Windröschen (Anemonen)

Anemonen verwandeln den Garten in ein wahres Blütenmeer

Anemonenblüten

Die Windröschen zählen zur Familie der Hahnenfußgewächse und werden im Volksmund auch häufig nur Anemone genannt. Diese Pflanzen sind wahre Schmuckstücke: Je nach Art und Sorte und zu unterschiedlichen Blühzeiten bereichern sie jeden Garten. Dabei kann der ambitionierte Hobbygärtner zwischen über 150 verschiedenen Arten wählen, die im Frühjahr, Sommer oder Herbst ihre farbenfrohen und vielfältig geformten Blüten zeigen.

Bei der Pflanzengattung der Anemonen muss zwischen Knollenpflanzen und Stauden differenziert werden. So gilt es bei der Pflanzung und Pflege artspezifische Unterschiede zu bedenken. Während die Knollenvariante häufig eher klein bleibt und im Frühjahr blüht, zeigen hochwachsende Stauden ihre Blütenpracht erst im Herbst.

Im Folgenden geben wir Ihnen wissenswerte Pflegehinweise und Tipps zur Pflanzung unterschiedlicher Anemonenarten.

Knollenpflanze oder Staude – wo liegen die Unterschiede?

Bei der Pflanzengattung der Anemonen wird zwischen Stauden und Knollenpflanzen unterschieden. Nicht nur bei der Pflanzung, sondern auch bei der Pflege und Vermehrung gibt es hier Abweichungen, die ein guter Gärtner beachten und entsprechend umsetzen sollte.

Generell kann behauptet werden, dass die meisten Anemonenpflanzen zu den Knollengewächsen zählen, etwa das beliebte Buschwindröschen, die Garten-Anemone oder die Strahlen-Anemone. Charakteristisch für die Knollengewächse ist die frühe Blüte im Frühjahr, häufig bereits ab März, sowie eine Wuchshöhe von maximal 20 cm. Diese kleinwüchsigen Pflanzen können daher auch gut im Kübel auf dem Balkon gehalten werden und dienen als blühender Bodendecker im Garten.

Die Staudenpflanzen sind hingegen Herbstblüher und werden deutlich höher: Einige Arten bilden ihre Blütenstände in einer Höhe von bis zu 1,5 m. Dabei wirkt die Herbst-Anemone dank ihrer buschigen Wuchsform auch besonders schön als Solitärpflanze.

Standortansprüche der Anemone

Bodendecker
Kleinwüchsige Anemonen werden gerne als Bodendecker eingesetzt.

Da bei geringer Sonneneinstrahlung mit einer verminderten Blüte gerechnet werden muss, sollten Sie keine vollschattigen Plätze wählen. Doch auch in praller Sonne leiden die zierlichen Pflanzen. Wählen Sie für Ihre Windröschen daher einen Platz im lichten Halbschatten, wo sie nicht der prallen Mittagssonne ausgesetzt sind, jedoch noch ausreichend Sonnenstrahlen einfangen können. Optimal geeignet ist ein Standort unter lichtdurchlässigen Sträuchern oder Laubbäumen.

Tipp: Bei der Standortauswahl gilt es zu bedenken, dass der pH-Wert des Bodens idealerweise zwischen 6,5 und 7,5 liegt. Dieser Wert wird nicht unter gesunden Nadelbäumen erreicht, hier ist der pH-Wert meistens zu niedrig.

Zudem sollte der Boden humos, nährstoffreich, kalkhaltig und leicht lehmig sein. Wichtig für ein gesundes Pflanzenwachstum ist dennoch eine gute Tiefenlockerung, um die Erde für die Wurzeln leicht durchdringbar zu machen. Schwere Böden, die stark verdichtet sind, können mit etwas Sand während der Pflanzung aufbereitet werden.

Anemonen richtig düngen und bewässern

Nahaufnahme der Blüte
Die duftenden Blüten locken viele Nützlinge in den Garten.

Bei einer optimalen Nährstoffversorgung am richtigen Standort gelten Windröschen generell als äußerst pflegeleicht. Wichtig ist, dass Sie sowohl anhaltende Trockenheit als auch stehende Feuchtigkeit vermeiden – auf beides reagiert die Anemone empfindlich. Als Faustregel gilt hier: Je sonniger der Standort, desto mehr Wasser benötigen die Zierpflanzen. Im Halbschatten wird hingegen nur dann gegossen, wenn der Boden einmal austrocknen sollte.

Für eine gute Bodenqualität, die ein gesundes Pflanzenwachstum fördert, werden Jungpflanzen im Frühjahr mit Humus oder Kompost gedüngt. Während der Blütezeit reichen Sie zudem organischen Langzeitdünger, wie etwa Holzspäne, um die Blütephase zu verlängern.

Generell sollte der Wurzelbereich stets locker und luftig gehalten werden. Entfernen Sie weiterhin stets Unkraut, das besonders den kleinwüchsigen Pflanzen zu starke Konkurrenz machen würde. Achten Sie jedoch beim Unkrautjäten und Harken darauf, dass die empfindlichen Wurzeln keinen Schaden nehmen.

Knollengewächse pflanzen

Blüten
Das Buschwindröschen ist ein beliebtes Knollengewächs der Pflanzengattung der Anemonen.

Die frühblühenden Windröschenarten werden in den meisten Fällen als Knolle, ähnlich einer Blumenzwiebel, verkauft. Diese Frühblüher werden bereits im Herbst gepflanzt, um über den Winter ausreichend anwurzeln zu können. Vor der Pflanzung empfiehlt es sich, die Knolle für einen Tag in Wasser quellen zu lassen.

Heben Sie nun ein Pflanzloch von mindestens 5 cm Tiefe aus und halten Sie zwischen den einzelnen Knollen einen Pflanzabstand von etwa 15-25 cm ein. Decken Sie die Knolle leicht mit Erde ab und bewässern Sie alles mäßig. Eine zusätzliche Laubschicht schützt die Knollen im Winter vor zu starken Frösten.

Tipp: Kleinwüchsige Windröschen wirken als blühender Bodendecker besonders schön, wenn sie in Horsten von mindestens fünf Pflanzen gesetzt werden.

Stauden pflanzen

Hochwachsende Anemone
Herbst-Anemonen sind hochwachsende Pflanzen und bilden ihre farbenprächtige Blüten erst im Spätherbst.

Herbst-Anemonen werden nicht als Knolle, sondern als Pflanze im Topf verkauft. Die Containerware wird im späten Frühjahr ins freie Beet gepflanzt, sodass sich im frühen Herbst die ersten bunten Blüten zeigen. Entfernen Sie hierzu den Plastiktopf, setzen Sie den Wurzelballen in ein ausreichend tiefes Pflanzloch und bedecken alles mit nährstoffreicher Erde, die mit frischem Kompost aufbereitet wurde. Auf diese Weise unterstützen Sie ein optimales Pflanzenwachstum, ohne auf chemische Zusätze zurückgreifen zu müssen.

Tipp: Herbst-Anemonen reagieren empfindlich auf Wurzeldruck – halten Sie daher einen Pflanzabstand von einer halben Wuchsbreite ein. Je nach Sorte entspricht das 20-50 cm.

Nicht immer werden hochwachsende Anemonen als Topfpflanze geliefert. Bestellen Sie etwa Pflanzen über einen Versandhandel, werden Ihnen häufig Wurzelstücke geliefert. Experten sprechen hier von Wurzelstecklingen oder Wurzelschnitten. Diese werden tief in lockere Erde gelegt – da aus jedem Wurzelschnitt eine eigene Pflanze entsteht, wird für jedes Wurzelstück ein eigenes Pflanzloch ausgehoben.

Tipp: Wenn die Wuchsrichtung nicht ersichtlich ist, wird der Wurzelsteckling einfach waagerecht eingepflanzt und abschließend leicht mit Erde bedeckt und feucht gehalten.

Vermehrung von Knollengewächsen

Anemonen
Knollengewächse lassen sich durch Rhizome vermehren.

Viele frühblühenden Anemonenarten säen sich selbst aus, wenn sie nach der Blüte nicht rechtzeitig abgeschnitten werden. Wenn Sie eine wilde Verbreitung im Garten wünschen, sollten Sie die Blütentriebe bis lange nach dem Verblühen stehen lassen.

Wenn Sie Ihre kleinwüchsigen Bodendecker jedoch gezielt vermehren wollen, gelingt dies durch sogenannte Rhizome im Herbst. An der bereits im Garten verpflanzten Knolle bilden sich mehrere Ausläufer mit kleineren Knollen. Diese werden vorsichtig mit einem scharfen Messer abgetrennt und in gleicher Wuchsrichtung an einem neuen Standort in 5 cm Tiefe wieder eingepflanzt. Halten Sie die Erde feucht und bedecken Sie sie mit einem ausreichenden Frostschutz, wie etwa Reisig oder Laub.

Tipp: Wenn Sie die Knolle nicht direkt verpflanzen möchten, können Sie die Nebenknollen in einer trockenen Kiste, die mit Stroh und Sägespänen ausgelegt ist, bis zur Pflanzung lagern.

Stauden vermehren

Blüte geschlossen
Um die Blühfreudigkeit der Herbst-Anemonen zu fördern, werden alte Pflanzen im Frühjahr geteilt.

Die Herbst-Anemonen entstehen nicht aus einer Knolle, sondern bilden lange Pfahlwurzeln. Da sich eine Anzucht aus Samen als äußerst aufwendig gestaltet, sollten ältere, starke Pflanzen nach 3-4 Standjahren geteilt werden. Auch wenn die Pflanzen allmählich zu groß werden, empfehlen Experten eine vorzeitige Teilung der Wurzeln.

Zu diesem Zweck werden die Wurzeln im Frühjahr an einem milden Tag freigelegt – ein komplettes Ausgraben der tief verwurzelten Pfahlwurzeln ist häufig unmöglich oder aber mit sehr viel Aufwand verbunden. Teilen Sie den Wurzelhorst mit einem scharfen Messer und belassen Sie den unteren Teil, der nur schwierig zu entfernen wäre, einfach im Erdreich. Der obere Pflanzenteil wird an einer neue Stelle (wie oben beschrieben) wieder eingepflanzt.

Die Teilung alter Pflanzen hat den Vorteil, dass sie die Blühfreudigkeit und das allgemeine Pflanzenwachstum fördert.

Anemonen schneiden

Im Gegensatz zu Knollengewächsen säen sich Herbst-Anemonen nicht selber aus und können daher bereits nach der Blüte bodennah abgeschnitten werden. Wichtig ist, dass Blätter generell nie vor dem Vergilben entfernt werden, da Anemonen bis in den Spätherbst hinein noch Nährstoffe sammeln, die sie von den Blättern ins Wurzelwerk verlagern. Werden die Blätter zu früh entfernt, fehlt der Pflanze die Kraft für die folgende Wachstumsphase.

Daher eignen sich Anemonen auch nicht als Schnittblumen, wenn Sie im nächsten Jahr neue Blüten wünschen – die Pflanze würde eingehen, wenn sie während der Blütephase bodennah abgeschnitten wird. Generell lassen Anemonen in der Vase schon nach wenigen Stunden die Köpfe hängen – genießen Sie die Blütenpracht daher lieber im Garten.

Windröschen überwintern

Windröschen
Das Balkan-Windröschen zählt zu den Knollengewächsen und bildet farbintensive Blüten.

Der Großteil der Anemonenarten ist winterhart und kann den Winter über im Erdreich verbleiben. Handelt es sich bei den von Ihnen gepflanzten Windröschen um empfindliche Arten, wie etwa die beliebte Garten-Anemone, werden die Knollen im Herbst ausgegraben und trocken sowie frostfrei gelagert. Als ideal erweist sich hier eine Holzkiste, die mit Stroh und Sägespänen ausgelegt wurde.

Auch winterharte Sorten sollten zusätzlich vor Frost und Feuchtigkeit geschützt werden. Belassen Sie bei Jungpflanzen das Laub an den Trieben, Blütenstiele werden jedoch am Ansatz abgeschnitten. Vor dem Neuaustrieb werden schließlich im Frühjahr alte Blätter entfernt. An älteren Pflanzen kann das Laub bereits vor der Winterruhe entfernt werden, da sie nach einigen Standjahren ausreichend robust sind. Als zusätzliche Isolationsschicht haben sich Herbstlaub und Reisig sowie Stroh bewährt.

Tipp: Verwenden Sie keine Nadelbaumzweige als zusätzlichen Winterschutz. Sie senken den pH-Wert des Bodens und schaden so der Pflanze.

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Bildnachweis
1. "Windröschen (Anemone)" (Wood Anemones) von Henry Hemming, https://www.flickr.com/, Lizenz: CC BY 2.0, zugeschnitten, Farbkorrektur
2. "Anemone als Bodendecker" (Originalbild): Hans Braxmeier (Hans), Lizenz: CC0 1.0 / pixabay.com
3. "Anemonenblüte in Nahaufnahme" (Anemone patens) von Matt Lavin, https://www.flickr.com/, Lizenz: CC BY-SA 2.0, zugeschnitten, Farbkorrektur
4. "Buschwindröschen" (Originalbild): Dawn Sinclair (dawnsinclair), Lizenz: CC0 1.0 / pixabay.com
5. "Herbst-Anemone" (Originalbild): Hans Braxmeier (Hans), Lizenz: CC0 1.0 / pixabay.com
6. "Weiße Anemonenblüten" (Originalbild): Alyssa (Varga), Lizenz: CC0 1.0 / pixabay.com
7. "Knospe einer Anemone" (Originalbild): GLady, Lizenz: CC0 1.0 / pixabay.com
8. "Balkan-Windröschen" (Originalbild): WikimediaImages, Lizenz: CC0 1.0 / pixabay.com

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