Rasenpflege

Vertikutieren, Aerifizieren, Säen, Mulchen, Düngen, Rasenmähen und Bewässern

Das Ergebnis einer guten Rasenpflege ist ein saftig-grüner Rasen, wie man ihn auf jedem Golfplatz vorfindet. In den meisten deutschen Gärten sieht die Realität jedoch anders aus. Hier prägen blasse und stumpfe Rasenflächen das Erscheinungsbild, welches durch jedes noch so schöne Blumenbeet nicht zu retten ist. Dabei ist Abhilfe einfacher, als man denkt!

Regelmäßige Rasenpflege lässt den gesamten Garten im neuen Licht erstrahlen und ihn zum absoluten Blickfang werden. Dabei sollte man die Arbeiten am besten im Frühjahr durchführen, da der Rasen in den Monaten April, Mai und Juni seine Hauptwachstumsphase hat. Beschränkt man die Rasenpflege lediglich auf das Rasenmähen, kann es schnell passieren, dass sich Moos und Mulch zwischen den Grashalmen ansiedeln und so eine Art von Filzschicht entsteht. Diese Schicht saugt zum einen Wasser auf und schneidet zusätzlich die Sauerstoffzufuhr ab, was dem Rasen natürlich zusetzt.

An dieser Stelle kommen Arbeitsschritte wie das Vertikutieren, Düngen, Mulchen oder die Rasensaat ins Spiel, um dem Rasen zu alter Stärke zu verhelfen. Sollten der Rasen irreparable Schäden aufweisen, werden Sie um eine neue Rasensaat nicht herumkommen. Allerdings gibt es alternative Möglichkeiten, wie den Rollrasen , um den eigenen Garten in kürzester Zeit wieder mit einem neuen grünen Gewand zu kleiden.

Vertikutieren

Vertikutieren ist der entscheidende Schritt zu einem kräftigen grünen Rasen. Hierbei werden mit einem Vertikutierer im Frühjahr Moose, abgestorbene Pflanzenteile, sowie Schnittgut entfernt, welche sich über das Jahr hinweg zwischen den Grashalmen festgesetzt haben.

Diese filzige Schicht wirkt wie ein Schwamm und saugt Wasser auf, welches für den Rasen notwendige Nährstoffe beinhaltet. Zusätzlich hemmt es den Stoffwechsel der Grünfläche, worunter diese sichtbar leidet.

Nach dem Vertikutieren gleicht die Rasenfläche meist einem Schlachtfeld, vor allem, wenn lange nicht vertikutiert wurde. Seien Sie jedoch unbesorgt, denn der Rasen erholt sich schnell und dankt es Ihnen mit einem sattgrünen Farbton.

Achten Sie bei einem automatischen Vertikutierer jedoch unbedingt darauf, dass die Walze nicht zu tief eingestellt ist und somit tiefer in den Boden einschneidet als nötig. Auf diese Weise entfernen sie nämlich nicht nur die Filzschicht, sondern zerstören auch den Rasen selbst!

Aerifizieren

Rasenfläche

Der Aerifiziervorgang dient, wie der Name schon verrät, der Belüftung des Rasens und sollte nach dem Vertikutiervorgang durchgeführt werden. Hierfür werden Löcher in den Boden gestochen, die etwa 2 cm Durchmesser haben und bis zu 10 cm tief sind.

Das Aerifizieren kann entweder manuell oder mit einem speziellen Aerifiziergerät durchgeführt werden. Dieses verfügt über eine Walze mit Stacheln (Spoons), welche in den Boden einstechen und die Löcher erzeugen. Die Stachel gibt es in zwei Ausführungen, entweder massiv oder hohl, wobei die erste Variante das Erdreich lediglich verdrängt und die letztere es komplett aushebt.

Der Vorgang bricht die Rasenverdichtung auf und optimiert den Stoffwechsel der aeroben Bakterien im Boden sowie das Rasenwachstum.

Sanden

Das Sanden der Rasenfläche erhöht die Durchlässigkeit des Bodens und hemmt die Bildung von Rasenfilzschichten. Durchgeführt wird das Sanden optimalerweise nach dem Aerifizieren, um gleichzeitig die entstandenen Löcher zu verschließen.  Dabei kommen pro Quadratmeter etwa 2 bis 5 Liter Sand zum Einsatz. Achten Sie darauf, dass sie kalkfreien Sand mit einer feinen Körnung von maximal 2 mm benutzen. Nach dem Auftragen der Sandfläche wird diese mit einem groben Besen in den Boden eingearbeitet. Nach dem ersten Regen ist die Sandfläche oft schon zum größten Teil im Boden versickert und lockert ihn dort zusätzlich auf. Dies ist vor allem bei sehr lehmigen Boden ein Vorteil.

Säen

Junges Gras

Bei der Wahl des Saatgutes sollten Sie darauf achten, dass Sie eine Mischung wählen, die auf den Standort zugeschnitten ist. Empfehlenswert ist es auf die Regel-Saatgut-Mischungen (RSM) zurückzugrifen, welche bestimmte Eignungsmerkmale aufweisen, an denen man sich orientieren kann.

Das Saatgut wird anschließend gleichmäßig auf die gewünschte Fläche ausgebracht. Sie haben die Möglichkeit, das Saatgut per Hand aufzutragen, was sich vor allem bei partieller Nachsaat empfiehlt, oder aber Sie greifen zu einer Saatmaschine.

Mit Hilfe der Saatmaschine ist es möglich die Rasensamen gleichmäßig aufzubringen, wobei Sie überlappend arbeiten sollten, um ein möglichst gutes Ergebnis zu erzielen. Die optimale Aussaatmenge liegt bei etwa 25 Gramm pro Quadratmeter und die Saattiefe sollte etwa 0,5 bis maximal 2 cm betragen. Auf diese Weise fällt das Saatgut nicht den Vögeln zum Opfer und hat dennoch ausreichend Licht zur Verfügung.

Um diese Saattiefe zu erreichen, empfiehlt es sich, nach der Saat mit einem Rechen die betroffene Fläche nachzuarbeiten. Für den anschließenden Bodenschluss kommt eine leichte Rasenwalze zum Einsatz. Sorgen Sie nach der Saat stets für eine ausreichende Bodenfeuchte, da die Keimlinge sehr empfindlich sind und schnell austrocknen können.

Mulchen

Junge Tulpen

Das Mulchen ist eine gute Alternative zum Düngemittel aus dem Laden und ist zudem völlig kostenfrei. Dabei handelt es sich um Schnittgut, dass beim Rasenmähen anfällt. Dieses wird auf der Rasenfläche verteilt und in diese eingearbeitet.

Optimal sind dafür Rasenmäher mit Mulchfunktion, wobei man sich das lästige Entleeren des Auffangkorbs spart. Jedoch funktioniert das nur bedingt mit einem herkömmlichen Rasenmäher, bei dem man den Fangkorb aushängt. Auf diese Weise bleibt das Schittgut nämlich nur auf dem Rasen liegen und führt nach kurzer Zeit zu braunen Häufchen, welche auf das verrottete Schnittgut zurückzuführen sind.

Im Gegensatz dazu zerheckselt der Mulchmäher das Schnittgut in mehreren Durchgängen und arbeitet es optimal in den Rasen ein, wo es anschließend verrottet und als natürlicher Dünger fungiert.

Düngen

Rasen wird maschinell gedüngt

Alternativ zum Mulden kann auch Düngemittel aus dem Fachhandel Abhilfe schaffen. Beim Düngen sollten Sie darauf achten, den Boden nicht zu überdüngen und sich abhängig von der Boden- und Rasenart beraten lassen. Wenn Sie auf Nummer sicher gehen wollen, besteht die Möglichkeit, eine Bodenprobe im Garten zu nehmen und sie analysieren zu lassen. Auf diese Weise kann die Düngemittelmischung speziell auf die Bedürfnisse von Boden und Rasen abgestimmt werden, womit Sie die optimalen Ergebnisse erzielen.

Rasendünger setzt sich aus drei Grundnährstoffen zusammen:

 

  1. Kalium (K): Wichtig für die Resistenz des Rasens gegen Krankheiten, Trockenheit und Kälteeinwirkung.
  2. Stickstoff (N): Wichtig für das Wachstum des Rasens.
  3. Phosphor (P): Wichtig für ein gutes Wurelwachstum.

Falls Sie Universal-Düngemittel verwenden, sollten Sie darauf achten, dass es sich dabei um Langzeitdünger handelt. Bei diverse landwirtschaftlichen oder gärtnerischen Düngern liegen die Grundnährstoffe nämlich meist in anderen Konzentrationen als benötigt vor.

Rasenmähen

Aufsitzrasenmäher

Das Mähen des Rasens ist ein Grundelement der Rasenpflege und eine Aufgabe, die jeder Hobby-Gärtner schon bewältigen musste. Neben dem Kürzen der Rasenlänge ergeben sich jedoch auch noch andere Effekte beim Rasenmähen.

Das vegetative Wachstum und die Seitentriebbildung werden hierbei nämlich ebenfalls gefördert. Auf Dauer macht sich dies durch eine dichte und homogene Rasenfläche bemerkbar.

Die mittlere Schnitthöhe von etwa 4 cm hat sich in den meisten Gärten durchgesetzt, da sie sich als am vorteilhaftesten erwiesen hat. Kürzere Gräser mit 1 bis 2 cm findet man eher auf Golfplätzen vor. Das hängt damit zusammen, dass geringere Schnittlängen auch mehr Rasenpflege mit sich ziehen, da auf diese Weise der Rasen entkräftet wird und schneller vertrocknet.

Wie oft der Rasen gemäht werden sollte, hängt natürlich hauptsächlich von der Witterung ab. Generell sollte ein Rückschnitt auf die Länge von 4 cm erfolgen, wenn das Gras etwa eine Länge von 8 cm erreicht hat.

Preis: 1.749,00 EUR


Preis: 539,99 EUR

eKomi Bewertung: 5 Sterne


Bewässern

Gartenschlauch

Um einen gepflegten Rasen in gutem Zustand zu halten, bedarf es einer guten Bewässerung. Sport- und Zierrasen stechen hier besonders heraus, da sie trotz der mitteleuropäischen Witterung Bewässerungsdefizite aufweisen.

Der Nutzrasen, wie man ihn in den meisten Gärten findet, ist da eher anspruchslos und begnügt sich mit dem lokalen Klima. Allerdings hängt die Bewässerung auch vom Boden ab. Umso durchlässiger der Boden, umso schneller versickert das Wasser darin. Bei sehr lehmigen und wasserundurchlässigen Böden kann es sogar dazu kommen, dass das Wasser oberirdisch abläuft.

Allerdings machen im Sommer selbst dem Nutzrasen lange Hitzeperioden zu schaffen. Färbt sich die Oberfläche bräunlich-gelb, sollten Sie einschreiten und den Rasen bewässern. Dies können sie entweder von Hand mit dem Gartenschlauch und einer passenden Gartenbrause erledigen – oder Sie entscheiden sich für ein geeignetes Bewässerungssystem, welches die Arbeit bequem für Sie erledigt, auch wenn Sie mal im Urlaub sind.

Wenn es etwas schneller gehen muss, ist Rollrasen eine gute Alternative. Wir erklären ausführlich, wie man den Rasen verlegt und worauf zu achten ist, damit er sich zu voller Pracht entwickelt. Mit wenigen Handgriffen kann man einfach und schnell Rollrasen verlegen.

Preis: 329,99 EUR

eKomi Bewertung: 4 Sterne


Rasensamen - Wunderrasen, 1 kg, schnell wachsend

Preis: 7,99 EUR

eKomi Bewertung: 4 Sterne


Übertrage Bewertung...

Bewertung: 5.0 von 5. 1 Bewertung(en). Zur Bewertung auf die Sterne klicken.

Nicole Winkler , d. 23-03-15 20:01:

Eine von Viking in Auftrag gegebene Langzeitstudie hat übrigens ergeben, dass der Rasen beim Mulchen deutlich vitaler und gleichmäßiger aussieht als beim herkömmlichen Mähen. Hierbei sollte allerdings beachtet werden, dass das Gras nur max. 1/3 der Halmlänge gekürzt werden sollte.

Kommentar hinzufügen (oder Link vorschlagen)

Haben Sie eine Anmerkung zu diesem Artikel oder möchten Sie uns eine passende Anleitung zur Verlinkung vorschlagen? Wir freuen uns auf Ihre Rückmeldung!





Sicherheitsabfrage*




* Pflichtfeld  | Bitte beachten Sie die Datenschutzerklärung.


Bildnachweis
1. "Rasenpflege"von Peter Freitag (pixelio.de)
2. "Gepflegter Rasen" (Originalbild): Claudia Peters (Huskyherz), Lizenz: CC0 1.0 / pixabay.com
3. "Junger Rasen" (Originalbild): Jan Karres (jankarres), Lizenz: CC0 1.0 / pixabay.com
4. "Tulpen in gemulchtem Boden" (Originalbild): CJ, Lizenz: CC0 1.0 / pixabay.com
5. "Düngung eines Fußballfeldes" (Fertilising the Ground After the Game) von Michael Coghlan (mikecogh), https://www.flickr.com/, Lizenz: CC BY-SA 2.0, zugeschnitten, Farbkorrektur
6. "Mann auf Rasenmäher" (Originalbild): Bryan Clayton (Clayton800), Lizenz: CC0 1.0 / pixabay.com
7. "Gartenschlauch auf Rasen" (Originalbild): Hans Braxmeier (Hans), Lizenz: CC0 1.0 / pixabay.com
8. "Rollrasen"(Aue, Repro Loesdau)

Am meisten gelesen


Diskussionen im Garten-Forum