Marder im Haus

Marder

Marder auf dem Dachboden wieder loswerden

Wenn die Tage im Spätherbst kühler werden, begeben sich viele Steinmarder auf den Weg in ihren Unterschlupf, um sich vor der Kälte zu schützen. Zum Leidwesen vieler Hausbesitzer dringen die Raubtiere gerne ins Haus ein und finden im Dachboden einen gemütlichen Platz zum Überwintern. Hier ist es warm, trocken und häufig gibt es in unmittelbarer Hausnähe ein großzügiges Nahrungsangebot.

Im Haus richten die Marder schnell großen Schaden an, wenn sie den Dachboden verschmutzen und die Dämmung anfressen, sodass Wärmebrücken entstehen und ein Schimmelbefall droht. Zudem machen die nachaktiven Tiere einen solchen Lärm, dass sie den Anwohnern den Schlaf rauben.

Sie haben einige Möglichkeiten, um gegen die Plagegeister vorzugehen. Doch Achtung: Ein eigenmächtiges Einfangen oder gar Töten der Marder ist für Hausbesitzer rechtswidrig.

Marder richten großen Schaden an

Marder sehen possierlich aus, und gelten dennoch als einer der unliebsamsten Schädlinge, die sich im Haus einnisten können. Der Marder verdreckt den Dachboden mit Kot und Urin und schleppt als Fleischfresser stinkendes Aas in sein Versteck. Zudem bedient er sich freudig an der Dachdämmung und nutzt diese als weiches Nistmaterial. Auf diese Weise können sogenannte Kältebrücken entstehen, die eine Schimmelbildung im Dachbereich begünstigen. Nach einigen Wochen ist der gesamte Dachboden zerstört und es stehen kostspielige Sanierungsarbeiten an.

Damit es gar nicht erst zu Schäden am Haus kommt, gilt es, einen Marderbefall frühstmöglich festzustellen und die Tiere artgerecht zu vergrämen. Wir haben für Sie die Anzeichen zusammengestellt, an denen Sie erkennen, dass ein Marder unter Ihrem Dach lebt.

4 Anzeichen, dass ein Marder unterm Dach lebt

Marder
Marder sind nachtaktive Raubtiere und schleppen erlegte Beute in ihr Versteck auf dem Dachboden.

1. Krabbelgeräusche: Marder sind keine Dauergäste. Sie kommen nachts oder morgens in ihr Versteck, um sich tagsüber von einer aktiven Nacht zu erholen oder nachts ihre Beute in Sicherheit fressen zu können. Wenn Sie also nachts im Bett liegen und Krabbelgeräusche hören, könnte sich ein Marder auf dem Dachboden befinden. Seien Sie zwischen April und September besonders aufmerksam – zu dieser Zeit sind die Marder besonders aktiv.

2. Kotspuren und Pfotenabdrücke: Finden Sie Kotspuren oder feuchte Ecken auf dem Dachboden, ist von einem Marderbefall auszugehen. Die Tiere markieren auf diese Weise ihr Revier und halten andere Artgenossen fern. Zudem können auf dem oft staubigen Fußboden kleine Pfotenabdrücke entdeckt werden, die einen unliebsamen Untermieter verraten.

Dachisolierung angefressen
Marder nutzen die Dachisolierung gerne als Nistmaterial und richten hier großen Schaden an.

3. Nahrungsreste: Steinmarder sind Raubtiere und Allesfresser: Kleine Mäuse, Vögel und organische Abfälle aus öffentlichen Mülltonnen stehen ganz oben auf ihrer Nahrungsliste. Im Gegensatz zu vielen anderen Tieren tragen Marder ihre Beute in ihr Versteck. Das bedeutet, dass die Tiere den Dachboden zusätzlich mit Aas und Nahrungsteilen verschmutzen. Wenn Sie Knochen, Federn oder andere Nahrungsmittel auf Ihrem Dachboden finden, können Sie sich über einen akuten Marderbefall sicher sein.

4. Löcher in der Dachisolierung: Die Dachisolierung ist ein besonders beliebtes Nistmaterial, das dem Marder in Massen zur Verfügung steht und leicht für die flinken Akrobaten zu erreichen ist. Die Raubtiere fressen große Stücke heraus und schleppen sie in ihr Versteck, wo sie die Dämmung zur Auspolsterung und Isolierung einsetzen. Es ist daher wichtig, den Dachboden regelmäßig auf Fraßspuren zu kontrollieren. Ist ein Loch in die Dachisolierung gefressen, kann sie ausgetauscht werden, bevor Schimmelsporen entstehen und weiteren Schaden anrichten.

Marderschutz im Haus: Marderabwehr steht an erster Stelle

Marder
Marder sind scheue Tiere. Sie werden das Wildtier nur sehr selten zu Gesicht bekommen.

Um einen Marder effektiv vertreiben zu können, muss in einem ersten Schritt festgestellt werden, wie das Tier ins Haus gelangen konnte. Hier kommen bisher unentdeckte Mauerlöcher und Belüftungsschlitze oder Regenrinnen als Zugangsmöglichkeiten in Frage.

Die Steinmarder sind gute Kletterer und können leicht über angebaute Garagen oder Vordächer in höhere Etagen gelangen. Dabei reichen dem Tier Öffnungen von rund fünf bis sechs Zentimetern – generell gilt hier: Wo der Kopf des Marders durch passt, gelangt auch der restliche Körper rein.

Optimalerweise kombinieren Sie mehrere Abwehrmethoden: Verschließen Sie offensichtliche Zugänge und greifen Sie zusätzlich auf elektronische Hilfsmittel zur Vergrämung zurück, um Ihren Dachboden dauerhaft marderfrei zu halten.

Marder vertreiben durch Aussperren

Steinmarder
Suchen Sie alle Einstiegsmöglichkeiten rund ums Haus. Bedenken Sie hierbei: Marder sind sehr gute Kletterer.

Sind die Zugangswege des Marders gefunden, heißt es diese langfristig zu verschließen und unzugänglich zu machen. Dabei sollte beachtet werden, dass der Marder gerade nicht im Haus ist: Arbeiten Sie also nachts, wenn er wahrscheinlicherweise auf Nahrungssuche unterwegs ist. Diese Vorgehensweise ist im Dunkeln etwas komplizierter, anschließend muss das Tier jedoch nicht mehr durch einen Kammerjäger in eine Lebendfalle gelockt und wegtransportiert werden.

Da Steinmarder Gewohnheitstiere sind, geben sie nur ungern einen bewährten Unterschlupf auf. Es ist daher besonders wichtig, das Haus rundherum auf mögliche Schwachstellen zu kontrollieren, etwa offene Kellerfenster, Dachluken oder Löcher an der Hausfassade.

Die Steinmarder versuchen mit erstaunlicher Beharrlichkeit, einen anderen Zugang zum Unterschlupf zu schaffen – was ihnen häufig auch gelingt. Selbst wenn der Marder für einige Tage nicht mehr auftaucht, sollten Sie dennoch regelmäßig das Haus nach neuen Einstiegsmöglichkeiten absuchen.

Achtung: Während der Schonzeit dürfen Marder nicht ausgesperrt werden, da sich Nachwuchs im Dachboden befinden könnte.

Marderschreck und Marderfalle

Marderzeichnung
Der Marder ist ein Raubtier und Allesfresser.

Im Gegensatz zum Fangen ist das Vergrämen, also das tierfreundliche Verjagen, auch Hausbesitzern und zudem ganzjährig erlaubt. Hierbei ist jedoch Ideenreichtum gefordert, um dem Tier den Unterschlupf so unansehnlich wie möglich zu gestalten.

Als erste Maßnahme ist laute Musik zu nennen. Stellen Sie ein Radio im Dachboden auf und lassen Sie es bewusst abends laufen. Laute Geräusche und Gespräche schrecken das scheue Tier ab, woraufhin es den Ort im besten Fall bereits meidet. Wenn Sie wissen, wo sich der Marder aufhält, kann auch schon ein lautes Klopfen helfen.

Auch ein Umräumen und kräftiges Säubern des Dachbodens mit scharfen Reinigern kann der Marder gar nicht vertragen. Wenn Sie auf chemische Reiniger verzichten möchten, können Hausmittel, wie kraftstoffgetränkte Lappen und Hunde- bzw. Katzenhaare, die die feine Nase des Steinmarders reizen, eine ansprechende Alternative sein. Sie sind in ihrer Wirkung allerdings nicht belegt.

Effektiv wirken elektronisch Ultraschallgeräte, sie erhöhen die Erfolgsquote beim Vergrämen: Die Geräte erzeugen für den Menschen nicht hörbare, wechselnde Frequenztöne (Pfeiftöne), die für den Marder äußerst unangenehm sind. Richten Sie die Geräte sowohl auf das Nest als auch auf die Einstiegslöcher aus, um einen möglichst hohen Erfolg bei der Marderabwehr zu erzielen.

Die Marderfalle klingt zunächst überzeugend, verspricht aber nur wenig Erfolg. Zunächst dürfen Marder aufgrund des Jagdrechts nur behördlicherseits durch zuständige Förster und Jäger gefangen werden. Außerdem wird sich in diesem freigewordenen Revier schon bald ein neuer Marder einfinden. Damit ist das Problem nicht gelöst, sondern nur um einige Zeit verschoben.

Marderabwehr: Jagdrecht und Schonzeit beachten

Marder outdoor
Marder verstecken sich in freier Natur in geschützte Höhlen und Mauerritzen.

Steinmarder dürfen durch Hausbesitzer nicht eingenständig gefangen und wegtransportiert werden. Wenn Vergrämungsmaßnahmen keine Wirkung zeigen, muss ein Kammerjäger oder Jäger beauftragt werden.

Auch Schädlingsbekämpfer dürfen die Wildtiere lediglich fangen. Die Experten sind jedoch besonders gut im Aufspüren versteckter Einstiegsmöglichkeiten. Ein Töten der Marder obliegt stets dem zuständigen Jäger (Jagdrecht), jedoch auch nur außerhalb der Schonzeit. Andernfalls besteht die Gefahr, dass man eine Mutter von ihren Jungtieren trennt, die dann auf dem Dachboden verhungern müssen. Die meisten Jungen werden übrigens zwischen März und Juli geboren, daher sollte auch ein gezieltes Aussperren der erwachsenen Tiere zu dieser Zeit vermieden werden.

Die Schonzeit der Steinmarder reicht von Februar bis Oktober.

Marder (Buntmarder)

Nicht nur der Dachboden im Haus, sondern auch das Auto kann ein beliebtes Revier des Steinmarders werden. Hier verstecken die Tiere sich im Motorraum und zerfressen Schläuche. Wie Sie Ihren Wagen mardersicher machen, erfahren in unserem Beitrag Marder im Auto.

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Manfred , d. 17-07-15 18:09:

Marder richten sich häufig auf dem Dachboden eine Pinkel- / Kotecke ein und schleppen Aas zu ihrem Versteck. Richtig teuer wird es, wenn sie die Dachisolierung verwüsten. Dies gibt dann Schäden im vierstelligen Bereich. Hier hilft häufig nur noch eine Lebendfalle (außerhalb des Schutzzeitraums) oder Ultraschall-Geräte (z.T. sind diese mit Bewegungsmelder und Lichtblitz kombiniert.

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Bildnachweis
1. "Marder im Haus" (Pine Marten) von Oliver Clarke (OliverC999), https://www.flickr.com/, Lizenz: CC BY 2.0, zugeschnitten, Farbkorrektur
2. "Marder bei Nacht" (American marten) von Kameron Perensovich (perensovichk), https://www.flickr.com/, Lizenz: CC BY-SA 2.0, zugeschnitten, Farbkorrektur
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4. "Marder auf dem Weg" (Originalbild): Lubos Houska (LubosHouska), Lizenz: CC0 1.0 / pixabay.com
5. "Steinmarder im Rohr": Martes foina Bartholomäberg, Anton-kurt / Wikimedia Commons, Lizenz: Gemeinfrei
6. "Marder Schema" (n101_w1150) von Biodiversity Heritage Library (BioDivLibrary), https://www.flickr.com/, Lizenz: CC BY 2.0, zugeschnitten, Farbkorrektur
7. "Steinmarder zwischen Holz": Martes foina Bartholomäberg, Anton-kurt / Wikimedia Commons, Lizenz: Gemeinfrei
8. "Buntmarder" (Originalbild): Dieter (hellinger14), Lizenz: CC0 1.0 / pixabay.com

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