Fliesen-Abriebklassen

Ein weiterer wichtiger Aspekt bei der Auswahl von Fliesen sind die Abriebklassen bzw. -gruppen, auch Beanspruchungsgruppen genannt. Während es für unglasierte Steinzeugbodenfliesen praktisch keine Anwendungseinschränkungen gibt, sind glasierte Fliesen und Platten in Beanspruchungsgruppen unterteilt (DIN EN 154).

Unabhängig von der Qualität einer Glasur hängt die Verschleißbeständigkeit im Wesentlichen von der Begehungsfrequenz sowie dem Grad und der Art der Verschmutzung ab. Schuhabstreifer, Matten und dergleichen ermöglichen es, Schmutz und Verschleißmittel abzustreifen und vom Bodenbelag fernzuhalten.

Eine derartige Schmutzschleuse muss besonders für solche Räume vorgesehen werden, die direkt von der Straße oder vom Garten her zugänglich sind.

Rutschhemmung im gewerblichen Bereich

Gruppe Neigungswinkel Bedeutung
R 9   6° - 10° geringer Haftreibwert
R10 11° - 19° normaler Haftreibwert
R11 20° - 27° erhöhter Haftreibwert
R12 28° - 35° großer Haftreibwert
R13 über 35° sehr großer Haftreibwert

Für den Test der Rutschhemmung wird etwas Öl auf die zu testenden rutschhemmenden Fliesen aufgetragen und eine Testperson steht und läuft über die geneigte Fläche. Der Neigungswinkel gibt an, bis zu welcher Neigung dieses problemlos möglich ist.

Rutschhemmung im Nass- und Barfußbereich

Gruppe Neigungswinkel Einsatzbereich
A über 12° Barfußbereiche, in denen es weitestgehend trocken ist. Dazu zählen Umkleidekabinen und weitere Trockenbereiche in Schwimmbädern.
B über 18° Diese Bewertungsgruppe ist für Nassbereiche, wie Duschen und geflieste Böden um Schwimmbecken.
C über 24° Flächen und Treppen, welche direkt ins Wasser führen, unterliegen einer besonderen Rutschsicherheit und müssen die Normen der Gruppe C erfüllen.

Der Test erfolgt ähnlich dem im gewerblichen Bereich. Dabei steht und läuft die Testperson barfuß und als Rutschmittel kommt Schmierseife zum Einsatz.

Die Abriebgruppen auf einen Blick

In einigen Anwendungsbereichen, in denen räumlich unterschiedliche Beanspruchung der Böden besteht und damit an einigen Stellen eine besonders große Begehungsfrequenz zu erwarten ist, wie z. B. vor Kassen und hinter Eingängen in Ladengeschäften, Schalterhallen, Gaststätten, Ausstellungsräumen, Kinos, Museen und ähnlichem, kann es Pflicht sein, für diese besonderen Stellen Fliesen auszuwählen, die einer stärkeren Beanspruchung standhalten. In bestimmten Fällen, beispielsweise bei Außenbelägen, Treppen und Beckenumgängen in Schwimmbädern, wo die Trittsicherheit eine Rolle spielt, gelten die angesprochenen besonderen Bestimmungen.

In Klammern sind die Umdrehungszahlen angegeben, die bei der Bearbeitung der Fliese im Test verwendet wurden.

Abriebgruppe 1 (bis 150)

Glasierte keramische Bodenbeläge mit leichter Beanspruchung, die bei niedriger Begehungsfrequenz ohne Vorhandensein von besonders kratzender Verschmutzung mit weich besohltem Schuhwerk oder Barfuß begangen werden, wie z. B. Badezimmer oder Schlafräume in Wohnungen ohne direkten Zugang von außen, ansonsten Verarbeitung nur im Wandbereich.

Abriebgruppe 2 (300 bis 600)

Glasierte keramische Bodenbeläge mit mittlerer Beanspruchung, die bei niedriger Begehungsfrequenz unter geringer kratzender Verschmutzung mit normalem Schuhwerk belastet werden, wie z. B. der allgemeine Wohnbereich, wie Wohn- und Esszimmer außer Küchen, Dielen und andere häufig begangene Räume.

Abriebgruppe 3 (750 bis 1.500)

Glasierte keramische Bodenbeläge mit mittelstarker Beanspruchung, die bei mittlerer Begehungsfrequenz unter geringer kratzender Verschmutzung mit normalem Schuhwerk belastet werden, wie z. B. der gesamter Wohnbereich mit Küchen, Dielen, Fluren, Balkonen, Loggien, aber auch Hotelzimmer und Hotelbäder oder Sanitär- und Therapieräume in Krankenhäusern.

Abriebgruppe 4 (ab 1.500)

Glasierte keramische Bodenbeläge mit hoher Beanspruchung, die bei stärkerer Begehungsfrequenz mit normalem Schuhwerk und in Bezug auf die Verschmutzungs- und Belastungshäufigkeit intensiver beansprucht werden, wie z. B. Haus- und Wohnungseingänge, Verkaufs- und Wirtschaftsräume, Büros usw.

Abriebgruppe 5 (ab 12.000)

Glasierte keramische Bodenbeläge mit höchster Beanspruchung, die einer hohen Begehungsfrequenz ausgesetzt sind, wie z. B. Geschäftsräume, Restaurationsbetriebe, Theken- und Schalterbereiche, Garagen, Industrielabore usw. Diese Abriebgruppe ist derzeit noch nicht in die DIN-Norm integriert worden.

Doch damit nicht genug: Es gibt dann noch extreme Beanspruchungen, wie Böden in Räumen mit starkem Publikumsverkehr sowie beispielsweise in Supermärkten, Hotels, Schulen, Verwaltungsgebäuden, Krankenhäusern, Passagen usw. Einige Fliesenhersteller empfehlen hierfür die Verwendung von unglasierten Steinzeug- oder Ziegelfliesen sowie Spaltplatten, die in einer Vielzahl von Farben und Formaten zur Verfügung stehen.

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Bildnachweis
1. "Fliesen Abriebsklasse": © Riccardo Düring - heimwerker.de

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