Holzschädlinge

Holz und seine Feinde

Holzschädlinge – woher kommen sie? Holz ist ein biologischer Baustoff, der im Kreislauf der Natur wächst und vergeht. Holz lebt. In der Umgebung dieses lebendigen Materials fühlt sich der Mensch wohl. Ob bei der architektonischen Konstruktion, der Gartengestaltung oder Innenausstattung, Holz gibt uns das Gefühl von Naturnähe. Wohnen mit Holz vermittelt Wärme und Behaglichkeit. Darin liegt sicher auch ein wichtiger Grund, warum sich Holz gegen die moderne Konkurrenz von Beton, Stahl und Kunststoff behauptet hat. Holz ist eben einzigartig und unverwechselbar. Durch das steigende Naturbedürfnis des Menschen ist es heute gefragter denn je.

Im trockenen Innenbereich verwendetes Holz wird kaum von pflanzlichen oder tierischen Schädlingen befallen und ist auch keinen Witterungseinflüssen ausgesetzt. Um die Schönheit des Holzes im trockenen Wohnbereich zu erhalten, empfiehlt sich eine pflegende Veredelung ohne Wirkstoffe gegen Holzzerstörer.

Wie alle lebenden Organismen auf der Erde hat auch Holz natürliche Feinde: Witterung (Regen, Sonne), Pilze und Insekten. Holz im Freien ist diesen Gefahren besonders ausgesetzt. UV-Strahlen und Wasser führen zur Vergrauung der Holzoberfläche – das Holz verwittert. Pflanzliche und tierische Holzschädlinge, wie Pilze und Insekten, bauen das Holz kontinuierlich bis zur Zerstörung ab.

Um Holz gegen solche Einflüsse zu schützen, muss der Mensch in diesen Kreislauf der Natur eingreifen. Nur so kann die Holzzerstörung durch natürliche Feinde verhindert werden. Intensiver Schutz wird mit Hilfe von Produkten erzielt, die ausgewählte, sorgfältig dosierte Wirkstoffe enthalten.

Holzschäden vorbeugen

Um Holz vor Schäden zu bewahren, muss es sinnvoll geschützt werden. Der Markt bietet dem heimwerker eine Vielzahl von Produkten rund um den Holzschutz. Fachleute wissen: Es ist gar nicht angebracht, immer gleich zur "chemischen Keule" zu greifen. Dort, wo das Risiko von Pilzbefall unvermeidlich ist, ist chemischer Holzschutz notwendig. Ob und welcher dann angewandt wird, ist vor allem abhängig von der Holzart.

Dabei gilt: Wenn chemischer Holzschutz unvermeidbar ist, dann muss er auch im Holz wirken können, denn auf der Holzoberfläche macht er keinen Sinn. Genau das ist das Grundprinzip des Holzveredelungs-Spezialisten Dyrup. Denn Ziel muss immer sein: Soviel Schutz wie möglich, so wenig Chemie wie nötig. Der klassische chemische (biozidhaltige) Holzschutz wird nur dort eingesetzt, wo er erforderlich ist. Im Außenbereich bei bläuegefährdeten Hölzern wie Nadelholz und bestimmten Edelhölzern. Für diese erste Systemkomponente gibt es farblose Grundierungen, die besonders tief in das Holz eindringen. Sie enthalten keine Farbpigmente, die die Holzporen verstopfen könnten - der Schutz ist somit intensiver als bei den Allround-Produkten. Die fehlenden Farbpigmente verleiten den Verbraucher zudem nicht zum fälschlichen Einsatz der biozidhaltigen Produkte im Innenbereich, wo er auf diese Art des Holzschutzes ganz verzichten kann.

An der Holzoberfläche wirkt als zweite Komponente eine farbige Beschichtung als physikalische Schutzschicht, die biozidfrei oder, je nach Anforderung, biozidarm ist. Hier spielen natürlich auch Geschmacksfragen eine Rolle, wenn es darum geht, ob das Holz mit einer Holzlasur, mit Farbe oder Lack behandelt wird. Wozu der Verbraucher sich auch entscheidet, eines gewährleistet diese zweite Systemebene immer: Schutz des Holzes vor schädigenden Einflüssen der UV-Strahlung durch die Sonne und vor Regen. Und: Der Oberflächenschutz deckt die Wirkstoffe des Tiefenschutzes ab.

Anwendung von Lasuren

Zu den Charakteristika einer Lasur gehört, dass dem Anstrich transparente Pigmente zugesetzt sind. Schädliche UV-Strahlung wird reflektiert oder absorbiert. Die natürliche Maserung des Holzes scheint jedoch durch. Die Struktur des Holzes kommt damit angenehm zum Tragen. Die Palette an verschiedenen Farbnuancen bei den Lasuren ist groß. Bei der Farbentscheidung ist aber der natürliche Holzton zu beachten, da er den endgültigen Farbton mit beeinflusst.

Anwendung von Holzfarben

Mit der Anwendung von Holzfarben wird – im Gegensatz zu den Lasuren – ein deckender Anstrich erreicht. Der Farbfilm ist vollständig mit Pigmenten durchsetzt, so dass der Untergrund nicht mehr durchscheint. Das gesamte auffallende Licht wird reflektiert. Der Holzuntergrund im Außenbereich wird somit nicht von schädigenden UV-Strahlen erreicht.

Anwendung von Lacken

Lacke werden verwendet, wo kräftig oder seidenmatt glänzende Oberflächen gewünscht werden und Holzflächen besonders widerstandsfähig sein müssen. Das gilt zum Beispiel bei Fenstern und Möbeln. Auch hier werden verschiedene Töne angeboten.

Ansonsten gilt für die Auswahl der Produkte: Auf den jeweiligen Anwendungsbereich ist zu achten, damit nur so viele Wirkstoffe wie eben nötig verwendet werden – nämlich nur bei gefährdetem Nadelholz im Außenbereich. Danach sind der Fantasie keine Grenzen mehr gesetzt.

Holzschädigende Pilze

Echter Hausschwamm

Gefährdete Holzarten oder Bauteile: Vorwiegend auf Nadelholz zu finden. Er benötigt eine Holzfeuchtigkeit von ca. 20 - 30 %. Holzfreie Strecken werden über- oder durchwachsen (Mörtelfugen). Er kann in seinen Strängen Wasser leiten und daher auch auf trockenes Holz übergreifen.

Schadenserkennung: Das weiße, watteartige Pilzgeflecht (Mycel) wächst auf der Oberfläche und im Holzinneren. Charakteristisch sind die grauen, im trockenen Zustand brüchigen Stränge (bis zu einen Zentimeter dick). Bei fortgeschrittenem Befall werden rotbraune, weißgerandete, fladenartige Fruchtkörper bis zu einem Durchmesser von einem Meter gebildet. Gelegentlich können gelb gefärbte Zonen auftreten.

Kellerschwamm

Gefährdete Holzarten oder Bauteile: Befällt Nadel- und Laubholz. Greift nur feuchtes Holz an (etwa 30 - 60 % Holzfeuchtigkeit). Vorkommen daher meist auf Kellerräume und in Bodennähe verbaute Hölzer beschränkt.

Schadenserkennung: Das Oberflächenmycel des Kellerschwammes ist gelbbraun gefärbt. Die Stränge sind braunschwarz und wurzelförmig. Seine gelblichen Fruchtkörper haben charakteristische, warzenförmige Erhebungen (Warzenschwamm).

Tannenblättling

Gefährdete Holzarten oder Bauteile: Vorwiegend an Nadelhölzern. Bevorzugt sehr feuchtes Holz, daher an Bauteilen im Freien (Zäune, Masten, Balkone) sehr verbreitet. Die Blättlinge sind die häufigsten Pilze an Fenstern. Selbst längere Trockenperioden können sie in "Trockenstarre" überstehen.

Schadenserkennung: Das beige bis braun gefärbte Mycel wächst nur im Holzinneren. Der Befall wird deswegen meist sehr spät erkannt. Die Fruchtkörper wachsen leisten- oder konsolenförmig aus Holzspalten. In frischem Zustand sind sie rötlich mit helleren Randzonen. Später werden sie dunkelbraun bis schwärzlich. Auffallend sind die deutlich sichtbaren Lamellen.

Bläue

Gefährdete Holzarten oder Bauteile: Stärkeres Bläuewachstum tritt nur in Nadelholz auf. Die Bläuepilze leben nur von den Zellinhaltsstoffen, die Holzsubstanz wird nicht oder nur geringfügig angegriffen. Diese Pilze wachsen nur in sehr feuchtem Holz.

Schadenserkennung: Das dunkel gefärbte Mycel verursacht die Verfärbung des Holzes. Die kleinen, oft flaschenförmigen Fruchtkörper durchbrechen und zerstören dabei Lack- und Farbfilme. Stärkerer Bläuebefall bewirkt eine höhere Aufnahmebereitschaft von Flüssigkeiten, also auch Holzschutzmitteln.

Holzschädigende Insekten

Hausbock

Gefährdete Holzarten oder Bauteile: Der Hausbockkäfer ist in den gemäßigten Zonen das gefährlichste Schadinsekt am Bauholz. Er befällt vor allem Nadelholz und legt seine Eier in entstandene Risse. Die Larven nagen bevorzugt in den Außenschichten.

Schadenerkennung: Die Schlupflöcher des Hausbocks sind oval (5 - 10 mm). Die Käfergenerationen schlüpfen in mehrjährigen Abständen. Zur sicheren Erkennung gehört die Holzuntersuchung: Anschlagen (stumpfer Klang). Abbeilen der Kanten, um die Fraßgänge freizulegen. Sie befinden sich dicht unter der Oberfläche und sind mit hellem Fraßmehl gefüllt.

Gewöhnlicher Nagekäfer

Gefährdete Holzarten oder Bauteile: Der gewöhnliche Nagekäfer befällt sehr viele Laub- und Nadelholzarten, kernhaltige Hölzer allerdings nur im Splint oder in angefaultem Zustand. Gefährdet sind Konstruktionshölzer (Fachwerk, Deckenbalken über dem Keller, Treppen, Einbauten und Möbel), insbesondere bei hoher Holzfeuchtigkeit und mäßiger Temperatur.

Schadenserkennung: Die zahlreichen runden Schlupflöcher (1 - 2 mm) dieses Nagekäfers duchlöchern die Holzoberfläche. Die unregelmäßig verlaufenden Fraßgänge sind mit Bohrmehl und kleinen Kotbällchen ausgefüllt.

Brauner Splintholzkäfer

Gefährdete Holzarten oder Bauteile: Der Braune Splintholzkäfer wurde mit Tropenhölzern, u. a. Limba, Abachi eingeschleppt, zerstört aber auch einheimisches Laubholz (z. B. Eichensplint, Esche, Rüster). Die häufigsten Befallstellen sind Verkleidungen, Leisten, Parkettböden, Möbel.

Schadenerkennung: Der Durchmesser der runden Schlupflöcher (1 - 1,5 mm) ist ähnlich wie beim Nagekäfer. Die Fraßgänge verlaufen überwiegend in Richtung der Holzfaser und sind mit puderfeinem Bohrmehl verstopft.

Holzwespe

Gefährdete Holzarten oder Bauteile: Schlüpfende Wespen, mit frischem Bauholz (Nadelholz) in das Gebäude gebracht, können dem Holz aufliegende Stoffe, z. B. Abdichtungsmaterial von Flachdächern, Dachfolien, Bleiabdeckungen, Teppiche usw. durchfressen.

Schadenserkennung: Der Durchmesser der runden Schlupflöcher beträgt ca. 4 - 7 mm.

Übertrage Bewertung...

Noch nicht bewertet. Jetzt bewerten! Zur Bewertung auf die Sterne klicken.

Kommentar hinzufügen (oder Link vorschlagen)

Haben Sie eine Anmerkung zu diesem Artikel oder möchten Sie uns eine passende Anleitung zur Verlinkung vorschlagen? Wir freuen uns auf Ihre Rückmeldung!





Sicherheitsabfrage*




* Pflichtfeld  | Bitte beachten Sie die Datenschutzerklärung.

Am meisten gelesen


Diskussionen im Garten-Forum