Information statt Emotion

Wohl kaum ein Thema wurde in der jüngsten Vergangenheit so kontrovers und emotionsgeladen diskutiert, wie das des chemischen Holzschutzes. Mit der Anfang dieses Jahres verabschiedeten freiwilligen Selbstverpflichtung der Industrie wurde ein weiterer wichtiger Schritt zur Verbesserung des Verbraucherschutzes beim Umgang mit Holz- und Bläueschutzmitteln vollzogen und die Wogen haben sich geglättet. Im Handel sollte deshalb bei Fragen zum Thema Holzschutz und Holzschutzmittel die Devise "Information statt Emotion" lauten. 

6. Wie sieht es mit dem Einsatz von Holzschutzmitteln in Innenräumen aus?

In bewohnten Innenräumen mit üblichem Wohnklima ist die Gefahr eines Schädlingsbefalls in der Regel nicht gegeben. Daher bedarf es in diesem Fall auch keines chemischen Holzschutzes. Hier genügen Maßnahmen zur Holzpflege und zur Holzveredelung mit Hilfe wirkstofffreier, dekorativer Produkte.

7. Worauf sollte der Heimwerker beim Kauf eines Holzschutzmittels achten?

Heimwerker sollten ausschließlich geprüfte Produkte kaufen und verarbeiten. Man erkennt sie am RAL-Gütezeichen. Bei Produkten mit dieser Kennzeichnung kann der Käufer gewiß sein, daß sie wirksam und sicher sind. Ihre Absicherung erfolgt gleich dreifach: Die Wirksamkeit gegen Holzschädlinge stellt eine staatliche Materialprüfanstalt fest, die gesundheitliche Unbedenklichkeit das Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin (BgVV) und die Umweltverträglichkeit das Umweltbundesamt.

8. Gibt es auch Holzschutzmittel mit dem "Blauen Umweltengel"?

Nein! Die Verleihungspraxis des "Blauen Engels" schließt grundsätzlich eine Vergabe an Bauchemikalien mit Wirkstoffen aus – und dazu zählen definitionsgemäß alle Holzschutzmittel. Den "Blauen Engel" gibt es folglich nur für wirkstofffreie Wetterschutzmittel bzw. Holzpflege- und -veredelungsmittel. Produkte mit dem "Blauen Engel" können also niemals Holzschutzmittel sein.

9. Wie sollten Heimwerker Holzschutzmittel verarbeiten?

Heimwerker sollten Holzschutzmittel ausschließlich mit dem Pinsel streichen. Alle anderen Einbring- und Imprägnierverfahren müssen dem speziellen Fachbetrieb überlassen bleiben. Aber auch beim Streichen gilt es bestimmte Vorsichtsmaßnahmen zu beachten. So sind Handschuhe in jedem Fall zu empfehlen, bei Arbeiten über Kopf ggf. auch eine Schutzbrille. Bei Arbeiten im Freien muß zudem vermieden werden, daß Holzschutzmittel auf Pflanzen tropfen oder versickern. Holz, das in direktem Kontakt mit Lebens- oder Futtermitteln steht, darf in keinem Fall mit wirkstoffhaltigen Produkten behandelt werden. Dies gilt auch für Gewächshäuser, Bienenstöcke oder Hundehütten.

10. Was sollten Heimwerker beim Umgang mit Holzschutzmitteln beachten?

Wichtig ist vor allem, die Angaben des Herstellers bezüglich des Verwendungszwecks sowie die Verarbeitungshinweise auf den Gebinden aufmerksam zu lesen. Denn diese Hinweise enthalten zum einen detaillierte Angaben zum Anwendungsbereich, z.B. für statisch nicht beanspruchte Hölzer außen ohne Erdkontakt. Sie umfassen ferner die Produktqualität, ob Holzschutzlasur oder Grundierung, und informieren gegen welche Holzzerstörer die Wirkstoffe gerichtet sind. Genannt sind dort auch die Farbtöne und – sehr wichtig – die aufzubringende Menge.

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Heimwerker Redaktion , d. 02-04-13 13:42:

Hallo Herr Christ,

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Die Redaktion

Gerhard Christ, lauf.a.d.peg. d. 29-03-13 17:02:

Ich möchte ein 5 cm dickes Fichtenholzbrett für eine Theke gegen Flecken wie Rotwein, Spritzwasser und andere Einflüße, Kratzer usw Versiegeln.
Was kommt nun in Frage Agryllack oder Hartöl ?
Ich bin Handwerker und Heimwerker jedoch aus der Automobilbrache und arbeite gerne mit Holz.Habe beim Schleifen des Brettes schon 2 Maschienen geschrottet.
Typisch Heimwerkerqualität.
Also meine Frage: Agryllack oder Hartöl?

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