Pflanzen umtopfen

Pflanzen im Frühjahr in neue Blumentöpfe setzen

Umtopfen

Über den Winter verfallen viele Pflanzen in eine Winterruhe und sammeln jetzt neue Kraft für die kommende Saison und den Neuaustrieb im Frühling. Daher ist es spätestens im Frühjahr Zeit für ein größeres Pflanzgefäß, sodass die Pflanzen genug Platz für die Bildung neuer Wurzeln haben und mit frischen Nährstoffen versorgt werden. Diese geben den müden Blumen wieder ausreichend Kraft und Energie für ihr Wachstum.

Doch auch im Laufe des Jahres kann es vorkommen, dass Pflanzgefäße nach einem Wachstumsschub der Pflanze zu klein werden oder aber frische Pflanzen aus dem Container in einen farblich passenden Blumentopf umziehen sollen. Hier ist es wichtig, ein aufbereitetes Pflanzsubstrat einzusetzen, das den Ansprüchen der Jungpflanzen gerecht wird.

Wir geben Ihnen im Folgenden wissenswerte Tipps zum richtigen Umpflanzen und verraten Ihnen, worauf Sie besonders achten sollten, um die Pflanzengesundheit zu schützen und ein natürliches Wachstum optimal zu fördern.

Warum und wann sollte man Pflanzen umtopfen?

Generell empfehlen Experten, dass Zimmerpflanzen alle zwei bis drei Jahre im Frühjahr umgetopft werden sollten, um ein ideales Pflanzenwachstum zu fördern. Häufig ist das Pflanzgefäß nach diesem Zeitraum zu klein, das heißt, dass die Wurzeln die Pflanze bereits aus dem Topf verdrängen oder aus den Abzugslöchern hinauswachsen. Zudem erkennen Sie, dass Ihre Pflanze umgetopft werden muss, wenn der Tontopf gesprengt wurde oder aber das Größenverhältnis zwischen Topf und Pflanze nicht länger stimmt: Wird die Pflanze allmählich zu groß, leidet die Standfestigkeit.

Zusätzlich kann es vorkommen, dass die Erde verschlämmt, also so verdichtet ist, dass ein natürlicher Wasserabfluss nicht länger gegeben ist. Dieses Problem erkennen Sie daran, dass nach dem Gießen das Leitungswasser lange im Blumentopf steht. Neben Wasser benötigen die Wurzeln jedoch auch Luft – die wird ihnen in zu dichtem Substrat genommen, worunter die Pflanzengesundheit leidet. Zudem fördert diese Konstellation Staunässe, die zu Wurzelfäulnis führt.

Übrigens: Vertrocknete Pflanzen können häufig noch gerettet werden. Kommt es hingegen durch anhaltende Staunässe zu Wurzelschäden, gehen die Pflanzen ein. Achten Sie daher auf ein ideales Pflanzsubstrat und eine gezielte Bewässerung.

Alten Blumentopf erneut verwenden?

Umtopfen
Im Frühjahr werden Jungpflanzen in große Pflanzgefäße umgetopft.

Häufig werden im Frühjahr direkt mehrere Pflanzen umgetopft – die ersten Frühblüher läuten bereits die kommende Gartensaison ein und die Tage werden allmählich länger und wärmer. Nimmt die Lichtintensität zu, beginnen auch die Zimmerpflanzen wieder mit ihrem Wachstum. Zur Unterstützung sollten Sie die Pflanzen nun umtopfen und können zugleich neue Jungpflanzen aus dem Fachhandel in die frei werdenden Blumentöpfe setzen.

Wenn Sie einen farblich passenden Blumentopf erneut verwenden möchten, sollten Sie ihn vorab gründlich reinigen, um eine Übertragung von Krankheiten und Pilzsporen zu vermeiden. Diese müssen nicht immer optisch sichtbar sein – viele Keime verbergen sich in alten Erdresten oder haften am Tongefäß an.

Enfernen Sie zunächst alte Erde mit einer harten Bürste und reinigen Sie den Topf anschließend gründlich unter fließendem, heißem Wasser. Auch Algen und Kalkreste lassen sich auf diese Weise nahezu mühelos entfernen, verwenden Sie zur Not eine Wurzelbürste. Wenn Sie hartnäckige Kalkrückstände aus Tontöpfen beseitigen möchten, können Sie Essigwasser für einige Minuten im Topf stehen lassen. Anschließend muss das Pflanzgefäß jedoch wieder gut ausgespült werden.

Achtung: Chemische Reiniger und Spülmittel schaden der Pflanzgesundheit und werden daher nicht zur Reinigung von Blumentöpfen eingesetzt.

Neuer Blumentopf und frische Erde für Zimmerpflanzen

Erde
Wählen Sie ein Pflanzsubstrat, das den Ansprüchen Ihrer Pflanze gerecht wird.

Bei der Wahl eines neuen Pflanzgefäßes sollten Sie zu einem Topf greifen, dessen Durchmesser nur rund drei Zentimeter größer ist. Hier stehen die Pflanzen stabil und die Wurzeln können die frische Erde dennoch gut durchdringen. Wird ein zu großer Blumentopf gekauft, etwa um sich ein erneutes Umtopfen in naher Zukunft zu ersparen, leiden die Pflanzengesundheit und Standsicherheit. Zudem bildet die Pflanze vermehrt Wurzeln und weniger Blüten.

Neben dem richtigen Pflanzgefäß spielt auch das neue Pflanzsubstrat eine entscheidende Rolle. Experten empfehlen eine lockere und zugleich krümelige Struktur, die den Wurzeln ein leichtes Anwachsen und Durchdringen ermöglicht. Zudem fördert sie einen regelmäßigen Sauerstoffaustausch und eine gesunde Luftzufuhr.

Doch nicht alle Zimmerpflanzen benötigen das gleiche Substrat: Wählen Sie Erde, die den Ansprüchen der Pflanzen entspricht. Azaleen, Orchideen und Kakteen benötigen etwa einen sehr niedrigen pH-Wert. Hier sind Spezialsubstrate im Fachhandel erhältlich, die eine gesunde Pflanzenentwicklung fördern und einen optimalen Wasserabfluss erzielen.

Zusätzliche Drainageschicht für Topf- und Beetpflanzen

Topf im Schnee
Für Außenpflanzen müssen Sie zu frostsicheren Blumentöpfen greifen.

Die meisten Pflanzen, sowohl Zimmer- als auch Gartenpflanzen, reagieren schlecht auf Staunässe: Die empfindlichen Wurzeln leiden unter der anhaltenden Feuchtigkeit, beginnen aufzuweichen und schließlich zu faulen. Sind die Wurzeln zerstört, lässt sich die Pflanze nicht mehr retten. Es ist daher besonders wichtig, bereits präventiv für einen natürlichen Wasserabtransport und eine bessere Belüftung zu sorgen.

Generell gilt: Pflanzen in Plastiktöpfen benötigen mehr Wasser als Blumen im Tontopf.

Verwenden Sie daher zunächst stets nur Pflanzgefäße, die über ein Abflussloch verfügen: Überschüssiges Wasser kann problemlos abfließen und lässt sich in einem passenden Unterteller auffangen – hier ist lässt es sich dann leicht entsorgen.

Um zu verhindern, dass das Abflussloch mit Erde oder Wurzelteilen verstopft wird, empfehlen Experten eine zusätzliche Drainageschicht am Boden des Pflanzgefäßes. Diese besteht aus Blähton, zerkleinerten Tonscherben, Hydrogranulat oder Kieselsteinen. Diese Materialien ermöglichen einen natürlichen Wasserabfluss und halten das Bodenloch frei. Über die Drainageschicht kommt schließlich das Pflanzsubstrat. Optional können Sie über die Drainageschicht zusätzlich ein wasserdurchlässiges Vlies legen, um beim Umtopfen das Substrat leichter von der Drainageschicht zu trennen – diese kann dann mehrfach verwendet werden.

Tipp: Alte, unansehnliche Tontöpfe können Sie vorsichtig mit Hilfe eines Hammers zerschlagen und die kleinen Scherben für eine Drainageschicht verwenden. Legen Sie vor dem Zerkleinern ein Handtuch auf den Blumentopf, um sich nicht zu verletzen.

Pflanze umtopfen

Umpflanzen
Außergewöhnliche Pflanzgefäße sind für Pflanzen mit speziellen Anforderungen besonders gut geeignet.

Wenn Sie Ihre Pflanze im Innenbereich umtopfen möchten, hilft eine Unterlage aus aufgeschnittenen Mülltüten oder eine alte Tischdecke, um runterfallende Erde auffangen und später mühelos entsorgen zu können. Weiterhin benötigen Sie eine Gartenschere oder ein scharfes Messer, da die Wurzeln häufig gekürzt werden müssen. Zudem helfen Gartenhandschuhe die Fingernägel sauber zu halten.

Heben Sie die Pflanze vorsichtig aus dem alten Topf. Dabei kann es helfen, wenn Sie den Topf sanft auf den Boden klopfen, um den Ballen etwas zu lösen. An den Wurzeln haftende, lockere Erde wird mit den Fingern vorsichtig entfernt und kranke, vertrocknete oder abgestorbene Wurzelteile werden mit der Schere oder alternativ einem scharfen Messer abgeschnitten. Auch überlange oder besonders dicke Wurzeln werden eingekürzt – auf diese Weise fördern Sie eine neue Wurzelbildung.

Geben Sie als erste Schicht zunächst eine Drainageschicht aus Blähton oder Kieselsteinen in den neuen Blumentopf. Darauf folgt eine schmale Schicht hochwertiger Blumenerde. Setzen Sie die Pflanze nun in die Topfmitte, richten Sie sie gerade aus und füllen Sie die Ränder mit strukturstabiler Erde auf. Die Oberkante des Wurzelballens sollte schließlich etwa zwei Zentimeter unter dem Kübelrand liegen, um sich eine spätere Bewässerung zu erleichtern – so formen Sie sich einen natürlichen Gießrand.

Achten Sie darauf, dass keine Hohlräume zwischen Pflanzsubstrat und Blumentopf entstehen. Vor dem abschließenden Festdrücken der Erde können Sie den Blumentopf leicht auf den Boden klopfen, sodass sich die Erde setzt und alle Hohlräume schließt. Füllen Sie gegebenenfalls etwas Erde nach, drücken Sie das Substrat fest und wässern Sie alles gut an.

Tipp: In den ersten sechs Wochen nach dem Umtopfen wird nicht gedüngt.

Bilderstrecke: Zimmerpflanze in einen neuen Blumentopf setzen

Umtopfen
1. Wählen Sie ein ausreichend großes, neues Pflanzgefäß.
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2. Die unterste Schicht bildet die Drainageschicht aus Kieselsteinen.
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3. Geben Sie nun etwas Pflanzsubstrat auf die Drainageschicht.
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4. Die Pflanze wird vorsichtig aus dem Container gezogen.
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5. Setzen Sie die Pflanze in die Topfmitte und richten Sie sie gerade aus.
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6. Abschließend Erde auffüllen, andrücken und alles gut anwässern.

5 Tipps zum richtigen Umpflanzen

Topf vor Tür
Farblich passende Blumentöpfe vermitteln ein harmonisches Gesamtkonzept.

Hobbygärtner pflanzen nicht nur im Frühjahr, sondern über die gesamte Gartensaison verteilt neue Zierblumen oder Zimmerpflanzen um. Für ein leichteres Arbeiten haben wir für Sie nützliche Pflanztipps zusammengefasst:

  1. Wählen Sie eine passende Topfgröße. Ist das Pflanzgefäß zu groß, bildet die Pflanze vorwiegend Wurzeln, aber kaum Blüten.
  2. Verwenden Sie beim Umtopfen im Innenbereich immer eine Unterlage. So lassen sich Erdreste und Wurzelschnittgut leicht entsorgen.
  3. Lockern Sie die Blumenerde vor dem Einsetzen immer auf, um Verdichtungen und somit eine wurzelschädigende Staunässe zu verhindern.
  4. Setzen Sie auf lasierte Übertöpfe und Untersetzer – so kann keine Feuchtigkeit durchdringen.
  5. Pflanzen in Tontöpfen benötigen generell weniger Wasser als Pflanzen in Plastikkübeln.

Gartenarbeit nur mit ausreichendem Tetanusschutz

Auch beim Umtopfen können Schnittwunden an den Händen entstehen – etwa beim Kürzen von Wurzeln mit scharfen Gegenständen oder beim Zerschlagen von Tontöpfen für eine zusätzliche Drainageschicht. In Garten- und Blumenerde können sich zahlreiche Krankheitserreger aufhalten, die mit dem bloßen Auge nicht sichtbar sind, beispielsweise Tetanuserreger. Diese können durch kleinste Wunden in den Körper eindringen und einen Wundstarrkrampf auslösen. Daher gilt bei der Gartenarbeit generell: Schützen Sie sich durch eine Tetanusimpfung vor einem Wundstarrkrampf, der zu Erstickungsanfällen führen kann.

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Bildnachweis
1. "Neuer Blumentopf" (Originalbild): Jill Wellington (jill111), Lizenz: CC0 1.0 / pixabay.com
2. "Schaufel in neuem Blumentopf" (Originalbild): intherightmeasure, Lizenz: CC0 1.0 / pixabay.com
3. "Schaufel mit Erde" (Originalbild): Unsplash, Lizenz: CC0 1.0 / pixabay.com
4. "Frostsicherer Blumentopf" (Originalbild): haffous36, Lizenz: CC0 1.0 / pixabay.com
5. "Umpflanzen in gläsernes Pflanzgefäß" (Originalbild): Unsplash, Lizenz: CC0 1.0 / pixabay.com
6. "Umtopfen Schritt 1" (Bigger Pot) von Tara Severns, https://www.flickr.com/, Lizenz: CC BY 2.0, zugeschnitten, Farbkorrektur
7. "Umtopfen Schritt 2" (Drainage Rocks) von Tara Severns, https://www.flickr.com/, Lizenz: CC BY 2.0, zugeschnitten, Farbkorrektur
8. "Umtopfen Schritt 3" (A few inches of new soil) von Tara Severns, https://www.flickr.com/, Lizenz: CC BY 2.0, zugeschnitten, Farbkorrektur
9. "Umtopfen Schritt 4" (Rocking it out of the old pot) von Tara Severns, https://www.flickr.com/, Lizenz: CC BY 2.0, zugeschnitten, Farbkorrektur
10. "Umtopfen Schritt 5" (Placing in root ball) von Tara Severns, https://www.flickr.com/, Lizenz: CC BY 2.0, zugeschnitten, Farbkorrektur
11. "Umtopfen Schritt 6" (Water it) von Tara Severns, https://www.flickr.com/, Lizenz: CC BY 2.0, zugeschnitten, Farbkorrektur
12. "Farblich abgestimmter Blumentopf" (Originalbild): Anja Osenberg (cocoparisienne), Lizenz: CC0 1.0 / pixabay.com

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