Richtig mauern: Alles über Gartenmauer und Ziegelmauer

Eine Gartenmauer friedet das Grundstück ein und kann als Rankhilfe für Pflanzen dienen, Gartengeräte aufnehmen und vor allem Sicht- und Einbruchsschutz bieten. 
Steht die Gartenmauer einmal, müssen Sie sich nicht mehr darum kümmern. Sie haben einmal Arbeit, aber können anschließend den perfekten Sichtschutz genießen.


Wir zeigen Ihnen, wie Sie fachgerecht und angemessen eine Gartenmauer bauen können und informieren Sie umfassend zum Thema Mauern im Außenbereich.

Fundament: Fester Stand für starke Mauern

Mauern benötigen einen sauberen und tragfähigen Untergrund. Als bester Untergrund für eine stabile Mauer gilt zu Recht ein Betonfundament: Erstens bilden Beton und zementgebundener Mörtel eine starke Verbindung, zweitens besitzt der Baustoff die nötige Festigkeit, um eine Steinwand zu tragen.

Voraussetzung für eine gutes Fundament ist vor allem eine sorgfältige Prüfung des Untergrundes: So sollte nicht "auf Sand gebaut werden", auch mögliche Unterspülungen und weiche Erde können die Stabilität des Fundamentes beeinträchtigen. Eine Prüfung durch einen Fachmann kann hier weiterhelfen. Dieser empfiehlt oft eine Schotterpacklage oder Drainage, die dann für Stabilität sorgt.

Mauersteine: Die Qual der Wahl

Eine Gartenmauer kann aus vielfältigen Materialien gebaut werden: Etabliert haben sich in Deutschland vor allem Ziegelmauern und Natursteinmauern. Natürlich sind auch ganz andere, exotische Varianten möglich – hier müssen dann allerdings Mauerverfahren und Mörtelwahl gesondert abgestimmt werden.

Wir zeigen Ihnen in unserem Artikel daher nur die konventionelle Mauer im Dickbettmörtelverfahren aus Ziegeln, Natursteinen oder Sandstein.

Dickbettmörtelverfahren

Dickbettmörtelverfahren

Das Dickbettmörtelverfahrens ist vor allem durch die ca. 1,2 cm dicke Lagerfuge gekennzeichnet. Sie ist die Verbindung zwischen den Steinreihen und im Vergleich zu anderen Verfahren, wie z. B. dem Dünnbettmörtelverfahren, vergleichsweise dick.

Der Vorteil dieses Verfahrens besteht vor allem in der Möglichkeit, durch den Mörtel Korrekturen in der Höhe und senkrechten Ausrichtung vornehmen zu können. Die verwendeten Steine müssen für dieses Verfahren nicht planeben geschliffen sein und sind daher günstiger. Der Nachteil ist ein vergleichsweise hoher Mörtelbedarf.

Mörtel anmischen

Für unerfahrene Heimwerker empfiehlt sich die Verwendung von sogenanntem Fertigmörtel: Dieser wird in einem Sack fertig gemischt angeboten und muss lediglich noch mit Wasser in der auf dem Gebinde beschriebenen Menge vermischt werden.

Am besten wird Mörtel mit einer Mischmaschine angemischt, alternativ kann auch ein ausreichend großer Bottich mit einem Bohrmaschinenquirl verwendet werden. Achten Sie darauf, dass der angemischte Mörtel klumpenfrei ist und eine "schwer-reißende" Konsistenz aufweist.

Der fertige Mörtel wird in einen Transportbottich gefüllt, anschließend kann mit dem Mauern begonnen werden. Anschließend sollte sofort wieder Wasser in die Mischtrommel oder den Mischbottich gegeben werden, damit die Mörtelreste nicht antrocknen.

Mauerfuß: Grundlage einer stabilen Mauer

Erste Mauerreihe

Zunächst muss der Untergrund der Mauer sorgfältig gesäubert werden, dann wird mit einem dicken Bleistift oder Kreide die Länge der Wand auf dem Boden aufgezeichnet. Soll die Mauer in einem Winkel verlaufen, muss die Linie entsprechend angepasst werden. 

Messen Sie nun mit einer Richtlatte und einer Wasserwaage nach, ob im Verlauf der Mauer Unebenheiten vorhanden sind. Diese müssen Sie mit Mörtel ausgleichen. Dann wird die erste Mörtelschicht aufgetragen – die Dicke variiert dabei je nach der Beschaffenheit des Untergrunds. Auf diese erste Mörtelschicht wird dann eine Bitumenschicht gelegt; diese dichtet die Mauer gegen Feuchtigkeit aus dem Boden ab. Auf diese Bitumenschicht wird dann dann eine zweite Mörtelschicht aufgetragen. 

Nun werden die ersten Steine gesetzt: Die Ausrichtung der ersten Steinreihe muss mit großer Sorgfalt erfolgen, wenn's hier schief sein sollte, trifft es die ganze Mauer. Wasserwaage und Winkelmaß sind also Pflicht!

Die Mauer ist fertig!

Nach dem letzten Stein und der Aufbringung der Mauerkrone (hier kann auch eine Mauerabdeckung aus Beton verwendet werden) ist die Mauer fertig und muss nun ein bis zwei Wochen trocknen. Die Mauer darf in dieser Zeit nicht belastet werden, auch Bohren und Anbringen von Gegenständen ist tabu. 

Nach der Trocknungszeit ist die Mauer voll belastbar und stabil. Wir wünschen Ihnen viel Freude an Ihrer neuen Garteneinfriedung.

Richtig Mauern: Stein auf Stein

Mauerecken aufmauern

Nach der ersten Reihe wird weitergemauert: Stein auf Stein wird die Mauer treppenförmig aufgeschichtet. Jeden einzelnen Stein müssen Sie dabei genau auf seine Ausrichtung prüfen, hier helfen Lot und Wasserwaage weiter. An der Ecke wird, Reihe für Reihe, eine Mauerschnur befestigt, welche die genaue Ausrichtung der Steine erleichtert.

Bei der Verlegung der Mauerschnur müssen Sie folgende Dinge beachten:

  • Die obere Längskante des Steins muss auf etwa einen Millimeter an die Schnur herangeführt werden.
  • Die obere Längskante des Steins muss genau parallel zur Schnur verlaufen.
  • Die untere Längskante des Steins muss mit der oberen Längskante der darunterliegenden Schicht in einer Ebene liegen. Es darf keine "Treppe" entstehen.

 

Die gesamte Mauer steht später nur im Lot, wenn Sie bei jedem Stein große Sorgfalt walten lassen.

Übertrage Bewertung...

Bewertung: 3.0 von 5. 2 Bewertung(en). Zur Bewertung auf die Sterne klicken.

Kommentar hinzufügen (oder Link vorschlagen)

Haben Sie eine Anmerkung zu diesem Artikel oder möchten Sie uns eine passende Anleitung zur Verlinkung vorschlagen? Wir freuen uns auf Ihre Rückmeldung!





Sicherheitsabfrage*




* Pflichtfeld  | Bitte beachten Sie die Datenschutzerklärung.


Bildnachweis
1. "Gartenmauer richtig mauern"von Valentijn Tempels / shutterstock.com (shutterstock.com) Copyright: [Valentijn Tempels / shutterstock.com]
2. "dickbettmoertelverfahren"
3. "erste mauerreihe"
4. "mauerecken aufmauern"

Am meisten gelesen


Diskussionen im Garten-Forum