Forsythien pflanzen und pflegen

Goldglöckchen als Frühblüher im eigenen Garten

Blühender Forsythienstrauch

Die Forsythie wird im Volksmund auch Goldglöckchen oder Goldweide genannt, da sie bereits im Frühjahr mit ihren leuchtend gelben Blüten den noch winterlichen Garten erstrahlen lässt. Daher gilt der Blütenstrauch aus der Familie der Ölbaumgewächse auch als Bote des Frühlings und der Osterzeit.

Doch auch nach der Blüte verschönert der immergrüne Zierstrauch weiterhin Ihren Garten mit seinen zahlreichen sattgrünen Blättern. Der genügsame Frühjahrsblüher eignet sich somit ideal für eine Heckenpflanzung im Garten, doch auch eine Kübelhaltung ist mit kleinwüchsigen Forsythiensorten möglich.

Erfahren Sie im Folgenden wissenswerte Informationen zum richtigen Anbau und zur gezielten Pflege von Goldglöckchen im eigenen Garten.

Forsythienvielfalt für den heimischen Anbau

Die Forsythiensträucher befinden sich in vielen öffentlichen Parks und heimischen Gärten. Sie sind besonders beliebt, da sie bereits im zeitigen Frühjahr ihre gelben Blüten entwickeln und sehr robust und pflegeleicht sind.

Der Blütenstrauch zählt zu den schnellwachsenden Pflanzenarten und kann eine Höhe und Breite von bis zu 400 cm erreichen. Wird das Goldglöckchen als blühende Hecke in Kombination mit weiteren Ziersträuchern angepflanzt, wird sie zum natürlichen Sichtschutz.

Auch nach der Blüte bleibt der Strauch ein Blickfang im Garten, denn ab Mai, wenn die gelben Blüten allmählich abfallen, bildet die immergrüne Pflanze zahlreiche Blätter aus.

Hobbygärtner können zwischen dreizehn kultivierten Arten wählen, die sich besonders in ihrer Wuchsform und somit in ihrem Verwendungszweck unterscheiden.

Goldglöckchen für eine Kübelpflanzung auf dem Balkon

Forsythie auf Balkon
Kleinwüchsige Forsythiensorten eignen sich ideal für eine Kübelpflanzung auf dem Balkon.

Goldglöckchen sind anspruchslose Sträucher und lassen sich sowohl im Freiland als auch im Kübel anbauen. Wenn Sie das blühende Gehölz auf dem Balkon ziehen wollen, greifen Sie auf eine speziell gezüchtete Zwerg-Forsythien zurück, die eine Wuchshöhe von maximal 150 cm erreichen.

Achtung: Forsythien gelten als genügsam, Solitärpflanzen in Kübelhaltung sind jedoch deutlich pflegeintensiver als Sträucher im Freiland.

Für eine Kübelpflanzung auf dem Balkon oder der Terrasse haben sich folgende Forsythiensorten besonders bewährt:

  1. Der Strauch der Sorte Minigold wird bis zu 150 cm hoch und etwa 130 cm breit. Die beliebte Zwerg-Forsythie bildet goldgelbe Blüten aus, während sich das Laub im Herbst dunkelgelb verfärbt. Die Pflanze ist winterhart.
  2. Die neue Züchtung Mikador verfügt über einen kompakten Wuchs und wird nur bis zu 100 cm hoch. Der Zierstrauch bildet zahlreiche Verzweigungen und kann bis in den Juni hinein blühen. Auch diese Zwerg-Forsythie ist winterhart.
  3. Eine Besonderheit bildet die Schneeforsythie. Ihre weißen Blüten verströmen einen aromatichen Duft, der an Mandeln erinnert. Der Strauch erreicht eine Höhe von bis zu 150 cm und eignet sich ideal für die Kübelpflanzung. Die Pflanze ist weniger robust und benötigt einen ausreichenden Winterschutz.

Beliebte Forsythien-Sorten für eine Gartenpflanzung

Hecke aus Forsythien
Forsythien können gut als Hecke gepflanzt werden und dienen so als leuchtend gelber Sichtschutz.

Mit einer auffälligen Solitärpflanze setzen Sie gezielte Akzente. In Kombination mit weiteren Frühblühern, wie Krokussen oder Traubenhyazinthen, wirkt der Blütenstrauch besonders schön – die durch die Unterpflanzung erzielten Farbkontraste bringen Leben in den noch winterlichen Garten. Auch zwischen alten Bäumen gedeiht die Forsythie im Halbschatten sehr gut.

Die schnellwüchsigen Blütensträucher werden sehr hoch und breit – eine Wuchshöhe von über 300 cm erreichen nahezu alle Garten-Forsythien. Daher eignen sich die klassichen Sorten auch für eine farbenfrohe Heckenpflanzung, denn der immergrüne Zierstrauch entwickelt nach der Blüte im Frühjahr sattgrüne Blätter und dient so auch im Spätsommer noch als natürlicher Sichtschutz.

Forsythien und Frühblüher
Der Forsythienstrauch wird zum Blickfang im winterlichen Garten. Pflanzen Sie Frühblüher wie beispielsweise Krokousse in die unmittelbare Nähe und erzielen Sie so ansprechende Farbkontraste.

Zu den drei beliebtesten Forsythien für eine Gartenpflanzung zählen Botaniker folgende Sorten:

  1. Der Goldrausch ist eine klassische Forsythien-Sorte und wird bis zu 300 cm hoch und breit. Die auffällig großen Blüten sind strahlend gelb und öffnen sich ab Anfang März. Der Strauch bildet im Spätsommer bis zu 12 cm lange Blätter aus und ist winterhart.
  2. Die Goldglöckchen-Sorte Weekend ist mit einer Wuchshöhe zwischen 180 cm und 250 cm ein mittelhoher Blütenstrauch und sehr dicht verzweigt. Die Pflanze ist robust und benötigt keinen zusätzlichen Winterschutz.
  3. Forsythien der Sorte Spectabilis werden häufig 300 cm hoch und bis zu 200 cm breit. Charakteristisch sind die überhängenden Triebe mit ihren hellgelben Blüten. Die Pflanze ist winterhart und entwickelt eine auffällige Herbstlaubfärbung.

Ansprüche und idealer Standort der Goldglöckchen

Blühender Forsythienstrauch
Die Forsythien sind Frühblüher und zeigen ihre gelben Blüten zwischen März und Mai.

Die Forsythien sind anspruchslose und zugleich robuste Ziersträuche und daher bei unerfahrenen Hobbygärtnern besonders beliebt. Der ideale Pflanzzeitpunkt ist im Frühjahr, wenn die Böden nicht mehr gefrieren, doch auch eine Herbstpflanzung ist möglich, da der Strauch winterhart ist.

Das Goldglöckchen freut sich über ausreichend Sonnenlicht, gedeiht aber auch im Halbschatten noch gut. Auch an die Bodenverhältnisse stellt es nur wenige Anforderungen, eine wasserdurchlässige, nährstoffreiche und kalkarme Erde eignet sich ideal.

Tipp: Setzen Sie bei der Standortwahl auf die gewünschte Optik. Ob vor einem Zaun, an der Terrasse, zwischen den alten Obstbäumen oder neben dem Gartentor – die Forsythien gedeihen nahezu überall.

Forsythien richtig pflanzen – die ideale Bodenvorbereitung

Forsythien im Winter
Forsythien sind winterharte Ziersträucher. Ihre gelben Blüten zeigen sich bereits im zeitigen Frühjahr.

Forsythien werden sehr hoch und ausladend, es ist daher entscheidend, auf den richtigen Pflanzabstand zu achten. Planen Sie eine Heckenpflanzung, dann werden pro laufenden Meter zwei Sträucher in die Erde gesetzt. So erzielen sie eine lückenlose Hecke, die Ihnen das gesamte Jahr über als natürlicher Sichtschutz dient. Freiwachsende Solitärpflanzen sollten einen guten Meter auseinander gesetzt werden, um ihnen ein gesundes Pflanzenwachstum zu ermöglichen. Auch die jährlichen Schnittmaßnahmen lassen sich leichter durchführen, wenn ausreichend Platz eingeplant wurde.

Tipp: Pflanzen Sie Ihre Forsythien bewusst weit auseinander, denn auch einzelne Sträucher entfalten bereits ihre Wirkung – mit dem Zierstrauch lassen sich gezielt Akzente setzen und vorwiegend dunkle Gartenecken beleben.

Wenn Sie sich für einen Standort im Garten entschlossen haben, wird ein Pflanzloch ausgehoben, das doppelt so groß wie der Wurzelballen ist. Neigt der Boden zu Staunässe, wird eine dünne Drainageschicht in das Pflanzloch gegeben, um die empfindlichen Wurzeln vor Fäulnis zu schützen.

Tipp: Für die Drainageschicht lockern Sie den Boden des Pflanzlochs mit einer Grabegabel auf und bedecken ihn anschießend mit Kies oder kleinen Tonscherben. Über diese Schicht geben Sie etwas Gartenerde, die Sie vorab mit Hornspänen vermengt haben.

Setzen Sie nun den Pflanzenballen in das vorbereitete Pflanzloch, geben Sie den Aushub zurück in das Loch und drücken Sie alles gut an. Ein abschließendes Wässern erleichtert dem Zierstrauch das Ausbilden von Wurzeln und ein schnelles Einwachsen.

Forsythien sortenspezifisch pflegen

Blühender Forsythienzweig
Forsythien sind robust und genügsam. Bei leichter Pflege erwartet Sie ein Meer aus gelben Blüten.

Goldglöckchen sind genügsame Pflanzen und müssen nicht zusätzlich gedüngt werden. Bringen Sie dennoch vor dem Winter organischen Dünger wie Kompost oder frischen Humus in die Erdoberfläche ein, um den Frühblüher zu unterstützen. An sonnigen Standorten schützt ein zusätzliches Mulchen im Frühjahr vor Austrocknung.

Forsythien im Garten werden mäßig gegossen. Lockern Sie den Boden von Zeit zu Zeit vorsichtig mit einer Harke, um den Regen leichter abfließen zu lassen.

Im Gegensatz zu Garten-Forsythien brauchen Kübelpflanzen deutlich mehr Zuwendung. Bewässern Sie die Sträucher im Blumentopf regelmäßig. Wieder hilft eine Drainage über dem Wasserablaufloch dabei, Staunässe zu vermeiden. Achten Sie zudem auf einen zusätzlichen Winterschutz, etwa eine spezielle Folie, die um den Kübel gewickelt wird, da einige der kleinwüchsigen Sorten kälteempfindlich reagieren.

Auslichtungs- und Erhaltungsschnitt bei Forsythien

Vogel im Strauch
Gesetzlicher Vogelschutz zwischen März und September: Vögel nisten gerne in dichten Hecken, beginnen Sie mit den Schnittmaßnahmen daher erst ab Anfang Oktober.

Der gelbe Zierstrauch blüht an einjährigen Trieben. Das bedeutet, dass Sie den jährlichen Erhaltungsschnitt unmittelbar nach der Blüte durchführen müssen, damit sich die Blütenknospen an den jungen Trieben über den Sommer entwickeln können, bevor es im Winter zu einem Wachstumsstopp kommt.

Achtung: Das Schneiden von Hecken ist zwischen dem 1. März und dem 31. September gesetzlich verboten, da viele Vogelarten im Gehölz ihre Nester gebaut haben. Warten Sie mit den Schnittarbeiten an Forsythienhecken daher mindestens bis Anfang Oktober.

Ist zu erkennen, dass in den Solitärpflanzen keine Vögel nisten, werden die Sträucher nach der Blüte im Juni oder Juli geschnitten, um das Triebwachstum zu fördern und die Blühfreudigkeit des Strauchs zu erhalten. Dabei ist darauf zu achten, dass die kräftigen, einjährigen Triebe bestehen bleiben und um die Hälfte gekürzt werden. An ihnen bilden sich über den Sommer die Seitentriebe mit den vielen Blütenknospen, die dann im kommenden Frühjahr den anbrechenden Frühling verkünden.

Zweige in Vase
Abgeschnittene Äste entfalten ihre Blüten nach einigen Tagen.

Ein zusätzliches Auslichten im Inneren des Strauchs verhindert, dass Jungtriebe zu lang werden. Alte Zweige werden dabei von starken Verästelungen befreit und bis zu einer Knospe gekürzt.

Forsythien sind äußerst schnittverträglich. Dennoch ist ein radikaler Rückschnitt bis auf Bodennähe nur dann empfehlenswert, wenn die Pflanze erkrankt oder sehr alt und verkahlt ist. Der ideale Zeitpunkt für diese Schnittmaßnahmen ist das zeitige Frühjahr, jetzt kann der Busch seine gesamte Kraft in die Ausbildung neuer, gesunder und blütenreicher Triebe investieren. Die Blüte erfolgt dann jedoch erst im zweiten Jahr.

Zwerg-Forsythien sind im Vergleich zu Gartensorten deutlich schwachwüchsiger. Ein Erhaltungsschnitt sollte alle zwei bis drei Jahre durchgeführt werden. Dabei genügt es, wenn vereinzelte Triebe um ein Drittel gekürzt werden.

Bei einem Nachblüteschnitt ist es besonders wichtig, dass die entstandenen Schnittflächen mit Wundwachs oder anderen Verschlussmitteln behandelt werden, so verlieren die Sträucher weniger Pflanzensaft und können sich schneller erholen.

Tipp: Schneiden Sie einige Zweige am Barbaratag, dem 4. Dezember, ab und stellen Sie diese in eine Vase mit Wasser. Passend zur Weihnachtszeit entfalten die Äste dann ihre ganze Blütenpracht.

Krankheiten und Schädlinge der Goldglöckchen

Goldglöckchen gelten als weitestgehend robust und resistent. Gelegentlich kann es zu einer Bakterieninfektion kommen, bei der sich als typische Symptome kleine Pflanzengallen bilden. Hervorgerufen wird diese Erkrankung durch das Bakterium Rhodococcus fascians. Befallene Sträucher wachsen nur schlecht und entwickeln keine Blüten. Entfernen Sie betroffene Äste, eine Behandlung mit speziellen Spritzmitteln ist nicht erforderlich.

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1. "Forsythienzweige"von Håkan Stigson (Stigson_united@pixabay.com) Lizenz: [CC0 1.0]
2. "Forsythie in Kübelpflanzung"von weisserstier (flickr.com) [100401_Terrasse 005] Lizenz: [CC BY 2.0] Copyright: [zugeschnitten, Farbkorrektur]
3. "Forsythien in Heckenpflanzung"von Barbara Eckstein (beckstei@flickr.com) [forsythia] Lizenz: [CC BY 2.0] Copyright: [zugeschnitten, Farbkorrektur]
4. "Forsythienstrauch vor Scheune"von Jill Wellington (jill111@pixabay.com) Lizenz: [CC0 1.0]
5. "Forsythienblüten"von Anja Osenberg (cocoparisienne@pixabay.com) Lizenz: [CC0 1.0]
6. "Schnee auf Forsythienblüten"von slgckgc (flickr.com) [Snow on Forsythia] Lizenz: [CC BY 2.0] Copyright: [zugeschnitten, Farbkorrektur]
7. "Forsythienzweig mit Blüten"von prilfish (flickr.com) [Yellow] Lizenz: [CC BY 2.0] Copyright: [zugeschnitten, Farbkorrektur]
8. "Amsel in Forsythienstrauch"von Garry Knight (garryknight@flickr.com) [A Blackbird's Eye] Lizenz: [CC BY 2.0] Copyright: [zugeschnitten, Farbkorrektur]
9. "Blühende Forsythienzweige in Vase"von brewbooks (flickr.com) [Yellow Forsythia Blossoms] Lizenz: [CC BY-SA 2.0] Copyright: [zugeschnitten, Farbkorrektur]

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