Womit Styropor schneiden? – Die Wahl des richtigen Werkzeugs

Der Begriff Styropor beschreibt einen weißen Kunststoff, der aus geschäumtem Polysterol hergestellt wird. Im privaten Bereich finden wir Styropor meist verarbeitet in Form von leichtem Verpackungsmaterial oder als Dämmstoffplatten.

Bei der Verarbeitung von Styropor ist zu berücksichtigen, dass das Material leicht brennbar ist und beim Kontakt mit Hitze von knapp über 100 °C schmilzt. Diesen Effekt machen sich spezielle Schneidewerkzeuge zu nutze. Ein heißer Draht gleitet mühelos durch das Material ohne ausfransen der Schnittkanten. Ein normales Messer hingegen ist zum Styropor schneiden ungeeignet. Es kann während des Schneidens stecken bleiben und kleine Styroporkügelchen lösen sich. Kurze, gerade Schnitte können mit einem Cutter ausgeführt werden.

Soll eine große Menge Styropor oder runde Formen geschnitten werden, lohnt sich die Anschaffung eines speziellen Werkzeugs.

Materialliste und Werkzeugbedarf

Materialbedarf:

  • Styropor
  • Stift

Benötigte Werkzeuge (s. Schritt 1):

Schritt 1: Auswahl des Schneidewerkzeugs zum Styroporschneiden

Heißdrahtgerät zum Schneiden von Dämmplatten

Für kleine gerade Schnitte müssen Sie nicht groß in die Trickkiste greifen, sondern nur zum Cutter. Schmale Deckenleisten aus Styropor können mit dem Cuttermesser und einer Gehrungslade mühelos zurecht geschnitten werden.

Längere Schnitte lassen sich mit dem speziellen Schliff eines Dämmstoffmessers einfacher durchführen. Sie sind gut geeignet um Styrodur Dämmplatten zu kürzen und sollten am Besten in Verbindung mit einer Führungsschiene verwendet werden.

Das Profi-Werkzeug zum Styropor schneiden ist das Heißdrahtgerät oder die Thermosäge.

Mit dem durch Strom erhitzten Draht bzw. Messer können präzise Schnitte ohne Verkanten durchgeführt werden. Ein kleines Heißdrahtgerät ist ideal zum Basteln. Das Schneiden runder Formen gelingt problemlos. Die Anschaffung eines großen Heißdrahtgeräts zum Schneiden von Dämmung ist etwas teuerer. Die Maschinen können jedoch im Fachhandel auch gemietet werden.

Schritt 2: Schnittlinie vorzeichnen

Zeichnen Sie die Schnittlinie mit einem weichen Stift auf dem Styropor vor. Für Buchstaben oder andere Formen ist es ratsam vorab eine Schablone aus Karton anzufertigen. Sie können die Schnittlinie dann einfach am Rand nach fahren.

Für gerade Schnitte nutzen Sie ein Lineal oder ähnliches.
Für gerade Schnitte nutzen Sie ein Lineal oder ähnliches.
Mit einer Schablone lassen sich Formen anzeichnen.
Mit einer Schablone lassen sich Formen anzeichnen.

Schritt 3: Styropor schneiden

Schneiden Sie das Material auf einer Werkbank mit kratzfester Unterlage. Bei Verwendung einer Maschine, legen Sie die Styroporplatte auf zwei Böcke und fixieren Sie mit Zwingen.

Schneiden Sie nun mit dem gewählten Werkzeug das Styropor entlang der Schnittlinie. Bei Heißdrahtgeräten oder der Thermosäge warten, bis die Betriebstemperatur erreicht ist, dies können Sie an einem Probestück testen. Dann langsam durch das Styropor gleiten. Mit dem Cutter oder dem Dämmstoffmesser eher zügig arbeiten, so dass die Klinge nicht im Material stecken bleibt.

Fixieren Sie die Styroporplatte mit Zwingen.
Fixieren Sie die Styroporplatte mit Zwingen.
Ziehen Sie die Klinge entlang der Schnittlinie.
Ziehen Sie die Klinge entlang der Schnittlinie.

Styropor kleben und bemalen

Zum Kleben von Styroporplatten ist ein spezieller Styroporkleber am Besten geeignet. Dieser sollte gleichmäßig mit einem Spachtel auf der Fläche verteilt werden. Lassen Sie dabei jedoch etwas Platz zum Rand, so dass der Kleber durch das Andrücken nicht an den Seiten herausquillt.

Für Bastelarbeiten mit Styropor gibt es speziellen Sprühkleber, der auch für andere Materialien geeignet ist. Hier darauf achten, dass nur die Klebefläche mit dem Mittel besprüht wird. In jedem Fall sollte zügig gearbeitet werden, so dass der Klebstoff nicht schon vor dem Kontakt getrocknet ist.

Styropor bemalen können Sie mit Acrylfarbe. Die Farbe sollte jedoch lösemittelfrei sein, da sich das Material sonst buchstäblich auflösen kann. Soll die offenporige Struktur des Styropors später nicht mehr zu sehen sein, vorab eine dünne Spachtelschicht auftragen. Ist diese trocken, kann das Styropor gestrichen werden und die Farbe zieht nicht mehr ein.

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