Apfelernte im Herbst

Tipps zum Äpfelernten

Im Herbst beginnt die Erntezeit der Äpfel. Der Apfelbaum im eigenen Garten trägt nun reife Früchte, die von den Gartenbesitzer einfach selbst geerntet werden können.

Manche Sorten müssen nach dem Pflücken einige Zeit eingelagert werden, bis sie dann ihren vollen Geschmack entwickelt haben. Allerdings sind nur unbeschadete und schädlingsfreie Exemplare lagerungsfähig. Äpfel mit Madenbefall sollten allerdings ebenso wie überreife und verformte Früchte nach der Ernte entsorgt werden. Stiellose Äpfel faulen schneller als die anderen Früchte, weshalb sie zügig verbraucht werden sollen. Lässt man außerdem bereits pflückreife Äpfel zu lange am Baum hängen, wirkt sich das negativ auf die Haltbarkeit aus – die Äpfel bekommen dann braune Stellen und faulen schneller.

Hier haben wir Tipps für den Apfelbaum im eigenen Garten – für die richtige Pflücktechnik und für die Lagerung des geernteten Obst.

Apfelbaum im Garten pflanzen

Ein Apfelbaum im eigenen Garten braucht einen sonnigen Standort und nimmt dort viel Platz ein, sodass er sich in erster Linie für große Gärten eignet. Außerdem sollte man bei der Wahl des Standortes beachten, dass in seiner Nähe möglichst weder Blumenbeete noch ein Nutzgarten liegen, sondern nur Pflanzen wachsen, die einen schattigen Platz bevorzugen.

Gepflanzt werden junge Apfelbäume im Herbst. Zuvor sollte man beschädigte Wurzeln entfernen und die Erde gründlich auflockern. Außerdem ist es ratsam, den Baum an einen Pfahl zu binden, der so aufgestellt wird, dass ihn der Stamm nicht berührt. Wer später Äpfel selber ernten möchte, benötigt einen Befruchter für den gepflanzten Apfelbaum mit der gleichen Blütezeit. Fehlt der Platz für einen zweiten Baum, kann ein kleinerer Zierapfelbaum diese Aufgabe übernehmen.

Mittlerweile gibt es auch für kleinere Gärten eine Lösung, wenn für große Bäume kein Platz zur Verfügung steht. Sogenannte Zwergenobstbäume oder Säulenobstbäume sind spezielle Züchtungen und wachsen in großen Kübeln. Auf diese Weise kann man auch in kleinen Gärten oder auf einem großen Balkon selber Äpfel ernten.

Ein reich tragender Apfelbaum im Garten

Außerdem sind die Ansprüche dieser Bäumchen geringer. So fühlt sich beispielsweise ein Zwergapfelbaum an einem sonnigen bis halbschattigen Platz wohl und erfreut im Frühling mit reichen Blüten, bevor man seine Äpfel im Sommer und Herbst ernten kann.

Junifruchtfall bei Apfelbäumen

Bereits vor der Erntezeit verliert ein Apfelbaum im Garten einen Teil seiner Früchte. Bei diesem frühzeitigen Fruchtfall werden Äpfel abgeworfen, die die Traglast der Äste übersteigen oder nicht befruchtet wurden. Dies ist vor allem nach einem feuchten und kalten Frühling der Fall, in dem die Blüten schlecht befruchtet wurden und heranreifendes Obst unzureichend vom Baum versorgt wurde. Wurden die Äpfel jedoch ausreichend befruchtet, werden Wachstumsregulatoren und Pflanzenhormone gebildet, die die Versorgung mit Nährstoffen, Wasser sowie Zucker regeln. Unzureichend befruchtete Äpfel besitzen nur wenige Regulatoren und Hormone, weshalb der Apfelbaum an ihrem Stielansatz eine Korkschicht bildet und die Äpfel abgeworfen werden.

Zusätzlich zum Junifruchtfall können Hobbygärtner überzählige Äpfel pflücken, wenn zu viele Äpfel an einem Ast wachsen. Dabei sollte ungefähr eine Handbreit Abstand zwischen zwei Äpfeln oder Birnen vorhanden bleiben.  Diese Nachlese wirkt sich positiv auf die Knospen aus, die sich dadurch besser entwickeln können. Trotzdem braucht man sich keine Sorgen machen, dass sich dadurch der Ertrag deutlich schmälert, denn bis zur Pflückzeit bleiben noch genügend Früchte am Baum hängen. Bei Apfelsorten mit kleinen Früchten, wie Elstar, Gala, Pinova oder Rubinette, bewirkt der Fruchtfall sogar, dass die verbleibenden Äpfel größer werden.

Rußflecken- und Fliegenschmutzkrankheit bei reifenden Äpfeln

Befinden sich auf der Schale von reifenden Äpfeln viele schwarze Punkte oder rußfarbene Flecken, die sich abwischen lassen, handelt es sich um die Fliegenschmutzkrankheit (Schizothyriumpomi) oder die sog. Rußfleckenkrankheit (Gloeodespomigena). Die Schadpilze befallen die Schale der Äpfel, ohne in das Fruchtfleisch einzudringen, sodass das Obst im geschälten Zustand genießbar bleibt. Allerdings sind befallene Äpfel kürzer haltbar. Da die Pilze an den Apfelbaumtrieben den Winter überstehen, können sie im Frühling und Sommer die neue Apfelernte befallen. Um dies zu verhindern, sollten Gartenbesitzer den Baum im Herbst schneiden und auslichten. Dadurch trocknet die Feuchtigkeit schneller auf Äpfeln und Laub und das Risiko eines Pilzbefalls wird verringert. Bei trockener Witterung sind die Rußflecken- und Fliegenschmutzkrankheit dagegen kaum zu finden.

Äpfel selber ernten mit der richtigen Drehtechnik

Reife Äpfel erkennt man daran, dass sie sich leicht pflücken lassen. Allerdings dürfen die Knospen bei der Ernte nicht beschädigt werden, deshalb sollten die Früchte möglichst nicht abgerissen, sondern vorsichtig abgedreht werden. Hierzu drückt man den Stiel behutsam nach oben und dreht den Apfel ab.

Warum ernten wir in einem Jahr viele Äpfel, im nächsten wenige?

Als Grund sind die Schwankungen des Fruchtertrages einiger Sorten zu nennen, die sogenannte Alternanz. Das heißt, dass die Bäume in einem Jahr sehr viele Früchte tragen und sich dabei stärker verausgaben und dann im Folgejahr dadurch weniger tragen. Diese Probleme sind aber bei einigen Sorten stärker ausgeprägt als bei anderen. Anfällig für die Alternanz sind Sorten wie Elstar und Boskoop.

Ein Apfelpflücker erleichtert die Ernte im eigenen Garten

Ausstattung für die Apfelernte

Die passende Ernteausstattung kann die Apfelernte deutlich erleichtern. Zwar stehen in Gärten meistens nur ein bis zwei Apfelbäume, doch wird das Ernten zu einer mühsamen Tätigkeit, wenn die Äpfel in einen an der Leiter hängenden Eimer gelegt werden müssen. Wird das Obst nach dem Pflücken von oben in ein Behältnis fallen gelassen, erhält es Druckstellen und fault schneller. Besser sind kleine, aber praktische Hilfsmittel, wie die Erntetasche und der Apfelpflücker.

Apfelpflücktasche oder Erntetasche

Einhändige Kletterpartien und beschädigte Äpfel vermeidet man mit einer Pflücktasche oder Pflückschürze. Der Vorteil: Hobbygärtner haben beide Hände für die Apfelernte frei. Profi-Pflücktaschen, zum Beispiel von Planto, bieten Komfort und pratische Details:

  • Bis zu 7 Kilo Früchte gleichzeitig ernten
  • Gepolsterte Nackenriemen gegen Einschneiden
  • Einfaches Ausleeren durch "Aushaken" der Tasche

Ein weiterer Vorteil: Auf der Unterseite der Tasche befinden sich Karabinerhaken, mit denen sich der Boden öffnen lässt. Dadurch kann das geerntete Obst einfach in die Kisten oder Körbe gelegt werden. So werden sie weniger beschädigt und halten sich länger.

Obstpflücker für hoch sitzende Früchte

Schwieriger wird die Apfelernte bei großen alten Bäumen, bei denen die höchsten Äpfel selbst mit einer Leiter kaum zu erreichen sind. Hier hat sich ein Obstpflücker an einer Teleskopstange bewährt. Dieses praktische Hilfsmittel besteht aus einem Metallkorb, dessen oberer Rand mit gebogenen oder abgerundeten Zacken besetzt ist. Diese lösen das Obst von den Ästen. Je nach Modell landen die Äpfel im Korb oder in einem Stoffbeutel. Tipp: Sind die Zacken so scharf, dass sie die Früchte beschädigen, kann man sie mit Klebeband oder Schaumfolie umwickeln.

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Auflesegeräte für eine rückenschonende Ernte

Sind während der Ernte Äpfel auf den Boden gefallen, müssen diese in anstrengender Arbeit aufgesammelt werden. Mit einem Auflesegerät lässt sich diese Tätigkeit rückenschonend erledigen. Dieses Erntehilfsmittel besitzt eine verstellbare Stange und wird über den Boden gerollt. Ein runder Drahtkorb liest auf dem liegende Äpfel auf. Ist er voll, lässt er sich mit einem Handgriff über der Kiste oder dem Erntesack entleeren. Solche Auflesegeräte gibt es darüber hinaus auch für Hasel- sowie Wallnüsse, Pflaumen, Aprikosen und Kirschen.

Mit diesem Auflesegerät sammelt man auf dem Boden liegendes Obst
Auflesegeräte zur Ernte von Äpfeln, Nüssen, Kirschen und Aprikosen

Rezeptideen für geerntete Äpfel

Je nach Sorte und ihrer Genussreife lassen sich die Äpfel nach der Ernte zu leckeren Speisen und Apfelsaft verarbeiten oder einlagern.

Hier eine Auswahl unserer Rezepte mit frischen Äpfeln:

Äpfel für den Winter einlagern

Äpfel überstehen den Winter an einem dunklen, kühlen und belüfteten Ort, zum Beispiel im Keller. Dort lagern sie idealerweise auf einer dünnen Papierschicht nebeneinander oder in zwei Lagen aufeinander gestapelt in Holzkisten. Dabei wirkt sich zu trockene Luft ebenso negativ aus wie Kondenswasser. Gegen eine zu niedrige Luftfeuchtigkeit stellt man zum Beispiel kleine Schalen mit Wasser auf.

Außerdem sollten Hobbygärtner das Obst regelmäßig auf faule und Druckstellen kontrollieren und aussortieren. Auf diese Weise lassen sich die Früchte über den Winter lagern, behalten ihr Aroma und bleiben knackig. Wegen der Reifegase ist es ratsam, kein anderes Obst zusammen mit Äpfeln im gleichen Raum unterzubringen, da dieses schneller verdirbt.

Geerntete Äpfel professionell lagern

Dank der richtigen Lagerung können Verbraucher das ganze Jahr über frische Äpfel genießen. Der Grund dafür ist die sogenannte CA-Lagerung, d. h. Controlled Atmosphere. Bei dieser Methode erfolgt die Obstlagerung in kontrollierter Atmosphäre. Bislang wurde sie in großen Lagerhallen mit einheitlichen Apfelsorten angewandt und ist nun ebenfalls für kleine Mengen möglich.

Das neue System "Mat Tiempo" ermöglicht es Direktvermarktern, den Ernteertrag in geringeren Mengen länger aufzubewahren. Hierzu werden die Äpfel in Kunststoffboxen gelegt, heruntergekühlt und mit einem Deckel dicht verschlossen. Dieser ist mit einer Membran ausgestattet, die – je nach Obstart – den Gasaustausch steuert und mehr oder wenige Sauerstoff hineinlässt. Ebenso kann Kohlendioxid austreten. Diese CA-Kisten bieten Platz für ca. 300 kg Äpfel und dienen ebenfalls zur Lagerung von 170 kg Kirschen oder 220 kg Pflaumen oder Zwetschgen.

Der Vorteil dieser Lagerungsmethode: Boxen, die nicht vollständig gefüllt sind, werden mit einem nicht Wasser saugenden Material aufgefüllt. Dadurch wird die verbliebene Luft verdrängt. In dieser Atmosphäre lagern Äpfel bis zu 330 Tagen, während sich Zwetschgen bis zu 50 sowie Kirschen höchstens 25 Tage halten.

Die Verbraucherzentrale Hessen meint zu diesem Verfahren der Apfellagerung:

"Schon lange wird im Fruchthandel die sogenannte CA-Methode (Controlled Atmosphere = Kontrollierte Atmosphäre) praktiziert. Im CA-Lager wird der Sauerstoff niedrig gehalten, dafür der Kohlendioxid-Gehalt herauf gesetzt. Bei circa 4 Grad Celsius und einer hohen Luftfeuchtigkeit wird der Apfel in eine Art Winterschlaf versetzt, was die weitere Reifung sehr stark verlangsamt. So kommen die eingelagerten Früchte auch 2-3 Monate nach der Ernte wie frisch in den Handel. Der Vitamingehalt sinkt zwar, dies erfolgt aber wesentlich langsamer als bei den Lagermöglichkeiten im Haushalt. Für den Verbraucher ist dieses Verfahren gesundheitlich völlig unbedenklich."

Apfelbaum für den Garten

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Heimwerker.de-Redaktion , d. 15-09-14 06:59:

Hallo,

bei einigen Sorten bildet sich eine Art Wachsschicht auf der Schale, wenn die Äpfel erntereif sind. Mit einem einfachen Test lässt sich ihre Pflückreife feststellen:
Hebt man den Apfel an und dreht ihn vorsichtig, löst sich bei pflückreifen Äpfeln der Stiel leicht vom Ast. Ist der Apfel nicht pflückreif, bleibt der Stiel fest mit dem Ast verbunden oder er löst sich dagegen vom Apfel.
Ein weiteres Erkennungsmerkmal sind die Kerne: Reife Äpfel haben braune Kerne, die locker im Gehäuse liegen.

Viele Grüße,
Heimwerker.de-Redaktion

Leidolph , d. 13-09-14 11:55:

Ist in diesem Jahr damit zu rechnen dass ich meinen Elstar eher ernten muß.
Ich bin beim richtigen Zeitpunkt sehr unsicher,zu lange am Baum lassen ist wohl auch nicht gut. Welche Erkennungsmrkmale können Sie mir noch nennen?

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Bildnachweis
1. "Apfelernte im Herbst"von Seemann / morguefile.com Copyright: [Seemann / morguefile.com]
2. "Erntereifer Apfelbaum im Garten"von Löwenzahn / PIXELIO (Pixelio) Copyright: [Löwenzahn / PIXELIO]
3. "Apfelpflücker für die Apfelernte"von juliehasinger CC BY 2.0 (Flickr) Lizenz: [CC BY 2.0] Copyright: [juliehasinger CC BY 2.0]
4. "Auflesegerät für die Apfelernte"(djd/Feucht Obsttechnik GmbH)
5. "Auflesegeräte für rückenschonende Ernte von Obst und Nüssen"(djd/Feucht Obsttechnik GmbH)

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