Lavendel im Garten

Lavendel pflanzen und pflegen

Lavendelpflanze

Wer den Duft der Provence erleben möchte, pflanzt Lavendel in den heimischen Garten. Die südländische Pflanze bildet farbintensive Blüten, die sowohl als Küchengewürz genutzt oder auch zu einem wohltuenden Lavendelblütentee oder wohlriechenden Duftsäckchen weiterverarbeitet werden können.

Bei der Pflanzung von Lavendel sind dem Hobbygärtner keine Grenzen gesetzt, denn der Lavendelstrauch gedeiht sowohl im Beet als auch im Kübel und verträgt anhaltende Trockenheit ebenso gut wie Staunässe. Die genügsame Pflanze wird somit bei mäßiger Pflege zu einem besonderen Blickfang, der mit seinem Duft viele Insekten in den Garten lockt. Setzen Sie zudem beispielsweise mit weiteren sonnenliebenden, formschönen Stauden einen gezielten Kontrast zum wilden Lavendelstrauch.

Hier erfahren Sie wissenswerte Informationen zum Pflanzen und Pflegen von Lavendel im Garten oder auf dem Balkon.

Unterschiedliche winterharte Lavendelsorten

Der Lavendel ist eine besondere Duftpflanze aus südländischen Regionen und lässt sich auch im mitteleuropäischen Klima leicht kultivieren. Für den Lavendelanbau im Garten empfehlen Experten den Echten Lavendel (Lavandula angustifoila), da er als einzige Lavendelsorte winterhart ist. Der aromatische Strauch wird bis zu 100 Zentimeter hoch und bildet starke Verästelungen aus. Die immergrünen Hochblätter sind bis zu 8 Millimeter lang und die Blüten bilden einen ähringen Blütenstand am Ende der aufrecht strebenden Zweige der Zierpflanze.

Hidcote Blue: Dieser Gartenlavendel ist eine alte, bewährte Sorte mit graugrünen Blättern und dunkelvioletten Blüten, die sich sehr gut zum Trocknen eignen, da die Blütenähren auffällig kurz ausfallen. Achten Sie beim Kauf darauf, dass Sie keine Pflanzen mit der Bezeichnung "Hidcote Blue Strain" erwerben. Diese werden durch Aussaat vermehrt und variieren in ihrem Erscheinungsbild.

Munstead: Diese Lavendelsorte zählt zu den beliebten Klassikern und wird auch gerne in öffentlichen Parks kultiviert. Die hellvioletten Blüten zeigen sich bereits ab Juni. Der winterharte Strauch bleibt kompakt und erreicht eine Wuchshöhe von ca. 60 Zentimetern.

Dwarf blue: Die Hauptblüte dieser Lavendelsorte erstreckt sich von Juli bis Ende August. Doch auch nach dieser Zeit zeigen sich noch einzelne, violette Blüten, sodass Hobbygärtner den angenehmen Duft bis in den Oktober hinein genießen können. Der kleinwüchsige Strauch ist sehr schnittverträglich und langlebig, abgeschnittene Blütenähren verblassen zudem nur äußerst langsam.

Spezielle Lavendelzüchtungen

Lavendel
Violette Lavendelfelder erinnern an den letzten Urlaub in Frankreich. Der Blütenduft lädt zum Verweilen ein.

Neben den winterharten Lavendelsorten eignen sich frostempfindliche, kleinwüchsige Sträucher besonders gut für eine Kübelpflanzung auf der Terrasse oder dem Balkon. Diese Pflanzen werden im Winter in einen kühlen, hellen Raum gestellt und in der Übergangszeit im Außenbereich mit zusätzlichen Maßnahmen wie Vliesstoffen oder Bastmatten geschützt.

Zu diesen Lavendel-Arten zählen unter anderem Lavandula stoechas, Lavandula latifolia und Lavandula intermedia.

In den letzten Jahrzehnten entstand zudem eine Vielzahl an speziellen Neuzüchtungen, die ungewöhnliche Blütenfarben bilden, auffällig hoch wachsen oder bewusst kompakt bleiben. Experten schätzen, dass es mittlerweile über 350 Lavendelsorten für den heimischen Anbau gibt.

Lavendel
Lavendelsorten bilden unterschiedlich lange und dichte Blütenähren aus. Auch die Blütenfarbe variiert.

Sussex: Die englische Lavendelsorte kann bis zu 100 cm hoch und über 150 cm breit werden. Die hellblauen Blüten bilden besonders lange Ähren und verströmen ihren Duft den gesamten Juli und August hindurch. Eine Reisigdecke schützt die Beetpflanze vor Frostschäden im Winter. Pro Quadratmeter sollten nicht mehr als fünf Pflanzen gesetzt werden.

Nana Alba: Hierbei handelt es sich um eine besonders kleinwüchsige Lavendelsorte, die ungewöhnliche weiße Blüten bildet. Daher eignet sich diese Pflanze ideal für Balkonkästen, kleinere Töpfe und Beeteinfassungen. Bis zur vollen Entwicklung benötigt der Strauch jedoch einige Zeit.

Elizabeth: Diese Lavendelsorte wächst breit-rundlich und erreicht eine Höhe von 75 cm. Der Kleinstrauch bildet farbintensive Blüten, die in einem schönen Kontrast zum grün-grauen Laub stehen. Für einen kompakten Wuchs werden die Triebe des Strauchs unmittelbar nach der Blüte um ein Drittel gekürzt.

Lavendel richtig pflanzen

Lavendel im Kübel
Kleinwüchsiger Lavendel gedeiht auch als Kübelpflanze und bringt den Duft der Provence auf den heimischen Balkon.

Lavendel stammt ursprünglich aus den Küstenregionen des Mittelmeerraums und gedeiht dort an warmen Hängen und auf Feldern mit trockenen Böden. Aus diesem Grund sollten Sie für Ihre Lavendelpflanze einen sonnigen Standort in südlicher Ausrichtung wählen, um auf diese Weise optimale klimatische Bedingungen zu ermöglichen.

Tipp: Eine Hauswand oder Mauer dient zugleich als Windschutz und Wärmespeicher. Hier gedeiht der Lavendel mit seinen langen Trieben ideal.

Der Boden darf trocken, kalkhaltig und nährstoffarm sein und kann gegebenenfalls mit Sand für ein gesundes Pflanzenwachstum aufbereitet werden, denn Lavendel bevorzugt lockere Böden, die nicht zu Staunässe neigen. Daher wird der Zierstrauch auch gerne in ein Hochbeet oder in Hanglage gepflanzt, um einen optimalen Wasserabfluss zu fördern. Für eine Kübelpflanzung auf dem Balkon oder der Terrasse ist eine ausreichende Drainageschicht aus Blähton oder kleinen Tonscherben notwendig. Zudem muss der Kübel über ein Abflussloch verfügen, sodass anhaltende Feuchtigkeit verhindert wird.

Tipp: Verwenden Sie sogenannte Kräuter- oder Anzuchterde. Sie trocknet besonders schnell und enthält weniger Nährstoffe als gewöhnliche Gartenerde.

Lavendel und Rosen – keine gute Pflanzenkombination

Lavendel und Rosen haben unterschiedliche Standortansprüche. Ein ausreichend großer Pflanzabstand unterstützt ein gesundes Pflanzenwachstum.

Unerfahrene Hobbygärtner setzen Ihren Lavendelstrauch gerne neben die gepflegten Rosen, da sein Duft Blattläuse sowie andere Schädlinge abschrecken soll und die Blütenfarben und -formen einen intensiven Kontrast bilden. Experten raten jedoch von dieser Pflanzenkombination ab, da Lavendel und Rosen unterschiedliche Ansprüche an den Standort stellen.

Beide Pflanzen bevorzugen sonnige Plätze, jedoch benötigen die Rosen einen feuchten und nährstoffreichen Boden, während der Lavendel bei Trockenheit besonders gut gedeiht.

Wenn Sie dennoch beide Pflanzen für ein einmaliges Dufterlebnis in ein Beet setzen möchten, wird ein Pflanzabstand von mindestens 50 cm empfohlen. Versetzen Sie die Erde um den Lavendel herum mit Sand, um den Nährstoffanteil bewusst zu minimieren. Die Rosen werden hingegen regelmäßig mit Spezialdünger behandelt.

Lavendel pflegen und schneiden

Lavendel gepflanzt
Mit Lavendelpflanzen lässt sich ein wunderschöner Duftgang kreieren.

Lavendel wird zweimal jährlich geschnitten: im Frühling und im Herbst. Der erste Lavendel-Rückschnitt im Frühjahr erfolgt zwischen dem letzten Frost und vor dem ersten Austrieb. Dabei werden die einzelnen Triebe um zwei Drittel gekürzt, sodass die Pflanze zur Bildung neuer, junger Triebe animiert wird.

Durch einen gezielten Rückschnitt fördern Sie zudem eine kompakte Wuchsform und beugen der zunehmenden Verholzung der unteren Triebe vor.

Tipp: Bereits verholzte oder vertrocknete Triebe können ohne Bedenken entfernt werden. Wichtig dabei ist, nicht zu tief in das Holz zu schneiden, denn dort können sich bereits neue Ableger entwickeln.

Lavendelblüte
Der Duft der Lavendelblüten lockt zahlreiche Nützlinge in den Garten.

Der zweite Lavendelschnitt folgt im September unmittelbar nach der Blüte. Der Zierstrauch wird jetzt nur noch um etwa ein Drittel gekürzt, da dieser Schnitt als Verjüngung gedacht ist. Zudem würde der Strauch ohne einen Rückschnitt im Folgejahr deutlich weniger Blüten tragen. Der wertvolle Verschnitt wird mit Vorliebe in Duftkissen oder als Küchenkraut verwendet.

Lavendel ist eine genügsame Pflanze und muss nicht zusätzlich gedüngt werden, da die Triebe unnötig wachsen und der Strauch auseinanderfallen würde. Experten empfehlen zudem auf Hornspäne zu verzichten, da sie viel Stickstoff enthalten, der das Höhenwachstum des Lavendels fördert.

Mit einer isolierenden Abdeckung kann der Lavendelstrauch auch problemlos in jedem Garten überwintern. Eine zusätzliche Schicht aus Reisig oder Laub dient als Schutzschicht vor dem Austrocknen bei Temperaturen um den Gefrierpunkt. Kübelpflanzen verbringen den Winter an einem kühlen, jedoch hellen Ort im Innenraum.

Anleitungsvideo zum Lavendelschneiden

Lavendel vermehren

Lavendel wird über Stecklinge vermehrt. Der beste Zeitpunkt für die Stecklingsvermehrung ist der Frühling. Schneiden Sie dazu einzelne Zweige ab und entfernen Sie die unteren Blätter. Pflanzen Sie die Stecklinge nun in Anzuchterde und bedecken Sie den Topf mit einer durchsichtigen, durchlöcherten Plastiktüte. Diese ermöglicht ein optimales Klima für ein gesundes Wachstum. Stellen Sie die Pflanze an einen warmen Ort ohne direkte Sonneneinstrahlung. Wenn sich im Sommer ausreichend Wurzeln gebildet haben, kann der junge Lavendel ins Freibeet umziehen.

Lavendelblüten trocknen und weiterverarbeiten

Duftbeutel
Getrocknete Lavendelblüten werden gerne zu kleinen Duftsäckchen weiterverarbeitet. Diese sorgen für einen angenehmen Duft im Kleiderschrank und vertreiben zudem Schädlinge.

Lavendel wird in kleinen Sträußchen getrocknet, sobald die Pflanze im Sommer in voller Blüte steht. Die einzelnen Blütenähren werden gezielt abgeschnitten, mit weichen Bändern zusammengebunden und kopfüber an einem luftigen, aber schattigen Ort getrocknet.

Tipp: Vermeiden Sie ein Trocknen an sonnige Plätzen, da die gesunden ätherischen Ölen durch anhaltende Hitze verloren gehen.

Lavendelblüten duften intensiv und schmecken deutlich hervor. Daher werden zum Abschmecken südländischer Gerichte nur wenige getrocknete oder frische Blüten benötigt, die das Gericht lediglich abrunden und ihm auf diese Weise eine besondere Note verleihen. Dabei eignet sich Lavendel sowohl für herzhafte Fleischgerichte mit Feta und Tomaten als auch für fruchtige Desserts oder ausgefallene Speiseeiskreationen.

Zudem gilt Lavendel als natürliches Heilmittel. Der Echte Lavendel wurde sogar zur Heilpflanze des Jahres 2008 gewählt. Ein aufgebrühter Tee aus frischen oder getrockneten Lavendelblüten unterstützt die Leber- und Gallenblasenfunktion, wirkt desinfizierend sowie konzentrationsfördernd und kann gegen unreine Haut eingesetzt werden. Der Aufguss wird zudem bei Husten und Asthma inhaliert.

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Bildnachweis
1. "Lavendel mit Bienen" (Lavender & Bee) von Sonny Abesamis (avrene), https://www.flickr.com/, Lizenz: CC BY 2.0, zugeschnitten, Farbkorrektur
2. "Lavendelfeld" (Lavender farm) von Karen Blaha (Vironevaeh), https://www.flickr.com/, Lizenz: CC BY-SA 2.0, zugeschnitten, Farbkorrektur
3. "Lavendelblüten in Nahaufnahme" (Originalbild): Jedidja, Lizenz: CC0 1.0 / pixabay.com
4. "Lavendel im Balkonkasten" (Originalbild): Andreas Riedelmeier (Riedelmeier), Lizenz: CC0 1.0 / pixabay.com
5. "Lavendel mit Rosen" (Lavender rose) von Till Westermayer (tillwe), https://www.flickr.com/, Lizenz: CC BY-SA 2.0, zugeschnitten, Farbkorrektur
6. "Duftgang mit Lavendel" (Originalbild): Danielle Spence (Mayaserana), Lizenz: CC0 1.0 / pixabay.com
7. "Lavendel mit Marienkäfer" (Originalbild): Dominique Knobben (AquilaSol), Lizenz: CC0 1.0 / pixabay.com
8. "Duftsäckchen mit Lavendel" (Originalbild): condesign, Lizenz: CC0 1.0 / pixabay.com

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