Schwedenfeuer selber machen – Anleitung

Schwedenfeuer selber machen  – Anleitung

Ein gemütliches Feuer für einen romantischen Abend im Freien, bei dem Sie kein einziges Mal Holz nachlegen müssen. Eine schöne Idee? Nein, ein guter Plan, denn so ein Schwedenfeuer selber zu machen ist kein Hexenwerk.

Je nach Gegend werden Schwedenfeuer auch Baumfackel, Schwedenfackel oder Finnenkerze genannt – mancherorts sogar sibirische oder russische Baumfackel. Darüber, wie sie genannt werden oder woher sie wirklich stammen, gibt es keinen Konsens. Wohl aber das stimmungsvolle Licht und angenehme Wärme, die sie ausstrahlen. Wie auch immer Sie es nennen, wenn Sie Ihr Schwedenfeuer selber machen wollen, brauchen Sie dafür nur einen Stamm oder geraden dicken Ast, eine Kettensäge und etwas zum Anzünden.

In der Betriebsanleitung Ihrer Kettensäge finden Sie Sicherheitshinweise, die Sie auf jeden Fall beherzigen sollten, wenn Sie Ihr Schwedenfeuer selber sägen, damit es eine ungetrübte Freude wird. Im Zweifel können Sie sich natürlich auch einfach ein Schwedenfeuer kaufen.

Welches Holz eignet sich für ein Schwedenfeuer?

Generell eignet sich praktisch jedes Holz, wobei die Nadelhölzer aufgrund des Harzgehalts das schönere Flammenbild erzeugen, als die Laubhölzer. Diese zeigen eher Glut als Flammen.

Am häufigsten wird für die Schwedenfackel Kiefern-, Fichten- und Tannenholz verwendet.

Der Stamm: Wie dick, wie hoch, wie vorbereitet?

Es werden nur gerade gewachsene Stamm- oder Astabschnitte verwendet. Sie sollte mindestens 15 cm im Durchmesser besitzen und minimal 30 cm lang sein. In der Breite und nach oben sind im Grunde aber keine Grenzen gesetzt. Doch Stämme, deren gesamte Brenndauer Sie nicht überwachen können, sind nicht sinnvoll. Auch die Handhabbarkeit und die Kettensäge setzen da spätestens bei einem halben Meter Durchmesser und etwa 120 bis 140 cm Höhe automatisch Grenzen.

Abstehende Aststümpfe sollten auf jeden Fall abgetrennt werden. Eine dicke, borkige Rinde, die möglicherweise an vielen Stellen schon lose ist, zur Sicherheit auch entfernen, dann fallen nicht so viele Stücke glühend ab.

Schwedenfeuer sägen – Schnitte

Abhängig vom Stammdurchmesser sind verschiedene Schnitte sinnvoll. Relativ kleine Stämme mit einem Durchmesser bis ca. 20 cm, werden einfach senkrecht geviertelt, bis etwa 10 cm über dem Boden. Bei dickeren Stämmen bis ca. 30 cm Durchmesser werden drei senkrechte Schnitte gemacht (gesechstel) und es bleibt ein Sockel von ca. 15 cm stehen.

Noch dickere Stämme bekommen am besten mehrere Schnitte, etwa in der Form eines Doppel- oder Dreifachkreuzes.

Viertel-Teilung bei kleineren Durchmessern.
Viertel-Teilung bei kleineren Durchmessern.
Drei Schnitte für eine 6er Teilung.
Drei Schnitte für eine 6er Teilung.
Dickere Stämme müssen mehrfach geteilt werden.
Dickere Stämme müssen mehrfach geteilt werden.

Anzünder platzieren – Schwedenfeuer anzünden

Als Anzünder sind Grill-, Ofenanzünder und selbstgemachte Anzünder aus Holzwolle und Kerzenwachs u. ä. gut geeignet. Sie werden in den Schnittpunkten der Sägeschnitte platziert, und zwar möglichst einige Zentimeter tief versenkt.

Ist an dieser Stelle/diesen Stellen nicht genug Platz, einfach noch einmal etwas zusätzlich mit der Motorsäge einkerben, so optimieren Sie Ihr Schwedenfeuer selber – bohren ist natürlich ebenso möglich.

Bei dicken Stämmen wird je Schnittpunkt ein Anzünder platziert. Bei den weniger dicken gibt es nur einen Schnittpunkt in der Mitte zum Platzieren des Anzünders.

Ein mit Holzwolle umwickelter Kerzenstummel eignet sich gut als Anzünder.
Ein mit Holzwolle umwickelter Kerzenstummel eignet sich gut als Anzünder.
Mit einem normalen Ofenanzünder brennt das selbstmachte Schwedenfeuer aber ebenso schnell.
Mit einem normalen Ofenanzünder brennt das selbstmachte Schwedenfeuer aber ebenso schnell.

Wie lange brennt ein Schwedenfeuer?

Bei einem Schwedenfeuer die Brenndauer zu bestimmen, ist schlicht nicht möglich, da es von vielen Faktoren abhängt. Dazu gehören die Holzart, wie trocken das Holz ist, ob es windig ist und natürlich die Größe der Baumfackel selbst.

Im Groben gilt natürlich, je kleiner die Schwedenfackel, umso kürzer die Brenndauer. Wind verkürzt die Brenndauer ebenso.

Ein Beispiel aus der Praxis zur Orientierung:

Ein gut abgelagerter Tannenstamm von rund 25 cm Durchmesser und 125 cm Höhe, hat bei relativer Windstille, im Sommer bei ca. 22 Grad und trockenem Wetter, etwa 4 Stunden und 20 Minuten gebrannt und geglüht. Der Sockel glühte nicht ganz durch.

Tipp: Wenn Sie Ihr Schwedenfeuer selber machen, bohren Sie unten knapp über dem Sockel zusätzliche Löcher durch das Holz, um das Feuer zu intensivieren und damit aber auch die Brennzeit herabzusetzen.

Was ist beim Abbrennen eines Schwedenfeuers zu beachten?

  • Stellen Sie Ihr Schwedenfeuer sicher und möglichst an einer nicht zu windigen Stelle auf.
  • Im Umkreis von 2 Metern sollten keine leicht brennbaren oder empfindlichen Dinge sein.
  • Vorsicht: Es brechen größere brennende und glühende Teile im Verlaufe ab und fallen herunter.
  • Funkenflug sollte jederzeit bedacht werden.
  • Stellen Sie einen Feuerlöscher, einen Eimer Wasser oder Sand griffbereit.
  • Halten Sie eine Schaufel und einen Rechen o. ä. bereit, um glühende Teile zu bergen.
  • Wenn Sie auf dem Schwedenfeuer etwas braten oder kochen wollen, machen Sie das zu Beginn, solange die Fläche oben noch stabil genug ist.
  • Wenn Sie den Untergrund schonen wollen, können Sie einen Schwedenfeuer-Ständer oder eine Schwedenfeuer-Schale verwenden. Auch eine selbstgebaute Feuerstelle (hier geht’s zur Anleitung), ist gut geeignet.

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