Hibiskus (Hibiscus)

Hibiskus im Garten und als Zimmerpflanze pflegen

Der Hibiskus (Hibiscus syriacus) ist aufgrund seiner prächtigen Blüten, deren großes Farbspektrum von reinem Weiß über Rosa, Rot und zarte Blautöne bis hin zu violetten Nuancen reicht, eine besonders beliebte Pflanze. Die Blüten einiger Sorten haben in der Mitte einen dunkler gefärbten Fleck, der die Ausdruckskraft der Blüten noch verstärkt.

Mit seinen großen, exotisch anmutenden Blüten weckt der Garten-Hibiskus Urlaubsgefühle. Von dem schönen Malvengewächs gibt es zahlreiche Sorten in den unterschiedlichsten Farben. Die Auswahl an Farben für Ihre Gartengestaltung ist schier endlos – der graue Alltag hat keine Chance mehr.

Das ist wohl auch der Grund, weshalb die Hibiskus-Blüten als Schmuck genutzt werden. Zu festlichen Anlässen tragen malaysische Frauen betörend schöne Hibiskus-Blüten im Haar.

Herkunft der Hibiskuspflanze

Der Hibiskus ist in Deutschland auch unter dem Namen Eibisch bekannt und gehört zur Familie der Eibisch-Gewächse. Die Pflanze ist mit ihren etwa 200 bis 300 Arten eher in warmen Regionen verbreitet. Ihren Ursprung findet sie daher in Südostasien, China und auf den polynesischen Inseln.

Die einzelnen Hibiskusarten unterscheiden sich teilweise gravierend, denn sie sind in zahlreichen Größen, Farben und Formen auffindbar und wachsen je nach Art als krautige Pflanzen, Sträucher, Halbsträucher oder sogar als Bäume. Die bekanntesten Arten sind der winterharte Strauch-Hibiskus, der Garten-Hibiskus, der Mandeleibisch, der Sumpfeibisch, der Stundeneibisch sowie der chinesische Roseneibisch.

Die zahlreichen Sorten des Hibiskus mit ihren trichterförmigen Blüten sind sehr exotische, aber leider auch empfindliche Sommerblüher. Die Hibiskusblüten erstrahlen je nach Sorte in Weiß, Gelb, Rosa oder Dunkelrot. Besonders erlesene Hibiskuspflanzen sind mehrfach veredelt und tragen daher unterschiedliche Blüten.

Garten-Hibiskus oder Strauch-Eibisch

Weiße Blüten an einem Strauch-Eibisch (Hibiscus arnottianus)

Der Garten-Hibiskus ist in der Regel frosthart und kann daher das ganze Jahr hindurch im Garten, auf dem Balkon oder der Terrasse bleiben. Als kleinwüchsige Strauchpflanze eignet sich der Gartenhibiskus auch sehr gut als Kübelpflanze – dort erreichen sie eine Höhe von einem bis eineinhalb Metern. Denken Sie jedoch daran, Kübelpflanzen mit einem zusätzlichen Frostschutz zu versehen, etwa eine dicke Styroporplatte unter dem Kübel oder eine isolierende Ummantelung aus speziellen Vliesstoffen.

Die Blütezeit des Garten-Hibiskus liegt zwischen Juli und September – also genau in der Sommerzeit, wo nur wenige andere Gartenblumen und Stauden blühen. Das erklärt die zunehmende Beliebtheit des Hibiskus als Zierpflanze, denn besonders in den Sommermonaten verbringt man viel Zeit im heimischen Garten.

Pflanzung und Pflege des Gartenhibiskus

Den Garten-Hibiskus sollten Sie möglichst nur im Frühjahr pflanzen, denn die Pflanze braucht – vor allem als Jungpflanze – einen ausreichenden Winterschutz. Ist die Erde erwärmt und drohen keine weiteren Nachtfröste, wird die Pflanze an einen geschützten Standort im Beet gesetzt, denn der Hibiskus kann seine volle Schönheit nur an sehr sonnigen, warmen und windgeschützten Plätzen entfalten. Ein jährlicher, leichter Rückschnitt fördert den Reichtum und die Größe der Hibiskusblüte. Zudem wird die Wuchsform auf diese Weise positiv beeinflusst.

Tipp: In kälteren Gegenden sollten Sie möglichst auf robustere, einfachblütige Sorten zurückgreifen.

Der Hibiskus als Topfplanze im Garten

Der Hibiskus: Auch als Topfpflanze blühend schön

Auch als Topfpflanze im Garten macht der Hibiskus eine tolle Figur, er ist jedoch auch recht anspruchsvoll in seiner Pflege. Die Pflanze muss vor der Blütezeit bzw. vor der intensiven Blütenbildung einen idealen Standort annehmen, da eine neue Platzierung während der Blütezeit nicht möglich ist – die empfindlichen Blüten würden abfallen, sobald man die Pflanze bewegt. Zu Beginn des Frühlings oder im Herbst sollte der Hibiskus leicht zurückgeschnitten werden, um ein buschiges Wachstum und eine reiche Blüte im nächsten Jahr zu fördern.

Pflege des Topfhibiskus

Als südliche Pflanze sollte sie natürlich einen warmen, windgeschützten und sonnigen Standort einnehmen. Außerdem benötigt sie eine Menge Wasser und einen stets feuchten, jedoch keinen nassen Boden. Eine Drainageschicht aus Kiesel oder Blähton hilft bei der Vermeidung ungesunder Staunässe. Zudem benötigen Hibiskuspflanzen regelmäßig Nährstoffe. Düngen Sie daher alle Topfpflanzen im Abstand von ca. zwei Wochen.

Tipp: Der Hibiskus ist als tropische Pflanze eine hohe Luftfeuchtigkeit gewohnt. Um diesem Bedürfnis entgegenzukommen, sollten Sie die großen Blätter regelmäßig mit Wasser besprühen – jedoch niemals in der prallen Mittagssonne.

Zum Überwintern kann der Topf an einen hellen Platz mit Temperaturen zwischen 12 und 14 °C gestellt werden. Gegossen werden muss die Pflanze im Winter natürlich auch, jedoch nicht so stark wie in wärmeren Monaten.

Chinesischer Hibiskus oder Roseneibisch

Rotblühender Chinesischer Hibiskus (Hibiscus rosa-sinensis)

Der Chinesische Hibiskus (Hibiscus rosa-sinensis) stammt – wie der Name bereits vermuten lässt – ursprünglich aus China. Er ist eine sehr empfindliche Kübelpflanze, die daher nur von Mai bis Oktober auf dem Balkon oder der Terrasse stehen sollte. Die sonnenhungrige Pflanze braucht einen hellen, sonnigen und vor Wind und Regen geschützten Standort, den man nicht allzu oft wechseln sollte, da der Hibiskus sonst Blüten und Knospen verlieren kann.

Pflege des Chinesischen Hibiskus

Der Roseneibisch benötigt sehr viel Wasser und hat einen hohen Nährstoffbedarf. Ein Tauchbad bekommt der Pflanze gut, Trockenheit oder Staunässe hingegen verkraftet sie überhaupt nicht. Bei Ballentrockenheit kommt es zu Pflanzenkrankheiten und Schädlingsbefall. Von Mai bis August wird der Chinesische Hibiskus zweimal wöchentlich gedüngt. Auf diese Weise fördern Sie ein gesundes Pflanzenwachstum.

Ein Wintergarten mit 12 bis 14 °C ist für den Roseneibisch ein ideales Winterquartier. Jetzt wird die Pflanze nur noch selten bewässert und nur noch monatlich gedüngt. Ab dem dritten Standjahr sollten Sie die Krone der Pflanze immer Anfang Mai stutzen, damit sie ihren kompakten Aufbau nicht verliert. Dieser Rückschnitt trägt zudem dazu bei, dass die Blühfreudigkeit und Blütengröße erhalten bleiben. Das Schneiden darf natürlich kein radikaler Rückschnitt sein, es lässt sich jedoch meistens nicht verhindern, dass beim Stutzen einige Knospen abgeschnitten werden. Der Schnitt sollte möglichst immer 2 mm über einer nach außen liegenden Knospe ausgeführt werden.

Die Vermehrung des Chinesischen Hibiskus erfolgt durch halbreife Kopfstecklinge, die am besten im April oder August abgenommen werden. Die Pflanze bewurzelt schnell bei hoher Bodenwärme und mit zusätzlichem Verdunstungsschutz.

Hibiskus als Zimmerpflanze

Auch in der Wohnung blüht der Hibiskus in bunten Farben

Der Zimmerhibiskus ist eine sehr gern gesehene Pflanze, die beinahe ganzjährig blüht. Zwar sind die Blüten sehr kurzlebig und halten höchstens ein paar Tage, jedoch öffnen sich täglich neue Exemplare. Es gibt bis zu 300 Unterarten, die im Fachhandel als Hochstamm oder Busch in vielen Farbvarianten erhältlich sind.

Standort: Der Hibiskus fühlt sich an einem hellen und sonnigen Standort  besonders wohl. Ideal sind vor allem Süd- und Westfenster, jedoch  sollte er vor zu starken Sonnenstrahlen oder Mittagshitze, die seine Blüten und Blätter verbrennen könnten, geschützt werden. Im Sommer kann die Pflanze problemlos nach draußen gestellt werden, um ein gutes Wachstum zu garantieren.

Hibiskus als Zimmerpflanze in einem farbenfrohen Übertopf.

Temperatur: Von Frühling bis zum Herbst sind normale  Zimmertemperaturen für ein gesundes Wachstum ideal. Allein während der Winterpause von November bis Januar sollte er bei 10-15 °C etwas kühler stehen. Der Zimmerhibiskus ist nicht winterhart und erträgt keine Temperaturen von unter 10 °C. Diese Tatsache lässt sich wahrscheinlich darauf zurückführen, dass die Pflanze ursprünglich aus dem tropischen Ostasien stammt und daher andere Temperaturen gewohnt ist.

Wassergabe: Eine regelmäßige Bewässerung ist empfehlenswert, damit der Wurzelballen nie komplett austrocknet. Der Zimmerhibiskus muss aber erst dann gegossen werden, wenn die oberste Erdschicht trocken ist. Schädliche Staunässe sollte allerdings durch Abflusslöcher im Topfboden verhindert und überschüssiges Wasser gleich abgegossen werden. Hilfreich ist zudem eine sogenannte Drainageschicht aus Blähton, Kiesel oder zerkleinerten Tonscherben.

Schnitt und Pflege: Im Frühjahr wird die Pflanze auf 15 cm eingekürzt, damit sie nicht zu gewaltige Größen annimmt. Im Sommer bringt der Hibiskus dann kräftigen Neutrieb hervor. Die gebildeten Laubblätter sind gestielt, einfach und bei einigen Arten leicht gelappt.

Düngung: Um den Zimmerhibiskus in seinem Wachstum und seiner Blüte zu unterstützen, sollte von Februar bis Oktober wöchentlich gedüngt werden.

Hibiskustee

Der Hibiskustee zählt zu den beliebtesten Kräuterteesorten. Er zählt sowohl als Durstlöscher als auch als Unterstützung des allgemeinen Wohlbefindens. Verzehrt werden kann er in großen Mengen, da er keine negativen Nebenwirkungen aufweist.

Vor allem in Nordafrika ist diese Teesorte sehr beliebt, jedoch verbreitet sie sich seit einigen Jahren auch im Westen. Im Sudan und in Ägypten ist der Tee aufgrund des preiselbeerartigen Geschmacks sogar zum Nationalgetränk geworden.

Die Zubereitung erfolgt wie bei einem gewöhnlichen Tee: Man nimmt eine Handvoll Hibiskus-Blätter, gießt diese mit vier Gläsern Wasser auf und lässt alles aufkochen. Anschließend muss der Tee ca. drei Minuten ziehen. Die Flüssigkeit gießt man ab, fügt in den Behälter nochmals kaltes Wasser hinzu und lässt es aufkochen. Jetzt kann der Tee mit Zucker oder Honig je nach Bedarf verfeinert werden.

Tipp: Auch als kaltes Getränk schmeckt der Hibiskustee gut und ist gerade im Sommer der ideale Durstlöscher.

Hibiskus als Heilpflanze

Aus Hibiskus kann nicht bloß Tee produziert werden – er kann vielfältig verwendet werden. Beispielsweise ist Hibiskus eine Heilpflanze zur Senkung von Bluthochdruck. Dazu werden die Kelchblätter kleingehackt und frisch in einen Salat gemischt. Alternativ werden sie zu Saucen, Pudding, Sirup, Gelee oder Sorbets weiterverarbeitet. Die Verwendung als Heilmittel variiert jedoch von Land zu Land.

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Bildnachweis
1. "Garten-Hibiskus"von matchka (pixelio.de)
2. "Strauch-Eibisch"von cliff1066™ (flickr.com) Lizenz: [CC BY 2.0]
3. "Hibiskus als Topfplanze"von N.Schmitz (pixelio.de)
4. "Chinesischer Hibiskus"von Philipp Weigell (wikimedia.org) Lizenz: [CC BY 3.0]
5. "Zimmerhibiskus"von Bärbel Jobst (pixelio.de)
6. "Hibiskus als Zimmerpflanze"Copyright: [obs/Blumenbüro/Pflanzenfreude.de]

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