Kirschen pflücken

Kirschernte: Zum Sommerbeginn leckere Kirschen essen

Pünktlich zum offiziellen Sommeranfang kann man in Deutschland die ersten Kirschen ernten. In manchen Regionen und bei einer günstigen Witterung lassen sich bereits Ende Mai oder Anfang Juni die ersten Kirschen pflücken. Der Erntezeitraum, die so genannten Kirschwochen, erstreckt sich bis in die Mitte des Augusts hinein. In jeder Woche erreichen unterschiedliche Kirschsorten ihre Reife – das sorgt für geschmackliche Abwechslung!

Entscheidendes Kriterium für die Reife der Früchte ist der Geschmack. Sind die Früchte süß und saftig wird es höchste Zeit für die Kirschenernte, denn die reifen Früchte können bei heftigem, andauernden Regen aufplatzen und sind damit für die Kirschenernte verloren. Obstbauern schützen daher ihre empfindlichen Kirschen, indem sie riesige Schirme über ihre Kirschenanlagen aufspannen.

Wir verraten alles Wissenswerte rund um Kirschen und Kirschernte, damit Sie schon bald in den Genuss der leckeren Früchte kommen können.

Kirschbäume im Garten

Kirschbäume sind nicht nur wegen ihrer nur kurze Zeit andauernden Blütenpracht im Frühling, sondern auch wegen ihrer säuerlich bis süß schmeckenden Früchte im Sommer überaus beliebt. Sie gehören zu den besonders pflegeleichten Bäumen. Zum Herbstanfang gepflanzt und mit Düngemittel versorgt, kann bei einem kleinen Kirschbaum aus der Gärtnerei schon im Folgejahr die Ernte erfolgen.

Während sich Sauerkirschen aufgrund ihrer Fruchtsäure besonders für Marmeladen eignen, sind Süßkirschen vor allem für den Frischverzehr gedacht. Damit man die leckeren Früchte genießen kann, sollten die Kirschbäume und -sträucher frühzeitig ab Mitte Mai mit Kirschfruchtfliegen-Fallen ausgestattet werden. Ansonsten muss man im Frühsommer leider mit dem Auftreten der Kirschfruchtfliege rechnen.

Für einen optimalen Wuchs und eine reiche Kirschenernte müssen Triebe, die bereits Früchte getragen haben, beschnitten werden, damit sie im nächsten Jahr wieder Früchte tragen. Außerdem sollte man eng stehende Zweige, kranke Äste und Fruchtmumien ebenfalls entfernen. Ansonsten droht die Übertragung von Pilzkrankheiten.

Der Zeitpunkt nach der Kirschenernte ist ideal, da die Wunden in dieser Zeit schneller heilen. Dennoch ist es wichtig, dass man die Schnittwunden mit einem Wundverschluss verstreicht, damit der Kirschbaum vor Schädlingsbefall geschützt wird.

Wie unterscheiden sich Süß- von Sauerkirschbäumen?

Blüten eines Kirschbaums

Die Vogel-Kirsche (Prunus avium), auch bekannt als Süßkirsche, blüht von Mai bis Mitte Juni und erreicht eine durchschnittliche Höhe von bis zu 20 Metern. Die Früchte dieses Kirschbaumes haben eine gelbe, rote bis dunkelrote Färbung und ein festes Fruchtfleisch.

Außerdem wird zwischen Herzkirschen (Prunus avium subsp. juliana) und Knorpelkirschen (Prunus avium subsp. duracina) unterschieden. Knorpelkirschen sind knackiger und haben ein festeres, rötlich-gelbes Fruchtfleisch. Dagegen besitzen Herzkirschen ein weiches, saftiges Fruchtfleisch.

Im Vergleich dazu werden Kirschbäume und -sträucher mit sog. Weichsel- bzw. Sauerkirschen (Prunus cerasus) bis zu 10 Meter hoch und bilden helle sowie dunkelrote bis schwarze Früchte, die säuerlicher als Süßkirschen schmecken. Diese Kirschbäume bilden bereits im April und Mai ihre Blüten.

Tipp: Bedenken Sie bei der Baumwahl, dass ein Kirschbaum nach einigen Standjahren sehr hoch und ausladend werden kann. Planen Sie bereits vorab einen Standort ein, an dem der Kirschbaum ausreichend Abstand zum Nachbargarten hat und kleinere Nutz- und Zierpflanzen oder Sitzbereiche nicht ungünstig beschattet.

Kirschen pflücken

Kirschernte: Kirschen sollten vor dem Regen gepflückt werden, da sie sonst aufplatzen.

Bevor es ans Naschen der Kirschen eht, müssen diese zunächst vom Ast gepflückt werden – am besten bevor die süßen Früchte überreif zu Boden fallen. Hier werden die matschigen Kirschen gerne von Wespen angeflogen, in die unachtsame Gartenbesucher schnell hineintreten können. Um eine Wespenplage im Garten zu vermeiden, werden Kirschen frühzeitig geerntet oder umgehend entsorgt, falls sie bereits abgefallen sind.

Zudem sollten die reifen Früchte am Baum nicht nass werden, denn kurz vor der Entezeit hat das Fruchtfleisch einen besonders hohen Zuckergehalt. Damit der Gehalt der gelösten Stoffe im Regenwasser und im Fruchtfleisch gleich ist, muss mehr Wasser in die Frucht, um die Fruchtlösung zu verdünnen. Die Wasseraufnahme führt dann zur Vergrößerung des Volumens und schließlich zum Aufplatzen der Früchte. 

Empfehlenswert ist daher auch ein geflochtener Obstkorb. Das Holz kann austretendes Fruchtwasser aufnehmen und verhindert außerdem die Gefahr von Fäule oder unschönen Druckstellen. Wichtig ist zudem, dass Sie nicht waghalsig in die Baumkronen klettern, sondern eine standsichere Leiter verwenden. Auch wenn die Äste stabil aussehen, können sie leicht unter dem Gewicht des Gärtners – oder Kinder – brechen.

Inhaltsstoffe der Kirschen

Kirschen: Lecker und gesund

Süßkirschen sind überaus beliebte Früchte, die nicht nur roh ein Genuss sind. Sie werden auch als Füllung von Sahnetorten, als Belag von Obstkuchen und in Quarkspeisen gerne gegessen. Sauerkirschen finden als eingekochte Marmeladen den Weg in unsere Speisekammern. So verspeist jeder Bundesbürger durchschnittlich ein Kilogramm Kirschen pro Jahr.

Neben ihrem aromatischen Geschmack können Süßkirschen auch mit ihren Mineralstoffen und Vitaminen trumpfen. Kirschen enthalten eine ausgewogene Mischung aus Provitamin A, Vitaminen der B-Gruppe, Vitamin C und E sowie Gehalte an bioaktiven Substanzen, wie Anthocyane. Kalium, Calcium, Magnesium und Eisen runden das positive Gesamtbild ab.

100 Gramm Kirschen haben nicht einmal 60 Kilokalorien. Daher sind frische Kirschen an heißen Sommertagen nicht nur erfrischend, sondern vorallem lecker und gesund.

Tipps für geschmacksintensive Kirschen

Köstlich: selbstgemachte Kirschmarmelade

Bei der Kirschernte gilt es einige spezifische Eigenarten der Kirschen zu beachten. Kirschen gehören etwa nicht zu den nachreifenden Obstarten und sollten daher nur ausgefärbt gekauft bzw. reif werden. Die Frische bei Waren aus dem Supermarkt erkennt man am Grün des Stiels, der zudem glatt und fest mit der Kirsch verankert sein sollte. Früchte mit Mängeln, etwa Druckstellen oder losen Stielen, bergen die Gefahr von Schimmelbildung und werden umgehend aus der Verpackung entnommen und entsorgt.

Der Stiel wird nach dem Waschen abgezupft, damit das Aroma nicht ausgewaschen wird und die Kirsche nur noch wässrig schmeckt. Zudem sollten gepflückte Kirschen schnell verzehrt werden, da sie sich höchstens zwei bis drei Tage im Gemüsefach des Kühlschranks halten.

Vor dem Genuss muss zunächst der kleine Kern entfernt werden. Die Früchte lassen sich viel leichter entsteinen, wenn man sie vorher einige Minuten in das Gefrierfach legt. Die entsteinten Süßkirschen können hervorragend als Konfitüre eingemacht werden. Besonders aromatisch wird diese übrigens mit jeweils zwei Kirschkernen pro Einmachglas.

Kirschbaumfliege

Viele Hobbygärtner klagen über Schädlinge im Kirschbaum: Häufig handelt es sich hierbei um die Kirschfruchtfliege, die im Frühsommer gezielt bekämpft werden sollte. Wenn auch Sie Maden in Kirschen finden oder sich bereits präventiv informieren möchten, finden Sie wissenswerte Informarionen in unserem Beitrag zur Kirschbaumfliege.

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6. "Kirschfruchtfliege"von Bauer Karl / wikimedia.org Lizenz: [CC BY 3.0] Copyright: [Bauer Karl / wikimedia.org CC BY 3.0]

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