Schrotschusskrankheit durch Pilz Stigmina carpophila

Schrotschuss - Wer schießt auf die Kirschen?

Blatt eines Kirschbaums, das mit Schrotschuss befallen ist (Quelle: KühlerGrill@Wikimedia Public Domain)

Wenn an den Blättern von Süßkirsche und Sauerkirsche, Pflaume oder Pfirsich kleine rundliche bis ovale, karminrote bis leicht bräunliche Flecken entstehen, aus denen Löcher werden, dann handelt es sich um die Schrotschusskrankheit.

Die Blätter weisen die für diese Krankheit typischen schrotschussartigen Löcher auf. Verursacher ist der Pilz Stigmina carpophila, teilt der Pflanzenschutzdienst der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen mit.

Stärkerer Befall kann bei einigen Pflanzenarten auch zum vorzeitigen Abwerfen der Blätter im Sommer führen. Bei Steinobst ist zudem ein Befall an den Früchten möglich, der sich durch dunkelbraune, eingesunkene Befallsflecken äußert. Befallene Früchte sind meist nicht mehr verwertbar oder werden häufig vorzeitig abgeworfen.

Der für diese Krankheit verantwortliche Pilz überwintert vornehmlich an erkrankten Trieben und Zweigen, seltener hingegen auch an infizierten Früchten, die über den Winter hinaus an den Bäumen hängen bleiben. Die kranken abgefallenen Blätter können dem Pilz ebenfalls zum Überdauern dienen.

Im Frühjahr befällt der Erreger schon kurze Zeit nach dem Austrieb die neuen jungen Blätter. Ältere hingegen sind deutlich weniger anfällig. Die Krankheit tritt vor allem in Jahren stärker auf, in denen häufiger Niederschläge fallen.

 

Schrotschusskrankheit bekämpfen


Eine direkte Bekämpfung wäre höchstens dann sinnvoll, wenn bereits im Vorjahr ein stärkerer Befall aufgetreten ist. Derzeit sind aber keine entsprechenden Pilzbekämpfungsmittel zugelassen.

Um die Krankheit zu vermeiden, müssen die Baumkronen ausreichend luftig und dürfen nicht zu dicht sein. Starke Niederschläge führen zur Ausbreitung dieser Krankheit, je feuchter, desto höher ist das Infektionsrisiko.

Daher sollten die Bäume nach Niederschlägen schnell abtrocknen können, um unnötige Nässezeiten und damit Infektionsrisiken durch die verursachenden Pilzsporen zu vermeiden.

Gegebenenfalls ist ein Gesundungsschnitt im ausgehenden Winter zu empfehlen. Ein Auslichten der Krone im Sommerhalbjahr kann insbesondere bei Süßkrischen zu starkem Gummifluss führen, der vermieden werden sollte.

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