Urlaubserinnerungen mit Kräutern wecken

Holen Sie sich den Urlaub in den Garten

Kräuter im Garten

Durch Duft, Aussehen und Genuss lassen Kräuter in all ihren Variationen Urlaubserinnerungen in den Garten einkehren und regen zum Experimentieren in der Küche ein.

Als Gewürz für Fleisch, Pizza und Eintöpfe eignet sich Thymian (Thymus vulgaris) sehr gut. Neben dem Nutzen als Gewürz bietet Thymian auch einiges für Auge und Nase. Köstliche Beispiele wäre sowohl der Zitronenthymian (Thymus citrodorus) mit seinem intensiven Zitronenduft, als auch der fruchtige Orangenthymian (Thymus vulgaris ssp. fragrantissimus).

Probieren Sie es aus und lassen Sie sich inspirieren!

Beim Pflanzen sollte darauf geachtet werden, dass man sie an einer Stelle einpflanzt, an der sie sich schnell entwickeln dürfen. Denn die schnelle und ausgiebige Entwicklung ist ein Merkmal dieser Pflanzen. Alternativ ist es auch möglich, sie in einen Topf zu pflanzen, denn auch dort gedeiht sie gut.

Auch Salbei (Salvia officinalis) bietet außer den wohltuenden Inhaltsstoffen mithilfe der verschiedenen Blattfärbungen, wie z.B. die grüngelbe Sorte Icterina einen echten Hingucker auf Grund der interessanten Farbwirkung.

Viele Kräuter, wie Lavendel, Rosmarin, Oregano und Melisse, können sowohl im Garten als auch im Topf gepflanzt werden, um alle Sinne zu verwöhnen.

In der Regel bevorzugen die Kräuter einen luftigen Standort mit ausreichend Sonnenlicht. Diese Faktoren führen zu einem intensiveren Aroma, verhindert Staunässe und sorgt dadurch für eine bessere Winterhärte der Pflanzen.

Thymian (Thymus vulgaris)

Thymianpflanze
Der Thymian ist eine Gewürz- und Heilpflanze.

Diese Pflanze duftet Jahr für Jahr würzig und bildet im Sommer kleine zartrosige Blüten aus, welche man bis in den Winter ernten kann. Diese Blätter können nun zum Kuchengewürz oder zu Tee verarbeitet werden.

Heilwirkung und Herkunft

Thymian ist jedoch nicht bloß eine Gewürzpflanze, sondern auch eine Heilpflanze. Sein Hauptgebiet in Sachen Heilung und Linderung liegt im Bereich Atmung. Außerdem hilft er in der Frauenheilkunde sowie zur Beruhigung des Nervensystems.

Dien Thymian-Tee gegen Halsbeschwerden bereitet man folgendermaßen zu: Einen TL Thymiankraut übergießt man mit 1/4 Liter kochendem Wasser und lässt man den Tee für 5 Minuten ziehen.

Abschließend kann man ihn nach Bedarf mit Honig versüßen.

Ansprüche und Anbau

Seine Herkunft findet diese wichtige Pflanze in den Mittelmeerländern. Im 11. Jahrhundert jedoch wurde er von den Benediktinermönchen nach Europa gebracht und ab nun dort angebaut. Bis zu 40cm wird dieses Kraut hoch und kann je nach Platz und Umgebung einen halben Quadratmeter Fläche bewachsen.

Der perfekte Standort für den Thymus vulgaris ist ein Platz in der Sonne in recht trockenem, durchlässigem und Humusboden. Außerdem sollte er eine geschützte Stelle einnehmen. Ursprünglich war der Thymian nicht winterhart, doch inzwischen gibt es einige Arten, denen die Kälte nicht besonders viel ausmacht, wie z.B. der deutsche Winter.

Will man ihn selbst anbauen, sollte man ihn im Frühjahr in Töpfe einpflanzen. Als Erde sollte Anzuchterde, idealerweise mit etwas Sand vermischt, verwendet werden. Die Samen steckt man dann in 2 cm Tiefe in die angefeuchtete Erde. Zur Zeit der Keimdauer muss die Erde immer feucht sein, um für ein gutes Wachstum zu garantieren. Anschließend keimen dann nach 2-3 Wochen kleine Thymianpflanzen.

Bei einer Größe von ca. 10 cm können diese in den Garten bzw. in größere Töpfe umgepflanzt werden.

Zitronenthymian (Thymus citrodorus) und Orangenthymian (Thymus vulgaris ssp. fragrantissimus)

Orangenthymianpflanze
Thymian gibt es in zahlreichen Aromen und Farben.

Dem Namen nach duftet der Zitronenthymian angenehm nach Zitrus. Auch diese Pflanze wird natürlich als Gewürz sowie in der Heilkunde verwendet. Allerdings ist der Zitronenthymian auch eine bedeutende Zierpflanze, die sehr gerne auf dem Balkon, in Steingärten und in Pflanzenschalen gezogen wird.

Der Orangenthymian wächst als Strauch mit grauen, nadelartigen Blättern. Er hat ein ungewöhnlich fruchtig würziges Aroma und ist im Gegensatz zu anderen Sorten winterfest. Diese Thymianart ist eines der beliebtesten und intensievsten Gewürze in der Küche und lässt sich zu einem köstlich schmeckenden Tee verarbeiten.

Pfefferminze (Mentha piperita)

Minzpflanze
Die Pfefferminze blüht im Juni mit hellrosa Blüten.

Seit dem Altertum wird die Minze in Europa und Asien genutzt. Es gibt verschiedene Minzenarten, beispielsweise die Pfefferminze, japanische Ackerminze und Wasserminze.

Die Pfefferminze ist die wohl bekannteste Minzart, vorallem wegen des Kräutertees, den man auch gern trinkt, wenn man nicht krank ist. Sie ist eine Kreuzung aus der Wasserminze und der Krauseminze. Die Pfefferminze ist auch eine sehr begehrte Heilpflanze. Sie hilft beispielsweise bei Magen- und Darmbeschwerden, Kopfschmerzen sowie Migräne. Ihr ätherisches Öl löst Krämpfe und Muskelverspannungen.

Pfefferminze wächst unkompliziert auch in unseren Gärten und kommt jedes Jahr wieder. Die Pfefferminze ist verwandt mit der Krauseminze, die im 17. Jahrhundert spontan in England entstand. Es sind winterharte, krautige Pflanzen, die sich durch unterirdische Ausläufer rasch vermehren.

Die Pfefferminze wird 50 cm bis 90 cm hoch. Der meist kahle Stängel ist häufig violett unterlaufen. Blütezeit ist für die Pfefferminze im Juni. Sie bildet dann weiß-rosa Blüten.

Mojito als minziges Urlaubsgetränk

Mojito in Cocktailglas
Der Mojito ist ein ursprünglich kubanischer Drink mit Rum.

Mojito, das Nationalgetränk aus Kuba, ist stets der ideale Sommernachtsdrink. Frische Minze (Mentha piperita) verleiht dem Mojito ein ganz besonderes Aroma.

Zutaten:

  • 6-8 Blätter frische Minze
  • 5 cl Rum (Havana Club)
  • 2,5 cl Limettensaft
  • 3 Barlöffel Rohrzucker
  • Crushed Ice
  • 4 cl Sodawasser

Zubereitung:

Den Limettensaft zusammen mit dem Rohrzucker und den Minzblättern in ein Longdrinkglas geben und miteinander verrühren und leicht zerdrücken, um die Aromen freizusetzen und den Zucker aufzulösen. Anschließend das Glas mit dem Crushed Ice füllen und Rum dazu gießen. Eventuell noch mit Sodawasser auffüllen.

Servieren Sie den Drink mit Trinkhalm. Als Dekoration kann neben dem Stängel frischer Minze im Glas eine Limettenscheibe am Glasrand dienen. Fertig ist der erfrischende Cocktail!

Salbei (Salvia officinalis)

Salbeipflanze
Salbei ist eine beliebte Heilpflanze mit einem angenehmen Aroma.

Heimisch ist er in Mittelmeerräumen, bei uns gedeiht er jedoch auch gut. Schon früher war Salbei sehr geschätzt, da er in vielen Bereichen angewandt werden kann.

Salbei ist eine gute und gefragte Heilpflanze, er wirkt beispielsweise schweißhemmend, gegen jegliche Entzündungen und ist besonders bei Halsentzündungen der Weg zur Besserung. Dann wird er in Form von Bonbons eingenommen oder als Tee genossen. 

Merkmale und Ansprüche

Salbei ist ein ausdauernder Halbstrauch. Die Farbe seiner weichen bis filzigen Blätter wechselt zu den Jahreszeiten. Im Frühling sind sie graugrün, während sie vom Herbst bis zum Frühjahr eine silbrige Farbe annehmen.

Die hellvioletten Lippenblüten zeigt die Pflanze ab Mitte Mai oder Juni, die auch für einen herben und kampferartigen Geruch sorgen. Allerdings gibt es inzwischen auch Arten in anderen Farben, wie den Blauen Salbei (Salvia nemorosa), dessen Blüten in kräftigem Blau leuchten. Auf Grund der auffallenden und schönen Blüten wird der Salbei oft als Zierpflanze verwendet. Daher wurde er sogar 2003 vom Bund Deutscher Staudengärtner zur Staude des Jahres erklärt.

Diese wichtige Heilpflanze bevorzugt trockene, steinige und oft kalkhaltige Böden, außerdem viel Sonnenlicht und milde Winter, da sie ursprünglich aus warmen Gebieten stammt.

Rosmarin (Rosmarinus officinalis)

Rosmarinpflanze
Der Rosmarin bevorzugt als mediterrane Pflanze einen sonnigen Standort.

Rosmarin findet seinen Ursprung wie Thymian und Salbei im Mittelmeerraum und ist daher nicht sehr winterfest. Es sollte stets an einen geschützten und sonnigen Platz gepflanzt werden. Hauptsächlich besiedelt er warme, leicht kalkhaltige Böden mit viel Humuserde.

Diese Pflanze ist eine ausdauernde und dichte Strauchpflanze mit immergrünen Blättern und tollen, hellblau gestielten Blüten. Die Blütenpracht zeigt sich hier in Deutschland zwischen März und Mai.

Verwendet werden die Lippenblüter als Gewürz- und Arzneipflanze. Beispielsweise wird die Pflanze bei Rheuma, Verdauungsstörungen und Nervenschmerzen verwendet. Allerdings sollte man während der Schwangerschaft auf sie verzichten.

Als Gewürzpflanze kann sie Geflügel und Fleisch ein besonderes Aroma verleihen. Auch Rosmarinkartoffeln und Rosmarintee schmecken vortrefflich mit der würzigen Note.

Experten vermuten eine Namensherkunft aus dem Lateinischen: ros marinus steht für "Tau des Meeres", und Rosmarinsträucher gedeihen tatsächlich besonders gut an den Küsten des Mittelmeeres. Nachts sammelt sich der Tau an den Blüten, wodurch ein fantastisches Schauspiel im Sonnenaufgang entsteht.

Oregano (Origanum vulgare)

Oreganopflanze
Die Aromaintensität des Oreganos ist abhängig vom Klima.

Kennzeichen des Oreganos ist der stark ausgeprägte, herb aromatische Geruch und Geschmack. Das getrocknete Kraut ist meist noch aromatischer als Thymian, daher ist Oregano noch angesehener bei der Verwendung als Gewürz.

Die Intensität des Aromas kann jedoch schwanken: So führt ein warmes Klima zu einem nahezu betäubend starken, unvergleichlichen Geschmack. Oregano aus kühlen Anbaugebieten weist dagegen ein unbefriedigendes Aroma auf.

Herkunft und Merkmale

Ursprünglich beheimatete Oregano den Mittelmeerraum. Natürlich wird er nun wegen seines einzigartigen Aromas in sehr vielen Gegenden angebaut. Oregano bevorzugt kalkhaltigen Untergrund und warme Standorte. Er wächst gerne in trockenen und lichten Wäldern, an sonnigen Hängen und in Hecken oder auch auf Mager- und Trockenrasen.

Erkennbar ist Oregano nicht bloß an seinem intensiven Geruch, sondern auch an ovalen, kurz gestielten Laubblättern,  die spitz auslaufen, und an einer Vielzahl von rosavioletten, selten auch weißlichen Blüten, welche dicht gedrängt in kugeligen Scheinrispen zusammenstehen.

Als Staudenpflanze ist Oregano immer sehr gerne gesehen. Man hat neben des umwerfenden Geruchs der Nutzpflanze auch gleichzeitig einen Schmuck für den Garten.

Melisse (Melissa officinalis)

Melissenpflanze
Die Melisse ist eine Staudenpflanze mit intensivem Zitrusduft.

Ursprünglich stammt die Melisse aus südeuropäischen Ländern. Aber schon seit vielen Jahren wird sie auch hier bei uns auf Grund ihrer hohen Bedeutsamkeit als Heilpflanze angebaut. So war es im Mittelalter bereits Pflicht, sie anzubauen, um ein Aussterben der Art zu vermeiden und viele Pflanzen für körperliche Beschwerden vorrätig zu haben.

Oft wird die Melisse wegen ihres zitronigen Duftes Zitronenmelisse genannt. Da die Melisse einen fruchtigen Geruch verleiht, eignet sie sich besonders gut als entspannender Tee. Dieser Tee wirkt beruhigend und hilft loszulassen und abzuschalten. Jedoch findet sie als vielfältige Heilpflanze eine höhere Bedeutung. Ihr Hauptgebiet ist die Beruhigung des Nervensystems bzw. die beruhigende Wirkung im Allgemeinen.

Merkmale und Ansprüche

Die Melisse ist eine ausdauernde, krautige, mehrjährige Staudenpflanze mit intensiv grünen Laubblättern und mit ca. 1 cm weißen, gelblichen oder bläulichen, kurz gestielten Blüten. Diese zeigen ihre Pracht erst im zweiten Standjahr, dann blüht sie zwischen Juli und August.

Die Pflanze versprüht einen sehr fruchtigen Zitronengeruch. So versüßt sie ihre Umgebung im Garten und verwöhnt die Sinne. Im Garten sollte sie auf nicht zu trockenen Böden in Terrassennähe gepflanzt werden, so können Sie den Duft genießem.

Zudem bevorzugt die Melisse einen sonnigen und windgecshützten Standort. Auch als Topfpflanze auf dem Fensterbrett kann sie gut gedeihen.

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Bildnachweis
1. "Kräutergarten" (Herb garden, Six Poor Travellers House, Rochester, Kent) von James Clark (Cathedral City Guide), https://www.flickr.com/, Lizenz: CC BY-SA 2.0, zugeschnitten, Farbkorrektur
2. "Thymian" (Originalbild): Hans Braxmeier (Hans), Lizenz: CC0 1.0 / pixabay.com
3. "Orangenthymian" (Originalbild): Hans Braxmeier (Hans), Lizenz: CC0 1.0 / pixabay.com
4. "Minze" (Originalbild): strecosa, Lizenz: CC0 1.0 / pixabay.com
5. "Mojito" (Originalbild): Angela (vampy24), Lizenz: CC0 1.0 / pixabay.com
6. "Salbei" (Originalbild): Kerstin Riemer (KRiemer), Lizenz: CC0 1.0 / pixabay.com
7. "Rosmarin" (Originalbild): Nicole (nile), Lizenz: CC0 1.0 / pixabay.com
8. "Oregano" (Originalbild): strecosa, Lizenz: CC0 1.0 / pixabay.com
9. "Melisse" (Originalbild): zrenate, Lizenz: CC0 1.0 / pixabay.com

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