Hortensien (Hydrangea)

Farbenprächtige Hortensien pflanzen und pflegen

Hortensie

Hortensien gehören zu den traditionellen Gartensträuchern, die am optimalen Standort und mit einer gezielten Pflege viele Jahre formschöne Blüten im Hochsommer bilden. Inzwischen gibt es zahlreiche Neuzüchtungen in vielen verschiedenen Größen und mit unterschiedlichen Blütenfarben: Die Farbpalette reicht von rosa- bis pinkfarbenen Nuancen über Blauschattierungen bis hin zu reinweißen Blütenblättern.

Neben einer Pflanzung im freien Beet eignen sich Hortensien auch ideal als Kübelpflanze für den windgeschützten Balkon oder als Zimmerpflanze im Übertopf. Hier gilt es, spezielle Pflegehinweise zu beachten, um ein gesundes Pflanzenwachstum und eine lange Blüte zu fördern.

Wir stellen Ihnen im Folgenden unterschiedliche Hortensiensorten vor und geben wissenswerte Tipps zur optimalen Pflanzung und gezielten Pflege der blütenreichen Zierpflanzen.

Beliebte Hortensiensorten

Dank unzähliger Neuzüchtungen können Hobbygärtner mittlerweile zwischen unterschiedlichen Blütenfarben, Wuchsarten und Blühphasen wählen. Besonders beliebt sind etwa sogenannte remontierende Hortensien, die mehrmals in der Saison ein- oder mehrfarbige Blüten tragen.

Zudem können Sie Hortensien problemlos als Solitärpflanze, blühende Hecke oder als Wandbegrünung pflanzen, etwa ein Exemplar der weißblühenden Kletterhortensie (Hydrangea petiolaris), die sogar schattige Nord- und Westwände begrünt. Nachteile der Kletterhortensie sind ihr langsames Wachstum und die lange Wartezeit bis zur ersten Blütephase. Zudem muss hier beim Rückschnitt beachtet werden, dass die Blütenanlage bereits im Vorjahr gebildet wird.

Neben kletternden Hortensienarten sind auch wuchernde Sträucher sehr begehrt. Mit ihren zahlreichen Blüten werden sie zum Blickfanag im sommerlichen Garten. Beliebte Hortensienarten sind sogenannte Eichenblättrige Hortensien (Hydrangea quercifolia), deren Blätter oft fünf oder sieben Lappen aufweisen und im Herbst eine rote Färbung annehmen. Die im Frühsommer blühenden Blüten nehmen nach der anfänglich weißen schließlich eine rosafarbene Nuance an. Ein optimaler Standort für die Eichenblättrige Hortensie verfügt über einen feuchten, kalkhaltigen Boden, der nicht zur Staunässe neigt. Vor dem Winter werden die Triebe zurückgeschnitten. Beliebte Sorten sind hier beispielsweise Harmony, Snow Queen und Pee Wee.

Hortensie

Besonders schön sind Samthortensien (Hydrangea aspera) mit ihrem behaarten Laub. Die Zierpflanzen werden bis zu 2, selten bis zu 4 Meter hoch und bilden weiße Scheinblüten, die von violettfarbenen bis blauen fertilen Blüten umgeben sind. Dabei bevorzugen Samthortensien humose und tiefengelockerte Böden im Halbschatten. Beliebte Sorten dieser Hortensienart sind etwa Mauvette oder Macrophylla.

Ein gern gepflanzter Zierstrauch ist die Bauernhortensie (Hydrangea macrophylla), die in unseren Breitengraden eine Wuchshöhe von rund 2 Metern erreicht. Ihr Ursprung liegt in Japan, daher wird diese Pflanze auch gerne als Japanhortensie bezeichnet. Die Blüten sind entweder kugel- oder doldenförmig und können weiß, rosafarben oder blau ausfallen. Bei einer optimalen Bodenfeuchtigkeit kann die Blütenfarbe bis in den September hinein erhalten bleiben. Auch im Herbst sind die verblassten Blüten jedoch noch ein schöner Blickfang. Da die Blütenknospen bereits im Vorjahr angelegt werden, darf die Bauernhortensie im Frühjahr nur mäßig geschnitten werden. Beliebte Sorten sind beispielsweise Alpenglühen, Tobelit und Masja.

Zudem können Hobbygärtner Waldhortensien (Hydrangea araborescens), Tellerhortensien (Hydrangea serrata) oder Rispenhortensien (Hydrangea paniculata) pflanzen. Für besonders schöne Blumenbeete sollten Hortensien kombiniert werden, die in unterschiedlichen Farben blühen und verschiedene Blütenformen bilden.

Blüten
Die hellen Scheinblüten sind von fertilen Blüten umgeben.
Blüte
Die Blüten sind erst im Spätsommer vollständig druchgefärbt.

Standort und Pflanzung der Hydrangea

Hortensie
Dauerhaft blaublühende Hortensien bilden eine Ausnahme und benötigen einen kalkfreien Boden mit einem pH-Wert von 4-4,5.

Die meisten Hortensien bevorzugen einen feuchten, humusreichen und leicht sauren Boden. Da Hortensien tiefreichende Wurzeln ausbilden, muss der Boden zudem locker sein, um ein gesundes Wachstum zu ermöglichen. Schwere Lehmböden sollten vor der Pflanzung mit Sand aufgelockert werden. Bei Bedarf wird der Aushub bereits während der Pflanzung mit frischer Pflanzenerde oder organischem Dünger aufbereiten, da Hortensien mit ihren zahlreichen Blüten einen hohen Nährstoffbedarf decken müssen.

Der natürliche Standort liegt im halbschattigen bis schattigen Bereich. Mit Ausnahme der kleinwüchsigen Minihortensien brauchen die Zierpflanzen viel Platz für ihre großen Blütendolden. Achten Sie daher auf einen ausreichenden Pflanzabstand.

Stellen Sie den Pflanzcontainer vor der Pflanzung für rund 10 Minuten in ein Tauchbad, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen. Heben Sie währenddessen ein Pflanzloch aus, das doppelt so groß wie der Pflanztopf ist. Lockern Sie den Grund zusätzlich mit Hilfe einer Grabegabel, um der Jungpflanze das Anwachsen zu erleichtern. Nehmen Sie nun die Pflanze aus dem Topf und setzen Sie sie in das vorbereitete Pflanzloch. Abschließend wird der wieder eingefüllte Aushub noch gut festgetreten und eingeschlemmt.

Blütenfarbe beeinflussen

Die Besonderheit der Hortensie liegt in ihrer Blütenfarbe: Durch die Veränderung des pH-Wertes der Erde können Hobbygärtner die Farbe der Blüte beeinflussen. Die Hortensie färbt ihre weißen, rosafarbenen oder roten Blüte durch den gezielten und dauerhaften Zusatz von Aluminiumdünger blau. Auch weitere Faktoren spielen hier eine Rolle, zum Beispiel sollte die Blumenerde zudem einen hohen Tonanteil haben.

Alternativ kann mit spezieller Hortensienerde gearbeitet werden, die bereits auf die unterschiedlichen Bedürfnisse eingestellt ist. Hochwertige Spezialerde enthält etwa Naturton, der Wasser und Nährstoffe besonders gut speichert und auf diese Weise die Pflanzenpflege erleichtert.

Hortensien pflegen und überwintern

Hortensie
Im Winter sollten die jungen Blütenknospen der Hortensien mit Vliesstoffen oder Reisig vor Frösten geschützt werden.

Hortensien blühen im Hoch- und Spätsommer und locken mit ihrem Blütenduft zahlreiche Insekten und Nützlinge in den heimischen Garten. Dennoch kann die anhaltende Hitze den zarten Blütenblättern schaden. Achten Sie daher im Sommer auf einen kühlen Standort oder errichten Sie einen Sonnenschutz (etwa ein Sonnenschirm zum Schutz vor der Mittagssonne), um die Blütenfarbe lange zu erhalten und ein Verbrennen zu verhindern. Geben Sie zudem stets nur zur Dämmerung ausreichend Wasser.

Von der Blütenbildung bis zur Hauptblüte, ungefähr ab März bis August, muss die Pflanze zusätzlich mit einem kalkfreien Flüssigdünger versorgt werden, um die Blütenphase zu optimieren. Blaublühende Hortensienarten benötigen zudem Kalialaun, das in vielen Spezialdüngern enthalten ist.

Verblühte Hortensien sollten direkt nach der Blüte unterhalb des Blütenstandes zurückgeschnitten werden, da die neuen Knospen für die nächste Blüte schon in diesem Jahr gebildet werden. Ein radikaler Rückschnitt der gesamten Pflanze ist zu vermeiden. Da die meisten Hortensiensorten ihre Blütenknospen für das Folgejahr bereits im Herbst bilden, ist es besonders wichtig, Beetpflanzen vor starken Frösten zu schützen. Hier dienen Tannenzweige oder spezielle Vliesstoffe als isolierende Schutzschicht. Kübelpflanzen überwintern Sie im kühlen Keller oder in der frostfreien Garage bei 4 bis 6 °C. Da die Pflanzen ihr Laub abwerfen, braucht der Winterplatz nicht hell zu sein. Dennoch muss gelegentlich bewässert werden, um ein Austrocknen des Wurzelballens zu verhindern.

Hortensien als Schnittblumen

Strauch
Erst im Spätsommer sind die Blüten komplett durchgefärbt.

Hortensien überzeugen durch ihre formschönen Blütenblätter, die in den unterschiedlichsten Farben leuchten und angenehm duften. Diese Farb- und Formvielfalt inspiriert zur individuellen Gestaltung von bunten Sommersträußen oder Gestecken. Doch auch als Einzelblüte wirkt die Hortensie bereits sehr anmutig.

Der Zeitpunkt des Schnitts entscheidet bei der Hortensie über die endgültige Farbgebung. Erfolgt der Schnitt beispielsweise bereits zur ersten Blütenbildung im Frühjahr, sind die Blüten noch nicht komplett durchgefärbt. Diese Hortensien weisen lediglich farbige Blütenränder auf und werden von Experten als "Fresh" bezeichnet. Werden Hortensien hingegen im Spätsommer geschnitten, sind die Blüten durchgefärbt. In dieser Färbung wird die Schnitthortensie "Classic" genannt.

Krankheiten und Schädlingsbefall

Schnecken
Neben Spinnmilben werden auch Schnecken von den leuchtenden Blüten angezogen.

Der ideale Standort und die richtige Pflege sind erste wichtige Faktoren für eine dauerhafte Pflanzengesundheit. Häufig sind Hortensien nicht erkrankt, sondern lediglich vernachlässigt. Herabhängende Blüten sind etwa ein erstes Zeichen für akuten Wassermangel, während hellgelbe Verfärbungen auf dem Laub einen Eisenmangel signalisieren, der durch die Gabe eines eisenhaltigen Düngers ausgeglichen werden kann.

Mit einer gezielten Düngung können Sie zudem einem Pilzbefall, wie dem Blattfleckenpilz oder Mehltau, vorbeugen. Hier spielt auch eine zu hohe Luftfeuchtigkeit eine entscheidende Rolle, da umherfliegende Sporen an feuchten Blättern leichter haften bleiben und schneller übertragen werden. Erkrankte Pflanzenteile müssen abgeschnitten und im Hausmüll entsorgt werden. Zudem kann ein chemisches Fungizid als zusätzliche Bekämpfungsmethode eingesetzt werden.

Hortensien leiden jedoch nicht nur unter Pflanzenkrankheiten, auch Schädlinge bedrohen die Pflanze und ihre Blüten. Spinnmilben befallen etwa die Blattoberfläche und bilden an der Unterseite feine Gespinste, worauafhin sich auch die Blattzwischenräume allmählich graubraun verfärben. Als erste Hilfe dient das Abspritzen der Spinnmilben mit einem Wasserstrahl. Zudem könnten Sie über einen Standortwechsel der Hortensie nachdenken: Trockene, sonnige Plätze bieten Spinnmilben optimale Lebensbedingungen. Zimmerpflanzen sollten daher im Sommer von der sonnigen Fensterbank ins schattige Blumenbeet umziehen.

Auch Blattläuse und Schnecken bedrohen den Pflanzenbestand. Blattläuse zeigen sich vermehrt bei einer warmen und trockenen Witterung im Frühjahr, während Schnecken vorwiegend zur Dämmerung zu finden sind. Sammeln Sie Schnecken gezielt ab und spülen Sie Blattläuse mit Wasser von der Pflanze. Präventiv können Sie zusätzlich Schneckenkorn auslegen oder Schneckenfallen aufstellen.

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Bildnachweis
1. "Bunte Hortensienblüten" (Originalbild): Anna Ambrust (Tappancs), Lizenz: CC0 1.0 / pixabay.com
2. "Rosafarbene Hortensie" (Originalbild): Eric BACH (Dismem), Lizenz: CC0 1.0 / pixabay.com
3. "Hortensienblüten öffnen sich" (Originalbild): Jason Goh (cegoh), Lizenz: CC0 1.0 / pixabay.com
4. "Hortensienblüte in Nahaufnahme" (Originalbild): Thomas B. (Didgeman), Lizenz: CC0 1.0 / pixabay.com
5. "Blaue Hortensien" (Originalbild): skeeze, Lizenz: CC0 1.0 / pixabay.com
6. "Hortensie im Winter" (Originalbild): Leonie Schoppema (TanteLoe), Lizenz: CC0 1.0 / pixabay.com
7. "Hortensie im Garten" (hydrangea) von Tam Tam (strollers), https://www.flickr.com/, Lizenz: CC BY-SA 2.0, zugeschnitten, Farbkorrektur
8. "Hortensienblüten mit Schneckenbefall" (Originalbild): condesign, Lizenz: CC0 1.0 / pixabay.com

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