Gesundheit, Umwelt und Grillen

Umwelt- und Gesundheitstipps rund um das Grillvergnügen

Von Frühling bis Herbst ist die beliebteste Zeit zum Grillen - ob Fleisch, Fisch oder Gemüse, die Deutschen lieben ihre Grillkultur. Bei der Zubereitung des Grillguts sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt, sogar Ananasscheiben und Melonestücke lassen sich grillen.

Damit das Grillvergnügen jedoch nicht auf Kosten der Gesundheit oder der Umwelt geht, lohnt es sich, ein paar kleine Tipps zu beachten. Deshalb erfahren Sie hier, wie Sie gesund grillen und gleichzeitig die Umwelt schonen.

Grillanzünder sicher aufbewahren

Auf Kleinkinder müssen Eltern bei einem Grillabend besonders aufpassen. Denn flüssige Grillanzünder und Stabfeuerzeuge gehören nicht in Kinderhände. Zudem besteht die Gefahr, dass jüngere Kinder die Flasche mit Getränken verwechseln und aus ihnen trinken.

Grillanzünder enthalten paraffinhaltige Öle. Verschluckt sich das Kind, gelangen sie schlimmstenfalls in die Lunge und können dort schwere chemische Entzündungen verursachen. Wie das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hinwies, waren in dem Großteil der durch Grillanzünder verursachten Vergiftungen Kleinkinder verwickelt.

Diese Gefahr lässt sich durch Grillanzünder in Riegel- oder Würfelform vermeiden, in denen sie flüssigen Bestandteile in Kork- oder Sägemehl gelöst sind.

Grillkohle glüht und brennt
Befeuern Sie die Kohle nie mit flüssigem Brandbeschleuniger. Wählen Sie Grillanzünder in Riegel- oder Würfelform.

Zusätzlich zur sicheren Aufbewahrung empfiehlt sich eine Überprüfung der Grill- und Gartenprodukte. So sollten ebenfalls Öle auf Petroleumbasis außerhalb der Reichweite von Kindern untergebracht und als giftig gekennzeichnet werden.

Niemals sollten zur Aufbewahrung alte Getränkeflaschen benutzt werden.

Ähnlich wie die festen Grillanzünder eine Alternative zu flüssigen Mitteln darstellen, können Gartenbesitzer bei Öl für Ölfackeln und Lampen auf Produkte auf Rapsölbasis umsteigen.

Passiert es trotz der Sicherheitsmaßnahmen, dass eine Person flüssigen Grillanzünder oder Lampen- bzw. Gartenfackelöl getrunken hat, gelten folgende Regeln:

  1. Kein Erbrechen auslösen! (Erbrochenes, und damit das Öl, kann in die Lungen eindringen!)
  2. Sofort den Giftnotruf der zuständigen Giftinformationszentrums anrufen!
  3. Originalverpackung für Produkthinweise mitnehmen!

Aufgrund der hohen Giftigkeit dieser Chemikalien können selbst winzige Mengen schwere Vergiftungen hervorrufen. Treten bei dem Kind unmittelbarer, anhaltender Husten auf, muss sofort ein Arzt oder eine Klinik aufgesucht werden.

Dabei sollte man die Originalverpackung mitnehmen. Anhand der Produkthinweise können die Ärzte die weitere Behandlung einschätzen und die Vergiftung gezielt behandeln.

Krebserregende Stoffe beim Grillen mit Holzkohle vermeiden

Steak auf Grill
Vermeiden Sie ein zu starkes Verbrennen des Grillguts.

Viele Grillfreunde verwenden gerne Holzkohle, die dem Fleisch ein rauchiges Aroma gibt. Hier ist aber Vorsicht geboten: Tropft Fett beim Grillen auf die brennende Holzkohle und zersetzt sich in der Glut, gelangen krebserregende Stoffe, wie Benzo(a)pyren sowie andere Zersetzungsstoffe, über den Rauch in das Fleisch. Deshalb ist Fleisch mit einem höheren Fettgehalt oft stärker belastet als mageres Grillgut.

Damit das Fett nicht mehr in die Glut tropft, sollte das Grillgut in einer Aluminiumschale auf den Rost gelegt werden. Durch die winzigen Löcher wird der Großteil des Fettes aufgefangen und das Fleisch erhält dennoch sein typisch rauchiges Aroma. Alternativ bietet sich ein Grill an, bei dem das Glutbett senkrecht gestellt wird und das Fett in ein Auffangbehältnis fällt.

Wer die Belastung mit krebserrengenden Stoffen drastisch reduzieren möchte, greift zum Grillen auf einen Gas- oder Elektrogrill zurück.

Warum ist Grillen mit Holz ungesund?

Kaminholz
Kaminholz sollte man nicht zum Grillen verwenden.

Neben dem klassischen Grill nutzen zunehmend mehr Grillfans einen Smoker oder Gartenkamin, die sich – je nach Modell – auch mit Brennholz befeuern lassen. Allerdings ist Holz nicht zum Grillen geeignet, da gesundheitsschädigende Dämpfe bei der Verbrennung entstehen. Das Gleiche gilt für ein Lagerfeuer beim Campen. Stattdessen sollte man lieber mit richtiger Holzkohle oder Gas grillen.

Welche Schadstoffe enthält Holz?

Sowohl frisches als auch gelagertes Holz, wie Buche, Eiche, oder Fichte enthält Schadstoffe, die im offenen Feuer fast vollständig verbrennen. Trotzdem ist es nicht mit Holzkohle vergleichbar, da bei Holz schädliche Gase durch die Oxidation entstehen. Zu diesen Stoffen gehören, z. B. Kohlenstoffdioxid, Formaldehyd, Holzgeist, Teerstoffe sowie Harze. In der Asche befinden sich Calcium- und Magnesiumsoxid, bzw. Calcium- und Magnesiumcarbonat. Zudem bildet sich Holzessig, das zu einem bitteren bis säuerlichen Beigeschmack führt.

Verwenden Sie Holz zum Grillen, verdampfen die krebserregenden Harze und Teerstoffe und gelangen mit dem Rauch in das Grillfleisch. Dies ist besonders bei Grillgeräten ungesund, in denen das Grillgut warm- oder kaltgeräuchert wird, zum Beispiel ein Smoker oder Räucherofen. Deshalb sollte ein solcher Räuchergrill oder Ofen nur mit Holzkohle befeuert werden.

Weitere Grilltipps für die Gesundheit

  • Das Grillgut auf den Rost legen, sobald die Holzkohle gut durchgeglüht ist, erkennbar an der hellen Ascheschicht, die sie bedeckt.
  • Wird Grillkohle zwischendurch nachgelegt, das gesamte Grillgut vom Rost nehmen und mit einem erneuten Auflegen warten, bis die neue Kohle durchgeglüht ist.
  • Gepökelte Ware, wie Schinkenspeck, Kasseler oder Schweinehaxen sind zum Grillen ungeeignet. Durch den hohen Anteil der Nitritpökelsalze (das sind: E250, Natriumnitrit, Kaliumnitrit) bilden sich gesundheitsschädliche Nitrosamine. Ebenso beinhalten Wurstwaren oftmals Niritpökelsalz.
  • Vegetarisch Grillen mit Gemüse oder Obst statt Fleisch und Würtschen, z. B. Paprika, Auberginen, Zucchini, Tomaten, Maiskolben.
  • Aluminiumschalen für Grillgut mit und ohne Marinade verwenden, damit kein Fett in die Glut tropft.
Spargel auf dem Grill
Es muss nicht immer nur Fleisch sein: Probieren Sie einmal Spargel im Speckmantel vom Grill.
Fisch vor dem Grillen
Auch Fisch ist eine gesunde Alternative zum typischen Grillfleisch.

Tipps für umweltfreundliches Grillen

Grillkohle aus Deutschland schützt die Tropenwälder.

Aus Gründen des Umweltschutzes sollten Sie:

  • Rauchentwicklung vermeiden, z. B. mit einem Elektrogrill
  • Keine Grillkohle aus Tropenholz verwenden
  • Abfallarm Einkaufen, d. h. auf in Kunststoff eingeschweißte Ware verzichten und recycelbare Mehrwegflaschen statt Dosen nehmen

Umweltfreundliche Holzkohle wählen

Wer beim Kauf der Grillkohle auf das Herkunftsland achtet, schont damit die Umwelt. Denn zwischen der Holzkohle aus unbehandeltem Holz aus heimischer Forstwirtschaft gibt es auch Grillkohle aus Tropenhölzer, die über einen langen Transportweg hierher transportiert wurden.

Daher sollten Grillfans vor allem Holzkohle aus Deutschland kaufen und zugleich auf das DIN-Prüfzeichen achten. Dieses kennzeichnet Produkte, die in Bezug auf Qualität und geringer Umweltbelastung die Mindeststandards erfüllen.

Bereits im Rahmen der Produktion werden im sogenannten Retortenverfahren umweltschädliche Stoffe aufgefangen und destilliert, die sonst beim Grillen entweichen würden. Ein weiterer Grund für die heimische Holzkohle: Da sie aus unbehandeltem Holz hergestellt wird, enthält sie keine Beimischungen, wie beispielsweise Pech.

"Wildes Grillen" in der Natur – erlaubt oder verboten?

Grill im Freien
Auf Grünanlagen darf ein Feuer nur an ausgeschilderten Grillplätzen entfacht werden.

Immer wieder stößt man auf Grillrunden in der Natur oder im Park, ohne dass es sich um eine offizielle Grillstelle handelt. Dieses "wilde Grillen" ist entgegen dem Volksglauben kein Kavaliersdelikt, fast überall verboten und wird mit empfindlichen Strafen geahndet. Deshalb sollte man das Grillen auf öffentliche Grillplätze beschränken, die es an bestimmten Stellen in Parks sowie in Freibädern gibt. Zudem kann man in vielen Städten Grillplätze kostenlose nach vorheriger Anmeldung nutzen.

Das Verbot des wilden Grillens soll aber nicht nur verhindern, das Menschen spontan an öffentlichen Plätzen Grillpartys feiern. Vielmehr steht die Sicherheit im Mittelpunkt. So kann wildes Grillen vor allem im Sommer gefährliche Schwelbrände oder sogar Waldbrände auslösen.

Lediglich auf Privatgrundstücken ist es mit Erlaubnis des Eigentümers möglich, in der Natur zu grillen. Dabei ist Folgendes zu beachten:

  • Kein Grillen in Waldnähe.
  • Kein Grillen in der Nähe von leicht brennbaren Stoffen.
  • Nur geeigente Grillkohlen oder Briketts verwenden. Auch einfache Lagerfeuer sollten grundsätzlich nur mit unbehandeltem Holz befeuert werden.
  • Der Grill muss einen sicheren Stand haben.
  • Den Grill immer im Windschatten aufstellen. Bei stark auffrischendem Wind das Feuer löschen.
  • Das Feuer oder den Grill niemals unbeaufsichtigt lassen.
  • Vor dem Verlassen der Grillstelle ist sicherzustellen, dass das Feuer vollständig erloschen ist. Die Kohlereste dürfen auf keinen Fall nachglühen.
  • Alle Abfälle müssen wieder mitgenommen oder in den dafür vorgesehenen Abfallbehältern entsorgt werden.

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Bildnachweis
1. "Gesundes und umweltfreundliches Grillen"von Hans / pixabay.com Lizenz: [CC0 1.0] Copyright: [Hans CC0 1.0 / pixabay.com]
2. "Feuer im Grill"von moerschy (pixabay.com) Lizenz: [CC0 1.0]
3. "Steak auf Grillrost über Feuer"von gepharts3d (pixabay.com) Lizenz: [CC0 1.0]
4. "Brennholz"von Hans CC0 1.0 / Pixabay.com Lizenz: [CC0 1.0] Copyright: [Hans CC0 1.0 / Pixabay.com]
5. "Spargel in Speckmantel auf Grill"von András Fehér (feherandras@pixabay.com) Lizenz: [CC0 1.0]
6. "Fisch im Grillkorb"von Gerhild Klinkow (Klinkow@pixabay.com) Lizenz: [CC0 1.0]
7. "Umweltfreundliche Holzkohle aus Buchenholz"von ProFagus Copyright: [ProFagus]
8. "Grill im Wald"von Danielle Walquist Lynch (Danielle Walquist Lynch@flickr.com) [Grill] Lizenz: [CC BY 2.0] Copyright: [zugeschnitten, Farbkorrektur]

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