Schnecken bekämpfen

Schnecken im Garten: Von Schneckenzaun bis Schneckenkorn

Fast jeder Hobbygärtner hat sich bereits über eine Schneckenplage in seinem Garten geärgert. Insbesondere die Nacktschnecken gehören zu den radikalsten Schädlingen, denn die nächtlichen Blattfresser verspeisen alle Blätter in Blumen- und Gemüsebeeten, können dort große Schäden anrichten und hinterlassen noch dazu schleimige Spuren.


Wenn Sie die Schnecken aber frühzeitig bekämpfen und verschiedene Methoden kombinieren, können Sie eine starke Vermehrung, und somit eine Schneckenplage, verhindern. Mit Hausmitteln wie Salz und Schneckenkorn und anderen Hilfsmitteln wird man die kleinen Tiere schnell wieder los.

Nacktschnecken: Spanische Wegschnecke und Ackerschnecke

Bei feuchter Witterung fallen unzählige Schnecken über Salatpflanzen, Kräuter oder Kohlpflanzen her und können diese über Nacht vollständig zerstören. Doch nicht nur Gemüse, sondern auch Zierpflanzen, wie Dahlien, Funkien, Studentenblumen oder junge Sonnenblumen fallen ihnen zum Opfer.

In unseren Gärten sind meistens Weg- und Ackerschnecken unterwegs. Sie leben in Wiesen und Hecken und sind hauptsächlich am Abend, in der Nacht oder an regnerischen Tagen aktiv, da sie tagsüber zu viel Flüssigkeit verlieren und ein zu hoher Flüssigkeitsverlust zur ihrer Austrocknung und zum Tod führen kann. Im Garten hinterlassen diese Schadschnecken das bekannte Fraßbild: Von den abgefressenen Pflanzen bleibt meist nur ein Gerippe übrig.

Steckbrief: Nacktschnecken im Garten

Die genetzte Ackerschnecke lässt sich wirksam mit Fadenwürmern bekämpfen

Beschreibung

Verglichen mit anderen Schnecken tragen Nacktschnecken kein Haus auf dem Rücken bzw. haben ein zurückgebildetes Haus in Form eines rudimentären Kalkdepots im Inneren. Ein Haus dient Schnecken in erster Linie zum Schutz vor Fressfeinden und Kälte. Nacktschnecken besitzen dagegen eine sehr, dicke und schleimige Haut, die ihnen als Schutz dient. Bei Kälte verkriechen sie sich.

Anzeichen für Nacktschnecken

Als Allesfresser sind Nacktschnecken im Garten nicht wählerisch und können die meisten Gartenpflanzen fressen. Übrig bleiben von ihnen nur abgefressene Stängel, in deren Nähe oftmals Schleimspuren oder Kotreste zu finden sind.

Nacktschnecken bekämpfen

  • Natürliche Fressfeinde, u. a. Igel, Vögel (z. B. Amsel), Hühner, Laufenten, Blindschleichen, Frösche oder Hundertfüßler
  • Schneckenzäune und Salathauben
  • Mit Fadenwürmern (Nematoden bzw. Phasmarhabditis hermaphrodita)
  • Erde vor dem Frost mulchen und auflockern gegen Schneckeneier
  • Chemische Mittel, wie Schneckenkorn

Was hilft gegen Schnecken?

Schnecke im Garten (Helix aspersa)

Während sich Schnecken in warmen und trockenen Sommern verkriechen, können sie sich an kühlen und regnerischen Herbsttagen hervorragend vermehren. Aus diesem Grund ist es wichtig, diese Schädlinge im Frühjahr und Herbst zu bekämpfen, bevor der Nachwuchs aus den Eiern schlüpft und eine Schneckenplage im Garten ausbricht.

Zur Bekämpfung haben Gartenbesitzer die Wahl zwischen Hausmitteln, mechanischen Mitteln und chemischen Substanzen. Grundsätzlich sollte man nur zu Chemikalien greifen, wenn die natürlichen oder mechanischen Methoden nicht helfen.

Schnecken bekämpfen mit Hausmitteln

Schneckenkragen für Pflanzen

Schnecken legen im Herbst ihre Eier im Boden ab. Damit diese bei Frost erfrieren, sollte man die Erde mulchen und auflockern. Wichtig ist, für das Mulchen keine frischen Gemüsereste zu verwenden, denn diese können Schnecken anziehen. Besser ist es, trockenes Stroh in den Mulch zu mischen.

Schnecken absammeln

Schnecken werden in der Dunkelheit aktiv. Deshalb sollte man den Garten morgens wässern, sodass die Pflanzen das Wasser aufnehmen und der Boden bis zum Abend trocknener wird. Verlassen die Schädlinge ihr Versteck, können Sie sie abends einsammeln, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Für ein leichteres Einsammeln kann man Bretter oder Kartons auslegen, unter denen sich die Tiere verstecken.

Schneckenzäune und -kragen

Eine andere Methode, Schnecken zu bekämpfen, sind Schneckenzäune und Schneckenkragen. Diese Barrieren bestehen aus einem glatten Material, wie Kunststoff oder verzinktes Stahlblech und haben einen nach außen gebogenen Rand, der verhindert, dass hochkriechende Schnecken sie überwinden. Schneckenzäune werden 10 cm tief in den Boden gesetzt und sollten mindestens 10 cm hoch sein. Damit die Tiere nicht über Pflanzen das Hindernis überwinden, müssen diese Zäune regelmäßig gesäubert werden.

Wer Salat im Garten anbaut, schützt die Köpfe am besten mit einer Salathaube. Diese wird einfach über den Salat gesetzt und hält so gefrässige Schnecken ab.

Natürliche Sperren

Nacktschnecken bevorzugen feuchte und nasse Wege, um zu den Pflanzen zu gelangen. Streut man Sägemehl, Sand, Gesteinsmehl oder Branntkalk um die Beete oder entlang der Hecken, werden sie den rauen Boden meiden.

Um die Tiere von den Gartenbeeten fernzuhalten, stellen manche Gärtner eine sogenannte Schneckenbrühe her, bei der tote Schnecken, zerschnitten und verjaucht werden, um sie anschließend über die Pflanzen zu gießen.

Fadenwürmer gegen genetzte Ackerschnecken

Speziell zur Bekämpfung von genetzten Ackerschnecken haben sich Nematoden der Art Phasmarhabditis hermaphrodita als sehr effektiv erwiesen. Die Fadenwürmer dringen in die Schnecken ein und geben ein Bakterium ab, das nach drei Tagen Fraßstop verursacht. Nach weiteren drei bis sechs Tagen sterben die Schnecken ab.

Schneckenabwehr: Schneckenfalle mit Bier

Eine einfache und wirkungsvolle Schneckenfalle, die die Tiere im Frühjahr anlockt, lässt sich mit einem stabilen Becher und ein wenig Bier selber basteln. Graben Sie den Becher bis auf drei Zentimeter in den Boden ein, damit keine anderen Tiere hineinfallen, und füllen ihn zur Hälfte mit Bier. Der Geruch des Bieres lockt Schnecken auf 50 m Entfernung an. Diese kriechen hinein und ertrinken. Der Nachteil: Nach jedem Regen muss das Bier ausgetauscht werden. Soll die Schneckenfalle länger im Einsatz bleiben, sollte der Becher überdacht sein. Alternativ sind solche überdachten Fallen im Handel erhältlich.

Allerdings zieht diese Schneckenfalle nicht nur jene aus dem eigenen Garten, sondern auch nützliche Schnecken aus der Umgebung an.

Chemische Mittel gegen Schnecken

Mehrere Garten-Bänderschnecken (Cepaea hortensis) können großen Schaden anrichten

Wenn die Hausmittel nicht helfen und keine Schneckenzäune errichtet werden sollen, hilft nur der Einsatz von chemischen Präparaten, die im Fachhandel erhältlich sind:

  • Eisenphosphat
  • Methaldehyd

Diese chemischen Mittel werden gemäß der Gebrauchshinweise angewandt und töten die Schädlinge. Besonderheit: Eisenphosphat bewirkt, dass sich die Schnecken vor ihrem Tod eingraben.

Bedenken Sie bei dem Einsatz von chemischern Mitteln, dass diese ebenfalls nützliche Schnecken, wie die unter Naturschutz stehende Weinbergschnecke töten, die Gelege von Nacktschnecken frisst.

Mit Schneckenkorn effektiv gegen Schnecken

Anwendung

Bei sehr starkem Befall kommt häufig Schneckenkorn zum Einsatz. Am Effektivsten lassen sich Schnecken mit ihm nach abendlichen Regengüssen bekämpfen. Gemäß der Gebrauchsanweisung werden sowohl die zu schützenden Gartenflächen als auch die anliegenden Bereiche behandelt. Um sicherzustellen, dass alle Schnecken entfernt wurden, sollte man Schneckenkorn in wöchentlichen Abständen anwenden.

Wirkung

Die Wirkung dieses Mittels hängt von dem enthaltenen Wirkstoff ab. Wer keine toten Schnecken in den Beeten vorfinden möchte, sollte zu Eisen-III-Phosphat greifen. Dieser Stoff stoppt den Fraß der Tiere schnell und veranlasst sie, sich vor ihrem Tod in ein Versteck zurückzuziehen. Bei anderen chemischen Mitteln sterben die Schnecken vorort und schleimen aus.

Nachteil

Schneckenkorn tötet alle Schneckenarten, weshalb ihnen auch die unter Naturschutz stehende Weinbergschnecke zum Opfer fällt. Diese gilt nicht als Schädling. Zudem stellen die Wirkstoffe eine Gefahr für andere Gartenbewohner sowie Haustiere und Kinder dar.

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Karsten J. , d. 23-05-16 15:42:

Habe schon seit zwei Jahren mit Schnecken zu kämpfen und habe mich deshalb über eure Tipps gefreut. Da ich grundsätzlich gegen Chemie im Garten bin, erfreut mich die Möglichkeit des Schneckenzauns. Vielen Dank!

Heimwerker.de-Redaktion , d. 06-05-15 13:19:

Hallo Heinz2,

vielen Dank für den Hinweis mit dem Verbot von Methiocarb, das nach dem 19. September 2014 nicht mehr verwendet werden darf und bei der Erstellung der Informationen zu chemischen Schneckenmitteln im März 2014 noch eingesetzt werden durfte. Ihre weiteren Anmerkungen wurden in diesem Beitrag berücksichtigt.

Viele Grüße,
das Team von heimwerker.de

Heinz2 , d. 06-05-15 13:01:

1. Methiocarb ist seir 2014 VERBOTEN!
2. "Graben Sie den Becher komplett in den Boden ein" völlig falsch. Dann fallen auch andere nützliche Tiere wie Laufkäfer hinein. 3-4 cm Rand muss über dem Boden bleiben!
3. "Soll die Schneckenfalle länger im Einsatz bleiben, sollte der Becher überdacht sein. " das muss er sowieso, und zwar so, dass Gehäuseschnecken nicht hineingelangen können. Weinbergschnecken sind gesetzlich geschützt!
Schade, ein langer Artikel, aber nicht aktuell und nur halbherzig recherchiert

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Bildnachweis
1. "Schnecken bekämpfen im Garten"von beeki / pixabay.com Lizenz: [CC0 1.0] Copyright: [beeki CC0 1.0 / pixabay.com]
2. "Genetzte Ackerschnecke (Original-Titel: Light brown snail on grass) [beschnitten]"von Guttorm Flatabø (Wikimedia Commons) Lizenz: [CC BY-SA 3.0]
3. "Schnecke im Garten (Helix aspersa)"von macrophile (Flickr) Lizenz: [CC BY 2.0] Copyright: [macrophile CC BY 2.0 ( flickr)]
4. "Garten-Schnirkelschnecke (Cepaea hortensis)"von Reaperman (Wikimedia Commons) Lizenz: [CC BY-SA 3.0] Copyright: [Reaperman CC BY-SA 3.0 (Wikimedia)]

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