Untergrund für eine Terrasse vorbereiten

Damit man auch lange Freude an einer selbst gepflasterten Terrasse hat, muss nicht nur die Planung, sondern auch die Ausführung sorgfältig erfolgen. Dazu gehört unbedingt das fachgerechte Anlegen des Unterbaus, der aus mehreren Materialschichten besteht und mehrfach verdichtet wurde.

Ohne einen fest verdichteten Unterbau für die Terrasse werden Betonplatten oder Pflastersteine absinken und unterspült. Setzungs- und Materialschäden sind dann unausweichlich. Daher sollte man genau planen und verstehen, welche Materialien und Vorbereitungen nötig sind, wie man die Terrassefläche absteckt, den Aushub vornimmt, die Randsteine setzt und die Tragschicht anfüllt.

Nur so lässt sich die Freude an der neu angelegten Terrasse lange erhalten und können viele gemütliche Stunden mit Freunden oder der Familie darauf verbracht werden.

Wie die Fläche vorbereiten?

Vor dem Bau einer Terrasse sollte man sich die notwendigen Materialien möglichst bis vor die Haustür, noch besser bis an die Arbeitsfläche im Garten liefern lassen. Für eine Steinterrasse werden zusätzlich zu Terrassenbelag und -einfassung noch Schotter oder Kies als Material für den Terrassenuntergrund benötigt. Für das Abstecken der Fläche braucht man eine Richtschnur, Metall- oder Holzpflöcke, einen Hammer, eine Wasserwaage und ein längeres Holzbrett. Spaten, Schaufel, Spitzhacke und Schubkarre können für den Aushub wichtig sein. Randsteine, ein Hammer und Beton sind für das Setzen der Randeinfassung nötig.

Mit einem Handstampfer kann man den Unterbau der Terrasse verdichten. Möchte man allerdings schnell, effektiv und professionell arbeiten, sollte man sich beim Baustoffhändler oder über den Werkzeugverleih (siehe Branchen-Fernsprechbuch) eine Rüttelplatte ausleihen. Die Mühe lohnt sich, denn mit einem einfachen Handstampfer lässt sich kaum ein so fester Untergrund schaffen wie mit dieser leicht zu bedienenden Maschine.

Wie die Fläche abstecken?

Beim Bau einer Terrasse im Garten sollte die Fläche so angelegt werden, dass man noch ausreichend Platz für die spätere Randeinfassung hat. Das abgesteckte Feld sollte daher der geplanten Terrassenfläche zuzüglich 20cm Arbeitsraum entsprechen.

Am besten man verwendet kurze Holz- oder Metallpflöcke, die mit einem Hammer in den Boden geschlagen werden. Bei einer einfachen rechteckigen Fläche reichen zumeist vier Pflöcke, die mit einer Richtschnur verbunden werden. Die Höhe ist entsprechend der späteren Pflasteroberkante zu wählen, damit sie als Orientierungshilfe für das Verlegen der Terrassensteine und -platten dienen kann.

Außerdem sollte die Richtschnur zwecks Regenwasserablauf ein Gefälle zwischen ein und drei Prozent vom Haus bis zum Garten hin miteinbeziehen. Dieses bestimmt man, indem man eine Wasserwaage auf einfach eine längeres hölzernes Richtscheit in Form eine längeren Brettes legt und entsprechend neigt. Ein Prozent Gefälle bedeutet einen Zentimeter Höhenunterschied pro Meter.

Wie den Unterbau für die Terrasse planen?

Die Wahl des richtigen Fundaments für die Terrasse und der entsprechenden Tiefe des Aushubs hängt von der Festigkeit des Bodens, der erwarteten Belastung, dem geplanten Untergrund und dem gewünschten Terrassenbelag ab. Die Aushubtiefe sollte so gewählt werden, dass Fundament und Terrassenbelag zusammen die gewünschte Höhe unter der Türschwelle erreichen und gleichzeitig auch bündig mit der Rasenkante abschließen.

Will man eine Steinterrasse im Garten pflastern, reicht es in der Regel aus, für den Aushub ca. 30 bis 35 cm Boden abzutragen. Dann hat man genügend Platz die verschiedenen Schichten des Fundaments und der Pflasterung. Bei Terrassen, die aus einer zusammenhängenden Betonplatte bestehen und unter Umständen gefliest sind, sollte man einen Aushub von mindestens 80 cm vornehmen. Bei dieser Art von Terrasse werden nämlich tiefer liegende Streifenfundamente aus Beton für die Bodenplatte benötigt.

Wie den Aushub durchführen?

Für den Aushub der Fläche verwendet man Spaten oder Schaufel mit denen man den nicht tragfähigen Boden wie Lehm oder Mutterboden bis zur gewünschten Tiefe abträgt. Sind viele Steine oder ein harter Boden vorhanden, kann der Einsatz einer Spitzhacke notwendig werden. Mit der Schubkarre kann man die gesammelte Erde anschließend oder später abtransportieren. Entweder um die Erde im Garten zu verteilen oder als Biomüll zu entsorgen.

Die beim Aushub entstehende ebene Bodenebene wird auch als Planum bezeichnet. Falls der Terrassenunterbau nicht schon genügend Festigkeit für den weiteren Bau der Terrasse aufweist, muss die Fläche verdichtet werden. Dazu verwendet man den Handstampfer oder die Rüttelplatte. Es dürfen keine Unebenheiten oder Senken bleiben, wo sich Regenwasser ansammeln kann. Außerdem sollte der Unterbau der Terrasse entsprechend des gewählten Gefälles verlaufen. Zur Kontrolle kann man wieder das Holzbrett und die Wasserwaage heranziehen.

Wie die Randeinfassung ausführen?

Mit einer Randeinfassung wird verhindert, dass der Terrassenbelag und die darunterliegenden Schichten des Terrassenunterbaus seitlich wegrutschen. Deshalb werden Rasenkantsteine aus Beton- oder Naturstein, Pflastersteine, Palisaden, L-Steine oder Mauerscheiben in ein erdfeuchtes Betonbett von 10 bis 20 cm Stärke gesetzt und entlang der zuvor gespannten Richtschnur ausgerichtet. Bei Betonsteinen verwendet man einen Gummihammer, bei Naturstein kann man auch einen Metallhammer einsetzen.

Als weitere Stabilisierung wird einer Randeinfassung aus Randsteinen oder einer Läuferreihe aus Pflastersteinen an der Außenseite zusätzlich Beton als Rückenstütze angehäuft und festgeklopft. Dabei sollte man darauf achten, dass das Betonfundament nicht zu hoch geführt wird, da angrenzender Rasen in Trockenperioden sonst vergilben kann. Und wenn man außerdem beim Verlegen der Terrassenplatten oder Steine möglichst wenig schneiden möchte, sollte man die Position der Randeinfassung bzw. die Größe der Terrasse entsprechend wählen.

Wie das Fundament für die Terrasse anlegen?

Frostschutzschicht und Tragschicht werden aus Kies- oder Schotter (Mineralmischung oder RCL) angelegt. Sie dienen dem Frostschutz und der Durchlüftung des Bodens. Bei Kies sollte man eine Körnung von 0 bis 32 mm verwenden und eine Schichtdicke von mindestens 10 cm einplanen. Schotter ist besonders für stark belastete Flächen zu empfehlen, da eine solche Tragschicht wesentlich tragfähiger als eine Kiestragschicht ist. Der Schotter sollte eine Körnung von 0 bis 45 mm und eine Schichtdicke von 13 cm aufweisen.

Das Material für die Schichten des Unterbaus werdenh erdfeucht mit dem Gefälle auf der Fläche verteilt und mit Handstampfer oder Rüttelplatte mehrfach verdichtet. Man sollte das Fundament der Terrasse mindestens drei Mal verdichten und auch nur Schicht für Schicht anfülllen. Alle Schichten für die Terrassenpflasterung sollten drainfähig bleiben, d. h. der natürliche Wasserkreislauf sollte nicht durch das Fundament unterbrochen werden.

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Von: Nga Tran

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    Amalia B , d. 04-04-17 09:55:

    Vielen Dank für diesen Artikel. Aus Zeitmangel werde ich die Terrasse leider nicht selbst anlegen können. Doch dank dieses Artikels habe ich eine Übersicht was der Pflasterbetrieb genau machen muss und worauf sie dabei achten müssen.

    Anna , d. 31-03-17 11:21:

    Super Beitrag, an alles gedacht!

    Hochzeitsforograf Velbert , d. 28-01-15 12:01:

    Danke für den Beitrag, den ich über die Google Suche gefunden habe.
    Hilft mir bei der Planung meiner neuen Terasse schonmal weiter.

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    Bildnachweis
    1. "Terrasse pflastern"von Môsieur J. [version 8.0] (Flickr.com) Lizenz: [CC BY-SA 2.0] Copyright: [Flickr]
    2. "Anlieferung Material für Steinterrasse"von Feiter Copyright: [Feiter]
    3. "Richtschnur spannen für Terrasse"von Feiter Copyright: [Feiter]
    4. "Pflasterfugen-Schema"von CS (heimwerker.de)

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