So funktioniert eine Entkopplungsmatte

Fliesenkleber auf Entkopplungsmatte aufbringen

Oberbeläge wie Fliesen oder Natursteine liegen meist auf einem Estrich, häufig ist das ein Zementestrich, mit dem sie fest verklebt sind. Das ist allerdings nicht bei jedem Untergrund ratsam: Immer wenn der Unterboden Spannungen aufweist, sich verschieben kann, schwingt oder sonstige Bewegungen aufweist, sollten Oberbelag und Untergrund entkoppelt werden.

Entkoppeln bedeutet: Untergrund und Oberbelag haben keine feste Verbindung miteinander, sondern sind durch ein Entkopplungselement voneinander getrennt, das meist in Form einer verlegefreundlichen Entkopplungsmatte eingesetzt wird.

Im Folgenden erfahren Sie alles zu Entkopplungssystemen.

Der Vorteil liegt auf der Hand: Spannungen, Schwingungen, Verschiebungen und Bauteil-Bewegungen werden ganz oder teilweise von der Entkopplungsmatte aufgefangen und nicht an den Oberbelag weitergegeben. Dadurch lassen sich Fliesen beispielsweise auch auf schwingenden Holzdielen verlegen oder auf Untergründen platzieren, auf denen sie etwa wegen alter Farb- oder Kleberschichten sonst schlecht haften würden.

Auch Bewegungen durch das Trocknen eines jungen Estrichs oder durch Temperaturänderungen auf Fußbodenheizungen oder Balkonen nimmt eine Entkopplungsmatte auf.

Entkopplungssysteme: Vielfalt und Wirkung

Die auf dem Markt angebotenen Systeme sind recht zahlreich. So werden etwa Matten aus Kunststoff oder Hartschaum ebenso eingesetzt wie aus Textilfasern. Jedes Material bringt seine speziellen Vorteile und Eigenschaften mit. Dickere Textilprodukte etwa können den beim Begehen des Bodens entstehenden Trittschall verringern – zum Teil versprechen die Hersteller eine Dämpfung von bis zu 16 dB.

Die verschiedenen Entkopplungsmatten sind meist in mehreren Schichten aufgebaut. Im flexiblen Kern der Matte werden die Spannungen und Bewegungen aufgefangen, wobei hier für verschiedene Belastungen unterschiedliche Materialien zuständig sein können, die aufeinander geschichtet sind. Die Außenflächen der Matten werden dann per Klebemörtel unten mit dem Untergrund und oben mit dem Oberbelag verbunden – dazu wird oft Fliesenkleber verwendet.

Entkopplungsmatte und Fußbodenheizung
Für Fußbodenheizungen kommen auch Matten zum Einsatz, die gleichzeitig entkoppeln und die Heizschlangen aufnehmen.
Entkopplungselement auf Holzbalkendecke
Starrere Entkopplungselemente auf der Basis von Hartschaum erlauben beispielsweise den Einbau einer bodengleichen Dusche auf Holzbalkendecken.

Entkopplungsmatten verarbeiten

Entkopplungsmatte unter Fliesenbelag außen
Bei der Verarbeitung außen – etwa auf einem Balkon – ist der hohlraumfreie Kleberauftrag besonders wichtig.

Da wie erwähnt die Entkopplungssysteme sehr unterschiedlich aufgebaut sein können, werden sie auch recht unterschiedlich verarbeitet – mal vollflächig verklebt, mal lose auf dem Untergrund ausgelegt. Wenn man in dieser Hinsicht während der Verarbeitung strikt den Empfehlungen des jeweiligen Herstellers folgt, erzielt man das beste Ergebnis.

Eine häufig angewendete Verarbeitungsmethode besteht darin, dass zunächst die Entkopplungsmatte vollflächig mit Fliesenkleber auf dem Untergrund verklebt wird. Dazu sollte man unbedingt einen hochwertigen, hochflexiblen Klebemörtel verwenden – schließlich geht es hier um kritische Untergründe. Achten Sie bei Zementmörteln auf die Kennzeichnung mit dem Kürzel C2 oder auf die Bezeichnung „Flexmörtel“, bei Dispersionsmörteln auf das Kürzel D2.

Die Matte wird dann nach Herstellerangaben ausgelegt und angedrückt bzw. angerollt. Auf der Matte verlegt man anschließend die Fliesen oder Steinplatten – wieder mit hochflexiblem Kleber. Für die Fugen verwendet man sinnvollerweise einen hochkunststoffvergüteten Fugenmörtel.

Grenzen der Entkopplung

Entkopplungsmatten können recht große Kräfte und Schwingungen aufnehmen, aber nicht beliebig große. Sind beispielsweise bei einer Holzbalkendecke die Balkenabstände zu groß oder besteht der Untergrund aus nicht ausreichend biegesteifem Material, kann die Entkopplung an ihre Grenzen stoßen. Teile der Belastungen dringen dann doch zum Oberboden durch und können dort zu Schäden wie Fliesenbrüchen oder Fugenrissen führen.

Um ein möglichst gutes Ergebnis zu erzielen, hier einige Tipps zur Senkung des Risikos:

  1. Kleine Fliesenformate sind weniger empfindlich gegen Bruchbelastung als große.
  2. Durch eine zusätzliche Schicht Verlegeplatten (je nach Situation Spanplatten, OSB-Platten, Gipsplatten oder Zementplatten) kann der Untergrund biegesteifer gemacht werden.
  3. Sockelleisten aus Fliesenstreifen setzt man nicht abstandsfrei „knirsch“ auf den unteren Belag, sondern lässt eine Fuge von etwa 5 mm Breite.
  4. Diese Fuge wird wie auch die anderen Anschluss- und Dehnungsfugen spritzt man zum Schluss mit neutralvernetzendem Silikon aus.
  5. Im Außenbereich auf Balkonen oder Terrassen verlegt man möglichst hohlraumfrei. Hier kann das Buttering-Floating-Verfahren hilfreich sein, bei dem man den Klebemörtel auf den Untergrund und zusätzlich auf die Fliesenrückseite aufträgt.

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