Oleander

Oleander im Garten

Oleander

Der Oleander, auch Rosenlorbeer oder von Botanikern "Nerium Oleander" genannt, ist eine im Mittelmeerraum weit verbreitete Strauchpflanze. Die Bezeichnung setzt sich zusammen aus "olea" für Ölbaum und "andreios" für kräftig.

Der Gattungsname Nerium entstammt dem griechischen Wort "nerion" für nass und weist darauf hin, dass die Pflanze einen nassen Standort bevorzugt. Dennoch ist der Oleander ausgezeichnet an trockene Lebensräume angepasst und eine der wenigen Pflanzen, die auch bei großer Hitze blühen.

Hobbygärtner können neben zahlreiche Blütenfarben auch die Anbauart frei wählen: Der Oleander wächst als Hecke, Bäumchen oder Strauch und kann mit gezielten Schnittmaßnahmen in Form gehalten werden.

Hier erfahren Sie wissenswerte Informationen zum Anbau und zur Pflege des südländischen Oleanders.

Farbenpracht des Oleanders

Die Blütenfarben reichen vom reinen Weiß über Creme und Orange bis hin zu Violett, Rot- und Rosatönen. Am bekanntesten sind die einfachen violetten Blüten des Oleanders. Einige Sorten blühen einfach und gefüllt, andere duftend oder geruchlos.

Achten Sie beim Kauf auf eine kräftige Jungpflanze mit kompaktem Wuchs und möglichst vielen Trieben. Wichtig ist, dass an den Blütenständen jeweils 50 bis 80 Knospen sitzen und alle Blätter ein grünes, gesundes Aussehen haben.

Oleander ist giftig

Oleander
Der Oleander ist schön, aber hochgiftig.

Wer kleine Kinder hat, sollte auf die Pflanze verzichten. Sie zählt zu den Hundsgiftgewächsen, und ihre dunkelgrünen sechs bis zehn Zentimeter langen Blätter sind giftig. Der enthaltene Wirkstoff "Glycosid Oleandrin" findet als Herzmittel medizinische Anwendung und wird in der Homöopathie auch bei Angina pectoris, Ödemen und Magen- und Darmentzündungen eingesetzt.

Unverarbeitet kann das Gift jedoch tödlich sein. Die Wirkung gleicht dem Giftstoff des Roten Fingerhutes: Die Glycoside bewirken Herzrythmusstörungen und können bei entsprechend starker Dosierung zum Tod durch Herzlähmung führen.

Die Vergiftungssymptome sind: Kopfschmerzen, Erbrechen, Durchfall, verlangsamter Puls, Pupillenerweiterung, Krämpfe, blaue Lippen und Hände. Manchmal führt die bloße Berührung zu Hautreizungen. Zeigen sich Vergiftungssymptome, muss umgehend ein Arzt aufgesucht werden.

Achtung: Der Milchsaft der Pflanze kann durch Wunden in die Haut eindringen und so zu Vergiftung führen. Tragen Sie bei Arbeiten am Oleander daher stets Schutzhandschuhe.

Blütezeit und Vermehrung durch Stecklinge

Oleander
Der Oleander blüht zwischen Juni und September.

Die Trugdoldenblüten des Oleander besitzen jeweils fünf Kelch- und Blütenblätter und blühen von Juni bis September. Sie blühen nur im Sommer stark, bei kalten Temperaturen entfalten sich die Knospen nicht. Durch die Bestäubung langrüsseliger Schmetterlinge entstehen bis zu 15 cm lange Fruchtkapseln.

Nehmen Sie Stecklinge von Ihrem Oleander am besten während der Blütezeit zwischen Juni und September. Zur Vermehrung sollten nur kräftige Triebspitzen ohne Blüten ausgesetzt werden. Die Stecklinge werden mit einem scharfen Messer abgeschnitten – eine Schere könnte Quetschungen im Pflanzengewebe herbeiführen.

Anschließend werden die Zweige in ein mit Wasser gefülltes, lichtdichtes Gefäß an einen schattigen Platz gestellt. Die untere Triebspitze sollte maximal fünf Zentimeter im Wasser stehen.

Es dauert in der Regel vier Wochen, bis sich eine Wurzel bildet. Sobald die Wurzeln ein bis zwei Zentimeter lang sind, kann der Steckling in Erde eingetopft werden.

Ansprüche und Umtopfen des Oleanders

Oleander
Der Oleander blüht in vielen Farben und gedeiht in verdichtetem Boden besonders gut.

An seinen Naturstandorten wächst der Oleander auf steinigem, oft von Hochwasser zugeschwemmtem Untergrund. Dieser Boden ist kalkhaltig und stark verdichtet.

Übliche torfhaltige Blumenerde, Torfsubstrat oder sogenannte Grünpflanzenerde ist daher zum Umtopfen ungeeignet. Zu empfehlen ist normale kalkhaltige Gartenerde, idealerweise mit etwas Kompost und Lehm aufbereitet. Für ein optimales Pflanzenwachstum geben Sie auch etwas Gartenkalk und speziellen Langzeitdünger oder Blaukorn zur frischen Erde dazu.

Die beste Zeit zum Umtopfen ist im Frühjahr. Jetzt haben die Pflanzen genug Zeit, um ausreichend Kraft für ihre Blütephase im Hochsommer zu tanken.

Oleander richtig schneiden

Oleander
Schnittmaßnahmen im Frühling halten den Oleander in Form.

Der jährliche Formschnitt des Oleanders sollte idealerweise im Frühjahr erfolgen. Für ein gesundes Pflanzenwachstum schneiden Sie ein Drittel der Triebe bodennah ab, um ein neues Austreiben starker, langer Triebe zu fördern.

Einige alte Triebe werden weniger stark geschnitten, da gezielte Schnittmaßnahmen in Blütennähe schnellwachsende, kurze Triebe hervorbringt. Finden Sie hier ein ausgewogenes Gleichgewicht zwischen langen und kurzen Trieben.

Generell darf der Oleander nach der Blüte nicht geschnitten werden. Ein Einkürzen vor der Winterruhe scheint aus Platzgründen logisch, schadet der Pflanze jedoch erheblich, da sich an den alten Blütenständen bereits neue Knospen für das Folgejahr befinden. Zudem sind die Oleanderwurzeln ganzjährig aktiv und sollten durch unnötige Schnittmaßnahmen im Herbst nicht zu einem Wachstum in ihrer Winterruhe angeregt werden.

Schneiden Sie Ihren Oleander daher immer zwischen Frühling und Sommerbeginn.

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Bildnachweis
1. "Rosafarbene Oleanderblüte" (Originalbild): Erlinda Sorono (leolheng), Lizenz: CC0 1.0 / pixabay.com
2. "Oleanderblätter mit Blüten" (Originalbild): Hans Braxmeier (Hans), Lizenz: CC0 1.0 / pixabay.com
3. "Oleanderblüten" (Originalbild): Hans Braxmeier (Hans), Lizenz: CC0 1.0 / pixabay.com
4. "Weiße Oleanderblüte" (Originalbild): LD V. (JD2020), Lizenz: CC0 1.0 / pixabay.com
5. "Oleanderbusch" (Originalbild): Efes Kitap (efes), Lizenz: CC0 1.0 / pixabay.com

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