Heidelbeeren pflanzen, pflegen und ernten

Blaubeeren im Garten anbauen

Heidelbeeren – oftmals auch Blaubeeren genannt – gehören zu den beliebtesten Beerenarten. Ob als Zutat für Muffins, Desserts oder Fruchtshakes: Sie sind vielseitig verwendbar, äußerst schmackhaft und zu alledem sehr gesund.

Denn die vitaminreichen und kalorienarmen Wildfrüchte, die man entweder im Wald pflücken oder im heimischen Garten anbauen kann, beinhalten viele wichtige Inhaltsstoffe und wurden bereits im Mittelalter als Heilpflanzen verwendet.

Doch Heidelbeere ist nicht gleich Heidelbeere! Deswegen werden zunächst die Unterschiede zwischen der natürlich wachsenden Frucht und ihrem gezüchteten Pendant aufgezeigt. Anschließend wird auf die gesundheitlichen Aspekte von Blaubeeren eingegangen. Im Anschluss folgen Tipps, wie sich Heidelbeeren im Garten optimal anbauen, pflegen und ernten lassen.

Unterschiede zwischen Wald-Heidelbeeren und Kultur-Heidelbeeren

Die Wald-Heidelbeere

Die Wald-Heidelbeere (Vaccinium myrtillus) gehört zur Familie der Heidekrautgewächse und ist ein circa 20 bis 50 Zentimeter hoher Zwergstrauch. Weitere Bezeichnungen für diese Art sind unter anderem: Bickbeere, Blaubeere, Schwarzbeere, Mollbeere, Moosbeere, Waldbeere und Wildbeere. Welche Bezeichnung benutzt wird, ist häufig regional abhängig.

Die kurz gestielten Blätter der Heidelbeeren sind knapp zwei bis drei Zentimeter lang und eiförmig oder elliptisch. Zudem sind sie beidseitig grün, ledrig beschaffen sowie am Rand fein gesägt. Der kahle, stark verzweigte und sehr langlebige Strauch kommt in den kühl-gemäßigten Breiten Europas und Asiens vor. Er ist in lichten Nadelwäldern, Heidelandschaften oder Moorgebieten zu finden, da er leicht saure, feucht-frische oder sandige Böden benötigt. Zudem ist das Wildobst äußerst frostempfindlich, sodass es sogar bei einer Höhenlage von über 2000 Metern wachsen kann.

Die Fruchtzeit liegt zwischen Juli und September. In dieser Zeit trägt die Pflanze einzelne, bis zu einem Zentimeter große Früchte. Diese kugeligen und nunmehr bereiften Beeren nehmen eine blaugraue bis blauschwarze Farbe an, während sie einen tiefroten Saft beinhalten. Sie haben einen sehr aromatischen Geschmack und können aufgrund des hohen Gehalts an Farbstoffen die Zähne vorübergehend blau färben.

Die Kultur-Heidelbeere

Kultur-Heidelbeeren (Vaccinium corymbosum) werden gerne auch als „Garten-Heidelbeeren“ oder „Amerikanische Heidelbeeren“ bezeichnet. Anders jedoch als viele vermuten, stammen Kultur-Heidelbeeren nicht von den hauptsächlich in Europa beheimateten Heidelbeeren (Vaccinium myrtillus) ab. Sie haben ihren Ursprung in Nordamerika und sind vor allem für den marktbezogenen Anbau von großer Bedeutung.

Nur mir gezüchteten Kultur-Heidelbeeren kann man der steigenden Nachfrage nach Blaubeeren gerecht werden.

Im Gegensatz zu den Büschen der Wald-Heidelbeere können die Sträucher der gezüchteten Frucht eine Höhe von mehreren Metern erreichen. Sie sind sehr robust, viel verzweigt und wachsen entweder aufrecht oder mit nur wenigen Zentimetern Höhe als Bodendecker. Da es sich um ein Zuchtprodukt mit über 100 kultivierten Sorten handelt, ist es auch nicht verwunderlich, dass sich Sträucher, Blätter sowie Beeren optisch zum Teil deutlich voneinander unterscheiden. So variieren beispielsweise Blätter von Sorte zu Sorte – sie können bis zu zehn Zentimeter lang werden, am Rand gesägt oder glatt sein oder eine eiförmige beziehungsweise länglich-ovale Form haben. Auch die Erntezeit der verschiedenen Kultur-Heidelbeeren ist sehr unterschiedlich, da die Zucht oftmals den regionalen und klimatischen Bedingungen angepasst wurde.

Doch sind es insbesondere die Beeren, die starke Unterschiede zu Ihren „wilden“ Verwandten aufweisen: Die fast kugelrunden Kultur-Heidelbeeren können eine Größe von bis zu drei Zentimetern erreichen. Zudem reifen sie schneller, sind haltbarer, robuster und resistenter gegen Krankheiten oder Schädlinge. Auch das Fruchtfleisch unterscheidet sich optisch: Zwar hat die äußere Schicht eine blaue Farbe, doch ist es im Inneren weiß, sodass es aufgrund des geringen Farbstoffgehalts auch nicht abfärben kann. Ein Nachteil von Amerikanischen Heidelbeeren ist jedoch die Fruchtqualität. Denn oftmals schmecken sie wässrig, da ihr Aroma weniger intensiv ist. Außerdem haben sie weitaus weniger Vitamine als Wald-Heidelbeeren.

Gesundheitliche Aspekte von Heidelbeeren

Nicht nur in geschmacklicher, sondern auch in gesundheitlicher Hinsicht überzeugen die blauen Beeren. Bereits im 12. Jahrhundert soll die Gelehrte Hildegard von Bingen Heidelbeeren gegen Durchfallerkrankungen eingesetzt haben. Bis heute wird die Frucht als Heilmittel verwendet. Doch welche Inhaltsstoffe stecken in den Beeren? Was bewirken und bei welchen Beschwerden helfen sie? Im folgenden Abschnitt wird die Heilpflanze und ihre Wirkung näher beleuchtet.

Inhaltsstoffe und Heilwirkung von Heidelbeeren

Die Früchte sind reich an Vitaminen. Sie beinhalten beispielsweise Provitamin A, Vitamin C, Vitamin E sowie einige B-Vitamine. Diese tragen unter anderem zum Schutz von Zellen und Schleimhäuten bei, stärken den Sehprozess, helfen beim Aufbau von Bindegewebe und unterstützen diverse Stoffwechselvorgänge. Zudem sollen sie der Krebsbildung und Ablagerung in den Blutgewächsen entgegenwirken.

Blaubeeren sind reich an Vitaminen und wirken sich positiv auf Gesundheit und Wohlbefinden aus.

Des Weiteren enthalten die Beeren die Anthocyane Cyanidin und Delphinidin, die den Heidelbeeren ihre blaue Färbung verleihen. Die Pflanzenfarbstoffe sorgen aber nicht nur für das Blau, sondern sollen ebenfalls eine gesundheitsfördernde Wirkung erzielen: So wird ihnen nachgesagt, dass sie eine Schädigung der DNA verhindern, sich positiv auf das Herz-Kreislauf-System auswirken, eine gefäß- und entzündungshemmende Wirkung haben sowie das Wachsen von Krebszellen hemmen.

Darüber hinaus enthalten sowohl die Blaubeeren als auch ihre Blätter organische Säuren, Flavonoide, die in der Gesundheitsmedizin als Venen- und Herz-Kreislaufmittelmittel und bei Magen-Darm-Beschwerden eingesetzt werden, sowie Gerbstoffe. Die Gerbstoffe sind seit langem bekannt für ihren positiven Einfluss gegen Durchfall. Sie entfalten ihre Wirkung über die Darmschleimhaut, indem sie die Angriffsfläche für Bakterien verkleinern und dabei weder wichtige Nährstoffe noch Wasser verloren gehen. Zwar sollen in solch einem Fall getrocknete Heidelbeeren oder -blätter als Tee zum Gurgeln helfen, doch ist es ratsam, sich vor Einnahme unbedingt vom Arzt oder in der Apotheke beraten zu lassen.

Heidelbeeren selbst anbauen

Mit ein wenig Aufwand – dafür aber mit regelmäßiger Pflege – lassen sich Heidelbeeren im Garten selbst anbauen. Da das heimische Grün für den Anbau wilder Heidelbeeren jedoch nur sehr selten optimale Bodenbedingungen bietet, kommen für die Bepflanzung hauptsächlich Kultur-Heidelbeeren in Frage. Außerdem spielen für einen ordentlichen Fruchtertrag neben den passenden Erdeigenschaften auch die Wahl einer geeigneten Umgebung sowie der Anbau von weiteren, unterschiedlichen Beerensorten eine wichtige Rolle. Eine gute Zeit zum Pflanzen ist das Frühjahr, da zu diesem Zeitpunkt der letzte Frost überwunden wurde und das Gewächs so in Ruhe die Wurzeln austreiben kann.

Heidelbeeren pflanzen

Zunächst wird der richtige Standort bestimmt. Dieser sollte zwar sonnig und vor extremen Witterungen geschützt sein, trotzdem wäre ein Übermaß an Sonne nicht gut, sodass ein Platz im Halbschatten ideal ist. Zudem muss eine gleichmäßige und über das Jahr hinaus regelmäßige Humidität gewährleistet sein, damit die Gewächse weder austrocknen noch ertrinken.

Der Heidelbeerstrauch benötigt neben einem sonnigen Platz vor allem einen kalkarmen, humusreichen und sauren Boden, damit er Früchte trägt.

Als Nächstes ist die Erde dran: Diese sollte sauer, locker – und dementsprechend durchlässig – sowie feucht sein, einen ausreichenden Humusgehalt aufweisen und nur wenig Kalk enthalten. Ein zu hoher Kalkgehalt verhindert die Aufnahme wichtiger Nährstoffe, sodass dadurch die Pflanze nicht gedeihen könnte. Das Resultat wären gelbe beziehungsweise rote Blätter und ein kaum wachsender Strauch. Um einen kalkarmen, humusreichen und sauren Boden zu erhalten, eignet sich die Mischung aus feuchter Erde, Rindenmulch, Laub, Sand und Kompost. Der pH-Wert sollte in diesem Fall zwischen 4 und 5 liegen.

Jetzt werden die Heidelbeeren gepflanzt. Hierbei sollte man aufmerksam vorgehen, denn die Pflanzen reagieren sehr empfindlich, sobald sie zu tief in der Erde sitzen und keinen Sauerstoff erhalten. Dann bilden sich entweder wenige bis keine Blüten und Früchte oder das Gewächs stirbt im schlimmsten Fall ab. Deswegen sollte man darauf achten, dass der Strauch nur oberflächlich – nicht tiefer als einen halben Meter – eingesetzt und mit Erde leicht fixiert wird, während der obere Teil des Wurzelstocks knapp ein bis zwei Zentimeter hinaus schaut. Daraufhin wird auch dieser Bereich nur locker mit Erde bedeckt. Außerdem muss der Abstand zwischen den Pflanzen mindestens einen bis zweieinhalb Meter betragen, da sie Flachwurzler sind und sich bodendeckend ausbreiten. Der benötigte Abstand variiert deswegen, weil die Austreibung von Sorte zu Sorte unterschiedlich ist.

Nun empfiehlt es sich, den Heidelbeeren mehrere verschiedene Sorten in unmittelbarer Umgebung zu pflanzen. Obwohl sie selbstfruchtend sind, wirkt sich die Pflanzung von zwei oder drei Beerensträuchern in direkter Nachbarschaft positiv auf den Fruchtertrag aus.

Heidelbeeren pflegen

Da Blaubeeren über 30 Jahre alt werden können, müssen sie regelmäßig gehegt und gepflegt werden. Dabei ist unbedingt darauf zu achten, dass der Nährstoffgehalt stimmt. Aus diesem Grund sollte dies in regelmäßigem Turnus überprüft werden, indem der pH-Wert gemessen wird. Für einen dauerhaften und besseren Ertrag müssen die Heidelbeeren zusätzlich gedüngt werden. Zwar kann man auf natürlichen Dünger zurückgreifen, doch läuft man hier Gefahr, dass dieser zu viel Kalk enthält oder benötigte Nährstoffe, wie Stickstoffe, nur unzureichend vorhanden sind. Bequemer ist die Wahl für einen speziellen Heidelbeer-Dünger, der die Pflanze optimal versorgt. In der Regel erfolgt eine Düngung ein bis zweimal im Jahr, bestenfalls im Frühjahr und Sommer.

Bekommen Heidelbeeren nicht die richtige Pflege, werden sie schnell und krank und gehen ein.

Des Weiteren müssen die Beerensträucher regelmäßig und gleichmäßig bewässert werden. Das Gewächs darf nicht einmal ansatzweise austrocknen, da es sehr schnell mit Beeren- und Blattausfall reagiert, sodass eine stete Feuchte gewährleistet werden muss. Andererseits muss zwingend darauf geachtet werden, dass keine Staunässe entsteht, weil sich Fäulnis oder Krankheiten ebenfalls sehr schnell ausbreiten können. Sowohl Regenwasser als auch gefiltertes Wasser kommen für die Bewässerung in Frage, da es weich – und somit kalkarm – ist.

Heidelbeersträucher müssen nur alle vier bis fünf Jahre nach dem Einpflanzen geschnitten werden, weil ab diesem Zeitpunkt nur noch sehr wenige Triebe gebildet werden. Somit ist ein regelmäßiger, jährlicher Verjüngungsschnitt nicht erforderlich. Das Abschneiden fördert die Bildung neuer Triebe und sollte unbedingt im Herbst erledigt werden: Dann haben die Pflanzen sowohl das Laub abgeworfen als auch nicht neu ausgetrieben. Hierbei werden tief wachsende Triebe, die alt, krank und gegebenenfalls sehr blütenarm sind, kurzerhand abgeschnitten.

Heidelbeeren ernten und vermehren

Die Erntezeit beginnt bei warmen Sommern in der Regel im Juli und geht bis Ende August. Allerdings reifen sämtliche Beeren nicht zur selben Zeit, sondern erreichen nach und nach ihren vollständigen Höhepunkt – so lassen sich über einen längeren Zeitraum die Früchte genießen. Ein typisches Merkmal für eine ausgereifte Heidelbeere ist ihre dunkelblaue Farbe. Zudem sollte man wissen, dass Blaubeeren zum Einen nicht nachreifen und zum Anderen umso süßer schmecken, je länger sie am Strauch bleiben.

Heidelbeeren reifen nach und nach.
So kann man sie über einen längeren Zeitraum genießen.

Möchte man Heidelbeersträucher vermehren, so kann dies durch Samen oder über Stecklingsgewinnung erfolgen. Letztere Methode ist allerdings die gängigste Variante. Zunächst wird eine zehn bis 15 Zentimeter lange Triebspitze von einer gesunden Pflanze getrennt. Dieser Steckling wird nun in Erde eingebracht, die denselben Nährstoffgehalt und dieselben Eigenschaften besitzt, wie das Erdsubstrat beim zuvor eingepflanzten Strauch. Die Stecklinge müssen sich an einem warmen und gut belichteten Platz befinden und regelmäßig gegossen werden, sodass auch hier eine gleichmäßige Feuchtigkeit gewährleistet wird. Nach knapp 8 bis 15 Wochen sollten sich die ersten Wurzeln bilden.

Heidelbeeren sind eine beliebte Zutat für Desserts.

Ideen zum Genuss von Heidelbeeren

Ob roh oder verarbeitet – die vitaminreichen und kalorienarmen Früchte schmecken hervorragend und lassen sich auf vielfältige Weise genießen.

Sie haben einen besonders aromatischen wie auch kräftigen Geschmack und werden deshalb gerne in Muffins, Fruchtshakes, Joghurtcremes und diversen Kuchen- und Tortenvarianten verarbeitet. Aber auch als Konfitüre, Gelee oder Marmelade erfreuen sie sich großer Beliebtheit. Heidelbeeren kann man problemlos einfrieren, sodass man sie auch zu einem späteren Zeitpunkt in vollen Zügen genießen kann.

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Bildnachweis
1. "Heidelbeeren pflegen und ernten"von kikatani (Pixabay.com) Lizenz: [CC0 1.0]
2. "Anbau von Kultur-Heidelbeeren"von Sean Biehle (Flickr.com) Lizenz: [CC BY-SA 2.0]
3. "Reife und gesunde Heidelbeeren"von PublicDomainPictures (Pixabay.com) Lizenz: [CC0 1.0]
4. "Eingepflanzter Heidelbeerstrauch"von UD Carvel REC (Flickr.com) Lizenz: [CC BY 2.0]
5. "Ungesunde Heidelbeeren"von Mark Longstroth (Wikimedia Commons) Lizenz: [CC BY-SA 3.0]
6. "Unreife Heidelbeeren"von jsviolet (Pixabay.com) Lizenz: [CC0 1.0]
7. "Heidelbeeren ernten"(PdM)
8. "Dessert mit Heidelbeeren"von june66 (Pixabay.com) Lizenz: [CC0 1.0]

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