Holzdecke streichen

Holzdecke streichen

Helle Decken "vergrößern" den Raum

Eine dunkle Holzdecke wirkt schnell erdrückend, bietet aber ihre Vorteile bei der Raumakkustik und dem Wohnklima. Sie einfach zu entfernen oder zu verdecken, ist daher nicht immer eine optimale Lösung. Besser ist es, sie zu belassen und nur optisch anzupassen. Beispielsweise indem sie einen neuen Anstrich erhält und freundlicher gestaltet wird.

Wenn es Ihnen also um eine modernere Gestaltung und mehr Helligkeit geht, sollten Sie Ihre Holzdecke weiß streichen oder zumindest in einem sehr hellen Ton. Das bedarf einer guten Vorbehandlung, damit durch den Anstrich keine bräunlichen Verfärbungen durchschlagen.

Bei der Auswahl des Materials gibt es mehrere Möglichkeiten. Letztlich ist es Geschmackssache, ob Lack, Lasur, Kreidefarbe oder andere Farben eingesetzt werden, solange der Untergrund richtig vorbereitet und sorgfältig gearbeitet wird.

Farbe beziehungsweise Lack für die Holzdecke auswählen

  • Wer die Maserung erhalten möchte, greift zu einer Lasur, die ausreichende Transparenz mitbringt. Nicht nur die Maserung, sondern auch die ursprüngliche Farbe scheint damit durch. Die Veränderung ist also weniger stark.
  • Wem die Holzstruktur wichtig ist, aber deckend streichen möchte, entscheidet sich für Lack. Aber auch Lack ist nicht gleich Lack. Es gibt sogenannte Acryllacke, Kunstharz- oder Naturharzlacke. Hier empfiehlt sich, zugunsten der eigenen Gesundheit und auch im Sinne der Umwelt, die Anwendung lösungsmittelfreier Lacke.
  • Wer in wenigen Aufträgen stark deckend streichen möchte und dabei nichts dagegen hat, wenn der Pinselstrich oder die Struktur der Farbrolle zu sehen ist, der ist mit Kreidefarbe gut bedient. Die ist stark deckend und es gibt sie ebenfalls lösungsmittelfrei.

In dieser Anleitung zum Thema »Holzdecke streichen« wurde, neben der isolierenden Grundierung, eine Kreidefarbe mit anschließender Versiegelung benutzt. Kreidefarbe wird sehr viel bei dem sogenannten »Shabby chic-Stil« verwendet. Mit ihr werden matte, pudrige Oberflächen erzielt. Auch die passende Versiegelung ist darauf ausgelegt, diese Optik zu erhalten.

Anders als beim Shabby chic schleifen wir keine Kanten nach dem Anstrich an und beabsichtigen keinen »used look«. Es steht aber natürlich jedem frei, diese spezielle Optik auch bei seinem DIY-Projekt »Holzdecke streichen« umzusetzen.

Wichtiger Tipp zur Farbauswahl

Bei der Auswahl von Grundierung, Farbe und gegebenenfalls Versiegelung bitte nach Möglichkeit nur ein Farbsystem eines Herstellers verwenden. Die Materialien und Inhaltsstoffe sind aufeinander abgestimmt, was unliebsame Überraschungen verhindert. Besonders wichtig ist, keine wasserbasierten und beispielsweise kunstharzbasierten Farben zusammen bzw., nacheinander zu verwenden.

Ein erster Hinweis ist bereits die Angabe zur Reinigung von Pinseln und anderen Arbeitsgeräten. Wenn dort Wasser genannt wird, dann handelt es sich auch um eine Farbe auf Wasserbasis. Werden dort Verdünner, Pinselreiniger u. ä. empfohlen, ist die Farbe eine lösungsmittelhaltige Farbe oder Ölfarbe.

Material und Werkzeugbedarf

Konturen können mit Schleifschwämme geschliffen werden

Schutzmaßnahmen:

  • Arbeitsbekleidung, Srbeitsschuhe, Kopfbedeckung
  • Arbeitshandschuhe
  • Schutzbrille
  • Staubschutzmaske

Werkzeug:

Material:

Schritt 1: Holzdecke entfetten

Für den Fall, dass die Holzdecke in der Küche ist, oder früher einmal geölt wurde bzw., mit Holzpflegemitteln behandelt wurde, muss sie zunächst mit einem Entfetter bearbeitet werden, damit die Farbe auf dem Untergrund haftet. Richten Sie sich hierbei genau nach der Gebrauchsanweisung und decken Sie das Umfeld gut ab.

Schritt 2: Holzdecke anschleifen

Da eine Holzdecke in der Regel starke Vertiefungen zwischen den einzelnen Brettern oder Paneelen hat, ist der Einsatz einer Schleifmaschine allein nicht gut möglich. Mit einem Schleifschwamm oder -vlies kommen Sie einfacher in die Vertiefungen.

Je nach Art der Holzdecke, Stärke der Struktur und Gesamtfläche lohnt sich der Einsatz einer Schleifmaschine unter Umständen überhaupt nicht. Geschliffen wird immer nur in Richtung der Struktur. Wichtig ist, dass im Ergebnis die gesamte Fläche mit den Vertiefungen ausreichend angeraut und damit tragfähig ist.

Holzfläche sorgfältig schleifen.
Holzfläche sorgfältig schleifen.
Oberfläche anfeuchten, damit sich die Fasern aufstellen.
Oberfläche anfeuchten, damit sich die Fasern aufstellen.

Schritt 3: Holzdecke vor dem Streichen vom Schleifstaub befreien

Schleifstaub abfegen oder besser absaugen.
Schleifstaub abfegen oder besser absaugen.

Der Schleifstaub kann am besten abgesaugt werden.

Alternativ eignet sich aber auch ein Besen oder Handfeger. Hierbei muss jedoch damit gerechnet werden, dass Schleifstaub in kleinen Ritzen liegen bleibt und der herabfallende Staub für eine enorme Luftbelastung sorgt.

Danach die Decke mit einem feuchten Tuch abwischen, damit sich die feinen Fasern des Holzes vor dem Streichen aufrichten. Diese nach dem Trocknen durch einen weiteren leichten Schliff entfernen und die Decke nochmal absaugen.

Es ist wichtig, hierbei gründlich zu sein, da verbliebener Schleifstaub die Grundierung eventuell einfärbt und auch die Tragfähigkeit herabsetzt. Die feucht gereinigte Decke muss vor dem nächsten Schritt gut trocknen.  

Schritt 4: Arbeitsumfeld abdecken und Wände abkleben

Falls nicht bereits vor dem Abschleifen geschehen, sollten jetzt alle angrenzenden Flächen abgeklebt und der Boden abgedeckt werden. Verwendet werden können hierfür Malerkrepp, Malervlies, Abdeckplanen oder Malerfolie.

Schritt 5: Sprühen oder Streichen der Holzdecke

Angrenzende Flächen exakt abkleben
Angrenzende Flächen exakt abkleben

Bei dieser Frage muss unterschieden werden, ob es wirklich um sprühen aus der Sprühdose geht oder, um das Spritzen mit einer Spritzpistole und einem Kompressor geht.

Die Sprühdose ist aus mehreren Gründen nicht empfehlenswert. Zum einen geht viel Material verloren und setzt sich in der Umgebung ab. Zum anderen sind Sprühdosen nicht dazu geeignet senkrecht nach oben zu sprühen. Spraydosen sollten beim lackiervorgang stets senkrecht gehalten werden. Es kann nur mit Atemschutz gearbeitet werden und es ist auch nicht sehr umweltfreundlich.

Das Spritzen wiederum wäre möglich, ist aber aufgrund der erforderlichen Übung eher etwas für Profis. Davon abgesehen ist die erforderliche Ausstattung, in einer vernünftigen Qualität, erheblich teurer als Pinsel und Co.

Achtung bei der Verwendung von Lacken:

Wer mit Lack streicht, muss zwischen jeder Schicht erneut leicht schleifen (mit ganz feinem Schleifpapier z. B. Körnung 240) und den Schleifstaub entfernen. Dieser Zwischenschliff schafft eine ausreichende Tragfähigkeit für die nachfolgende Lackschicht. Nach der Grundierung sind beim Lackieren etwa zwei bis drei Anstriche nötig, um einen deckenden Anstrich zu erreichen. Dafür entfällt bei Lack die Versiegelung.

Wichtig: Jeder Anstrich muss gut trocken vor jedem weiteren Schritt (bitte Angaben auf der Verpackung beachten).

Schritt 6: Holzdecke mit Kreidefarbe weiß streichen

Die Kreidefarbe muss vor dem Anstrich gut gerührt werden. Anschließend wird sie genau wie die Grundierung gestrichen. Allerdings ist Ihre Konsistenz dicker. Sie deckt sehr gut. Wer sie sehr sorgfältig aufträgt, hat meist schon nach einem Anstrich und der zuvor erfolgten, ebenso sorgfältigen Grundierung, die gewünschte Deckung erreicht. Die Holzstruktur ist bei einem Anstrich mit Kreidefarbe normalerweise nicht mehr erkennbar.

Ob man die Kreidefarbe mit dem Pinsel (alternativ: kleiner Quast) oder der Rolle streicht, ist Geschmackssache. Beim Anstrich mit einem Quast oder Pinsel ist der Pinselstrich sichtbar und das ist ein gewollter Effekt bei der Verarbeitung von Kreidefarbe. Wer mit der Rolle (Rollen für Acrylfarbe benutzen) arbeitet, bekommt eine klassische Rollenstruktur.  

Absätze und Rillen mit einem kleinen Pinsel vorstreichen.
Absätze und Rillen mit einem kleinen Pinsel vorstreichen.
Flächen für einen gleichmäßigen Anstrich möglichst rollen.
Flächen für einen gleichmäßigen Anstrich möglichst rollen.

Tipps zur verarbeitung von Kreidefarbe

Wer zuvor noch nie mit Kreidefarbe gestrichen hat, sollte es mal auf einer kleinen Fläche ausprobieren. 

Holzdecke mit kreidefarbe streichen

Kreidefarbe zerfließt nicht zu einer glatten Oberfläche, wie es etwa bei Lack üblich ist. Von daher ist der "Strich" ein sichtbares Gestaltungselement und sollte vorher einfach einmal ausprobiert oder sogar geübt werden, damit man ein Erscheinungsbild bekommt, wie man es sich wünscht. Im Zweifel ist eine Rolle eine gute Wahl, um eine etwas homogenere Fläche zu erhalten.

Der Anstrich sollte vor der Versiegelung auf jeden Fall ganz sicher trocken sein. Im Zweifel lieber etwas über die Zeit der Herstellerangaben hinaus trocknen lassen, da Luftfeuchtigkeit und Temperatur zu leichten Abweichungen bei der benötigten Trocknungszeit der Farbe führen können.

Vorsicht: Die Decke sieht nach diesem Anstrich zwar schon gut und fertig aus, ist aber zu offenporig, um sie leicht reinigen zu können. Von daher ist eine Versiegelung, die schmutzabweisend wirkt und wischfest ist, unbedingt angeraten. Verschmutzungen, beispielsweise durch Insekten, lassen sich dann problemlos feucht abwischen.

Schritt 7: Versiegelung auf die Holzdecke streichen

Auch die klare Versiegelung wird gründlich durchgerührt, obwohl sie keine Pigmente enthält. Es geht darum, alle Inhaltsstoffe gleichmäßig in der Flüssigkeit zu verteilen.

Danach wird die Versiegelung gleichmäßig, dünn aufgetragen. Je nach Struktur der Holzdecke mit Pinsel und kleinem Quast oder einer Rolle. Auch hier wird wieder ausschließlich in Richtung der Holzstruktur gestrichen.

Tipp:

Die Versiegelung ist viel dünnflüssiger als die Kreidefarbe, von daher ist eine kleine Acrylrolle zusammen mit einem kleinen Pinsel für die Vertiefungen hierfür leichter zu handhaben bzw., neigt weniger dazu zu tropfen. Der Pinselstrich der Kreidefarbe bleibt dabei erhalten, wenn diese zuvor mit dem Pinsel aufgetragen wurde.

Nach dem völligen Trocknen bitte kurz prüfen, ob die Holzdecke ausreichend versiegelt ist. Wasser muss auf der Oberfläche Perlen bilden und darf nicht einziehen - es lässt sich mit einem trockenen Tuch vollständig wieder aufnehmen.

Falls nötig einen weiteren Anstrich mit der Versiegelung vornehmen. Bitte bei den Herstellerangaben der Versiegelung prüfen, ob ein Zwischenschliff erforderlich ist.

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