Boden ausgleichen und vorbereiten

Bodenbeläge sind im Laufe vieler Jahre großen Belastungen ausgesetzt, sodass eine ordnungsgemäße Verlegung erforderlich ist, ohne die Risse und Wölbungen entstehen können. Ebenso wichtig ist ein unbeschädigter sowie ebener Untergrund. Ist er schief oder weist Schäden auf, sollte der Boden ausgeglichen und kleine Schäden mit Spachtelmasse ausbessert werden.

Darüber hinaus wird bei vielen Bodenbelägen eine Trittschalldämmung oder Dampfsperrfolie verlegt. Die Dampfsperrfolie hindert aufsteigende Restfeuchte daran den neuen Bodenbelag zu beschädigen. Während eine Trittschalldämmung weitere kleine Unebenheiten ausgleicht und laute Laufgeräusche dämmt.

Die notwendigen Vorarbeiten können Heimwerker selber ausführen. Vorher sollte geprüft werden, wie groß die Unebenheiten sind und ob sie mit Estrich, Ausgleich- oder Spachtelmasse ausgeglichen werden müssen.

Benötigte Werkzeuge und Hilfsmittel

Zum Ausgleichen des Fußbodens mit Fließspachtel werden folgende Materialien und Werkzeuge benötigt:

  • Grundierung
  • Ausgleichsmasse
  • Randdämmstreifen
  • Rühraufsatz für die Bohrmaschine
  • Eimer
  • Glättkelle
  • Roller oder Quast
  • Besen

Welche Ausgleichsmasse für welche welche Arbeit geeignet ist, hängt vom Untergrund und der Dicke der auszugleichenden Schicht ab. Während Fließspachtel für geringe Unebenheiten geeignet ist, benötigt Fließestrich eine gewisse Dicke um sich gleichmäßig zu verteilen und eine Bruchsicherheit zu erlangen.

Boden grundieren

Vor dem Auftragen der Grundierung muss der Fußboden fett- und staubfrei sein. Im ersten Schritt wird der Untergrund daher gereinigt und von möglichen Belags- und Kleberesten befreit. Danach kann die Grundierung mit Quast, Rolle oder Pinsel aufgetragen werden. Je nach Herstellerangaben benötigt die Grundierung zum Trocknen 3 - 4 Stunden und ist nach mindestens 24 Stunden belegreif. Ein nötiger zweiter Auftrag verlängert die Trocknungszeit.

Saugender oder nicht-saugender Untergrund?

Vor der Ausgleichsmasse wird eine Grundierung auf dem Fußboden aufgetragen, die die Haftung der Ausgleichsmasse auf dem Untergrund verbessert und die Saugfähigkeit reguliert. Dabei wird zwischen Grundierung für saugende und nicht-saugende Böden unterschieden. Um herauszufinden, zu welcher Gruppe der vorhandene Fußboden zählt, streichen Sie mit einem nassen Pinsel Wasser über die Oberfläche. Zieht es ein und hinterlässt eine dunkle Färbung, handelt es sich um einen saugenden Boden.

Ausgleichmasse auftragen

Da sich der Fußboden bei Wärme ausdehnt, kann es zu Spannungen kommen, welche für Risse im Estrich sorgen. Um diese zu vermeiden, ist in allen Richtungen eine Dehnfuge notwendig. Hierfür gibt es spezielle Randdämmstreifen, die rundherum an der Wand befestigt werden.

Nach dem Trocknen der Grundierung wird die Ausgleichsmasse laut Herstellerangaben angerührt und langsam auf den Boden gegossen. Bereits jetzt ist zu erkennen, in welche Richtung die Ausgleichmasse fließt und wo Senken im Untergrund sind. Mit einer Glättkelle wird die Ausgleichmasse zusätzlich verteilt und eine bessere Verteilung beschleunigt. Nach etwa 3 Stunden ist der ausgeglichene Boden begehbar.

Anleitung: Mit Estrich große Unebenheiten im Boden ausgleichen

Weist der Fußboden größere Unebenheiten auf, lassen sie sich nicht mehr mit einer Ausgleichsmasse ebnen, da sich im Laufe der Zeit Risse bilden. In diesem Fall wird der Untergrund mit Estrich ausgeglichen.

Wie bei der Ausgleichsmasse, wird dazu ein Randdämmstreifen an der Wand befestigt um Spannungsrisse zu vermeiden. Befindet sich in dem Raum bereits ein Estrichboden, sollte dieser gewässert und leicht angefeuchtet werden. Wichtig, der Estrich darf nur feucht, aber nicht nass sein, sonst dringt die Feuchtigkeit durch ihn hindurch auf die Dämmung. Für eine bessere Haftung wird eine Grundierung bzw. Haftschlämme aufgetragen. Nun wird der angemischte Estrich verteilt und in Waage abgezogen.

Im nächsten Schritt wird der Estrich mit einem Stahlglätter geglättet. Dabei ist es ratsam, den Boden schrittweise abzuziehen und zu glätten, um einen ebenen Untergrund zu erhalten. Die Belegreife hängt unter anderem von der Estrichart und dem Bodenbelag ab, der auf ihm verlegt werden soll. Wie Sie diese ermitteln, erfahren Sie in dem Beitrag Estrich und Estrichboden.

Spachtelmasse für alle Materialien

Ob gebrauchsfertige oder Pulver- Spachtelmasse, in der Anwendung sind sie universell einsetzbar. Sie dienen zum Glätten von Holz und Metall, Ausbessern von kleinen Rissen und Löcher in Putzen, Reparieren ausgebrochener Holzteile, Restaurieren von Fachwerk, Füllen und Ausbessern von Fugen und zum großflächigen Glätten von Putz- und Betonflächen. Zu jedem Material gibt es die entsprechende Spachtelmasse.

Pulver- Spachtelmassen müssen erst angerührt werden. Sie sind in jeder Schichtstärke auftragbar und erhärten nach der Verarbeitungszeit zu einem steinähnlichen Gebilde. Die Erhärtung erfolgt durch eine kristalline Abbindung in allen Schichtstärken gleich schnell. Sie bilden keine Haut, sie reißen und schrumpfen nicht. Gebrauchsfertige Spachtelmassen erhalten ihre Härte und Festigkeit durch spezielle Bindemittel wie Kunststoffdispersion, Kunstharz oder durch Reaktion zweier Komponenten. Sie erhärten durch Abgabe der flüssigen Phase, das heißt durch Austrocknen.

Spachtelarbeit an Spanplatten

Der Anwendungsbereich ist vielfältig:

  • Glätten von Holz und Metall
  • Ausbessern von kleinen Rissen und Löcher in Putz
  • Reparieren ausgebrochener Holzteile
  • Restaurieren von Fachwerk
  • Füllen und Ausbessern von Fugen
  • Glätten von Putz- und Betonflächen

Diese "Lückenfüller" eignen sich sowohl für kleine als auch große, tiefe Löcher und Risse an Wänden. Zum dünnschichtigen Ausbessern kleiner Wandschäden sind diese Produkte besonders geeignet. Dekor-Spachtel ist ideal für dickschichtige Füllarbeiten, wie an Stuck oder Styropor, aber auch für dünnschichtige Ausbesserungen an Strukturtapeten. Sind im Anschlussfugenbereich (Fenster, Türen) Ausbesserungen nötig, sind elastisch Füllungen mit geringer Dehnung im Anschlussfugenbereich geeignet.

Gebrauchsfertige Spachtelmassen werden nach der Feinheit der Füllmittel unterteilt. Fein gefüllte Spachtelmassen ergeben dünnschichtige, feine, glatte Oberflächen. Sie werden als Dünnschichtspachtelmassen für große Flächen eingesetzt. Grob gefüllte Spachtelmassen ergeben eine rauhere Oberfläche, sie können dickschichtig aufgetragen werden und werden meistens für die Reparatur von tiefen Löcher und Risse eingesetzt.

Fassadenschäden – Spezielle Spachtelmassen

Spezielle Spachtelmassen für den Außenbereich füllen Schäden an Fassaden, Mauern, sowie Bodenflächen aus Stein, Beton und Estrich. Im Innenbereich sind sie auch für feuchte Kellerwände geeignet. Dick- und dünnschichtige Ausbesserungen im Innen- und Außenbereich können mit Alles-Spachtel vorgenommen werden. Mit Blitzzement werden schnell und sicher Metallgeländer, Scharniere Tür- und Fensterzargen verankert.

Dachbalken oder Fachwerk

Holz- Reparatur- Spachtel passt sich der Holzbewegung an und ist überstreichbar. Daher ist diese Spachtelmasse speziell für grobe Ausbesserungen an Holz, Fachwerk und Dachbalken geeignet. Mit Holz- Fein-Spachtel kann Holz dünnschichtig ausgebessert und geglättet werden. Defekte Holzstellen werden mit Holz- Füller repariert.
Auch ausgebrochene Scharniere oder Schlösser können wieder mit dem Holz befestigt werden. Mit Holz- Kitt können Schrammen und Kratzer in Holz- und Furnieroberflächen mit verschiedenen Holztönen farbtongerecht überarbeitet werden.

2-Komponentenspachtel

2-Komponentenskachtel (kurz 2K-Spachtel) ist ein vielseitiger Feinspachtel. Dieser findet hauptsächlich bei Karosseriearbeiten seine Anwendung, eignet sich aber auch sehr gut bei Holzarbeiten. Je nach Materialbedarf wird hierfür Spachtelmasse mit einem Härter vermengt und kann danach sofort aufgetragen werden. 2K-Spachtel härtet sehr schnell, ist schleif- und lackkierbar. Ein universieller Spachtel für viele Anwendungen.

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Bildnachweis
1. "Boden ausgleichen": Henkel Ceresit /
2. "Ausgleichsmasse anrühren": Henkel Ceresit /
3. "Ausgleichsmasse ausgießen": Henkel Ceresit /
4. "Bodenausgleichsmasse verteilen": Henkel Ceresit /
5. "Spachtelmasse": © Riccardo Düring - heimwerker.de

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