Information statt Emotion

Wohl kaum ein Thema wurde in der jüngsten Vergangenheit so kontrovers und emotionsgeladen diskutiert, wie das des chemischen Holzschutzes. Mit der Anfang dieses Jahres verabschiedeten freiwilligen Selbstverpflichtung der Industrie wurde ein weiterer wichtiger Schritt zur Verbesserung des Verbraucherschutzes beim Umgang mit Holz- und Bläueschutzmitteln vollzogen und die Wogen haben sich geglättet. Im Handel sollte deshalb bei Fragen zum Thema Holzschutz und Holzschutzmittel die Devise "Information statt Emotion" lauten. Hier nun zehn wichtige Fragen und Antworten.

1. Ist Holzschutz überhaupt noch sinnvoll?

Ja, denn Holz als organisches Produkt ist nicht von unbegrenzter Dauerhaftigkeit, sondern den Gesetzen des natürlichen Stoffkreislaufes unterworfen. Es kann von pflanzlichen und tierischen Organismen, in erster Linie Pilzen und Insekten, angegriffen und zerstört werden. Dieser im Kreislauf der Natur nützliche Abbau des Holzes kann jedoch seine dauerhafte Funktionsfähigkeit als Baustoff beeinträchtigen. Holzschutz dient in erster Linie der Verlängerung der Nutzungsdauer des eingesetzten Holzes und damit dem Erhalt von Werten.

2. Wie kann man Holz wirksam schützen?

Zum einen gibt es die Möglichkeit, verbautes Holz durch konstruktive Maßnahmen zu schützen. Ziel dieses baulichen Holzschutzes ist insbesondere, mit der richtigen Konstruktion dafür zu sorgen, daß Niederschläge so weit wie möglich vom Holz ferngehalten werden oder – wo das nicht zu erreichen ist – ein schnelles Ableiten des Wassers von den Holzteilen ermöglicht wird. Doch baulicher Holzschutz ist nicht in jedem Fall möglich und auch nicht immer ausreichend. Dann ist eine Behandlung des Holzes mit einem Holzschutzmittel notwendig und sinnvoll. In vielen Fällen ergänzen sich konstruktiver und chemischer Holzschutz.

3. Was sind eigentlich Holzschutzmittel?

Nach einer europaweit anerkannten Definition sind Holzschutzmittel "Wirkstoffe oder wirkstoffhaltige Zubereitungen, die dazu bestimmt sind, einen Befall von Holz oder Holzwerkstoffen durch holzzerstörende oder holzverfärbende Organismen zu verhindern oder einen solchen Befall zu bekämpfen".

4. Wodurch unterscheiden sich Holzschutzmittel von anderen im Handel angebotenen Holzanstrichen?

Alle ohne Wirkstoffe ausgerüsteten Anstrichstoffe wie Lacke oder Farben fallen nicht unter den Begriff "Holzschutzmittel", obwohl sie durchaus zur Behandlung von Holz verwendet werden. Ebensowenig die Mittel zum Schutz des Holzes vor Vergrauung durch die UV-Strahlung der Sonne, die sogenannten Wetterschutzmittel, und die Mittel zum Schutz der Holzoberfläche vor Flecken, Schmutz und Staub mit gleichzeitig dekorativer Wirkung, die sogenannten Holzveredelungsmittel.

5. Gehören Holzschutzmittel überhaupt in die Hände von Heimwerkern?

Das kommt auf den Verwendungszweck an. In vielen Fällen ist der chemische Holzschutz sicher eine Aufgabe von Fachbetrieben. Dies gilt insbesondere für den gesamten Bereich der Bekämpfung oder dem Holzschutz tragender Bauteile.
Heimwerkerprodukte im Bereich des Holzschutzes werden in erster Linie dort angeboten, wo es um den Schutz von im Freien verbauten, nichttragenden Hölzern geht. Dazu zählen beispielsweise Zäune, Pergolen, Carports, Hausfassaden usw., aber auch Fenster und Außentüren. Hier können die Holzschutzarbeiten durchaus von Heimwerkern durchgeführt werden. Vorausgesetzt es kommen die dafür geeigneten Produkte zum Einsatz, die dann auch sachgerecht verarbeitet werden.

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