Gartengeräte warten

Wie Sie Ihre Gartengeräte winterfest machen und pflegen

Gartengeräte

Wenn Hobbygärtner im zeitigen Frühjahr wieder mit der Gartenarbeit beginnen, greifen sie zu hilfreichen Utensilien, die ihnen die Arbeitsschritte erleichtern sollen. Häufig folgt schnell auf die anfängliche Motivation ein Gefühl der Ernüchterung: Hätte man seine Gartengeräte doch nur bereits vor dem Winter richtig gepflegt und anschließend fachgerecht gelagert.

Um im Frühling richtig durchstarten zu können, sollten Sie Ihre Garteltools bereits vor der Winterruhe auf Vordermann bringen – angefangen bei der Gartenschere bis hin zum Rasenmäher. Hat sich erst einmal hartnäckiger Rost gebildet, wird die Gerätepflege deutlich aufwendiger.

Wir verraten Ihnen wissenswerte Tipps und Tricks zur gezielten Wartung gängiger Gartengeräte. Zudem erfahren Sie hier, worauf Sie bereits im Herbst achten sollten, sodass Sie lange Freude an funktionstüchtigen Gartengeräten haben.

Gartengeräte vor dem Winter pflegen

Für einen gelungenen Start ins neue Gartenjahr benötigen ambitionierte Hobbygärtner funktionstüchtige und saubere Gartengeräte, die ihnen in der noch kalten Jahreszeit die Arbeiten im frostigen Außenbereich erleichtern. Denn mit einer scharfen Gartenschere und einem glänzenden Spaten macht die Gartenarbeit direkt doppelt Freude.

Um die frühjährliche Motivation optimal nutzen zu können, sollten Sie Gartengeräte bereits zum Ende des Herbstes hin putzen und pflegen, bevor sie im trockenen Schuppen gelagert werden. So sollten Sie groben Schmutz entfernen und sämtliche Metallteile durch spezielle Pflegesprays vor Rost schützen.

Tipp: Welche Arbeiten im zeitigen Frühjahr anstehen, erfahren Sie in unserer Rubrik zum Thema Garten im Frühjahr.

Rost von Gartengeräten entfernen

Rost an Gartenschere
Flugrost kann leicht mit Polierwatte entfernt werden. Hartnäckiger Rost wird mit Stahlbürsten entfernt.

Als erster Schritt der Gartengerätewartung werden grober Schmutz und angetrocknete Pflanzenreste mit Wasser und einer harten Bürste entfernt. Anschließend werden die Gartengeräte gut abgetrocknet, bevor weitere Pflegemaßnahmen folgen, da Feuchtigkeit die Rostentstehung fördert.

Edelstahlwerkzeug ist häufig teurer, setzt dafür aber auch keinen Rost an. Hier reicht eine Pflege mit Seifenwasser daher vollkommen aus, um das Werkzeug optimal auf den Winter vorzubereiten. Anders sieht es bei Schmiedestahlgeräten aus, die über das Jahr der Witterung und anhaltender Feuchtigkeit ausgesetzt waren. Erste Ansätze von Flugrost können problemlos mit Stahlwolle oder einer speziellen Polierwatte entfernt werden. Polieren Sie über die Stahlelemente, bis diese von sämtlichen Rostresten befreit sind.

Tipp: Rost ist nicht nur ein rein optisches Problem. Auf Dauer kann das Material Schaden nehmen und instabil werden. Handeln Sie rechtzeitig, bevor der Rost hartnäckig wird. Bester Schutz gegen Rost ist und bleibt das fachgerechte Einwintern.

Setzen Sie bei stärkerem Rost auf widerstandsfähige Stahl- oder Wurzelbürsten, um ein optimales Ergebnis zu erzielen. Für die Pflege der aufgerauten Oberfläche Ihrer Gartengeräte können Sie betroffene Stellen gründlich mit Schutzöl bearbeiten. Dies wirkt auch als päventiver Schutzfilm gegen einen erneutes Rosten.

Klingen richtig pflegen

Gartengeräte
Gartengeräte sollten vor Regen und Schnee geschützt werden. Ist kein Gartenschuppen vorhanden, genügt auch ein kleiner Vorsprung, der als Dach dient.

Neben den Heckenscheren sind die Garten- oder Astschere über das Jahr häufig in Gebrauch, um Pflanzen zu stutzen und größeren Büsche in Form zu halten. Qualitativ hochwertige Produkte bleiben über einen längeren Zeitraum scharf und müssen erst nach einigen Jahren erneut geschliffen werden. Wenn Sie jedoch in dieser Saison viele Schnittmaßnahmen durchführen mussten, lohnt es sich, in einen guten Scherenschliff zu investieren.

Tipp: Schleifen Sie teure Schneidewerkzeuge nicht selber, sondern überlassen Sie diese Feinarbeit einem ausgesprochenen Profi. Häufig wird bei eigenen Schleifversuchen mehr Material beschädigt, als geschärft.

Besonders problematisch ist ein Maschinenschliff, da er zu viel Material abträgt und den Stahl zu stark erhitzt, sodass er nicht mehr richtig aushärten kann. Wenn Sie dennoch Gartenscheren schärfen möchten, empfehlen Experten den Gebrauch von nassen Schleifsteinen, um möglichst präzise vorgehen zu können. Hacken oder Spaten lassen sich kontrollierter mit einer groben Handpfeile oder einem Winkelschleifer anschärfen.

Elektrische Heckenscheren sind in der Regel selbstschärfend und müssen daher vor dem Winter nur gesäubert werden. Die Kette einer Motorsäge hingegen sollte abgenommen und anschließend im Fachmarkt geschärft werden. Über den Winter kann man sie dann in einem Behälter mit Öl lagern, um Flugrost vorzubeugen.

Oberflächenbehandlung von Holz und Metall

Harken
Metallelemente lassen sich beispielsweise mit Ballistol pflegen und so gezielt vor Rost schützen.

Eine gezielte Oberflächenbehandlung stellt die ideale Pflege von Holz- und Metallteilen dar und wirkt als präventiver Schutz gegen Materialverluste.

Experten empfehlen zur Pflege von Metallteilen die Verwendung von Ballistol. Dieses umweltfreundliche und biologisch voll abbaubare Produkt besteht zum Großteil aus Weißöl und wurde bereits 1904 zur Waffenpflege entwickelt und dient hier als Schmiermittel und Korrisionsschutz. Zudem ist das Produkt sehr ergiebig und kann auch zur Lederpflege eingesetzt werden. Diese Eigenschaften können sich Hobbygärtner zunutze machen und das Produkt gleichmäßig auf sämtliche Metallteile aufbringen. Für eine leichtere Handhabung empfiehlt sich das Ballistol-Spray.

Zur Pflege von Holzteilen wie Spatenstielen oder Holzgriffen kann eine 50:50 Mischung von Leinöl und Terpentinersatz gewählt werden. Während der Terpentinersatz die Holzfasern öffnet, sodass das Produkt leichter ins Material eindringen kann, führt das Leinöl zu einer glatten Oberfläche. Ist die Verschmutzung zu stark, sollte das Holz vorab mit Schleifpapier mit feiner 180er Körnung abgeschliffen werden.

Achtung: Verwendete Tücher zum Einarbeiten des Produktes dürfen nicht einfach liegengelassen werden, da eine Selbstentzündungsgefahr besteht. Idealerweise bewahrt man sie in verschließbaren Behältern auf.

Rasenmäher warten

Rasenmäher von oben
Auch der Rasenmäher sollte vor dem Winter gewartet werden. So bleibt er lange funktionstüchtig.

Handgartengeräte lassen sich häufig leichter reinigen und warten als motorbetriebene Geräte. Doch letztere sind besonders kostspielig und sollten daher auch lange funktionstüchtig und effizient bleiben – stumpfe oder verrostete Klingen erschweren die Gartenarbeit unnötig und können im schlimmsten Fall die Ursache eines Unfalls sein.

Tipp: Bei Klingen aller Art gilt generell, dass unerfahrene Hobbygärtner besser auf das Fachwissen von Experten setzen, und die Klingen im Winter überholen lassen. Man sagt, dass generell nach ca. 25 Arbeitsstunden ein Schärfen der Rasenmäherklingen notwendig wird, um weiterhin optimale Schnittergebnisse zu erzielen.

Für ein sicheres Arbeiten werden vorab beim Benzinrasenmäher die Zündkerzen herausgedreht, beim Elektromäher wird der Stecker gezogen. Nun lassen sich die Schneideblätter gefahrlos herausnehmen und problemlos schärfen.

Schutzspray auftragen
Nachdem die Klingen geschärft sind, kann ein Schutzspray gegen Flugrost aufgetragen werden.

E10-Kraftstoff ist dafür bekannt, im Laufe der Zeit zu verharzen. So werden Bezinleitungen verunreinigt oder sogar beschädigt. Zudem verliert Benzin über den Winter seine Zündfähigkeit, wodurch es beim Starten im Frühling zu Problemen kommen kann. Doch auch ein leerer Tank ist keine befriedigende Option, da hier Flugrost droht.

Ist nach dem letzten Mähen noch Resttreibstoff im Tank, sollte der Rasenmäher im Leergang so lange laufen, bis der Motor schließlich aufgrund eines Kraftstoffmangels von alleine ausgeht. Nun sind die Benzinleitungen kraftstofffrei und können über den Winter keinen Schaden nehmen.

Zudem sollte vor der Winterpause der Ölstand kontrolliert werden. Gegebenenfalls ist ein Ölwechsel durchzuführen. Hierbei sollte auf ausgeschriebene Markenprodukte zurückgegriffen werden. Welches Öl sich für Ihren Rasenmäher eignet, können Sie der Betriebsanleitung entnehmen.

Sind alle Wartungsarbeiten durchgeführt, wird der Rasenmäher abgedeckt in einem trockenen Raum gelagert.

Gartengeräte richtig aufbewahren

Gartengeräte
Gartengeräte sollten vor der Einlagerung sauber und trocken sein. Der Gartenschlauch wird ordentlich aufgerollt.

Neben der richtigen Pflege ist die korrekte Aufbewahrung von Gartengeräten wichtig für eine lange Instandhaltung. Die Werkzeuge sollten daher idealerweise an einem Ort überwintern, der trocken und staubfrei ist. Hier eignen sich beispielsweise ein Gartenhäuschen oder ein Schrank mit Schubladen in der Garage.

Wichtig ist, dass scharfe Gegenstände wie Scheren oder Zangen nicht in einer Schublade landen. Durch das stetige Reiben können scharfe Teile schnell stumpf werden. Optimalerweise werden die Gartengeräte einzeln gelagert oder an einer Wand befestigt. Dies gelingt besonders einfach mit sogenannten Messermagneten, also länglichen Magneten, an denen Metallteile haften bleiben.

Tipp: Wenn Sie alle scharfen Gegenstände in einem abschließbaren Schrank aufbewahren, haben Sie eine zusätzliche Kindersicherung integriert.

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Bildnachweis
1. "Gartengeräte an Messermagnet" (Tooled up) von Paul Albertella, https://www.flickr.com/, Lizenz: CC BY 2.0, zugeschnitten, Farbkorrektur
2. "Rostige Gartenschere" (Rusty clippers) von snowmentality, https://www.flickr.com/, Lizenz: CC BY 2.0, zugeschnitten, Farbkorrektur
3. "Gartengeräte an Gartenmauer" (Pinnow - Friedhofsmauer) von onnola, https://www.flickr.com/, Lizenz: CC BY-SA 2.0, zugeschnitten, Farbkorrektur
4. "Harken und Rechen" (Originalbild): Ben Kerckx (Ben_Kerckx), Lizenz: CC0 1.0 / pixabay.com
5. "Rasenmäher" (Lawns) von Chris Chrissss (jezuez471), https://www.flickr.com/, Lizenz: CC BY 2.0, zugeschnitten, Farbkorrektur
6. "Schutzspray für Handmäher" (Spray) von Brian Timmermeister (cadillacjr2002), https://www.flickr.com/, Lizenz: CC BY-SA 2.0, zugeschnitten, Farbkorrektur
7. "Gartengeräte auf Tisch" (garden tools) von Pleuntje, https://www.flickr.com/, Lizenz: CC BY-SA 2.0, zugeschnitten, Farbkorrektur
8. "Garten im Winter" (Wintergarten) von Björn Láczay (dustpuppy), https://www.flickr.com/, Lizenz: CC By-SA 2.0, zugeschnitten, Farbkorrektur

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