen sitzen sollen, damit Sie sich wirklich genau gegenüber stehen. An die Holzbohlen mit 200 cm Länge werden die Beine jeweils mit einem Abstand von 30 cm zur Außenkante mittig angeschraubt. Das ergibt innerhalb der Kufen eine freie Breite von 140 cm, was zwei Sitzplätzen entspricht. Es passen aber im Notfall problemlos je drei Stühle auf die Breitseite und je einer vor Kopf, sodass an diesem Tisch 8 Personen bequem zusammen sitzen und essen können.

Rechnen, messen, anzeichnen – die Grundlagen für ein sauber gearbeitetes Werkstück.
Rechnen, messen, anzeichnen – die Grundlagen für ein sauber gearbeitetes Werkstück.
Durch die Bohrlöcher hindurch lassen sich die Markierungen fürs Vorbohren setzen.
Durch die Bohrlöcher hindurch lassen sich die Markierungen fürs Vorbohren setzen.
Mit einem Permanentmarker wird auf dem Bohrer die gewünschte Bohrtiefe markiert.
Mit einem Permanentmarker wird auf dem Bohrer die gewünschte Bohrtiefe markiert.

Zur Befestigung nehmen Sie am besten kräftige Holzschrauben, die in der Länge etwa einen Zentimeter kürzer sind als die Holzbohlen und das Flacheisen. Dazu kommen in diesem Fall Unterlegscheiben. Zunächst heißt es Vorbohren mit einem Bohrer, der eine Nummer kleiner ist als die Schraubenstärke. Zum Schluss nur noch festschrauben und schon ist der Tisch fertig, falls die Tischplatte nicht noch behandelt werden soll.

Statt einer Markierung, kann am Bohrer auch ein Tiefenstopp angebracht werden.
Statt einer Markierung, kann am Bohrer auch ein Tiefenstopp angebracht werden.
Mit einem Ringschlüssel werden die Sechskant-Schraubköpfe gut festgezogen.
Mit einem Ringschlüssel werden die Sechskant-Schraubköpfe gut festgezogen.
Die Kufen sitzen nun richtig fest und halten den künftigen Belastungen leicht stand.
Die Kufen sitzen nun richtig fest und halten den künftigen Belastungen leicht stand.

Schritt 6: Holzschutz – je nach Holzart optional

Wenn die Holzart es erfordert, ist ein Holzschutz auf jeden Fall aufzubringen. Aber es gibt ebenso gute Gründe bei einer Tischplatte auch wetterfeste Hölzer zu schützen.

Wenn Sie einen Holzgartentisch selber bauen, auf dem gegessen und getrunken wird, ist eine schöne graue Patina eher nicht zu erwarten. Fettflecken, Wasserringe und ähnliche Nutzungsspuren werden doch immer wieder abgeschrubbt. Von daher ist eine Behandlung mit Leinölfirnis oder gar eine komplette Versieglung - je nach Geschmack, Einstellung und Beanspruchung - durchaus nützlich, um dem Eindringen von Flecken vorzubeugen.

Wer mit Lack versiegeln möchte, der muss vorher allerdings schleifen von groben zu feinem Schleifpapier und auch nach jeder Lackschicht muss diese trocknen und neu angeschliffen werden.

Hier finden Sie eine Klapp-Gartentisch-selber-bauen-Bauanleitung. Ansonsten gilt: Sein Sie beim Gartentisch selber bauen kreativ.

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Bildnachweis
1. "Gartentisch selber bauen": © Christiane Baldwin - Heimwerker.de
2. "Flachstahl und Rechteckrohr für das Tischgestell, das selbst geschweißt wird.": © Christiane Baldwin - Heimwerker.de
3. "Douglasiebohlen, ungesäumt und mit der typischen Zeichnung für diese Holzart.": © Christiane Baldwin - Heimwerker.de
4. "Anzeichnen mit einem Winkel sorgt für wirklich gerade Linien.": © Christiane Baldwin - Heimwerker.de
5. "Eine feinzahnige Metallsäge liefert einen genauen Sägeschnitt.": © Christiane Baldwin - Heimwerker.de
6. "Mit einer Metallfeile werden die scharfen Kanten gut entgratet.": © Christiane Baldwin - Heimwerker.de
7. "Bohrlöcher da anzeichnen, wo später die Schrauben sitzen sollen – zwei je Brett.": © Christiane Baldwin - Heimwerker.de
8. "Mit der Standbohrmaschine ist das Bohren sehr sauber und bequem zu erledigen.": © Christiane Baldwin - Heimwerker.de
9. "Die Bohrungen sitzen in diesem Fall bei den beiden Flacheisenstücken parallel.": © Christiane Baldwin - Heimwerker.de
10. "Beim Schweißen unbedingt darauf achten, dass nichts Brennbares in der Nähe ist.": © Christiane Baldwin - Heimwerker.de
11. "Die Schlacke muss runter, um zu sehen, ob die Schweißnaht korrigiert werden muss.": © Christiane Baldwin - Heimwerker.de
12. "Mit der Drahtbürste lassen sich auch die letzten Reste der Schlacke gut entfernen.": © Christiane Baldwin - Heimwerker.de
13. "Rechnen, messen, anzeichnen – die Grundlagen für ein sauber gearbeitetes Werkstück.": © Christiane Baldwin - Heimwerker.de
14. "Durch die Bohrlöcher hindurch lassen sich die Markierungen fürs Vorbohren setzen.": © Christiane Baldwin - Heimwerker.de
15. "Mit einem Permanentmarker wird auf dem Bohrer die gewünschte Bohrtiefe markiert.": © Christiane Baldwin - Heimwerker.de
16. "Statt einer Markierung, kann am Bohrer auch ein Tiefenstopp angebracht werden.": © Christiane Baldwin - Heimwerker.de
17. "Mit einem Ringschlüssel werden die Sechskant-Schraubköpfe gut festgezogen.": © Christiane Baldwin - Heimwerker.de
18. "Die Kufen sitzen nun richtig fest und halten den künftigen Belastungen leicht stand.": © Christiane Baldwin - Heimwerker.de

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