Terrasse fliesen

Fliesen gelten nach wie vor als die beliebtesten Bodenbeläge. Sie sind robust, individuell einsetzbar und bei richtiger Verlegung fast unbegrenzt haltbar. Da Fliesen im Außenbereich jedoch einer erhöhten Beanspruchung durch Sonne, Regen und Frost unterliegen, ist eine fachgerechte Verlegung dringend notwendig. Bereits kleine Fehler können dazu führen, dass Wasser unter die Fliesen gelangt und diese bei Frost platzen lässt. Hat das Wasser erst einen Weg unter die Fliesen gefunden, ist eine weitere Zerstörung nur noch durch schnelle Gegenmaßnahmen aufzuhalten.

Um nicht vor diesem Problemen zu stehen, sollten sich nur versierte Heimwerker an diese Arbeit wagen. Werden dabei alle wichtigen Regeln beachtet, steht einer tollen gefliesten Terrasse nichts mehr im Wege. Gerade eine sauber verflieste Terrasse schafft neben einer gepflegten auch eine gemütliche Atmosphäre.

Benötigte Werkzeuge

Das Legen der Fliesen unterscheidet sich prinzipiell kaum von der Fliesenverlegung im Wohnraum. Daher werden auch keine besonderen Werkzeuge zur Verlegung von Fliesen benötigt.

  • Mess- und Hilfmittel
  • Maurerwerkzeuge (Kelle)
  • Rührwerk
  • Fliesenschneider
  • Fliesenkreuze
  • Zahnkelle oder Zahnspachtel
  • Fugen-Gummispachtel
  • Schwamm oder Schwammbrett

Untergrund vorbereiten und abdichten

Neben den allgemeinen Untergrundanforderungen, wie trocken, fest, rissfrei und stabil, benötigt eine geflieste Terrasse weitere wichtige Grundlagen. Um zu vermeiden, dass sich Wasser staut oder sich Pfützen bilden, muss die Terrasse bereits ein Gefälle von etwa 2% haben. So kann Regenwasser vom Haus ablaufen und eine Pfützenbildung vermieden werden. Ebenso ist es wichtig, den Untergrund abzudichten. Das verhindert ein Durchdringen der Feuchtigkeit von unten und ist gleichzeitig ein Schutz von darunter liegenden Räumen gegen Nässe von oben. Eindringende Nässe kann den Untergrund aufweichen und zu Verformungen führen, welche die Fliesen reißen lassen.

Eine fachgerechte Abdichtung erfolgt mit einer Flächenabdichtung, wie Flüssigfolie. Diese wird in zwei Schichten aufgetragen und bildet eine extrem flexible, gummiartige und wasserdichte Schicht. Wird diese nicht durch defekte Fliesen beschädigt, ist damit eine dauerhaft wasserdichte Fläche garantiert. Enorm wichtig sind dabei Hausanschlüsse und Abläufe. Diese werden zusätzlich mit einem Dichtband geschützt, welches direkt in das Dichtmaterial eingearbeitet wird. Soll ein zentraler Bodenablauf genutzt werden, dichten spezielle Manschetten die Übergänge perfekt ab.

Dichtband einarbeiten
Terrasse abdichten

Fliesenkleber auftragen und Fliesen verlegen

Unter Einhaltung der angegebenen Trocknungszeit der Dichtmasse kann mit dem Verlegen der Fliesen begonnen werden. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass es nicht zu warm ist, die Sonne nicht direkt auf die zu verfliesende Fläche scheint und es nicht regnet. Eine kühle Witterung mit feuchter Luft ist optimal. So trocknet der Kleber nicht zu schnell, wird aber auch nicht durch Regen weggespült. Ebenso ist es zwingend notwendig, frostbeständigen und flexiblen Fliesenkleber zu verwenden. Nur dieser garantiert, dass witterungsbedingte Bewegungen ausgeglichen werden.

Ist der Fliesenkleber nach Herstellerangaben angerührt, kann dieser mit einer Kelle aufgetragen und mit der Zahnkelle durchkämmt werden. Dabei sollte sich ein gleichmäßiges Bild des aufgetragenen Fliesenklebers ergeben. 

Die Fliesen werden mit leicht drehender Bewegung und etwas Druck in den Fliesenkleber gedrückt. Bei der Verlegung von Fliesen im Außenbereich ist es sehr wichtig, dass keine Hohlräume unter den Fliesen entstehen. In diesen kann sich Wasser sammeln und bei Frost die Fliesen zerstören. Bewährt hat sich deshalb das "Buttering-Floating-Verfahren", bei dem der Fliesenkleber auf dem Boden und in gleicher Weise auf die Fliese aufgetragen wird. Dadurch wird eine geschlossene Schicht Fliesenkleber sichergestellt und gleichzeitig überall dieselbe Menge aufgetragen.

Fliesenkleber kämmen
Fliesen verlegen

Fliesen verfugen

Fliesen verfugen

Bevor mit dem Verfugen begonnen wird, sollten alle Fugen nochmals überprüft werden. Klebereste an den Fliesen führen zu unschönen Verfärbungen der Fugen und bereits mit Fliesenkleber gefüllte Fugen können nachträglich Schäden verursachen.

Wichtig ist die richtige Wahl des Fugenmörtels. Dieser muss frostbeständig und flexibel sein. Dazu bitte die Herstellerangaben beachten. Nach diesen wird ebenso der Mörtel angerührt und ist nach einer kurzen Reifezeit einsatzfähig. Diagonal wird er nun mit einem Fugengummi verteilt und eingearbeitet. Dabei müssen wirklich alle Lücken ausgefüllt werden.

Ist der Fugenmörtel angetrocknet, kann er mit einem feuchten Schwamm oder Schwammbrett geglättet werden. Auch hierbei wird diagonal über die Fugen gewischt. Wäscht sich der Fugenmörtel dabei aus den Fugen, ist er noch nicht genug getrocknet. Die Endreinigung sollte erst nach kompletter Trocknung der Fugen durchgeführt werden. Dazu wird der Schwamm regelmäßig mit Wasser gereinigt. Ein bleibender Zementschleier lässt sich gut mit einem trocknen Lappen entfernen.

Abschließend, nach Aushärtung des Fugenmörtels und einer Grundreinigung, werden Stöße und Übergänge mit entsprechender Dichtmasse verfüllt. Da die Übergänge zwischen Fliesen und Haus extreme Bewegungen ausgleichen müssen, darf die Dichtmasse nur seitlich an den Fliesen und dem Hausputz haften. Ein Haftung am Untergrund wird durch Einbringen von Hinterfüllschnüren verhindert.

Extraschutz: Balkon-Imprägnierung

Balkonoberflächen aus Fliesen, Naturstein, Beton oder Estrich werden durch Witterungseinflüsse stark beansprucht. Mit der Zeit entstehen winzige Risse und Fugen, die Feuchtigkeit in den Untergrund eindringen lassen. Das kann zu Frostschäden führen, zu Schimmelbildung, Vermoosung oder Korrosion der Balkon-Unterkonstruktion. Eine Balkon- oder Fliesenimprägnierung hält diese "Angreifer" sicher in Schach, schließt Risse und Poren bis 0,2 mm und hält so Balkone und Terrassen über Monate wasserdicht.

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