Herbstschnitt im Garten

Bäume und Sträucher schneiden

Im Herbst ist es Zeit, verschiedene Gehölze, wie Birken, Pappeln oder Ahorn- und Obstbäume, im Garten zurückzuschneiden, bevor sie sich in die Winterruhe begeben. Auf diese Weise werden alte, abgestorbene Äste und Blätter entfernt, damit den Bäumen und Sträuchern mehr Kraft für die Überwinterung bleibt und sie im Frühling üppiger austreiben.

Allerdings sollten Gartenbesitzer darauf achten, wo sie die Gartenschere ansetzen, denn, während Hecken einen ordentlichen Rückschnitt benötigen, werden bei anderen Gehölzen nur bestimmte Pflanzenteile abgeschnitten.

Mit diesem Tipps schneiden Sie Bäume, Sträucher, Stauden sowie Hecken zurück und finden außerdem Tipps zur Überwinterung der Gartengeräte und Werkzeuge.

So werden Gehölze geschnitten

Grundsätzlich werden bei Bäumen und Sträuchern folgende Äste und Pflanzenteile abgeschnitten:

  • Abgestorbene Äste und Zweige
  • Dünne Äste nahe dem Baumstamm
  • Kranke Äste und Pflanzenteile
  • Zu lang gewachsene Äste (direkt über dem jungen Trieb abschneiden)
  • Äste, die sich überschneiden oder gegeneinander reiben

Bäume und Sträucher, die in diesem Jahr gepflanzt wurden, müssen nicht ausgedünnt werden. Das Holz zerkleinert man im Häcksler, kompostiert es oder gibt es als Frostschutz über Blumenbeete sowie unter Sträucher. Kranke oder von Pilz befallene Zweige sowie Pflanzenteile gehören jedoch in die BIO-Tonne und nicht auf den Kompost. Zudem sind alle Blätter erkrankter Teile aufzusammeln und zu entsorgen, damit der Pilz oder die Krankheit nicht auf andere Pflanzen übergreift.

Gehölz schneiden: Die richtigen Garten- und Heckenscheren

Beim Herbstschnitt von Gehölzen erleichtert das richtige Werkzeug das Auslichten der Bäume und Sträucher. Die folgende Übersicht zeigt, wann Gartenbesitzer zur Gartenschere, Baumschere mit Seilzug oder Hecken- und Astschere greifen sollten.

Übersicht der Scherentypen für Gartenarbeiten

Welche Garten-, Hecken- und Baumschere brauche ich?

  • Hand- und Gartenschere: Zum Abschneiden von verwelkten Blüten oder dünnen Zweigen.
  • Heckenschere: Für kräftigere Zweige und dicht gewachsenen Gehölzen eignet sich die stärkere Heckenschere.
  • Astschere: Dieses Werkzeug besitzt besonders lange Griffe und schneidet zentimeterdicke Äste in erreichbarer Höhe.
  • Baumschere mit Seilzug: Beim Auslichten von Bäumen werden auch Äste an schwer erreichbaren Stellen entfernt. Hier hilft eine spezielle Baumschere mit Seilzug an einem ausziehbaren Stab.

Daneben unterscheidet man zwischen einer Amboss- und Bypass-Schere. Amboss-Modelle besitzen eine scharfe und eine glatte Klinge, mit denen sie starke Äste durchtrennen und die Kraft effizienter verteilen. Da der Ast zwischen den Klingen stärker beschädigt wird, eignen sich Amboss-Modelle für grobe Schneidarbeiten. Dagegen besitzen Bypass-Scheren zweischneidige Klingen, mit denen sich saubere, präzise Schnitte ausführen lassen. Sie eignen sich zum Schneiden von dünnen, grünen Ästen.

Ebenfalls vorteilhaft sind Gartenscheren mit beschichteten Klingen, von denen sich Pflanzensäfte sowie Baumharz leichter entfernen lassen. Die meisten Garten-, Baum- und Heckenscheren sind darüber hinaus als Spezial-Modelle für Linkshänder erhältlich.

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Gartengeräte pflegen und einlagern

Nach der Gartenarbeit im Herbst kleben oftmals Harze und Pflanzensäfte an den Werkzeugen. Damit die Scheren lange funktionstüchtig bleiben, sollte man die Gelenke sowie Klingen nach dem Säubern mit wenig Öl behandeln. Angetrocknete Pflanzenrückstände lassen sich dagegen mit feinkörnigem Schleifpapier beseitigen. Für eine bessere Reinigung können die beweglichen Teile mancher Werkzeuge auseinandergebaut werden. Nach der Reinigung sollte man die Gartengeräte in einer Schutzhülle an einem vor Nässe geschützten Ort einlagern, zum Beispiel in einem Gerätehaus.

Stauden und Sträucher zurückschneiden

Rittersporn (Delphinium) wird im Sommer und Herbst geschnitten

Nach der Beerenernte brauchen die Beerenobststräucher und Stauden einen Rückschnitt, zum Beispiel Brombeeren oder Himbeeren. Aber auch manche Stauden werden im späten Herbst gestutzt.

Brombeeren werden im Spätherbst bzw. zum Winteranfang gestutzt. Hierbei schneidet man die alten Beeren tragenden Äste des letzten Jahres direkt am dicken Ast nahe der neuen Triebe ab. Auf diese Weise verhindert man, dass Milben auf den alten Zweigen überwintern und im Frühjahr die jungen Triebe befallen. Starke Seitentriebe sollten bis auf zwei Knosen gestutzt und am Rankgerüst befestigt werden.

Bei Himbeeren wird zwischen Sommer- sowie Herbsthimbeeren unterschieden. Sommerhimbeeren schneidet man direkt nach der Ernte zurück, während Herbsthimbeeren erst im Winter kräftig ausgelichtet werden. Dabei ist zu beachten, dass jede Schnittstelle den Strauch für Krankheitserreger anfällig macht. Zuerst bindet man die neu gewachsenen Triebe hoch und schneidet die schwächeren Ruten sowie jene Ruten bodennah ab, die in diesem Jahr Beeren getragen haben. Krankheitserreger, die sich auf den alten Ästen befinden, werden so entfernt. Abhängig von der Größe der Pflanze bleiben ca. 8 bis 10 Ruten nach dem Rückschnitt stehen. Da Himbeeren winterhart sind, überstehen sie den Winter ohne einen zusätzlichen Frostschutz.

Normalerweise brauchen die meisten Rosen keinen Rückschnitt im Herbst, da die Pflanzen unter Umständen nicht mehr genug Zeit haben, um die verletzten Stellen vor dem Frost zu verschließen. Zudem schützen alte Ranken die jungen, kürzeren Triebe vor Frostschäden. Bei Schädlingen und Rosenkrankheiten sollten jedoch die befallenen Triebe gründlich entfernt und die Rose – falls erforderlich – zurückgeschnitten werden. Bei gesunden Rosengewächsen genügt es, diese im Frühling ordentlich zu stutzen.

Mehrjährige Stauden, zum Beispiel Rittersporn, schneidet man zweimal im Jahr zurück: Das erste Mal nach der ersten Blüte im Sommer und das zweite Mal im Herbst, wenn sich die Blätter gelblich färben und die Blüten verwelken. Dann stutzt man die Stauden ca. eine Handbreit über dem Wurzelansatz und entfernt abgestorbene Blätter und Zweige, die sonst im Winter faulen würden. Aber Vorsicht: Blüten und Blätter des Rittersporns sind, sodass Handschuhe getragen werden sollten.

Hecken im Herbst schneiden

Der letzte Rückschnitt erfolgt für Hecken von Oktober bis November

Gemäß Paragraph 39 des Bundesnaturschutzgesetzes ist ein radikaler Rückschnitt der Gartenhecke vom 1. März bis 30. September untersagt, da in dieser Zeit Vögel zwischen den Zweigen nisten und ihre Jungen großziehen. Lediglich Form- und Pflegeschnitte sind in diesem Zeitraum gestattet. Ab dem 1. Oktober dürfen Gartenbesitzer ihre Hecke wieder stutzen. Ein Herbstschnitt sollte zwischen Mitte Oktober und Anfang November stattfinden, wenn sie sich bereits in der Winterruhe befindet. Wichtig ist, dass die Temperaturen über +5 Grad liegen. Auf diese Weise treibt die Hecke nicht mehr neu aus, sodass die jungen Triebe nicht erfrieren. Außerdem sollte man die Hecke erst am späten Nachmittag schneiden, damit das Sonnenlicht die Schnittstellen nicht so stark austrocknen lässt und sich der Saft in den Stamm der Pflanze zurückgezogen hat. – Dies gilt aber nicht für frühblühende Gehölze, die erst im Februar und März geschnitten werden.

Dicht gewachsene Hecken brauchen einen kräftigen Rückschnitt. Zuerst entfernt man beschädigte Äste und abknickte Zweige, bevor die Hecke in Form geschnitten wird. Hierzu schneidet man überhängende Zweige ab. Nach dem Stutzen sollte die Hecke im unteren Bereich breiter als im oberen Bereich sein. Auf diese Weise erhalten die Blätter auf niedrigen Ästen ausreichend Sonne und Luft. Auch hier gilt: Zu lang gewachsene Äste kürzt man unmittelbar über den jungen Trieben.

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Bildnachweis
1. "Pflanzenpflege im Herbst: Gehölze schneiden"von Uschi Dreiucker (Pixelio.de) Copyright: [Uschi Dreiucker / Pixelio.de]
2. "Gehölze schneiden"(OBI)
3. "Blühender Rttersporn"von JamesDeMers (Pixabay.com) Lizenz: [CC0 1.0]
4. "Hecke schneiden"von Antranias (Pixabay.com) Lizenz: [CC0 1.0]

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