Kohlfliegen bekämpfen

Nutzgarten vor den Schädlingslarven schützen

Maden fressen Blumenkohl

Die Kohlfliegen gehören zu den wichtigsten Schädlingen an Kohlgewächsen und Kreuzblütlern. Die Pflanzenwurzeln und oberirdischen Pflanzenteile dienen den Larven der Blumenfliegen als Nahrungsquelle, wodurch Pflanzen geschwächt oder komplett zerstört werden.

Botaniker differenzieren zwischen der Kleinen und Großen Kohlfliege, wobei die Lebensweise identisch ist, jedoch die Große Kohlfliege nur eine Generation Larven im Sommer hervorbringt. Die Kleine Kohlfliege kann hingegen bis zu drei Generationen pro Jahr produzieren und ist im Frühling und Spätsommer zu beobachten.

Erfahren Sie im Folgenden wissenswerte Informationen zum Leben, Schadbild und zur gezielten Bekämpfung der Kohlfliegen.

Leben der Kohlfliegen

Wie der Name bereits vermuten lässt, finden Hobbygärtner die kleinen Larven der Kohlfliege im Gemüsebeet an Kohlpflanzen. Besonders beliebt ist der Blumenkohl, doch auch weitere, dicht über der Erde wachsende Pflanzen im Nutzgarten wie Rettich oder Radieschen werden angefressen.

Die Kohlfliegen ähneln optisch einer gewöhnlichen Stubenfliege, zählen aber zu den Blumenfliegen. Sie schlüpfen aus der Erde und legen ihre Eier an den Wurzelhals der Futterpflanze, wo sie die Eier zusätzlich mit Erde bedecken.

Die 9 Millimeter großen Larven fressen sich schließlich durch die Wurzeln und bringen die Pflanze so zum Welken. Wird die Pflanze ausgebuddelt, sind zerfressene Wurzeln zu erkennen.

Ei und Larve der Kohlfliege
Ei und Larven der Kohlfliege

Im Spätsommer kommt es in zunehmendem Maße zu einem oberirdischen Befall durch die späteren Generationen der Kleinen Kohlfliege, etwa am Chinakohl oder Rosenkohl. Hier zeigt sich der Kohlfliegenbefall durch Fraßgänge in den Blättern und Kohlröschen.

Die Larven der Großen Kohlfliege werden dabei im Sommer zum Schädling, die Larven der Kleinen Kohlfliege gefährden den Pflanzenbestand im Frühjahr und Spätsommer.

Daher ist es wichtig, bereits früh gezielte Schutzmaßnahmen zu errichten, um Ihr Gemüsebeet vor Fraßschäden präventiv zu schützen.

Vorbeugung ist der beste Schutz

Blumenkohl
Schützen Sie Kohlpflanzen präventiv für ein gesundes Pflanzenwachstum.

Schon vor der Pflanzung können Sie den Boden mit speziellen Insekten-Streumitteln aufbereiten. Arbeiten Sie das Produkt während der Pflanzung in den Aushub ein, so können Sie bereits einem Kohlfliegenbefall der ersten Generation entgegenwirken. Alternativ hat sich das Mulchen mit Farn als gute Vergrämungsmethode bewährt.

Als präventives Hausmittel während der Pflanzung gilt Holzasche. Geben Sie etwas Asche in das Pflanzloch und setzen Sie anschließend die Pflanze nach Herstellerangaben ein. Der für die Kohlfliegenlarven unangenehme Geruch schützt die empfindlichen Wurzelpflanzen vor Fraßschäden.

Engmaschige Kulturnetze werden unmittelbar nach der Pflanzung über die Nutzpflanzen gelegt, um eine Eiablage der Kleinen Kohlfliege am Stängelgrund zwischen April und Mai zu unterbinden. Die Netze sind luft- und wasserdurchlässig und können bis zur Ernte auf den Pflanzen verweilen.

Kohlfliegen reagieren empfindlich auf Gerüche. Machen Sie sich dieses Wissen zunutze und legen Sie ein Gemüsebeet in Mischkultur zur Vergrämung an. Ideale Pflanzpartner von Kohlgewächsen sind Tomaten, denn sie verströmen einen Duft, der Kohlfliegen abschreckt. Auch ein Anpflanzen von Klee zwischen den Kohlpflanzen wirkt als ein effektiver Schutz, da sich nun kleinere Insekten im Beet ansiedeln, die sich auch von Kohlfliegen ernähren.

Im Fachhandel finden Sie zudem spezielle Kohlkragen, die eng um die Pflanzenbasis gelegt werden. Die weibliche Kohlfliege legt ihre Eier auf diesem Kragen ab, wo sie durch das Sonnenlicht austrocknen und die Larven infolgedessen absterben.

Pflanzen bei Kohlfliegenbefall vernichten

Kohlfliegenbefall
Bei Kohlfliegenbefall sollten betroffene Pflanzen vernichtet werden.

Sind Ihre Gemüsepflanzen trotz präventiver Maßnahmen von einem Kohlfliegenbefall betroffen, besteht für die Pflanze in den meisten Fällen keine Hoffnung mehr, da sich das Schadbild in Form von welkenden Blättern erst dann zeigt, wenn bereits ein Großteil der Wurzeln von den Larven zerfressen ist.

Da die Larven unterirdisch leben, ist der Einsatz von Pestiziden häufig erfolgslos. Experten raten daher von einer Schädlingsbekämpfung bei akutem Kohlfliegenbefall ab.

Wenn Sie Ihren Pflanzen dennoch eine Chance ermöglichen möchten, heben Sie alle betroffenen Exemplare schnellstmöglich aus und begutachten Sie den entstandenen Schaden. Wägen Sie nun ab, ob sich ein Absammeln der Larven und erneutes Einsetzen ins Beet noch lohnt.

Ist der Befall und Fraßschaden zu groß, werden die Pflanzen vernichtet, idealerweise verbrannt, oder im Hausmüll entsorgt. Legen Sie die angefressenen Pflanzen jedoch nicht auf den Kompost, denn hier herrschen ideale klimatische Bedingungen für ein Überleben der Larven, wodurch wieder neue Kohlfliegen heranwachsen und Ihr gehegtes Gemüsebeet im Frühjahr bedrohen.

Prävention bleibt folglich der beste Schutz gegen einen Kohlfliegenbefall!

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Bildnachweis
1. "Kohlfliegenmaden im Blumenkohl" (Koolvlieg bloemkool) von Rasbak, Wikimedia Commons, Lizenz: CC BY-SA 3.0, zugeschnitten, Farbkorrektur
2. "Kohlfliegemaden und Ei" (Delia radicum, koolvlieg pop en maden) von Rasbak, Wikimedia Commons, Lizenz: CC BY-SA 3.0, zugeschnitten, Farbkorrektur
3. "Blumenkohl im Beet" (Originalbild): Carlos López (CarlosLopez), Lizenz: CC0 1.0 / pixabay.com
4. "Kohlfliegenmade frisst Blumenkohl" (Delia radicum, koolvlieg made) von Rasbak, Wikimedia Commons, Lizenz: CC BY-SA 3.0, zugeschnitten, Farbkorrektur

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