Markisen-Reparatur

Markise über der Terrasse

Eine Markise am Balkon oder an der Terrasse ist praktisch, dekorativ und sehr langlebig. Ewig halten die ausfahrbaren Sonnendächer allerdings auch nicht: Die UV-Strahlen der Sonne setzen ihnen auf die Dauer ebenso zu wie die mechanische Belastung durch das Einrollen und Ausfahren. Manchmal ist es auch schlicht die Alterung des Materials, die zu Rissen, Löchern oder offenen Nähten führt. Und wer bei einem Hagelschauer vergisst, die Markise rechtzeitig einzuholen, hat ebenfalls ein Problem.

Natürlich kann man eine schadhafte Markise neu bespannen – eine Reparatur ist jedoch die weitaus günstigere Lösung. Dazu müssen Sie nicht einmal nähen können, denn viele Reparaturen lassen sich einfach durch Kleben erledigen.

Im Folgenden erfahren Sie nützliche Tipps zum Reparieren unterschiedlicher Schadstellen an Markisen.

Reparaturkleber

Auch wenn die Anwendung nicht schwer ist, ist die Reparatur für einen Klebstoff eine anspruchsvolle Aufgabe: Der verwendete Reparaturkleber muss für Textilien geeignet, witterungsbeständig und UV-stabil sein. Außerdem muss er die Belastungen durch Windbewegungen und durch das Ein- und Ausfahren der Markise aushalten – er muss also elastisch aushärten.

Übrigens: Gewebe aus den Kunststoffen Polyethylen (PE) und Polypropylen (PP) können nicht geklebt werden, man kann sie nur schweißen. Beschichtungen aus Polytetrafluorethylen (PTFE, Handelsname Teflon) verhindern ebenfalls dei Haftung des Klebers.

Diese Kunststoffe sind aber eher Ausnahmen. Bei allen anderen dürfte die Markisen-Reparatur kein Problem darstellen – lesen Sie selbst!

Material und Werkzeug

  • Spezieller Markisenreiniger oder Wasser mit etwas Spülmittel
  • Reparaturkleber
  • Klebeband, Federklemmen oder Wäscheklammern
  • Cuttermesser, Schere
  • Bei größeren Schäden ein Stück vom gleichen oder von einem ähnlichen Stoff

Markisen reparieren Schritt für Schritt

Klebeflächen reinigen

Schmutz, Grünbelag oder Fette behindern die Haftung des Klebers. Säubern Sie also zunächst mindestens die Klebeflächen mit Markisenreiniger oder Spülmittellösung und befreien Sie sie von Algen oder Moos. Bei der Gelegenheit können Sie auch eine Komplettreinigung vornehmen – Hauptsache, der Stoff trocknet anschließend wieder vollständig.

Stoff verkleben

Unterschiedliche Schadensbilder verlangen unterschiedliche Vorgehensweisen. Bewährt haben sich folgende Techniken:

Kleinere Risse mit leichter Überlappung verkleben

Auf eine der zu verklebenden Flächen tragen Sie einige Raupen des Reparaturklebers auf. Bedenken Sie dabei, dass der Kleber nicht nur die benachbarten Stoffbahnen verbinden, sondern die Reparaturstelle auch abdichten soll.

Legen Sie den anderen Rand des Risses auf die Klebestelle und fixieren Sie die geschlossene Lücke mit Klebeband oder je nach Position der Schadstelle mit Klemmen oder Wäscheklammern. So kann der Stoff nicht verrutschen, während der Kleber aushärtet. Dieses sogenannte Vernetzen des Klebers kann einige Zeit dauern – in der Regel mindestens 24 Stunden. Beachten Sie dazu die Anweisungen des Klebstoff-Herstellers!

Große Risse mit Flicken reparieren

Ein größerer oder unregelmäßig verlaufender Riss in der Markise lässt sich meist nicht mehr durch Überlappen schließen. Hier kommt ein Flicken zum Einsatz.

Schneiden Sie den Flicken so zu, dass er die Reparaturstelle reichlich bedeckt. Der Kleber wird in diesem Fall auf eine Seite des Flickens aufgetragen. Legen Sie anschließend den Flicken mit der Klebeseite von oben auf den Riss und streichen ihn sorgfältig faltenfrei fest.

Es kann hilfreich sein, wenn die Ränder der Schadstelle währenddessen von unten mit Klebeband zusammengehalten werden. In jedem Fall sollten Sie den Flicken nach dem Auflegen wie oben beschrieben fixieren und die Schadstelle wieder ausreichend lange härten lassen.

Bei wirklich großen Fehlstellen kommt man bei der Markisen-Reparatur nicht ohne einen zweiten Flicken aus, der von unten ebenso gegen den Riss geklebt wird.

Kleine Löcher kleben

Hier genügt es für eine gelungene Reparatur häufig, wenn man von oben einen kleinen Streifen oder Punkt Markisenstoff auf das Loch klebt. Sehr kleine Löcher kann man einfach mit dem Kleber füllen.

Markisen-Naht kleben

Sind beispielsweise im Randbereich Nähte aufgeplatzt, kann man sie mit etwas Geschick, passendem Kunststoffgarn und einer kräftigen Nadel neu vernähen. Doch auch wer keine entsprechenden Fertigkeiten vorweisen kann, kommt – wieder mit Reparaturkleber – ans Ziel.

Zunächst wird wieder der Markisenstoff beidseits des Nahtverlaufs gesäubert. Anschließend muss er trocknen, dann benetzt man die zu schließende Naht auf einer Seite mit dem Klebstoff. Tragen Sie ihn lückenlos auf, sonst kann später durch die nicht ganz geschlossene Naht Wasser eindringen.

Auch die reparierte Naht wird während des Härtens fixiert. Meist sind hier Klammern oder Federklemmen die praktischste Lösung, aber auch ein Klebeband macht sich dabei nützlich.

Tipps für eine gelungene Markisen-Reparatur

  1. Beginnt es während der Aushärtezeit des Klebstoffs zu regnen, müssen Sie die Markise einrollen. Damit dabei keine ungewollten Verbindungen entstehen, legen Sie PE-Folie großzügig über die Reparaturstelle. Das kann eine Einkaufstüte, ein sauberer Müllbeutel oder Frischhaltefolie sein. Rollen Sie die Folie mit ein und fahren Sie die Markise nach dem Regenschauer sofort wieder aus.
  2. Gut gepflegte Markisen halten länger. Dazu gehört vor allem die richtige Reinigung. Hier genügt klares Wasser mit einem Schuss Spülmittel vollkommen. Wer möchte, kann auch einen speziellen Markisenreiniger kaufen. Scharfe Mittel oder Hochdruckreiniger sind dagegen tabu.
  3. Vorausdenken lohnt sich: Kaufen Sie bei der Anschaffung einer Markise gleich noch ein Reservestück des Bespannstoffs dazu, dann haben Sie im Fall der Fälle gleich einen passenden Flicken zur Hand.

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Spekulat , d. 02-05-17 18:12:

Die Tipps zur Reparatur von Markisen sind sehr hilfreich, aber ein wesentlicher Punkt fehlt mir:
Wie komme ich im 10 . Stock eines Hochhauses von der Außenseite (Oberseite der Markise) zum Reparieren an die defekten Stellen.
Es soll zwar dort demnächst ein Gerüst gebaut werden, doch eine 2m entfernte schadhafte Stelle wird man dann trotzdem im ausgefahrenen Zustand nicht erreichen können. Dafür sind die Arme einfach zu kurz!

Jenny Eckhardt , d. 08-03-17 09:49:

Unsere beiden Markisen sind schon knapp zwei Jahre alt und haben mittlerweile Risse und Löcher. Nicht nur das es unattraktiv ist, erfüllen die Markisen so auch nicht ihren Zweck. Gut das es solche Seiten gibt, wo Anweisungen zu finden sind, wie man Schritt für Schritt solche Fehler beheben kann.

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