Nachtblüher und Nachtduftpflanzen

Den Garten bei Nacht erleben

Lilie bei Nacht

Während die Sonne untergeht und den Garten allmählich in Dunkelheit taucht, verändern sich auch die Pflanzenfarben. Grün-, Blau- und Rottöne verschwinden als erstes im Schatten der Nacht, während helle und cremefarbene Blüten erst jetzt das fahle Licht richtig reflektieren und so zum Blickfang werden.

Doch nicht alle Pflanzen zeigen ihre Blüten bei Dunkelheit: Viele Zierpflanzen schließen ihre farbenfrohen Blüten, da ihre Bestäuber jetzt nicht mehr unterwegs sind und die empfindlichen Blütenblätter geschützt werden können. Daneben gibt es Pflanzen, die gerade erst zur Dämmerung ihre Blüten und ihren Duft entfalten. Diese Nachtblüher machen den nächtlichen Aufenthalt im Sommergarten zum besonderen Erlebnis für verschiedene Sinne.

Im Folgenden stellen wir Ihnen beliebte Nachtduftpflanzen vor und geben nützliche Pflanz- und Pflegetipps. Zudem geben wir Beispiele für eine optimale Gartengestaltung, sodass Sie auch nachts die Schönheit der Natur genießen können.

Helle Blüten leuchten in der Nacht

Besonders Berufstätige können die Farbenpracht in ihrem Garten nur selten tagsüber genießen. Meist begibt man sich zur Abendzeit auf die Terrasse, wenn die untergehende Sonne den Garten bereits in ein zauberhaftes Licht taucht, aber auch die ersten Blüten bereits geschlossen sind.

Wenn Sie Blüten bei Nacht bestaunen möchten, empfehlen wir Ihnen auf Pflanzen mit hellen Blütenblättern zurückzugreifen. Der Grund ist einfach: Cremefarbene, hellrosane oder reinweiße Blüten reflektieren auch noch die letzten Sonnenstrahlen und werden somit zum leuchtenden Highlight in der nächtlichen Natur. Wenn Sie zudem bestimmte Gartenbereiche mit LED-Bodenspots oder Solarleuchten ausstrahlen, wirken die Blüten im warmen Licht besonders zart und schön.

Nahezu alle beliebten Balkonblumen gibt es dank zahlreicher Neuzüchtungen und Kreuzungen in hellen Farbtönen. Besonders schöne Blüten bilden das Kapkörbchen oder die Schneeflockenblume. Doch auch Petunien, Nemesien und Pelargonien wissen durch feine Blüten zu beeindrucken. Zudem können viele dieser Zierblumen problemlos im Kübel kultiviert werden und zaubern so auch helle Lichtpunkte auf den nächtlichen Balkon. Weißer Oleander beeindruckt ebenso wie weiße Fuchsien oder Dahlien. Wählen Sie idealerweise Blumen, die viele kleine, weiße Blüten bilden, um die letzten Sonnenstrahlen und das fahle Mondlicht lange zu reflektieren.

Ein Garten mit ausschließlich weißen und duftenden Blüte wäre für eine nächtliche Kulisse ideal – aber weißen Blüten fehlt auf Dauer der Kontrastreichtum, die Vielfalt und Fröhlichkeit. Pflanzen Sie daher einige hellblühende Zierblumen zwischen farbenfrohe Exemplare, um schöne Farbverläufe im Blumenbeet zu erzielen. Zudem sind weiße Blüten leicht zu kombinieren, da sie sich mühelos mit anderen Farben verbinden und auch Ton-in-Ton-Pflanzungen nicht negativ beeinflussen. Somit dürfen creme- oder pastellfarbene Blütenblätter in keiner Sitzecke fehlen.

Gartengestaltung für den Nachtgarten

Nachtgarten
Ein beleuchteter, natürlicher Sichtschutz und ruhiger Bachlauf runden die Gestaltung des Nachtgartens ab.

Begrünter Sichtschutz

Ein Nachtgarten lässt sich nur genießen, wenn man sich ungestört fühlt und eine wohlige Atmosphäre vorherrscht, die zum Verweilen und Entdecken einlädt. Hier spielen unterschiedliche Gestaltungselemente ebenso eine entscheidende Rolle wie abgegrenzte, vor Blicken geschützte Bereiche.

Erste Maßnahme ist daher die Errichtung eines Sichtschutzes zu anschließenden Nachbarsgärten oder öffentlichen Gehwegen, denn bei einbrechender Dunkelheit vermittelt ein natürlicher Sichtschutz Geborgenheit und Sicherheit. Ob Sie sich hierbei für begrünte Holzgitter oder eine umschließende Hecke entscheiden, ist Ihrem persönlichen Geschmack überlassen. Beide Varianten sollten jedoch mindestens 1,80 m hoch sein, um einen ausreichenden Schutz zu gewährleisten. Bis eine Hecke entsprechend hoch und dicht ist, kann es mehrere Jahre dauern – dafür wirkt sie aber auch besonders schön und integriert sich in ein harmonisches Gesamtbild.

Tipp: Greifen Sie bei Hecken auf dicht wachsende, immergrüne Pflanzen zurück, wie etwa die Eibe, Rot- oder Hainbuche.

Lampen
Mit Leuchtkugeln setzen Sie warme Lichtakzente im Blumenbeet und betonen ungewöhnliche Pflanzenstrukturen.
Baum
Bestrahlen Sie schöne Gartenbereiche mit leistungsstarken Bodenspots.

Wasserbereiche

Für eine entspannende Atmosphäre sorgen sanft plätschernde Wasserspiele oder natürliche Bachläufe mit flachen Kaskaden, die durch unterschiedliche Wasser- und Schwimmpflanzen begrünt werden. Setzen Sie alternativ einen Sprudelstein in die Nähe der Terrasse oder lassen Sie einen beleuchteten Springbrunnen zum Blickfang werden – Ihrer Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt, beschränken Sie sich jedoch auf ein Wasserspiel.

Wenn Sie ein lauteres Wasserrauschen einem leichten Plätschern vorziehen, können Sie hohe Wasserfontänen in den Gartenteich integrieren, wodurch zugleich die Wasserqualität optimiert wird, da ein erhöhter Sauerstoffaustausch stattfindet.

Gartenbeleuchtung

Mit einer bewusst geplanten Gartenbeleuchtung können Sie einzelne Gartenbereiche oder Nachtblüher in Szene setzen. So können beispielsweise Kugelleuchten in unterschiedlichen Größen außergewöhnliche Blattformen betonen, während größere Strahler mit Zeitschaltuhr den alten Baum in ein magisches Licht tauchen.

Zudem können Sie Gartenwege oder Beete mit Bodenspots einfassen, die dem Garten bei Dunkelheit Struktur und Kontur verleihen. Auf diese Weise erleichtern Sie sich zugleich die Orientierung, erhöhen die Sicherheit in der Nacht und schaffen eine romantische Atmosphäre durch indirekte Beleuchtung.

Tipp: Wenn Sie auf ein lästiges Kabelverlegen verzichten möchten, können Sie auf umweltfreundliche Solarleuchten zurückgreifen.

Die Nachtduftpflanzen

Nachtfalter auf Tisch
Nachtduftpflanzen locken mit ihrem Aroma Nachtfalter an.

Die schönsten Nachtblüter sind jedoch die Abend- und Nachtduftpflanzen, die neben formschönen, leuchtenden Blüten noch einen angenehmen Duft entwickeln. Sie präsentieren ihren Blütenduft erst zur Dämmerung oder in der Nacht und locken jetzt mit ihrem einzigartigen Aroma speziell auf sie ausgerichtete Nützlinge, wie etwa Nachtfalter, als Bestäuber in den Garten.

Beobachten Sie nicht nur tagsüber die fleißigen Honigbienen und Hummeln, sondern auch nachts große Falter, wie sie den Pflanzen in Ihrem Garten einen Besuch abstatten. So erleben und erfahren Sie die nächtliche Natur und Tierwelt auf eine ganz eigene Weise, denn auch Igel, Mäuse und andere nachtaktive Gartenbewohner kommen erst in der Dunkelheit aus ihrem Versteck.

Tagsüber verbreiten die Nachtduftpflanzen hingegen keinen süßlichen Geruch, sodass sie neben Nachtblühern zum absoluten Highlight im Nachtgarten werden. Im Folgenden finden Sie daher einige beliebte Pflanzbeispiele, die einen unverwechselbaren Duft in der Abendluft verbreiten.

Tipp: Einige Blumen, etwa die Engelstrompete, entwickeln einen intensiven Duft, der von empfindlichen Personen bereits als unangenehm oder penetrant empfunden werden könnte. Wenn Sie solch stark duftenden Zierpflanzen in Terrassennähe pflanzen wollen, empfiehlt es sich, auf eine praktische Kübelpflanzung zu setzen, um bei Bedarf die Pflanze "außer Riechweite" zu schieben.

Engelstrompete (Brugmansia)

Engelstrompete in Dämmerung
Die Blüten der Engelstrompete duften in den Abendstunden.
Engelstrompete
Die Engelstrompete bevorzugt einen windgeschützten Standort, an dem sie nicht der Mittagssonne ausgesetzt ist.

Die ursprünglich aus Südamerika stammende Zierpflanze zählt, wie nahezu alle Schattengewächse, zu den Starkzehrern und muss daher ganzjährig gezielt gepflegt werden. Zudem ist die Engelstrompete eine typische Kübelpflanze, da sie den kalten Winter im geschützten Innenbereich verbringen muss. Wer möchte, kann die Duftpflanze über den Sommer ins freie Beet setzen, um eine gleichmäßigere Wasserversorgung zu erzielen. Die auffällig großen Blüten der Engelstrompete entwickeln zur Abendzeit einen intensiven, für einige Menschen sogar unangenehm penetranten Duft, der auch in einiger Entfernung wahrzunehmen ist.

Achtung: Aufgrund des hohen Anteils an Alkaloiden sind alle Pflanzenteile der Engelstrompete giftig.

Pflanzkübel, Standort und Substrat

Engelstrompeten bevorzugen einen sonnigen Standort, an dem sie jedoch vor der heißen Mittagssonne geschützt sind. Als Schattenspender eignen sich hohe Bäume oder alternativ auch ein Sonnenschirm, der zum Schutz der Blüten temporär aufgestellt wird. Die Pflanzen können nach einigen Standjahren bis zu fünf Meter hoch werden. Es ist daher wichtig, dass Sie einen windgeschützten Platz sowie einen ausreichend großen Pflanzkübel wählen, der zugleich besonders standfest ist, um Windwurf zu vermeiden. Hier haben sich stabile Maurerkübel oder Plastikmodelle gegenüber Tontöpfen bewährt, da sie standsicher sind, gleichmäßiger durchwurzelt werden und die zarten Feinwurzeln nicht an der Gefäßwand anwachsen.

Entscheidend ist zudem ein Wasserabzug im Topfboden, um anhaltende Feuchtigkeit und infolgedessen Wurzelschäden bereits präventiv zu verhindern. Doch auch unter sogenanntem Trockenstress leidet die Engelstrompete: Dieser tritt etwa ein, wenn das Pflanzgefäß zu klein gewählt wird und die starkzehrende Pflanze zu wenig Wasser aufnehmen kann. Daher muss die Nachtduftpflanze jedes Frühjahr in ein neues, größeres Gefäß umgetopft werden.

Die Engelstrompete stellt keine besonderen Ansprüche an ihr Substrat. Greifen Sie hier einfach auf handelsübliche Kübelpflanzenerde zurück, die Sie über dem Wasserabzug mit einer zusätzlichen Drainageschicht aus Blähton für einen natürlichen Wasserabfluss versehen. Mischen Sie zudem etwas Tongranulat als Nährstoff- und Wasserspeicher unter die Erde.

Blüte
Die großen Blätter und Blüten müssen mit ausreichend Wasser und Nährstoffen versorgt werden.

Engelstrompete pflegen

Die starkzehrende Engelstrompete benötigt für einen gesunden Wuchs und reichliche Blüten ausreichend viele Nährstoffe, die durch eine regelmäßige Düngergabe erzielt werden. Versorgen Sie die Nachtduftpflanze bereits beim Umtopfen im Frühling mit einem speziellen Langzeitdünger für Kübelpflanzen, den Sie unter das Substrat mischen. Zur Hauptwachstumsphase zwischen Mai und August wird zudem in einem zweiwöchentlichen Rhyhthmus ein Flüssigdünger für Blühpflanzen über das Gießwasser gereicht.

Tipp: Ab August stellen Sie die Düngung ein, um das Pflanzenwachstum zu hemmen und ein Verholzen der Triebe zu fördern.

Aufgrund ihrer großen, weichen Blätter und zahlreichen Blüten hat die Engelstrompete zudem einen sehr hohen Wasserbedarf. An heißen Sommertagen sollte die Zierpflanze mindestens zweimal täglich bewässert werden. Dabei wird das Substrat so lange gegossen, bis das Wasser schließlich unten aus den Abzugslöchern austritt.

Blühfähige Triebabschnitte der Engelstrompete erkennen Sie an asymmetrischen Blättern. Beim Einkürzen der Triebe vor der Überwinterung sollte daher stets pro Blütentrieb ein asymmetrisches Blatt erhalten bleiben, und nicht bis zu Triebabschnitten mit symmetrischen Blättern zurückgeschnitten werden, da die Pflanze im Bereich der regelmäßig geformten Blätter keine Blüten ansetzt. Nach dem Auswintern werden kaum verzweigt, dünne Triebe mit hellgrünen Blättern entfernt. Hingegen ist während der Sommermonate kein Rückschnitt erforderlich.

Tipp: Vor dem Transport ins Winterquartier sollte die Pflanze weiterhin an der frischen Luft stehen, bis die Schnittflächen eingetrocknet sind, um ein längeres, stärkeres Bluten im Innenbereich zu vermeiden.

Gartengeißblatt (Lonicera caprifolium)

Blüte
Die Blüten des Gartengeißblatts verströmen abends einen süßlichen Duft und locken Falter sowie Schwärmer an.
Kletterpflanze
Das Gartengeißblatt ist eine Kletterpflanze und kann viele Meter hoch und breit wachsen.
Beeren
Im Spätsommer bildet die Duftpflanze ihre dekorativen, jedoch leicht giftigen Beeren.

Das Gartengeißblatt gehört zur Pflanzfamilie der Geißblattgewächse und wird gerne auch als Jelängerjelieber bezeichnet. Die Kletterpflanze wächst an einer Rankhilfe bis zu vier Meter hoch und dient somit als natürliche Begrünung von überdachten Bereichen, Gartenhäusern oder unansehnlichen Mauern.

Die Blüten der Pflanzen zeigen sich je nach Art zwischen Mai und September und können unterschiedliche Farbtöne annehmen – hauptsächlich sind jedoch weiße, cremefarbene oder hellrosane Farbnuancen zu finden. Diese nektarreichen Blüten verbreiten zur Abendzeit einen angenehm süßlichen Duft im gesamten Garten und locken zahlreiche Nachtfalter und Schwärmer an. Ab dem Spätsommer bildet die Pflanze ihre dekorativen, roten Beeren, die für den Menschen schwach giftig sind, von Vögeln aber gerne verspeist werden.

Standort und Substrat

Im Gegensatz zur Engelstrompete kann das winterharte Geißblatt auch problemlos ins freie Beet gepflanzt und am geeigneten Standort mehrere Jahre, auch über den Winter, verbleiben. Optimalerweise wird das Gartengeißblatt dabei so gepflanzt, dass die Basis im kühlen Schatten liegt, um vor einer Austrocknung geschützt zu sein, während der obere Pflanzenteil der Sonne ausgesetzt ist, da die Zierblume nur bei ausreichendem Sonnenlicht gedeiht. Zudem bevorzugt das Gartengeißblatt feuchtes, kalkhaltiges Substrat, das jedoch nicht zu Staunässe neigt.

Tipp: Um den intensiven Duft der Pflanze optimal wahrnehmen zu können, sollten Sie einen Standort in Terrassennähe oder neben einem Gartenweg wählen.

Pflege und Schnitt

Das Gartengeißblatt zählt zu den rechtswindenden Kletterpflanzen und benötigt ein Rankgitter, an dem es in die Höhe wachsen kann. Hierbei kann es sich um ein Spalier, einen Holzzaun oder ähnliche Rankhilfen handeln. Zudem zählt das Gartengeißblatt zu den starkzehrenden Pflanzen. Reichen Sie daher besonders zur Hauptwachstumszeit, also in etwa von Mai bis August, in einem vierwöchentlichen Rhythmus speziellen Flüssigdünger über das Gießwasser, um eine optimale Nährstoffversorgung zu erzielen. Bewässert wird regelmäßig, wobei der Ballen niemals vollständig austrocknen darf.

Nach der Blüte wird das Gartengeißblatt vor der Winterruhe zurückgeschnitten. Die winterfeste Pflanze kann im Garten überwintern – hier hilft eine natürliche Isolationsschicht aus Herbstlaub und Reisig, um Frostschäden zu vermeiden. An frostfreien Tagen wird weiterhin mäßig bewässert, die Düngung wird jedoch eingestellt.

Tipp: Stehen die Pflanzen zu warm und trocken, werden sie häufig von Blattläusen befallen, die die Knospen und Blüten beschädigen.

Vermehrung

Das Gartengeißblatt kann durch Samen oder Stecklinge vermehrt werden. Hierzu setzen Sie im Sommer etwa 10 cm lange Stammstecklinge in ein aufbereitetes Torf-Sand-Gemisch. Halten Sie das Substrat feucht (nicht nass!), bis sich ausreichend Wurzeln gebildet haben. Im nächsten Frühling werden die Pflanzen in frische Pflanzenerde in einem größeren Blumentopf umgesetzt und an einem halbschattigen Ort gepflegt, bevor sie schließlich stark genug sind und in den Garten umziehen dürfen.

Wunderblume (Mirabilis jalapa)

Blüten der Wunderblume
Die Mirabilis bildet an einem Stängel unterschiedlich gefärbte Blüten – daher die Bezeichnung Wunderblume.
Nachtfalter
Die Blüten öffnen sich erst am Nachmittag und locken zahlreiche Nachtfalter als Bestäuber an.

Die ursprünglich aus Mittelamerika stammende Wunderblume wird mittlerweile auch in Europa als nicht winterfeste Zierpflanze für den Außenbereich geschätzt. Die ausdauernde Pflanze wird bis zu 2 m hoch und bildet zwischen Juli und Oktober duftende Blüten, die sich zum Abend öffnen und dann einen angenehmen Duft verströmen und zahlreiche Nachtfalter als Bestäuber anlocken. Tagsüber wirken die Blüten hingegen welk, während sie schlapp an der Pflanze herabhängen – der Zauber dieser Pflanze lässt sich bei Tageslicht nicht einmal erahnen, sodass sie zu den bedeutendsten Nachtblühern zählt.

Auch ihren Namen verdankt die pflegeleichte Wunderblume ihren Blüten, da an einem Stängel unterschiedlich gefärbte Blütenblätter entstehen können. Dieses in der Natur nur selten vorkommende Phänomen macht die Wunderblume nicht nur zu einer außergewöhnlichen Nachtduftpflanze, sondern auch zu einer besonders beliebten Zierblume für die Beet- oder Kübelpflanzung.

Standort und Substrat

Die Wunderblume genießt einen sonnendurchfluteten Standort, der sie zudem vor starken Winden schützt. Da die Halme sehr lang werden, könnten junge Triebe bei starken Böen leicht abknicken. Zudem benötigt die Wunderblume ausreichend Platz: Einen Pflanzabstand von mindestens 30 cm sollten Sie im Mai einplanen, wenn die ersten Wurzelstücke der Mirabilis ins Blumenbeet gesetzt werden dürfen. Nach einigen Jahren kann ein Wunderblumenbusch durchaus einen Quadratmeter einnehmen – er wirkt dann aber auch besonders schön als Solitärpflanze. Im Unterschied zu anderen Exoten, gedeiht die Wunderblume in gewöhnlichem Pflanzsubstrat: Knolle als auch Pflanze sind diesbezüglich anspruchslos. Einzige Vorraussetzungen sind eine lockere Struktur sowie ein eher sandiges, als lehmiges Substrat.

Tipp: Da die Wurzeln sehr tief reichen, sind die Wunderblumen im Herbst nur schwierig wieder auszugraben. Setzen Sie alternativ auf standsichere Kübel mit großen Abzuglöchern, die sich zudem auch problemlos eingraben lassen.

Blütenfarben
Die Wunderblume blüht in den unterschiedlichsten Farbkombinationen.

Gezielte Pflege und Schnittmaßnahmen

Bewässern Sie Ihre Wunderblume stets witterungsbedingt. Das bedeutet, dass Sie an sehr heißen Sommertagen auch gerne zweimal, also morgens und abends, zur Gießkanne greifen dürfen, um die Pflanze mit ausreichend Feuchtigkeit zu versorgen. Besonders Kübelpflanzen müssen gezielt bewässert werden, hier hat sich die Verwendung eines Untersetzers bewährt.

Sobald sich erste grüne Spitzen zeigen, wird einmal monatlich mit Flüssigdünger für Blühpflanzen gedüngt. Um die Blütephase zu fördern, wird zur Hauptwachstumszeit alle zwei Wochen Dünger gereicht – so blüht die Mirabilis bis in den Herbst hinein.

Während der Blüte können bereits verwelkte Blüten mit einer scharfen Gartenschere entfernt werden. Diese Maßahme regt die Duftblume zu einer neuen Blütenbildung an. Nach der Blüte lässt die Wunderblume ihre Blätter und Halme hängen. Sobald die Knolle zur Überwinterung ausgegraben wird, werden alle Triebe abgeschnitten.

Überwinterung

Die frostempfindliche Wunderblume muss in unseren Breitengraden im Innenbereich überwintern. Zu diesem Zweck wird die Knolle im Spätherbst aus dem Beet gehoben. Dieser Arbeitsschritt kann sich als problematisch erweisen, da die Wurzeln sehr tief ins Erdreich reichen – eine Grabegabel kann hier helfen.

Tipp: Kultivieren Sie die Wunderblume bereits in einem ausreichend großen Topf und setzen Sie diesen schließlich ins Beet. Auf diese Weise lässt sich die Nachtduftpflanze im Herbst deutlich leichter ausgraben, da ihr Wurzelwachstum kontrollierter stattfindet.

Befreien Sie die Knolle von Trieben und anhaftender Erde und legen Sie die Knolle in eine trockene Kiste. Diese wird in einen mäßig dunklen Raum gestellt, in dem die Raumtemperatur zwischen 5 °C und 10 °C liegt. Sobald sich im Frühjahr der erste Neuaustrieb zeigt, können die Knollen in frische Erde gesetzt werden.

Die Überwinterung hat den Vorteil, dass mehrjährige Knollen immer größer werden und dann auch deutlich mehr Blüten entwickeln, da die ganze Pflanze stärker wächst. Durch Aussaat gezogene Pflanzen bleiben hingegen deutlich kleiner und sind weniger blühfreudig.

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1. "Weiße Lilie" (White Lily) von Ricky Edwards (HerPhotographer), https://www.flickr.com/, Lizenz: CC BY 2.0, zugeschnitten, Farbkorrektur
2. "Garten bei Nacht" (2011 Lewis Ginter Botanical Garden Dominion Gardenfest of Lights) von Eli Christman (Gamma Man), https://www.flickr.com/, Lizenz: CC BY 2.0, zugeschnitten, Farbkorrektur
3. "Gartenbeleuchtung" (Originalbild): Hanne Hasu (Letiha), Lizenz: CC0 1.0 / pixabay.com
4. "Baum bei Nacht" (Originalbild): toshib-fit99, Lizenz: CC0 1.0 / pixabay.com
5. "Nachtfalter" (Originalbild): Andrew (A_Werdan), Lizenz: CC0 1.0 / pixabay.com
6. "Engelstrompete" (Originalbild): Michael Wieck (NatureImages), Lizenz: CC0 1.0 / pixabay.com
7. "Engelstrompete auf Terrasse" (110524_Terrasse_01) von weisserstier, https://www.flickr.com/, Lizenz: CC BY 2.0, zugeschnitten, Farbkorrektur
8. "Blüte der Engelstrompete" (110524_Terrasse 002) von weisserstier, https://www.flickr.com/, Lizenz: CC BY 2.0, zugeschnitten, Farbkorrektur
9. "Gartengeißblattblüte" (Kaprifol) von Birger Eriksson, https://www.flickr.com/, Lizenz: CC BY 2.0, zugeschnitten, Farbkorrektur
10. "Gartengeißblatt Kletterpflanze" (Honeysuckle trellis) von Ruth Hartnup (Ruth and Dave), https://www.flickr.com/, Lizenz: CC BY 2.0, zugeschnitten, Farbkorrektur
11. "Gartengeißblatt mit Früchten im Herbst" (Gartengeißblatt mit Früchten - im Herbst) von digital cat, https://www.flickr.com/, Lizenz: CC BY 2.0, zugeschnitten, Farbkorrektur
12. "Wunderblume" (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/) von Ora r.Flores, https://www.flickr.com/, Lizenz: CC BY-SA 2.0, zugeschnitten, Farbkorrektur
13. "Nachtfalter besucht Wunderblume" (Hummingbird Hawk Moth) von Leonora Enking (wallygrom), https://www.flickr.com/, Lizenz: CC BY-SA 2.0, zugeschnitten, Farbkorrektur
14. "Wunderblumenblüte" (Mirabilis jalapa Broken Colors) von F. D. Richards, https://www.flickr.com/, Lizenz: CC BY-SA 2.0, zugeschnitten, Farbkorrektur

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