Keller abdichten von außen und innen

Kellerdecke dämmen

Quelle: Wikipedia; Autor: Christian Gahle, nova-Institut GmbH

Eine Kellerdeckendämmung wird unterschätzt. Dabei kann diese Art der Dämmung bereits viele Energiekosten sparen und ist zugleich im Gegensatz zu anderen nachträglichen Dämmungen günstig. Durch die Dämmung der Kellerdecke lassen sich bereits 5-10% der Energiekosten einsparen und Sie bringen zugleich sowohl einen Brandschutz als auch einen Lärmschutz an Ihre Kellerdecke an. Welche weiteren Vorteile sich ergeben, erfahren Sie in unserem Artikel über die Kellerdeckendämmung.

Kellerdämmung richtig angehen

Dämmplatten innen
Dämm-Dränschicht außen

Durch seine Lage im Erdreich stets anfällig für Feuchtigkeit gilt es, besonders auf Sorgfalt bei der Sanierung von Kellerwänden und der Umnutzung von Kellerräumen zu achten. Die aufwändigere Variante ist das Abdichten von Außen, für den Heimwerker leichter selbst durchzuführen ist das Dämmen von Innen.

Wird eine Nutzung als Wohn-, Hobby- oder Fitnesskeller angestrebt, ist die Dämmung der erste Schritt, gemäß den Anforderungen der EnEV, der Energie- Einspar-Verordnung (die Maßgaben zum Einhalten von Dämmwerten der Energie-Einspar-Verordnung (EnEV) gelten, sobald man im oder um den Keller dämmt, um die Räume auf Wohnniveau zubringen).

Kann man von außen dämmen und dichten, muss der U-Wert (Wärmedurchgangskoeffizient) mindestens bei 0,40 W/m²K liegen. Besteht lediglich die Möglichkeit, von innen zu sanieren, müssen nur 0,50 W/m²K erreicht werden. Bei starker Belastung durch Wasser sollte auf die Abdichtung eine Kombination aus genoppter Dämm- und Drainschicht folgen, die Sickerwasser sofort dem Drainrohr zuleitet (siehe Schema rechts).

Soll lediglich die Optik einer Kellerwand wieder hergestellt beziehungsweise verbessert werden, so reicht es, die Beschichtung zu erneuern, am besten mit schimmelresistenten Materialien wie Kalkputz oder Kalziumsilikat-Platten. Ist noch zu viel Salz in der Wand, bringt man einen Sanierputz auf. Er hat einen hohen Porenanteil und kann es in kristallisierter Form speichern, ohne Schaden zu nehmen.

Wo sich allerdings der Altbau einer Rundum-Sanierung widersetzt, der Aufwand in keinem rechten Verhältnis zum Ertrag steht, da sollte man auf höherwertige Nutzung verzichten. Fürs Lagern von Obst, Gemüse, Wein ist das "Kellerklima" genau richtig.

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Nachbesserung von außen: Wände und Keller abdichten

Eine fehlende oder mangelhafte vertikale Abdichtung erdberührter Bauteile, also die Außenabdichtung des Kellers oder des Sockelgeschosses, führt schnell zu aufsteigender Feuchtigkeit. Hier muss die Kellerwand von außen abgedichtet werden.

Sobald die Wasseraufnahme des Grundmauerwerks wieder unterbunden ist, beginnt das schadhafte Mauerwerk zu trocknen. Dann lassen sich weitere Instandsetzungen umsetzen. Perimeterdämmung, Schutz der Abdichtung oder eine Drainage verbessern den Feuchteschutz oft zusätzlich. Die Belastung von der Außenseite her verlangt besondere Maßnahmen.

Hilfreich, aber leider nicht immer durchzuführen, ist eine umfassende Abdichtung der Außenhülle. Denn dazu muss die Kellerwand rund ums Haus freigelegt werden. Die alte Abdichtung wird auf Schäden untersucht. Ist sie fehlerhaft ausgeführt oder nach langer Zeit durchlässig geworden, wird sie entfernt, die Kellerwand wird gesäubert.

Gerade alte Häuser, deren Keller lediglich zur Lagerung von Lebensmitteln gedacht waren, haben oft keinerlei Abdichtung. Drückendes Wasser erfordert ein Schutzsystem aus einer Dränage und zwei Bitumenbahnen oder zumindest zwei Schichten Kaltbitumen, verstärkt durch ein Armierungsvlies. Darauf kommt eine Noppenbahn, vor die ein Dränvlies gesetzt wird, wahlweise Drän-Steine oder Drän-Platten.

Um Zeit zu sparen können auch manchmal Fertigelemente verwenden, bestehend aus Perimeterdämmung (Hartschaum), Dränplatte (verklebte Polystyrolkügelchen, mittig) und Filtervlies. Drückendes Wasser wird gefiltert und nach unten zum Dränage- Rohr geleitet.

Der Ring aus Dränrohren rund ums Haus dient dazu, das Wasser von der Wand weg und ins Kanalsystem oder in einen Sickerschacht zu führen. Vielleicht sind die bestehenden Rohre verschlämmt, beschädigt oder wurden falsch eingebracht.

Die neuen werden etwas unterhalb der Sockeltiefe verlegt, mit einem Gefälle von mindestens 0, 5 Prozent, in eine Schicht aus grobem Kies gebettet und zusätzlich in ein Filtervlies eingeschlagen. Eine komplette Runderneuerung kann mit bis zu 500 Euro pro laufendem Meter zu Buche schlagen.

Auf dem abgebildeten Schema sehen Sie eine komplette Abdichtung: von innen nach außen Dichtung, Dämmung (blau), Dränplatte und Filtervlies, oben der Spritzschutz aus Grobkies, unten das Dränrohr im Kiesbett.

Keller von innen abdichten und dämmen

Nachbarbebauung, Zufahrten und Wege machen es häufig unmöglich, das Untergeschoss von Altbauten vollständig bis zur Fundamentunterkante freizulegen und Dämmungen, Dichtungen sowie Dränagen gemäß DIN 18195 nachträglich anzulegen. Somit bleibt nur das Anbringen bzw. Nachbessern der Dichtung und Dämmung von innen.

Risse im Beton und Mauerwerk können mit Dichtmaterial ausgefüllt werden. Der Kellerboden dagegen wird beispielsweise mit Dichtschlämme gegen aufsteigende Feuchte gesichert, die Wände erhalten eine Horizontalsperre: Mauersägeverfahren, das Eintreiben von Stahlplatten oder das abschnittsweises Aufstemmen sind radikale Methoden – nicht jedes Gebäude verträgt sie.

Gern weichen Hausbesitzer auf die Injektionsverfahren aus: über Bohrlöcher wird heißes Paraffin, eine Silikonharzlösung oder ein anderes Mittel in die Wand eingebracht, das sich dort verteilt und eine wasserabweisende Schicht bildet.

Spezielle Materialien für Wände und Böden

Sanierputze begünstigen die Trocknung des Mauerwerks, weil sie im Vergleich zu konventionellen Putzen mehr Wasserdampfdiffusion zulassen. Dadurch sinkt die Leitfähigkeit für Feuchtigkeit in den Kapillaren des Mauerwerks, wodurch der Feuchtegehalt der Wand mit der Zeit deutlich zurückgeht. Diese Putze bewähren sich seit mehr als zwei Jahrzehnten an geschädigtem Mauerwerk.

Spezialputz und -mörtel für die Innenwand sind eine gute Alternative zur Außendämmung. Wichtig ist dabei vorallem der korrekte Anschluss zur Horizontalabdichtung. Für die Problemzone Boden gibt es Trockenestrichplatten mit hohem Zementanteil. Sie quellen nicht auf und sind immun gegen Schimmel. Um die Abdichtung zusätzlich zu schützen, bieten sich Polysterol-Hartschaumplatten an, die den Wärmeverlust zusätzlich mindern.

Die Wände des Kellers richtig abdichten

Bevor es losgeht, müssen alle Ausblühungen – das sind die auskristallisierten Salze auf der Bauwerksoberfläche – mit einem Hochdruckreiniger entfernt werden. Dann markiert man alle Stellen, wo entweder Feuchtigkeit in den Keller eindringt oder sogar Wasser das Mauerwerk herunterfließt. Der Putz muss in einem Meter Radius um die Stellen herum abgeschlagen werden.

Als nächstes wird eine sogenannte Horizontalsperre eingerichtet. Dafür werden Bohrlöcher in waagerechter Reihe in die Wand gesetzt, um dadurch Dichtflüssigkeit ins Mauerwerk zu bringen. Auf welcher Höhe die Löcher gebohrt werden müssen, hängt von den Gegebenheiten im Keller ab. Daher sollte der Vorgang zunächst mit einem Fachmann durchgesprochen werden. Um die Bohrlöcher wieder zu schließen, verwendet man die passend zur ausgewählten Dichtflüssigkeit angebotene Bohrloch-Suspension.

Dann kann man die Innenwand abdichten: Nachdem die Innenwand mit einer Bürste gesäubert wurde, kann die Verkieselungsflüssigkeit aufgetragen werden. Darauf kommt dann die dazugehörige Dichtschlämme. Um vorhandene Fugen und Unebenheiten zu verschließen, wird die verwendete Dichtschlämme im Verhältnis 1:1 mit Sand vermischt und mithilfe einer Maurerkelle dünn auf die zu egalisierenden Stellen aufgetragen. In die frische Dichtschlämme wird nun ein Vorspritzmörtel eingeworfen, der als Haftbrücke für Sanierputz dient. Soll der Kellerraum später gestrichen oder tapeziert werden, muss auf den Sanierputz noch Feinputz aufgetragen werden.

Um von innen die Belastung durch Feuchtigkeit einzudämmen, können Noppenbahnen mit Kunststoff-Schlagdübeln auf die von Putzresten befreite und mit Mörtel geebnete Wand aufgebracht werden. Lüftungsschlitze oben und unten lassen die Feuchte entweichen. Die Bahn wird verputzt oder kann mit Gipsplatten verkleidet werden.

Noppenbahn befestigen
Putz aufziehen oder ...
... Gipskartonplatte anbringen

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