Sanddorn (Hippophae rhamnoides)

Sanddorn pflanzen und ernten

Seit mehr als 2000 Jahren sind die heilenden Kräfte des Sanddorns (Hippophae rhamnoides) in Ostasien bekannt. Jedoch fand er in Europa erst im Mittelalter als Heilmittel Verwendung. Nach heutigen Kenntnissen sind die runden bis eiförmigen Früchte sehr gesund und werden zu Saft, Marmelade, Likör oder Hautpflegeprodukten verarbeitet.

Selbst im Garten sind die orangen Beere im Herbst eine Augenweide, wenn andere Bäume und Sträucher bereits ihr Laub abgeworfen haben. Wer die vitaminreichen Beeren selber ernten möchte, benötigt ausreichend Platz, um weibliche und männliche Sanddorn-Sträucher im Garten anzupflanzen. Danach erweist sich der Sanddorn als pflegeleicht und braucht nur gelegentlich einen Rückschnitt. Im Folgenden erfahren Hobby-Gärtner, was bei der Wahl des Standortes, der Vermehrung und dem Schneiden zu beachten ist, und erhalten Tipps zum Ernten der Sanddorn-Früchte.

Sanddorn im Garten pflanzen

Der Sanddorn (Hippophae rhamnoides) gehört zur Familie der Ölweidengewächse und wird auch "Sandbeere", "Weidenbeere" oder "Audorn" genannt. Diese Namen weisen gleichzeitig auf die unterschiedlichen Standorte hin, an denen Sanddorn wachsen kann. So kommt er in der Natur zum Beispiel in Regionen mit einem hohen Salzgehalt, aber auch in trockenen und warmen Gebieten vor. In Deutschland sind Sanddorn-Sträucher sowohl auf sandigen, nährstoffarmen Dünen an der Nord- und Ostseeküste als auch in Wäldern und auf kalkhaltigen Böden in den Alpen zu finden. Sie erreichen eine Höhe von bis zu fünf Metern und bilden weit verzweigte Wurzeln unter der Erde, sodass man sie mit einer Wurzelsperre in Form von Kunststoffbahnen pflanzen sollte. Die Sträucher werden bis zu vier Meter breit und sind an der Blattunterseite mit silbrigen Schildhaaren bewachsen.

Sanddorn mit Knospen

Zu den beliebtesten Sorten für den Anbau im Garten gehören:

  • Askola: Die Pflanze entwickelt sehr dicht wachsende, leuchtend orange Früchte, die Ende August erntereif sind, und weist einen mäßig ausgebildeten Dornenwuchs auf.
  • Frugana: Die hellorangen Beeren sind etwa Mitte August ausgereift und verderben ca. zwei Wochen später. Die Sträucher haben nur wenige Dornen und erholen sich schnell von Rückschnitten.
  • Orange Energy: Ihre gelborangen Beeren sind im September erntereif und lassen sich leicht durch die ausladenden Zweige leicht pflücken. Der Strauch erholt von einem Rückschnitt schnell und bildet an den Zweigen nur mäßig Dornen.
  • Männlicher Sanddorn: Männliche Sträucher sollten auf die Blühzeit der weiblichen exemplare abgestimmt sein. Pollmix 1 eignet sich für frühblühenden weiblichen Sanddorn, Pollmix 4 für mittelfrühe Blüher sowie Pollmix 3 für spätblühende Sträucher.

Wer im Garten Sanddorn pflanzen möchte, wählt einen sonnigen Standort. Halbschatten oder gar ein schattiger Platz unter Bäumen mindert die Blütenbildung und somit die Anzahl der gebildeteten Beeren. Zwar gedeihen die Sträucher auf nahezu allen Böden, doch bevorzugen sie nährstoffarme, sandige Erde. Da sie keine Staunässe vertragen, ist bei lehmigen Untergründen auf die Wasserdurchlässigkeit zu achten.

Blüte und Vermehrung beim Sanddorn

Sanddorn-Pflanzen sind zweihäusig, d. h. sie bilden nur weibliche oder männliche Blüten. Daher werden zur Vermehrung mindestens zwei weibliche und ein männlicher Sanddorn benötigt. Die Bestäubung erfolgt über den Wind, weshalb die männliche Pflanze so im Garten zu pflanzen ist, dass sie in der Hauptwindrichtung vor den weiblichen Sträuchern steht. Ebenfalls ist zu beachten, dass nur weibliche Pflanzen orange Früchte bilden.

Von März bis Mai zeigen die Sanddorn-Sträucher vor dem Laubaustrieb ihre gelben Blüten. Die Blüte erfolgt jedoch erst ab dem dritten oder vierten Jahr. Männliche Pflanzen bilden kugelförmige, dichte Blüten an sehr kurzen Stielen und haben im Gegensatz zu weiblichen Sträuchern keine Kronblätter.

Weiblicher Sanddorn besitzt längere Stiele und röhrenförmige Blüten
Männliche Blüten sitzen an kurzen Stielen in kugelförmiger Anordnung

Sanddorn-Sträucher pflegen und schneiden

Sanddorn gehört zu den pflegeleichten Pflanzen. Am dem dritten Jahr benötigen die Sträucher in der Regel kein zusätzliches Wasser. Lediglich in heißen Sommern sollten Gartenbesitzer sie gelegentlich gießen. Für ausreichend Nährstoffe werden sie im Abstand von zwei Jahren mit Kompost gedüngt. Außerdem leiden die Pflanzen selten unter Schädlingsbefall oder Krankheiten.

Mit steigendem Alter entwickeln Sanddorn-Sträucher eine sehr breite Krone, die nur an den äußeren Zweigen Beeren bilden und somit die inneren Zweige verholzen. Mit einem regelmäßigen Rückschnitt beugt man der Verholzung des Strauches vor. Alle zwei Jahre schneidet man im Spätwinter jene Triebe zurück, die Beeren getragen haben, und lichtet ihn – falls erforderlich – aus. Da die Beeren an den letztjährigen Trieben entstehen, fällt die Ernte im folgenden Jahr möglicherweise geringer aus. Bei männlichen Sträuchern ist ein Rückschnitt alle vier Jahre empfehlenswert.

Nur weibliche Sträucher tragen Beeren

Sanddorn-Früchte im Herbst ernten

Von Mitte August bis Ende September und teilweise noch im Oktober können Gartenbesitzer den Sanddorn ernten. Dann sind die orange bis orange-gelben oder -roten Beeren ausgereift und verströmen einen angenehmen Duft. Sobald die Früchte reif sind, ist eine schnelle Ernte wichtig. Bereits nach zwei bis drei Wochen werden sie blasser und erhalten einen leicht ranzigen Geschmack. Am Strauch verbleibende Beeren hängen dort oftmals bis in das Frühjahr und bringen Farbe in den winterlichen Garten. Wegen der langen Dornen sollte man bei der Ernte unbedingt Handschuhe tragen.

Wem das Pflücken des Sanddorns zu unangenehm ist, breitet unter dem Strauch eine große Plane aus und schüttelt die Früchte von den Zweigen. Vor allem bei sehr reifen Beeren und dicht gewachsenen Ästen hat sich diese Erntemethode als einfache Alternative erwiesen.

Die Wirkung von Sanddorn-Früchten und -Saft

Im Gegensatz zu Heidelbeeren und Cranberries isst man Sandddorn-Früchte nicht roh, sondern bereitet aus ihnen Säfte, Marmelade oder Likör zu. Die Beeren lassen sich nach der Ernte leicht zerdrücken und besitzen einen säuerlichen Geschmack, da sich die meisten Aromastoffe in der Schale befinden.

Sanddorn hat einen hohen Vitamin C-Gehalt, enthält in 100 g ca. 12 mg Beta-Carotin sowie bis zu 15 mg Vitamin E und alle Vitamine der B-Gruppe. Außerdem sind die Früchte reich an Mineralstoffen, wie Magnesium, Eisen, Zink, Kalium sowie Calcium und enthalten ungesättigte Fettsäuren. Darüber hinaus wirkt Sanddorn entzündungshemmend, senkt den Cholesterinspiegel und stärkt das Immunsystem. Neben den Nahrungsmitteln ist er ebenfalls als Pflegeöl erhältlich, das die Regeneration der Haut fördern soll. Weil es bei manchen Menschen Allergien auslöst, ist vor der äußeren Anwendung die Verträglichkeit an einer unempfindlichen Stelle zu testen.

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